Anna Barth-Blendinger (geboren am 13. März 1884 in Heilbronn; gestorben 10. Mai 1971 in Erlangen) begründete in Erlangen eine Hauswirtschaftsschule sowie den lokalen Zweigverein des Hausfrauenbunds.

Leben Anna Blendinger war die Tochter des Lehrers und Kantors Hans Blendinger sowie dessen Frau, geborene Helene Fentsch. Ihre Jugendzeit verbrachte sie in Nürnberg, wo sie die Hauswirtschaftsschule besuchte. Von 1908 bis 1910 besuchte sie ein Seminar für Hauswirtschaftslehrerinnen in München.

Der Erlanger Schulrat Hermann Hedenus war aufgrund gesetzlicher Vorgaben des Landes Bayern verpflichtet, ab 1909 eine „hauswirtschaftliche Fortbildungsschule“ für Mädchen einzurichten, und holte dafür Anna Blendinger nach Erlangen, wo sie durch Probeunterricht und Vorstellung eines dreijährigen Lehrplanes überzeugte. Ab 1911 war sie als die erste Hauswirtschaftslehrerin Bayerns angestellt. Die Hauswirtschaftsschule mussten alle Mädchen in Erlangen für zwei, später für drei Jahre, besuchen, nachdem sie die Volksschule verlassen hatten. Im bald darauf folgenden Ersten Weltkrieg organisierte Blendinger Kinderbetreuungen, Ernteeinsätze und eine Volksküche für Arme. In der Notzeit hielt sie ferner den Schulbetrieb aufrecht, auch wenn die Lektionen hauptsächlich theoretischer Natur waren.

Nach dem Weltkrieg gründete sie die Erlanger Mädchengruppe der Wandervogel-Bewegung und gehörte dem Erlanger Alpenverein an. Weiterhin war sie 1918 Mitbegründerin der Erlanger DDP-Ortsgruppe und wurde im Vorstand des Kreisvereins Erlangen tätig. 1921 heiratete sie den Schriftsteller und Privatgelehrten Friedrich Karl Barth, mit dem sie bis zu seinem Tod 1950 verheiratet blieb.

Am 4. April 1929 gründete Barth-Blendinger anlässlich einer Vortragsreihe des Erlanger Volksbildungsbunds die Erlanger Berufsorganisation der Hausfrauen, mit der sie die Stellung der Hausfrau im öffentlichen Leben fördern wollte. Das Tätigkeitsfeld dieser Organisation baute Barth-Blendinger in den Folgejahren weiter aus, um Jugendliche und Arbeitslose mitzubetreuen. Nach 1933 kam es zu Einschränkungen der Vereinstätigkeit und die Arbeit kam schließlich zum Erliegen.

In den Jahren von 1937 bis 1945 setzte sie ihren hauswirtschaftlichen Unterricht an den Schulen in Erlangen fort. Direkt nach dem Weltkrieg begann sie Weihnachtsfeiern für Waisenkinder zu veranstalten, mit Unterstützung der Stadtverwaltung führte sie das zum Jahr 1957 fort.

1950 gründete Barth die Zweigstelle des Hausfrauenbunds in Erlangen neu und organisierte hauswirtschaftliche Kurse, häusliche Krankenpflege sowie Feierlichkeiten. Sie arbeitete bis ins Jahr 1951. Im Jahr 1964 wurde der fast 80-Jährigen die Bürgermedaille der Stadt Erlangen verliehen.

Anna Barth-Blendinger starb am 10. Mai 1971 in Erlangen. Die Barth-Blendinger-Straße im Stadtteil Frauenaurach wurde nach ihr benannt.

Literatur Ilse Sponsel: In: Frauengestalten in Franken, hrsg. Inge Meidinger-Geise. Verlag Weidlich, Würzburg 1985. S. 219–223. ISBN 3-8035-1242-5.

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