Gröbming ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) und Verwaltungssitz der Expositur Gröbming im Bezirk Liezen (Gerichtsbezirk Schladming), im österreichischen Bundesland Steiermark.

Gröbming gehört zur UNESCO-Welterbestätte Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut. mini|Blick über den Ort Gröbming auf den Kammspitz.

Geografie Gröbming liegt auf einer Anhöhe im Ennstal, am südöstlichen Dachsteinmassiv, dem Kemetgebirge, links der nach Osten fließenden Enns. Das Gemeindegebiet erstreckt sich den Gröbmingbach aufwärts hinauf bis zum Dachsteinplateau und zur oberösterreichischen Landesgrenze. Der Kulmleiten ist mit 811 m ein Hügel, der sich direkt an den Siedlungskern anschließt.

Klima

Gemeindegliederung mini|Eine längst veraltete Gemeindekarte im Kurpark Einzige Katastralgemeinde und Ortschaft ist Gröbming.

Zählsprengel sind Gröbming-Zentrum für den Hauptort und Gröbming-Umgebung, zu dem unter anderem die Dörfer Hofmanning, Klazenberg, Krahbergsiedlung, Oberwinkl, Thalhamm, Weyern und Winkl gehören. Da der Bezirk Liezen flächenmäßig der größte in Österreich ist, wurde für das obere Ennstal eine politische Expositur in Gröbming eingerichtet (Politische Expositur Gröbming). Zuständiger Gerichtsbezirk ist Schladming.

Dörfer und Weiler sind Beihügel, Hofmanning, Klazenberg (Dorf), Mautdörfl, Oberhügeldorf, Oberwinkl, Öfen, Stoderzinken-Dorf, Thalhamm, Tischlmühle, Weyern und Winkl. Entwicklung Jahr Bevölkerung 1869 932 1880 1 081 1890 1 097 1900 1 112 1910 1 114 1923 1 174 1934 1 117 1939 1 134 1949 1 655 1951 1 732 1961 1 759 1971 1 911 1981 2 061 1991 2 167 2002 2 512 2011 2 813 2016 2 846 2017 2 895 2019 3 013 2020 3 085 2021 3 117 2022 3 16320253 202

Nachbargemeinden

Geschichte Als Zeugnis römischer Besiedlung ist ein Grabstein erhalten, welcher bislang in der katholischen Pfarrkirche aufbewahrt wurde, aktuell aber im Heimatmuseum ausgestellt ist. Des Weiteren gibt es archäologische Hinweise für den Bestand einer Villa Rustica am Schlossbühel, einer Auslagerung des Hochplateaus im Südosten des Ortes, welche in den 1970er Jahren von Walter Modrijan archäologisch untersucht wurde.

Von 700 bis 1000 besiedelten Slawen und Bajuwaren die Region. Mehrere Höfe wurden im 11. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. In der Zeit der Reformation war Gröbming evangelisch geprägt.

Das früheste Schriftzeugnis ist von 1139 und lautet „Grebin“. Der Name geht auf den slowenisch greben (Kamm, Grat) zurück.

Die Reformation setzte sich unter Duldung des Admonter Abtes Valentin Abel ab 1565 durch. Als erster lutherischer Pfarrer wurde 1570 der Bauernsohn Martin Schröffel eingesetzt. Um 1580 hatten 90 % der Bevölkerung das evangelische Bekenntnis angenommen. Im Februar 1599 wurde Martin Schröffel im Rahmen der Rekatholisierung der Gegenreformation gegen den entschiedenen Widerstand der Bevölkerung abgesetzt und vertrieben. Die Obrigkeit hatte den evangelischen Glauben verboten, und er konnte danach nur noch geheim als Kryptoprotestantismus ausgelebt werden. Entdeckte Ketzer wurden oftmals hart bestraft, so wurden 1629 Hanns Bartholomäus, Wilhelm und Benedictus von Moosheim samt ihren Frauen und Kindern des Landes verwiesen.Evangelische Kirche Markt Gröbming. Die erste „richtige Kirche“ in der Steiermark, Website groebming.at (abgerufen am 15. Juni 2025).

1680, als die Pest in der gesamten Steiermark wütete, war auch Gröbming stark davon betroffen. Die meisten Häuser standen entweder wegen einer Erkrankung und dem Tod der Besitzer leer, oder durch die Flucht der Bewohner leer. Man fand keine Zeit, all die Leichen einzugraben, weshalb man sie am Friedhof verfaulen ließ. Die Gottesdienste wurden zu dieser Zeit in einer Kapelle am Hügel Kulmleiten abgehalten. Auch eine Mariensäule, die in der Altstadt Gröbmings steht, erinnert an die Seuche.

mini|Gröbming um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz Nach Erlass des Toleranzpatentes durch Kaiser Joseph II. 1781 bekannte sich vorerst niemand zum evangelischen Glauben, erst der Zuzug von Protestanten aus der Region ließ wieder eine von Schladming betreute Filialgemeinde entstehen, deren Gottesdienste in Bauernhäusern gefeiert wurden. Erst nach der Revolution 1848, die die volle Religionsfreiheit garantierte, erfolgte 1852 die Wiederbegründung der Pfarre Gröbming. Sie war damals die kleinste und ärmste Pfarrgemeinde der Steiermark und zählte 440 Gemeindeglieder. Erster Pfarrer wurde Josef Pultar, der der Gemeinde über die gesamte 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts vorstand.Evangelische Kirche Gröbming, Website schladming-dachstein.at (2025, abgerufen am 15. Juni 2025).

Als Gröbming im Zuge der Aufhebung der Grundherrschaften 1848/49 zur selbstständigen Marktgemeinde wurde, hatte es bereits seit längerem ein unverbrieftes Marktrecht besessen.

Während des Zweiten Weltkrieges nahm Gröbming 3000 Flüchtlinge auf und verköstigte diese, viele davon kamen aus dem Rheinlande.

1947 wurde der Gröbminger Pfarrer Leopold Achberger zum ersten Superintendenten der neu gegründeten Evangelischen Superintendentur A. B. Steiermark gewählt. Bis zur Verlegung nach Graz im Jahr 1951 befand sich sein Amtssitz in Gröbming.

1979 wurde eine Ortsumfahrung angelegt.Geschichte der Marktgemeinde Gröbming. Website der Marktgemeinde Gröbming, abgerufen am 22. Dezember 2010.

2021 wurde begonnen, ein von der Marktgemeinde Gröbming initiiertes Gewerbegebiet, das auch von den Gemeinden Mitterberg-Sankt Martin, Öblarn, Michaelerberg-Pruggern und Sölk unterstützt wird, zu bauen. Dadurch sollen 300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Im Frühjahr 2021 wurde außerdem eine Möglichkeit geschaffen, sich in der Kulturhalle einen kostenlosen Corona-Test machen zu lassen.

Wappen 60px|links

Wappenbeschreibung: „Unter blauem Schildhaupt in Zahnschnitt im silbernem Feld pfahlweise zwei rote Lilienstäbe, deren Schäfte balkenförmig von zwölf roten Apostelkreuzen in zwei Reihen begleitet.“, LGBl. 57/1994, Stück 12, ausgegeben am 26. Juli 1994, S. 137 (Stück pdf, ris.bka, dort S. 3).

Ein Gröbminger WappenJosef Kraßler: Heraldische Mängel Im neuen Ortswappenbuch von Kobel / Pirchegger. In: Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs, Folge 6, 1956, S. 42 (ganzer Artikel S. 33–61, pdf, landesarchiv.steiermark.at). findet sich bereits bei Schmutz 1822,Carl Schmutz: Historisch-topographisches Lexikon, 1822, Titelblatt des 1. Bandes und Tafelbeigaben zum 2. Band. dort zeigt es als Landschaftsbild eine Felsgruppe mit vereinzelten Fichtenbäumchen, davor eine Wiese mit quer durch den Schild fließendem Bach und ganz im Vordergrund zwei Häuschen. Bei Widimsky 1864Vincenz Robert Widimsky: Städtewappen des österreichischen Kaiserstaates, 1864. zeigt es weiße (silberne) Grabsteine und Grabkreuze (anstelle Felsen und Fichten), einen weißen Weg (anstelle des Bachs), Kapelle und stockhohes Gebäude, weiß mit roten Dächern, alles auf grüner Wiese unter blauem Himmel.

Das heutige Wappen zeigt zwei Lilienstäbe als Zeichen der Rechtsgewalt, zwölf Kreuze für den Apostelaltar der katholischen Kirche, den Himmel und der Feld trennende Zahnschnitt dokumentiert die slawische Sprachwurzel greben des Ortsnamens und das Gebirge.

Das heutige Wappen erhielt die Marktgemeinde am 11. Juli 1994.

Bevölkerungsentwicklung

Hauptort der Gemeinde

Hauptort der Gemeinde ist der Markt Gröbming.

Der Ort liegt auf einem Plateau über der Enns, begrenzt von der Kammspitze im Norden und dem Stoderzinken mit seinem Vorberg Kulm im Westen, auf um die Höhe. Der Gröbmingbach wendet sich hier nordostwärts und bildet ein kleines Nebental der Enns, das zur Salza bei St. Martin leitet. Hausberg des Orts ist der Klapf Kulmleiten () südöstlich. Zur Enns fällt eine Steilstufe ungefähr 100 Meter ab, sodass sich am Südende des Orts eine Passhöhe ergibt.

Die B 320 Ennstal-Straße umfährt den Ort im Süden.

Der Ort umfasst knapp 400 Gebäude mit über 1.500 Einwohnern (Zählsprengel Gröbming-Zentrum), also die Hälfte der Gemeindebevölkerung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Pfarrkirche Gröbming mini|Evangelische Christuskirche Gröbming

Katholische Pfarrkirche Gröbming: Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt besitzt einen gotischen Flügelaltar aus der Werkstatt von Lienhart Astl. Evangelische Christuskirche Gröbming: 1850 erbaut, älteste evangelische Kirche der SteiermarkEvangelische Pfarrgemeinde Gröbming (evang-groebming.at)Pfarrgemeinde Gröbming / Christuskirche, Evangelische Kirche in der SteiermarkChristuskirche (Gröbming), im EnnstalWiki Stoderkircherl: (auch Friedenskirche), das Stoderkircherl befindet sich am Stoderzinken Stoderzinken Alpenstraße: die Stoderzinken Alpenstraße ist die höchste Aussichtsstraße der Steiermark Kultur- und Sporthalle, in der (Sport-)Veranstaltungen stattfinden mini|Die Kultur- und Sporthalle Kurpark Gröbming: Park mit Gradieranlage, Barfußweg, Minigolfplatz, Restaurant, kleinem Teich und Denkmal des Kneippvereins Gröbming mini|Gröbminger AltstadtKleine Altstadt von Gröbming mit Marktbürgerhäusern und Geschäften Heimatmuseum Gröbming: Das Museum zeigt die Siedlungs- und Kirchengeschichte, den Weg der Bauern in die Freiheit, die Gründung der Käserei, den Aufbau des Schulwesens sowie die Geschichte des Handwerkslebens und der Marktbürgerschaft.

Regelmäßige Veranstaltungen mini|hochkant|Start der Ennstal-Classic Ennstal-Classic: Die Ennstal-Classic ist eine der bekanntesten Oldtimer-Rallyes in Österreich und findet jedes Jahr im Sommer statt. Planai-Classic: Alljährliche Tochterveranstaltung der Ennstal-Classic für Oldtimer im Winter. Tag der lautlosen Freiheit: Elektro-Fahrzeug Veranstaltung, findet jedes Jahr im Sommer statt. Altsteirer Kirtag Seifenkisten Grand Prix von Gröbming Wunschkonzert der Trachtenkapelle Gröbming

Wirtschaft und Infrastruktur

Gröbming ist ein heilklimatischer KurortGröbming, Eine blühende Marktgemeinde. Broschüre, o. n. A. (PDF, 4,3 MB; istsuper.com, abgerufen am 14. April 2013) in der Urlaubsregion Schladming–Dachstein. Die Region besteht aus sieben Urlaubszentren, zu denen das Gröbminger Land zugehört.

Am Stoderzinken befand sich bis 2018 ein kleines Skigebiet, das 2021 mit einer Piste wieder geöffnet wurde.

Das ab 2021 errichtete interkommunale Gewerbegebiet (von 5 Gemeinden der Kleinregion Gröbming) im Osten der Gemeinde mit strengen Auflagen für die Interessenten erhielt 2023 den Preis Energy Globe Styria.Umweltpreis. Kleine Zeitung, Print, 13. Juli 2023, S. 16.

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Michaelerberg-Pruggern und Mitterberg-St. Martin den Tourismusverband Gröbminger Land. Dessen Sitz ist in Gröbming.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 304. S. 625.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat zählt seit 2020 21 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 3 FPÖ und 3 SPÖ. (15 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP, 4 FPÖ und 3 SPÖ. (15 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 3 FPÖ und 3 SPÖ. (15 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 ÖVP, 4 SPÖ und 4 FPÖ. (15 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 6 ÖVP, 5 FPÖ und 4 SPÖ. (15 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ, 6 ÖVP und 1 FPÖ. (15 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SPÖ, 6 ÖVP und 2 FPÖ. (21 Mitglieder) Mit den Gemeinderatswahlen 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SPÖ, 4 ÖVP, 4 FPÖ und 2 ZGB. (21 Mitglieder)

Politische Parteien