Jörg Noller (* 26. März 1984 in Stuttgart) ist ein deutscher Privatdozent für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Leben Noller studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft und evangelische Theologie an den Universitäten Tübingen und München. Er verbrachte Forschungsaufenthalte an den Universitäten Notre Dame, Chicago und Pittsburgh. 2012 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Redakteur des Philosophischen Jahrbuchs am Lehrstuhl I für Philosophie der Ludwig-Maximilians-Universität München (Thomas Buchheim). 2014 promovierte er mit einer Studie zum Problem individueller Freiheit im Ausgang von Immanuel Kant.2015 erschienen unter dem Titel „Die Bestimmung des Willens: Zum Problem individueller Freiheit im Ausgang von Kant“ in der Reihe „Symposion“ des Alber-Verlags. 2021 habilitierte er sich mit einer Studie über „Personale Lebensformen: Identität – Einheit – Würde“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er seit dem Wintersemester 2021/22 Privatdozent ist. Von 2021 bis 2022 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. Von 2022 bis 2025 vertrat er die Lehrstühle für Praktische Philosophie und Ethik an den Universitäten Konstanz und Augsburg. Von 2023 bis 2024 war er Forschungsstipendiat an der Universität Leipzig.

Seit 2018 ist er Mitherausgeber der Reihe Geist und Geisteswissenschaft im Alber-Verlag und seit 2019 Mitherausgeber der Reihe Perspektiven der Hochschuldidaktik. Seit 2020 gibt er die Reihe Digitalitätsforschung / Digitality Research heraus, seit 2023 die Reihe Philosophia Digitalis. Seit 2023 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift Philosophy & Digitality.

Noller ist Leiter der wissenschaftlichen DFG-Netzwerke „Ontologies of Personal Identity“, „Praktische Philosophie im Ausgang von Kant (1785–1800)“ und „Philosophie der Digitalität“. Er ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „Philosophische Digitalitätsforschung“https://dgphil.de/index.php?id=253 der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Philosophischen Jahrbuchs.

Schwerpunkte Jörg Noller forscht zur Praktischen Philosophie, wobei er sich auf personale Autonomie im Kontext von Umwelt-, Technik- und KI-Philosophie konzentriert. Ferner arbeitet er zu Theorien des Unmoralischen, zur Ethik der Digitalität sowie zur praktischen Philosophie im Ausgang von Kant. Didaktisch setzt er sich durch die Einbeziehung von neuen Medien wie Apps, Blogs und Youtube-Livestreams für die Verbindung von traditioneller und digitaler Lehre an der Universität ein. Seine Forschungen über philosophische Fragen der Digitalisierung werden regelmäßig in internationalen Medien wie dem Economist, der NZZ sowie im Handelsblatt aufgegriffen. Zudem vermittelt er seine Forschungen einem breiteren Publikum, unter anderem durch Beiträge im Philosophie Magazin.

Veröffentlichungen Monographien und Aufsätze (Auswahl)

AI Maturity. Cambridge: Cambridge University Press 2026. Kant on Respect. Cambridge: Cambridge University Press 2025. Extended human agency: towards a teleological account of AI. Humanities and Social Sciences Communications volume 11, Article number: 1338 (2024). The Fate of Choice: Freedom and Imputability in Kant and His Early Successors. Berlin: Brill 2024. Was ist digitale Aufklärung? Mit Kant zur medialen Mündigkeit. Freiburg: Herder 2024. Ethik des Anthropozäns. Überlegungen zur dritten Natur. Basel: Schwabe 2023. Personale Lebensformen. Identität – Einheit – Würde. Paderborn: Mentis 2022. Digitalität. Zur Philosophie der digitalen Lebenswelt. Basel: Schwabe 2022. Theorien des Bösen zur Einführung. Hamburg: Junius 2017; 2. Auflage 2018; 3. Auflage 2025.

Editionen

mit John Walsh: Kant's Early Critics on Freedom of the Will. Cambridge: Cambridge University Press 2022. mit Silvan Imhof: Kants Freiheitsbegriff (1786–1800). Dokumentation einer Debatte. Hamburg: Meiner 2021.

Herausgeberschaft (Auswahl)

mit Sybille Krämer: Was ist digitale Philosophie? Phänomene, Formen und Methoden. Paderborn: Mentis 2024. Freiheit – Moral – Politik. Praktische Philosophie nach Kant. Hamburg: Meiner 2024. mit Burkhard Nonnenmacher: Die protestantische Theologie des 20. Jahrhunderts und der Deutsche Idealismus. Tübingen: Mohr Siebeck 2023. mit Luciano Floridi: The Green and the Blue: Digital Politics in Philosophical Discussion. Baden-Baden: Alber 2022. The Unity of a Person: Philosophical Perspectives. London: Routledge 2021. mit Uta Hauck-Thum: Was ist Digitalität? Philosophische und pädagogische Perspektiven. Stuttgart: Metzler 2021. mit Manja Kisner: The Concept of Will in Classical German Philosophy. Between Ethics, Politics, and Metaphysics. Berlin/Boston: De Gruyter 2020. Über das Böse. Interdisziplinäre Perspektiven. Freiburg/München: Alber 2020. mit Georg Sans: Luther und Erasmus über Freiheit. Rezeption und Relevanz eines gelehrten Streits. Freiburg/München: Alber 2020. Was sind und wie existieren Personen? Probleme und Perspektiven der gegenwärtigen Forschung. Münster: Mentis 2019. mit Thomas Zwenger: Die Aktualität des Geistes. Klassische Positionen nach Kant und ihre Relevanz in der Moderne. Freiburg/München: Alber 2018.

Weblinks Institutsseite an der Ludwig-Maximilians-Universität München. PhiloCast-Blog. Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek.

Nachweise

Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Autor Kategorie:Didaktiker Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Mann