Ein Landestierschutzbeauftragter bzw. Landesbeauftragter für (den) Tierschutz berät die Landesregierung in Tierschutzfragen und ist Ansprechpartner für Bürger, Verbände und Tierhalter. Er nimmt Stellung zu fachlichen und rechtlichen Fragen und trägt dazu bei, Tierschutzmissstände zu verhindern oder zu begrenzen. Die genauen Aufgaben können je nach Bundesland variieren.Rolle und Aufgaben der Landestierschutzbeauftragten Landestierschutz.comTierschutzbeauftragter - Einführung und Definition animalsociety.deTierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. Tierschutzbeauftragte : Stellung, Aufgaben und notwendige Rahmenbedingungen, um die Aufgaben im Sinne des Tierschutzes zu erfüllen : Merkblatt Nr. 115 (Stand: Mai 2021) www.tierschutz-tvt.de

Aufgaben und Verantwortlichkeiten Der Landestierschutzbeauftragte berät die Landesregierung in allen Fragen des Tierschutzes und unterstützt sie bei der Entwicklung und Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen. Er ist eine zentrale Anlaufstelle für Bürger, Tierschutzorganisationen, Tierrechtsorganisationen und Tierhalter, die Fragen oder Anregungen zum Thema Tierschutz und Tierrecht haben. Der Beauftragte kann Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um das Bewusstsein für Tierschutz- und Tierrechtsthemen zu schärfen und über Tierschutzmissstände zu informieren. In einigen Fällen kann er auch die Umsetzung des Tierschutzrechts kritisch prüfen und zur Aufklärung von Tierschutzverstößen beitragen. In einigen Bundesländern wird dem Landestierschutzbeauftragten auch eine Parteistellung in tierschutzrechtlichen Verfahren eingeräumt.

Beispiele für Aufgaben in der Praxis

Beratung bei der Planung von Tierversuchen Der Beauftragte kann bei der Planung von Tierversuchen beraten, um sicherzustellen, dass diese so tierschutzgerecht wie möglich durchgeführt werden. Überwachung von Schlachthöfen In einigen Bundesländern kann der Landestierschutzbeauftragte auch die Einhaltung des Tierschutzes in Schlachthöfen überwachen und Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes dokumentieren.www.rehm-verlag.de Förderung von Tierschutzprojekten Er kann auch dazu beitragen, dass Tierschutzprojekte gefördert und unterstützt werden.Sächsische Landestierschutzbeauftragte Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben Der Landestierschutzbeauftragte kann Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben abgeben, die den Tierschutz betreffen.

Grundsätzlich spielt der Landestierschutzbeauftragte eine wichtige Rolle bei der Förderung des Tierschutzes auf Landesebene. Er ist eine zentrale Anlaufstelle für alle, die sich mit dem Thema Tierschutz beschäftigen, und trägt dazu bei, dass Tiere besser geschützt werden.

Die österreichischen Tierschutzombudspersonen sind dagegen nach einer Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts Steiermark vom 6. März 2017Gz.: LVwG 20.32-3202/2016 sog. Organparteien, welche zur Vertretung der Interessen des Tierschutzes in den betreffenden Verwaltungs- und Gerichtsverfahren nach § 41 des TierschutzgesetzesBundesgesetz über den Schutz der Tiere (Tierschutzgesetz – TSchG) RIS, abgerufen am 24. Dezember 2023. eine Parteistellung eingeräumt wurde, wenn ihr auch keinerlei hoheitliche Befugnisse zukommen.Rechtswidriges Vorgehen der Tierschutzombudsperson nicht mit Maßnahmenbeschwerde bekämpfbar. Zeitschrift der Verwaltungsgerichtsbarkeit 2017, S. 450–452.

Baden-Württemberg (Landesbeauftragte für Tierschutz) Baden-Württemberg führte eine Landesbeauftragte für Tierschutz im Jahr 2012 ein. Sie wird hauptamtlich bestellt. Es handelt sich um eine Stabsstelle mit beratender Funktion, die fachlich und politisch unabhängig ist. Sie ist Ansprechpartner für Tierschutzverbände und -vereine, Bürgerinnen und Bürger, Politik sowie für Organisationen und Einrichtungen, die sich mit dem Tierschutz oder der Tierhaltung befassen. Sie ist außerdem Mitglied im Landesbeirat für Tierschutz, erarbeitet Informationsmaterial und gibt Gutachten sowie Stellungnahmen zu bestimmten Rechtsetzungsvorhaben ab.

Amtsinhaberin ist seit 2017 die Tierärztin Julia Stubenbord. Erste Landesbeauftragte für Tierschutz war von 2012 bis 2017 die Tierärztin Cornelie Jäger.

Berlin Der Tierschutzbeauftragte von Berlin ist seit 2026, wie bereits von 2008 bis 2017, ein Ehrenamt. Zwischenzeitlich wurde dieses hauptamtlich bestellt.

Seit 2026 ist Lutz Zengerling Tierschutzbeauftragter. Seine Amtsvorgänger waren der Tierarzt Klaus Lüdcke (2007 bis 2012), der Humanmediziner Horst Spielmann (2013 bis 2017), die Tierärztin Diana Plange (2017 bis 2020), sowie die Fachtierärztin Kathrin Herrmann (2020 bis 2025).

Brandenburg (Landestierschutzbeauftragter) In Brandenburg ist der Landestierschutzbeauftragte eine unabhängige, selbständige und weisungsfreie Organisationseinheit. Er wird hauptamtlich bestellt. Die Einführung geht auf das Volksbegehrens gegen Massentierhaltung 2016 zurück.

Amtsinhaber war von 2017 bis 2022 er Tierarzt Stefan Heidrich. Seit 2022 hat die Tierärztin Anne Zinke das Amt inne.

Bremen Seit 2022 hat Bremen die erste Landestierschutzbeauftragte. Die Tierärztin Sibylle Wenzel nimmt dieses Amt wahr.

Hessen (Landestierschutzbeauftragte) Hessen war 1990 das erste Bundesland, das einen Landestierschutzbeauftragte bestellte. Er/Sie wird hauptamtlich bestellt und steht einer selbständigen und weisungsfreien Organisationseinheit vor.

Amtsinhaber war von Januar 1990 bis spätestens Januar 1992 der Journalist Ilja Weiss. Von November 1992 bis Juli 2026 hatte die Tierärztin Madeleine Martin das Amt inne.

Niedersachsen In Niedersachsen ist ein Landesbeauftragter für den Tierschutz seit 1995Nds. GVBl. 1995, 444: Gliederungs-Nr.: 7853001: Gesetz über die Berufung und die Aufgaben einer Landesbeauftragten oder eines Landesbeauftragten für den Tierschutz Vom 22. November 1995 per Gesetz festgelegt, der Fachtierarzt Andreas Briese wurde 1996 als Landestierschutzbeauftragter für sechs Jahre als Beamter auf Zeit berufen und war bis mindestens April 2002 im Amt, wobei er allerdings nur bis 2000 als Landestierschutzbeauftragter tätig war. Erst 2016 wurde durch die rot-grüne Landesregierung wieder eine Tierschutzbeauftragte ernannt. Amtsinhaberin ist seit Mai 2024 die Veterinärmedizinerin Julia Pfeiffer-Schlichting. Ihre direkte Vorgängerin war von Mai 2016 bis April 2024 die Fachtierärztin Michaela Dämmrich. Der Landesbeauftragte für den Tierschutz ist bei Gesetzgebungsverfahren und Initiativen der Landesregierung im Tierschutz zu beteiligen und ist erster Ansprechpartner für Tierschutzorganisationen und Bürger. Die Aufgaben werden von der jeweiligen Landesregierung bestimmt.

Nordrhein-Westfalen Seit dem 1. Dezember 2020 ist Gerlinde von Dehn, Fachtierärztin für Tierschutz, Landesbeauftragte für den Tierschutz.

Saarland (Landesbeauftragter für Tierschutz) Im Saarland wurde das Ehrenamt Landesbeauftragte oder Landesbeauftragter für Tierschutz durch das Tierschutzverbandsklagegesetz 2013 eingeführt.

Erster Amtsinhaber war seit Februar 2014 bis zu seinem Tod im Juni 2022 der Tierarzt Hans-Friedrich Willimzik. Seit Oktober 2022 ist es der Tierarzt Arnold Ludes.

Sachsen Seit Januar 2024 ist Carina Heinrich Landestierschutzbeauftragte von Sachsen.

Sachsen-Anhalt (Ansprechpartner für Tierschutzfragen) In Sachsen-Anhalt wurde der Ansprechpartner für Tierschutzfragen im März 2015 eingeführt.

Amtsinhaber ist seit Februar 2016 der Tierarzt Marco König.

Schleswig-Holstein (Tierschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein) Ehrenamtliche Amtsinhaberin ist seit Dezember 2018 die Grafikerin und Leiterin eines Wildtier- und Artenschutzzentrums Katharina Erdmann.

Bundesebene Seit der Einführung des Amtes im Juni 2023 durch das Kabinett Scholz war Ariane Kari bis August 2025 Bundestierschutzbeauftragte. Seit September 2025 ist die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher (CDU) Bundestierschutzbeauftragte.

Einzelnachweise

Kategorie:Tierschutz (Deutschland)