mini|200px|alternativtext=|Salawat A. Schtscherbakow Salawat Alexandrowitsch Schtscherbakow (; baschkirisch Щербаков Салауат Александрович, * 17. Januar 1955 in Moskau) ist ein russischer Bildhauer.
Leben und Werk Schtscherbakow schloss 1978 seine Ausbildung an der Stroganow-Universität für Kunst und Design in Moskau ab und wurde 1980 Mitglied des Künstlerverbandes der UdSSR. Von 1995 bis 2013 war er Vorstandsmitglied der Skulpturensektion des Moskauer Künstlerverbandes und seit und 2012 Mitglied der Russischen Akademie der Künste, in deren Präsidium er später gewählt wurde. Seit 2003 ist er zudem Leiter der Abteilung für Bildhauerei und Komposition an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, an der er von 2001 lehrt. Daneben ist er in zahlreichen Kommissionen vertreten, darunter seit 2014 in der Arbeitsgruppe bei der Regierungskommission der Russischen Föderation für staatliche Auszeichnungen und die Verleihung von Ehrentiteln und seit 2021 im Kunst- und Sachverständigenrat der Russischen Akademie der Künste und der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft.
Sein dem Realismus verpflichteter Kunststil machte Schtscherbakow zum idealen Bildhauer für die agitatorischen Werke in Moskau, deren Ziel es ist, die Geschichte Russlands darzustellen. Insbesondere die 2012 von Wladimir Putin gegründete Russische Militärhistorische Gesellschaft vergab häufiger Aufträge an ihn. Er schuf zahlreiche Denkmäler in Moskau wie z. B. das Denkmal für Zar Alexander I. im Alexandergarten oder das monumentale, 17 Meter hohe Denkmal für Wladimir I. sowie in anderen russischen Städten u. a. in Sankt Petersburg (2012), Malojaroslawez (2014), Gorno-Altaisk, Kaliningrad (2015), Chabarowsk (2016), Kislowodsk (2016), Omsk (2018) und Simferopol. Zudem schuf er u. a. Gedenkanlagen in den Oblasten Belgorod (2013) und Smolensk (2014). Neben Politikern, Soldaten und religiösen Figuren schuf er auch wiederholt Denkmale für russische Schriftsteller und Künstler.
Das 2015 in Simferopol errichtete Denkmal nennt sich Denkmal für die „Höflichen Menschen“, erinnert aber an die Annexion der Krim 2014 durch russische Spezialeinheiten. In der ebenfalls russisch besetzten ukrainischen Stadt Melitopol wurde 2023 ein Alexander-Newski-Denkmal Schtscherbakows eingeweiht. Das Denkmal für Iwan den Schrecklichen in Orjol wurde vom damaligen Kulturminister und Auftraggeber Wladimir Rostislawowitsch Medinski gegen den Vorwurf der Verherrlichung verteidigt. Auch Schtscherbakows Kalaschnikow-Denkmal wurde kontrovers diskutiert, da es zum einen aufgrund der Abbildung einer deutschen Waffe überarbeitet werden musste, und zum anderen als Waffenkult kritisiert wurde.
Zu seinen Werken außerhalb Russlands zählen u. a. das Denkmal für Louise von Baden in Baden-Baden, das Geidar-Alijew-Denkmal in Baku und das Siegesdenkmal in Netanja. Außerdem schuf Schtscherbakow eine Reihe von Büsten und Gedenktafeln.
Werke (Auswahl) Russland Denkmal für Pawel Petrowitsch Melnikow am Komsomolskaja-Platz, Moskau (2003) Denkmal für Wladimir Grigorjewitsch Schuchow am Boulevardring, Moskau (2008) Denkmal für Sergei Pawlowitsch Koroljow an der Kosmonautenallee, Moskau (2008) Denkmal für Pjotr Arkadjewitsch Stolypin beim Weißen Haus, Moskau (2012) Denkmal für Kaiser Alexander III. in Nowosibirsk (2012) Denkmal für Hermogenus von Moskau im Alexandergarten, Moskau (2013) Denkmal für Kaiser Alexander I. im Alexandergarten, Moskau (2014) Denkmal für Flieger der Fernfliegerkräfte im Frauenfeld-Stadtpark an der Großen Pirogowskaja-Straße, Moskau (2014) Kriegerdenkmale Erster Weltkrieg, Moskau, Pskow, Kaliningrad (2014) Denkmal für Wladimir I. am Borowitzkaja-Platz, Moskau (2016) Denkmal für Michail Timofejewitsch Kalaschnikow am Gartenring, Moskau (2017) Außenskulpturen an der Fassade der Hauptkirche der Streitkräfte Russlands, Moskau (2019) Denkmal für den Kampf gegen die COVID-19-Pandemie (2021), Moskau
International Denkmal für Geidar Alijew, Baku (2005) Denkmal für Elisabeth Alexejewna (Jelisaweta Alexejewna), Baden-Baden (2008) Siegesdenkmal in Netanja (2012) Denkmal für die „Höflichen Menschen“, Simferopol (2016) Denkmal für Alexander Newski, Almaty (2023)
Auszeichnungen 1997 Medaille „Zum Gedenken an den 850. Jahrestag Moskaus“ 2009 Nationaler Designpreis „Wiktoria“ beim 17. Allrussischen Ausstellungs- und Wettbewerb in der Kategorie „Bestes Designwerk des Jahres: Design 2009“ 2009 Erster Preis des Zentralen Föderationskreises im Bereich Literatur und Kunst 2010, 2015 Goldmedaille des Künstlerverbandes Russlands 2010 Goldmedaille der Internationalen Vereinigung der Architektenverbände 2011 Volkskünstler Russlands 2012 Orden „Für Verdienste um die Kunst“ der Russischen Akademie der Künste 2016 Goldmedaille der Russischen Akademie der Künste 2017 Große Goldmedaille des internationalen Kunstprojekts „Preis des Lebens“ 2018 Große Goldmedaille des internationalen Kunstprojekts „Weltraditionen: Ein Blick in die Vergangenheit“ 2020 Medaille „Für Verdienste um das Vaterland“, 2. Klasse zahlreiche weitere Orden der Russischen Akademie der Künste
Bildergalerie
Weblinks
Salawat Alexandrowitsch Schtscherbakow, Russische Akademie der Künste (russisch) Salawat Alexandrowitsch Schtscherbakow, Vereinigung der Moskauer Bildhauer (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Russland) Kategorie:Hochschullehrer (Petersburger Kunstakademie) Kategorie:Volkskünstler Russlands Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Mann