mini|Bevölkerungspyramide Italien (2017) Italiens Bevölkerung ist von ca. 60 Millionen im Jahr 2018 auf weniger als 59 Millionen im Jahr 2022 gesunken, als die offizielle Bevölkerungszahl bei 58.850.171 lag. Die Anzahl der 2022 erfassten Geburten unterschritt die 400.000 und lag bei 392.598 Lebendgeburten. Je 1.000 Einwohner wurden somit nur sieben Kinder geboren, denen 12 Todesfälle je 1.000 Einwohner gegenüberstehen, wie das italienische Statistikamt bekannt gab.La popolazione cala ancora ma non al livello del biennio 2020-21. Aumentano gli stranieri auf Italienisch Istituto Nazionale di Statistica, abgerufen am 7. Juni 2023

Italien ist, nach Deutschland84.746.132 am 30. September 2024 und Frankreich, das dritt-bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union.Europäische Union: Einwohnerzahl in den EU-Mitgliedstaaten¹ ² im Jahr 2023 und Prognosen bis zum Jahr 2100 Statista, abgerufen am 7. Juni 2023

Durchschnittlich leben rund 200 Menschen auf einem Quadratkilometer – mehr als der weltweite Durchschnitt, aber weniger als in den am dichtesten besiedelten Ländern Westeuropas. Italien befindet sich in einer fortgeschrittenen Phase des demografischen Übergangs und hat die typischen demografischen Eigenschaften hochentwickelter Länder, zum Beispiel ein hohes Durchschnittsalter der Bevölkerung und eine niedrige Gesamtfertilitätsrate. Mit einem Medianalter von 45,8 Jahren war Italien 2018 die drittälteste Gesellschaft der Welt. Die Fertilitätsrate pro Frau lag 2021 bei 1,28 Kindern (Liste hier) und damit deutlich unter dem Niveau, das zur Bestandserhaltung notwendig wäre. Da ein hohes Durchschnittsalter und eine niedrige Geburtenrate zusammenkommen, übersteigt die Zahl der Todesfälle die der Geburten seit Jahren erheblich. Italien, das früher ein Auswanderungsland war, ist seit langem ein Einwanderungsland. Die Zahl der in Italien lebenden ausländischen Staatsangehörigen ist von 2013 bis Anfang 2024 nur geringfügig gestiegen: von 4,6 Millionen auf 5,3 Millionen, einschließlich der in Italien geborenen Kinder von Eingewanderten. Ende 2023 lebten etwa 445.000 Flüchtlinge und Asylbewerberinnen und -bewerber im Land (darunter rund 165.000 ukrainische Flüchtlinge).bpb.de: Migration in Italien: Zwischen Fakten und Wahrnehmung (20. September 2024)

Von 2002 bis 2018 stieg die Zahl der ausländischen Bewohner von 1,3 Millionen auf 5,1 Millionen (ca. 8,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) an. Dies hat die Bevölkerungsstruktur verändert. Viele der Immigranten kamen nach der EU-Erweiterung 2004 (neun mitteleuropäische Länder und Zypern wurden in die Europäische Union aufgenommen) nach Italien.Viele Bewohner Italiens sind aus dem strukturschwachen Süditalien ('Mezzogiorno') in das wirtschaftlich starke Oberitalien migriert. Dies hat in Norditalien mancherorts Strukturprobleme verschärft und Teile Süditaliens sind verödet. (Artikel vom 25. Juli 2017).

Historische Entwicklung mini|Rom gilt als die erste Millionenstadt der Geschichte Die Bevölkerung des heutigen Italiens zu Beginn der Zeitrechnung n. Chr. wird von Historikern auf bereits 7 bis 10 Millionen geschätzt, bei einer damaligen Weltbevölkerung von ca. 150 Millionen. Das heutige Italien bildete damals das kulturelle und wirtschaftliche Kernland des Römischen Weltreiches. Die Stadt Rom war zu diesem Zeitpunkt die größte der Welt und war die erste, welche die Grenze von einer Million Einwohnern überschritt. Die hohen Bevölkerungszahlen wurden durch die Ressourcen ermöglicht, die es aus den imperialen römischen Provinzen gewann. Als entscheidend für die Ernährung der Einwohner Roms galt vor allem die Kontrolle über das fruchtbare Nildelta, welches die Italienische Halbinsel mit Weizen versorgte. Schon lange vor dem Untergang des Römischen Reiches wurde ein deutliches Sinken der Bevölkerungszahl verzeichnet und zeitgenössische Quellen berichten von einer niedrigen Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung. Durch den Fall Roms veränderte sich die Bevölkerung des heutigen Italiens durch den Einfall und die Ansiedelung germanischer Stämme. Gleichzeitig sollte die Bevölkerungszahl der Antike für mehr als 1000 Jahre nicht mehr erreicht werden.

Im Jahr 1000 wird die Bevölkerung auf ca. 5 Millionen geschätzt. Der Schwarze Tod, eine verheerende Pestepidemie Mitte des 14. Jahrhunderts, reduzierte die Bevölkerung der Halbinsel erheblich. Danach setzte wieder eine lange Periode des Bevölkerungswachstums ein, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts endete. Vom frühen 18. Jahrhundert bis zur Vereinigung in den 1860er Jahren herrschte ein leichtes, stetiges Wachstum, das jedoch während der Napoleonischen Kriege unterbrochen wurde. Die erste Volkszählung im Jahre 1861 ergibt eine Bevölkerung von 21,8 Millionen. Mit der Vereinigung des Landes beginnt eine stetige Modernisierung der Wirtschaft und Gesellschaft, welche ein rasantes Bevölkerungswachstum auslöst. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich die Bevölkerung trotz hoher Auswanderung und zweier Weltkriege mehr als verdoppelt und liegt 1951 bei 51,6 Millionen. Das Wachstum findet nicht gleichmäßig statt, da Millionen Menschen aus dem ländlichen Sizilien, Kalabrien und Sardinien in die nördlichen Industriezentren der Lombardei und Piemonts migrierten. Auch die Hauptstadtregion um Rom zog so viele Migranten an, dass Rom in den 1930er Jahren wieder zu einer Millionenstadt wurde. mini|Bevölkerungsentwicklung von 1861 bis 2011 Die Geburtenraten blieben bis Mitte der 1970er Jahre hoch und fielen danach rapide. Die Gründe dafür waren das steigende Bildungsniveau, die rasche Urbanisierung und der zunehmende Zugang zu Verhütungsmitteln, die durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit ermöglicht wurden. Die Fertilität pro Frau sank bis zu den 1990er Jahren auf eine der niedrigsten Stände der Welt, während die Lebenserwartung kontinuierlich anstieg. Als Grund für die anhaltend niedrigen Geburtenraten gilt auch, dass der Arbeitsmarkt als ungünstig für Mütter gilt. Dadurch wurde ein schneller Alterungsprozess ausgelöst und am Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts war bereits jeder fünfte Italiener über 65 Jahre alt. 2014 wurde dennoch erstmals die Marke von 60 Millionen Einwohnern überschritten, was der steigenden Zuwanderung zu verdanken war. Derzeit sieht sich das Land mit einer starken Bevölkerungsalterung und einem zukünftigen Sinken der Erwerbsbevölkerung konfrontiert, die eine weitere Herausforderung für das von langanhaltender wirtschaftlicher Stagnation und sozialen Problemen heimgesuchte Land darstellt.

Historische Bevölkerungsentwicklung JahrEinwohnerzahl17.000.000 bis 10.000.00010005.000.000135012.000.000186122.182.377190132.965.504191135.845.048192139.943.528193141.651.000195147.515.537196150.623.569197154.136.547198156.556.911199156.778.031200156.995.744201159.433.744

Bevölkerungszentren mini|Bevölkerungsdichte Italiens Die Verteilung der Bevölkerung ist weitgehend ungleichmäßig. Die am dichtesten besiedelten Gebiete sind die Poebene (wo fast die Hälfte der nationalen Bevölkerung lebt) in Norditalien und die Metropolregionen Rom und Neapel in Mittel- und Süditalien, während andere ausgedehnte Gebiete, wie die Hochebenen von Rom, Basilikata, das Hochland der Alpen und des Apennins und die Insel Sardinien sehr dünn besiedelt sind. Insgesamt leben mehr als 70 % der Bevölkerung im Norden des Landes. Italien ist mehrheitlich urbanisiert. Der Anteil der Stadtbevölkerung liegt 2018 bei ca. 70,4 % und weist eine steigende Tendenz auf. 1960 hatte er noch bei 59,4 % gelegen. Die größte Stadt des Landes bildet Rom mit über 2,9 Millionen Einwohnern, während die Metropolregion 4,3 Millionen Einwohner aufweist.

Einwohnerzahl italienischer Städte in Tausend Personen von 1800 bis 2010:B. R. Mitchell, International Historical Statistics, Europe 1750-1988, Nueva York, 1992. 18001850190019101920193019401950196019701980199020002010Genua91120235272316608635648784812760679610610Turin78135336427502597629711120611781104963865910Mailand13524249357983699211161260158317241635136912561307Rom163175463542692100811561652218828002831277526642744Neapel427449564723722839866101111831233121110671005990Palermo139180310342394390412491588651700688686656

Migration mini|Little Italy in New York City (ca. 1900) mini|Ausländeranteil in Italien (2011) Bereits seit seiner Einigung wird die Kultur und Gesellschaft Italiens stark von Migration geprägt. Italien war vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre ein Land der Massenemigration. Zwischen 1898 und 1914, den Spitzenjahren der italienischen Diaspora, wanderten jährlich rund 750.000 Italiener aus. Ziele der Migration waren hauptsächlich Nord- und Südamerika sowie die italienischen Kolonien in Afrika (Eritrea, Somalia und Libyen). Europäische Länder, in die ab 1950 viele Italiener migrierten waren Frankreich, Deutschland und Belgien. Heutzutage gibt es in Brasilien (25 Millionen), Argentinien (20 Millionen), den USA (17,8 Millionen), Frankreich (5 Millionen), Venezuela (2 Millionen), Uruguay (1,5 Millionen), Kanada (1,4 Millionen), Australien (800.000) und Deutschland (776.000) eine große Anzahl von Menschen mit vollständiger oder bedeutender italienischer Abstammung. Ebenso prägend für die nationale Identität war die interne Migration von den ländlichen Regionen in die Städte und von Süditalien nach Norditalien im späteren 19. und dem gesamten 20. Jahrhundert. Während erstere Migration nach wie vor im Gange ist, ist der Strom an Auswanderern inzwischen deutlich kleiner geworden. Es ist allerdings seit Beginn der Finanzkrise ab 2007 und der darauf folgenden Eurokrise eine wachsende Abwanderung junger und hoch qualifizierter Italiener zu verzeichnen.

Infolge der tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, die durch die Industrialisierung der Nachkriegszeit hervorgerufen wurden, einschließlich niedriger Geburtenraten, wurde eine alternde Bevölkerung und damit stagnierender Erwerbsbevölkerung ab den 1980er Jahren zu einer Anziehungskraft für wachsende Ströme ausländischer Einwanderer. Die heutige Zahl von rund 5 Millionen Ausländern, die rund 9 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, umfasst 97.000 Kinder, die 2014 in Italien von Ausländern geboren wurden (19 % aller Geburten in Italien). 2014 wurden 106.000 Menschen eingebürgert. Die Verteilung der im Ausland geborenen Bevölkerung ist in Italien weitgehend ungleich: 59,5 % der Zuwanderer leben im Norden des Landes (dem wirtschaftlich am stärksten entwickelten Gebiet), 25,4 % in der Mitte und nur 15,1 % in den südlichen Regionen.

Eine große Zahl von Menschen aus Afrika versucht Italien über das Mittelmeer zu erreichen. Schon 2008 wurde die Anzahl der illegalen Einwanderer auf über 600.000 Personen geschätzt, die meisten davon kamen aus Afrika und Osteuropa, welche überwiegend in der Landwirtschaft oder dem Niedriglohnsektor arbeiten. Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit und der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land wird die Frage der Migration in Italien kontrovers diskutiert. Im Jahr 2018 ergab eine Umfrage des Pew Research Center, dass eine Mehrheit der Bevölkerung (71 %) weniger Einwanderer in das Land lassen wollte, 18 % wollten das aktuelle Niveau halten und 5 % wollten die Einwanderung erhöhen.

Häufigste Herkunftsländer von Ausländern RangNationalitätAnzahl (2018)11.190.0912440.4653416.5314290.6815237.0476167.8597151.7918131.9679131.81410119.513Gesamt5.144.440

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