Tobias Weger (* 1968 in München) ist ein deutscher Historiker und Übersetzer.
Leben und Wirken Tobias Weger machte von 1987 bis 1991 eine Ausbildung zum Übersetzer für Englisch und Französisch am Sprachen & Dolmetscher Institut München. Von 1991 bis 1997 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte sowie deutsche und vergleichende Volkskunde. 1998 schloss er mit dem Magister Artium ab.https://www.copernico.eu/de/biogramm/tobias-weger auf copernico.eu, abgerufen am 17. Juli 2026. Anschließend war er im Stadtarchiv München Wissenschaftlicher Angestellter in der Abteilung für jüdische Stadtgeschichte. Von 2002 bis 2004 war er Kulturreferent für SchlesienZur Arbeit des Kulturreferenten für Schlesien auf der Website des Schlesischen Museums zu Görlitz. am Schlesischen Museum zu Görlitz. Mit einer Untersuchung über sudetendeutsche Organisationen in den Jahren 1945 bis 1955 wurde er 2005 an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Dr. phil. promoviert.
Von 2004 bis 2018 arbeitete Weger als wissenschaftlicher Angestellter am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa in Oldenburg. Er habilitierte sich 2015 an der Universität Oldenburg mit einer vergleichenden Arbeit zu Ethnonationalismus in Schlesien und in Friesland im Zeitraum 1918 bis 1945 und erhielt die Venia legendi für Osteuropäische Geschichte sowie Neuere und Neueste Geschichte. 2016 hielt er seine Antrittsvorlesung als Privatdozent.Osteuropa-Experte hält öffentlichen Vortrag auf der Website der Universität Oldenburg, abgerufen am 14. Januar 2016. 2018 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, an die er sich im Jahr darauf umhabilitieren ließ.
Tobias Weger beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte und kultur- und staatspolitischen Problemen von Mitteleuropa und Südosteuropa, mit der Wissenschaftsgeschichte der Südostforschung, mit Kirchen- und Religionsgeschichte, mit Migrationsgeschichte, Mythen- und Symbolgeschichte und allgemeinen theoretischen Fragen wie historische Stereotypenforschung. Er übersetzt aus dem EnglischenAndreas Heusler, Tobias Weger: „Kristallnacht“. Gewalt gegen die Münchner Juden im November 1938. Buchendorfer, München 1998, ISBN 978-3-927984-86-8, S. 137. und insbesondere für seine Arbeiten zu Südosteuropa aus dem Polnischen und aus dem TschechischenEdmund Dmitrów, Tobias Weger (Hrsg.): Deutschlands östliche Nachbarschaften. Eine Sammlung von historischen Essays für Hans Henning Hahn. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2009, ISBN 978-3-631-57860-5, S. 4 ()..
Tobias Weger ist Mitglied der Association for Slavic, East European, and Eurasian Studies, der German Studies Association, des Johann Gottfried Herder-Forschungsrates, der Kommission „Kulturelle Kontexte des östlichen Europa“ (vorher „Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde“) der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und des Stiftungsrates der Brücke/Most-Stiftung in Dresden. Er gehört zu den Herausgebern der Zeitschrift Kirchliche Zeitgeschichte. Internationale Zeitschrift für Theologie und Geschichtswissenschaft.Eintrag auf der Website der Zeitschrift Kirchliche Zeitgeschichte.
Schriften mit Konrad Bauer, Fritz Scherer: Geschichte der Gemeinde Olching. Olching, Esting, Geiselbullach, Grasslfing. Bayerland, Dachau 1994, ISBN 978-3-89251-184-7. Nationalsozialistischer „Fremdarbeitereinsatz“ in einer bayerischen Gemeinde 1939–1945. Das Beispiel Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck) (= Münchner Studien zur neueren und neuesten Geschichte. Band 20). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1998, ISBN 978-3-631-32909-2. mit Andreas Heusler: „Kristallnacht“. Gewalt gegen die Münchner Juden im November 1938. Buchendorfer, München 1998, ISBN 978-3-927984-86-8. Auf stillen Wegen zwischen Spree und Bober. Ein kulturgeschichtlicher Fahrradführer. Schlesisches Museum, Görlitz 2004, ISBN 978-83-88049-73-6. „Volkstumskampf“ ohne Ende? Sudetendeutsche Organisationen, 1945–1955. Dissertation. Universität Oldenburg 2005. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2008, ISBN 978-3-631-57104-0. Kleine Geschichte Prags. Pustet, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7917-2329-7. mit Konrad Gündisch: Kaschau – Košice. Eine kleine Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7917-2479-9. Pilsen – Plzeň. Kleine Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2015, ISBN 978-3-7917-2656-4. Großschlesisch? Großfriesisch? Großdeutsch! Ethnonationalismus in Schlesien und in Friesland, 1918–1945. Habilitationsschrift. Universität Oldenburg 2015. De Gruyter, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-046098-8. mit Werner Dreher: Olching auf dem Weg zur Stadt. Die Geschichte der Gemeinden Olching, Esting, Geiselbullach und Graßlfing. Volk Verlag, München 2022, ISBN 978-3-86222-396-1. mit Konrad Gündisch: Temeswar/Timișoara. Kleine Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2023, ISBN 978-3-7917-32251.
Herausgeberschaft mit Marek Czapliński, Hans Joachim Hahn: Schlesische Erinnerungsorte. Gedächtnis und Identität einer mitteleuropäischen Region. Neisse, Görlitz 2005, ISBN 978-3-934-03833-2. mit Joachim Tauber: Archivführer zur Geschichte des Memelgebiets und der deutsch-litauischen Beziehungen. Bearbeitet von Christian Gahlbeck und Vacys Vaivada. Oldenbourg, München 2006, ISBN 978-3-486-57902-4. Grenzüberschreitende Biographien zwischen Ost- und Mitteleuropa. Wirkung – Interaktion – Rezeption. Konferenzschrift. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2009, ISBN 978-3-631-58554-2. mit Edmund Dmitrów: Deutschlands östliche Nachbarschaften. Eine Sammlung von historischen Essays für Hans Henning Hahn. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2009, ISBN 978-3-631-57860-5. mit Beate Störtkuhl, Jens Stüben: Aufbruch und Krise. Das östliche Europa und die Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59797-4. mit Heinke M. Kalinke, Klaus Roth: Esskultur und kulturelle Identität. Ethnologische Nahrungsforschung im östlichen Europa. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59233-7. mit Anna Mańko-Matysiak, Eef Overgaauw: Das deutsche Kulturerbe in Schlesien. Fragen und Perspektiven. Oldenbourg, München 2013, ISBN 978-3-486-75425-4. mit Andrew Demshuk: Cultural landscapes. Transatlantische Perspektiven auf Wirkungen und Auswirkungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa. Konferenzschrift. De Gruyter Oldenbourg, München 2015, ISBN 978-3-486-75426-1. mit Andrea Strübind: Jan Hus – 600 Jahre erste Reformation. Konferenzschrift. De Gruyter Oldenbourg, München 2015, ISBN 978-3-11-044361-5. mit Johanna Brade: Kunst zur Kriegszeit 1914–1918. Künstler aus Schlesien zwischen Hurrapatriotismus und Friedenssehnsucht. Konferenzschrift. Oettel, Görlitz 2005, ISBN 978-3-944560-16-8. mit Enikő Dácz, Florian Kührer-Wielach: Zwischen „Selbsthilfe“ und „Fremdsteuerung“. Zur politischen Geschichte der Deutschen in Rumänien in den 1930er Jahren. Pustet, Regensburg 2025, ISBN 978-3-7917-35597.
Tobias Weger veröffentlichte über 100 Fachartikel und Buchbeiträge sowie Rezensionen in deutschen, österreichischen, französischen, polnischen und US-amerikanischen Zeitschriften.
Weblinks
Tobias Weger auf Academia.edu Tobias Weger auf der Website des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München
Tobias Weger auf Stereotyp und Geschichte, Arbeitsstelle Historische Stereotypenforschung am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Einzelnachweise
Kategorie:Historiker (Neuere und Neueste Geschichte) Kategorie:Osteuropahistoriker Kategorie:Sozialhistoriker Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Übersetzer aus dem Tschechischen Kategorie:Übersetzer aus dem Polnischen Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen Kategorie:Hochschullehrer (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Mann