Ottilie Baranowski (* 6. November 1925 in Bevergern, Freistaat Preußen; † 4. Juli 2022 in Riesenbeck)Rudolf Averbeck: Nachruf: Ottilie Baranowski – die große Dame des Münsterländer Platt. In: Heimat Westfalen, Jg. 35 (2022), Heft 6, S. 50. war eine deutsche Bibliothekarin und niederdeutsche Autorin.

Leben Ottilie Baranowski wuchs als Tochter eines Technikers und Schiffsführers im Tecklenburger Land auf. Sie besuchte bis 1940 in Bevergern die Volksschule und anschließend bis 1942 die Handelsschule in Rheine. Danach arbeitete sie, bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1986, in verschiedenen Positionen als Verwaltungsangestellte beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, davon fünf Jahre als Bibliothekarin beim Westfälischen Heimatbund.Peter Hansen: Ottilie Baranowski auf niederdeutsche-literatur.de, abgerufen am 24. Juli 2019.

Privat widmete sich Baranowski ganz der Pflege der niederdeutschen Sprache, welche ihre Muttersprache ist, und schrieb plattdeutsche Bücher und Hörspiele. Sie betätigte sich ehrenamtlich an verschiedenen Stellen, wie in der Münsteraner Augustin Wibbelt-Gesellschaft, in der sie von 1984 bis 1997 Geschäftsführerin war. Außerdem war sie Leiterin einer plattdeutschen Sprachschule im Mühlenhof in Münster und von 1979 bis 1989 Mitglied im Beirat der Bevensen-Tagung sowie von 1979 bis 1996 Mitglied bzw. Vorsitzende des Beirates beim Institut für niederdeutsche Sprache in Bremen.

Des Weiteren war Baranowski Schauspielerin an der Niederdeutschen Bühne am Theater Münster und arbeitete für den WDR als Übersetzerin aus anderen niederdeutschen Dialekten und aus dem Hochdeutschen.

Ottilie Baranowski lebte in Brochterbeck.

Ehrungen 1986: Rottendorf-Preis für Verdienste um die niederdeutsche Sprache 1989: Freudenthal-Preis der Freudenthal-Gesellschaft 1991: Wanderpreis für Volkskunde und Brauchtum des Kreises Steinfurt 1994: Fritz-Reuter-Preis der Carl Toepfer Stiftung F.V.S. 1997: Wibbelt-Plakette des Kreisheimatvereins Beckum-Warendorf 2015: Ehrenmitgliedschaft der Augustin Wibbelt-Gesellschaft zu Münster für Verdienste um die Gesellschaft und um die plattdeutsche Literatur Westfalens

Schriften (Auszüge) Wind weiht. Verlag C. J. Fahle, Münster 1978. De Jubiläumsfier: Fockenstedt. Autor: Hans Heitmann, Übersetzerin ins Plattdeutsche: Ottilie Baranowski, Mahnke Theaterverlag, Verden (Aller) ca. 1980. Nagelholt: Foer Jung un Aolt, dögg auk för'n drügen Hagestolt ; smeck Tina, Stina, Jans un Jopp un Lüde met'n Brett vör'n Kopp. Verlag C. J. Fahle, Münster 1982, ISBN 3-922677-17-7. Nu kiek doch een´ den annern an!: Plattduetske Riemsels un Vertaellsels, Autoren: Ottilie Baranowski und Josef Uhlenbrock, Verlag Regensberg, Münster 1984, ISBN 3-7923-0518-6. Päörtkes, Püttkes, Pädtkes: Tore, Brunnen, Wege, Hrsg. Heimatverein Bevergern. Autoren: Ottilie Baranowski und Walter Kinast, Ibbenbürener Vereinsdruck 1989, ISBN 3-921290-39-2.

Tonträger Gedichte und Lieder in plattdeutscher Sprache, Autorin: Ottilie Baranowski, Interpreten: Rainer van Husen, Johannes Brentrup und Michael Schwarte, Tonstudio K. Ziebolz, Dülmen Rund üm´t runne Rillenglass, Autorin: Ottilie Baranowski, Interpreten: Rainer van Husen, Johannes Brentrup und Michael Schwarte, Tonstudio K. Ziebolz, Dülmen

Hörspiele (Auswahl) Autorin und Übersetzerin: 1973: Vakanzendagebook, WDR Köln 1974: Station 5, Zimmer 8. Niederdeutsches Hörspiel, Münsterländ, WDR II 1983: Ferien mit Adam Riese, Regie: Ursula Hinrichs Niederdeutsches Hörspiel, Radio Bremen und NDR 1990: P. G. Wodehouse: Dat graute Priädigt-Mallör, Niederdeutsches Hörspiel nach "The great sermon handicap" 1996: Anton Rey: De Balkon Niederdeutsches Hörspiel, Regie: Georg Bühren, WDR Köln (Übersetzung)

Sprecherin: 1959: Hermann Homann: Polteraobend. Ein plattdeutsches Hörspiel nach alten Bräuchen (Änne) – Regie: Wolfram Rosemann (WDR) 1966: Hermann Homann: Tüsken Saien un Maihen. Plattdeutsches Hörspiel – Regie: Wolfram Rosemann (WDR) 1984: Bernard Fathmann: De Weg nao Klockenriek (Stimmen) – Regie: Wolfram Rosemann (WDR)

Literatur Cornelia Fieker: Ottilie Baranowski. Eine zeitgenössische Mundartautorin Westfalens, Jahrbuch der Augustin-Wibbelt-Gesellschaft 2 (1986), 62–67. Detthard Martschinke, Olaf Schilloks, Ute Twellenkamp: Ein Gespräch mit Ottilie Baranowski, Quickborn 78, 1988, 3, 165–175.

Weblinks

Rudolf Averbeck: Nachruf: Ottilie Baranowski – die große Dame des Münsterländer Platt Ottilie Baranowski wird 90. Jahre: „Plattdeutsch ist ihre Muttersprache“ In: Westfälische Nachrichten vom 6. November 2015

Einzelnachweise

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