Caspar Fritz Magnus OpelVollständiger Vorname nach: Karljo Kreter: Sozialisten in der Adenauer-Zeit: die Zeitschrift "Funken" : von der heimatlosen Linken zur innerparteilichen Opposition in der SPD, VSA-Verlag, 1986, S- 200 (* 26. August 1912 in Zabrze; † 14. Oktober 1973Hermann Weber, Gerda Weber: Leben nach dem »Prinzip links«: Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten. Berlin: Ch. Links Verlag, S, 194Werner Thönnessen: Mein Tor zur Welt - Ein Lebensweg als Gewerkschafter und Intellektueller, VSA: Verlag, Hamburg 2005, S. 150–151 in Frankfurt am Main) war ein deutscher politischer Aktivist, Redakteur, Herausgeber und Gewerkschafter.
Leben Opels Vater fiel 1916 im Krieg, seine jüdische Mutter war Redaktionssekretärin. Er studierte nach Ablegung seines Abiturs am humanistischen Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf von 1930 bis 1933 Rechtswissenschaft und Nationalökonomie in Berlin, das er zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus „aufgrund rassischer Verfolgung abbrechen musste“.Kurzbiografie in: Friedrich-Martin Balzer, Hans Manfred Bock, Uli Schöler: Wolfgang Abendroth: wissenschaftlicher Politiker : bio-bibliographische Beiträge, Opladen: Leske + Budrich, 2001, S. 293 Er lebte in Berlin-Zehlendorf und gehörte vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO) anHinweis in Sozialismus-Archiv und war zunächst in der Illegalität als Aktivist tätig.Jürgen Stroech: Die illegale Presse. Mannheim: Bibliographisches Institut, 1979, S. 248 Aufgrund seiner Beteiligung am kommunistischen StudentenwiderstandVgl. Michael Grüttner: Studenten im Dritten Reich, Schöningh, Paderborn 1995, S. 449 ff. wurde er verurteilt und war wegen seiner politischen Überzeugungen von 1934 bis 1937 im Zuchthaus Brandenburg-Görden inhaftiert.Walter Uhlmann: Sterben um zu leben: politische Gefangene im Zuchthaus Brandenburg-Görden, 1933-1945. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1983 Danach ging er in die Emigration, zunächst nach Frankreich, 1941 in die USA. 1943 wurde er amerikanischer Staatsbürger und zur Armee eingezogen. Ab Herbst 1944 war er Soldat erst in Frankreich und dann in Deutschland.
In der Nachkriegszeit war Opel zunächst Mitglied in der KPD und dann in der Gruppe Arbeiterpolitik aktiv, die aus der KPO hervorgegangen war. Von 1948 bis 1954 war er Angestellter des International Rescue Committee. 1949 war Opel mit Fritz Lamm Mitbegründer der „Thomas-Münzer-Briefe“, die ab 1950 bis 1959 unter dem Titel Funken. Aussprachehefte für internationale sozialistische Politik erschienen.Helga Grebing, Christl Wickert: Das ‚andere Deutschland‘ im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Essen: Klartext, 1994 1953 trat er der SPD bei. Ab dieser Zeit war er Berater von Otto Brenner, dem Vorsitzenden der IG Metall. Er absolvierte 1956 ein Studium der Politik, Soziologie und des öffentlichen Rechts in Marburg und promovierte bei Wolfgang Abendroth mit dem Thema: Der Deutsche Metallarbeiterverband DMV. Seit 1956 war Vorstandssekretär der IG Metall, seit 1957 Leiter der Auslandsabteilung und später der Abteilung für Grundsatzfragen. Er war Verantwortlicher der IG Metall-Kampagne gegen die Notstandsgesetze. Von 1968 bis 1972 war er im Unterbezirksvorstand der SPD in Frankfurt.Werner Thönnessen: Mein Tor zur Welt - Ein Lebensweg als Gewerkschafter und Intellektueller, VSA: Verlag, Hamburg 2005, S. 150–151 In den frühen 1960er-Jahren war er neben Georg Benz, Heinz Dürrbeck, Jakob Moneta und Hans Matthöfer im Unterstützerkreis des Sozialistischen Deutschen StudentenbundsSDS und Neue Linke tätig und gehörte mit Viktor Agartz „zu denen, die auf Bundesseminaren und durch ihre Vorträge die SDS-Linke besonders geprägt haben“.Tilman Fichter SDS und SPD: Parteilichkeit jenseits der Partei. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1988
Veröffentlichungen 90 Jahre Industriegewerkschaft - 1891 - 1981, Hrsg.: Industriegewerkschaft Metall, Bund-Verlag, Köln 1981 Der Deutsche Metallarbeiter-Verband - während des 1. Weltkrieges und der Revolution, Hrsg.: Otto-Brenner-Stiftung, Frankfurt am Main 1980 75 Jahre Eiserne Internationale - 1893 – 1968, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1968 75 Jahre Industriegewerkschaft - 1891 bis 1966, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1966 Notstandsgesetze – Notstand der Demokratie, Hrsg.: IG Metall, Frankfurt am Main 1966
Literatur Opel, Fritz, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München : Saur 1980, S. 541
Einzelnachweise
Kategorie:KPD-O-Mitglied Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:Opfer der NS-Justiz Kategorie:Linkssozialist Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:IG-Metall-Funktionär Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Mann