Der Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals ist ein Literaturpreis für das beste deutschsprachige Romandebüt des Jahres.

Geschichte Der Preis wird seit 2010 alljährlich beim Harbour Front Literaturfestival in Hamburg vergeben und soll die Wichtigkeit und Bedeutung der jungen Literatur unterstreichen. Er wurde jahrelang im Rahmen der Literaturförderung der Kühne-Stiftung vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert (Stand 2023). Benannt war der Preis nach dem Spediteur Klaus-Michael Kühne. Nachdem sich der langjährige Sponsor Kühne-Stiftung aufgrund der massiven Kritik an der Nichtaufarbeitung der historischen NS-Verwicklung des Konzerns zurückgezogen hatte, wurden mit der Hapag-Lloyd-Stiftung und der Bodo-Röhr-Stiftung neue Sponsoren gefunden. Seit 2022 heißt der Literaturpreis daher Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals.Kühne-Stiftung tilgt ihren Namen aus Debütpreis, Börsenblatt des Buchhandels vom 15. September 2022, abgerufen gleichen Tags

Kritik 2020 wurde die mit ihrem Roman Omama nominierte österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart vom Harbour Front Literaturfestival in Hamburg ausgeladen. Man sehe sich außerstande, hieß es, bei der Lesung die Sicherheit zu gewährleisten. Ihr Verlag lehnte das Angebot ab, am Wettbewerb über den Umweg einer Videolesung teilzunehmen.

Die Ausladung brachte den Veranstaltern viel Kritik ein. Benjamin Quaderer lud sich selbst aus, da er nicht it Eckart auf der Bühne sein wollte, nahm danach jedoch teil. Mit Sascha Reh sah sich ein Schriftsteller außerstande, bei einer Veranstaltung zu lesen, „deren Veranstalter sich nicht unmissverständlich hinter das Recht auf Freiheit in Kunst und Rede stellen – auch dann, wenn mit Krawall zu rechnen ist“. Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschlands, verglich die Vorgänge um Lisa Eckhart mit den gewalttätigen Anfeindungen, denen Erich Maria Remarque mit Im Westen nichts Neues ausgesetzt war. Ohne deren Namen zu nennen, kritisierte Navid Kermani in seiner Erüffnunsrede des Festivals beide Autoren heftig und machte sie mitverantwortlich, dass Eckart ausgeladen wurde.

2022 lehnten der Autor Sven Pfizenmaier und die Autorin Franziska Gänsler ihre Nominierung für den Preis ab. Sie begründeten ihre Ablehnung mit der mangelnden Aufarbeitung der Rolle des heutigen Unternehmens Kühne + Nagel und damit des Preisstifters im Nationalsozialismus.

Preisträger 2010: Inger-Maria Mahlke für Silberfischchen 2011: Albrecht Selge für Wach 2012: Olga Grjasnowa für Der Russe ist einer, der Birken liebt 2013: Jelle Behnert für Liebe, Steine, Scherben 2014: Per Leo für Flut und Boden 2015: Kristine Bilkau für Die Glücklichen 2016: Dmitrij Kapitelman für Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters 2017: Fatma Aydemir für Ellbogen 2018: Philipp Weiss für Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen 2019: Dana von Suffrin für OttoDana von Suffrin gewinnt Kühne-Preis, Meldung auf Börsenblatt.net vom 25. September 2019, abgerufen am 10. Oktober 2019. 2020: Christian Baron für Ein Mann seiner Klasse 2021: Olivia Kuderewski für LuxKlaus-Michael Kühne-Preis an Olivia Kuderewski, boersenblatt.net, veröffentlicht und abgerufen am 16. September 2021. 2022: Behzad Karim Khani für Hund, Wolf, Schakal 2023: Johanna Sebauer für Nincshof 2024: das Harbour Front Literaturfestival einmalig ausgesetzt, kein Preis verliehen 2025: Annegret Liepold für Unter Grund 2026: Oliwia Hälterlein für Wir Töchter und Martin Piekar für Vom Fällen eines Stammbaums – Preis geteilt

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Einzelnachweise

Kategorie:Literaturpreis (Hamburg) Kategorie:Literaturwettbewerb Kategorie:Romanpreis Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Erstverleihung 2010