Die Avia 51 war ein tschechoslowakisches Passagierflugzeug, das in der ersten Hälfte der 1930er Jahre entstand. Nach der nicht verwirklichten Avia 50 von 1931, einem Flugzeug ähnlicher Auslegung, war sie der erste vollendete Entwurf des Konstrukteurs Robert Nebesář während seiner Tätigkeit bei Avia.
Entwicklung Die Avia 51 wurde von Nebesář als dreimotoriger Schulterdecker mit Duraluminiumrumpf und stoffbespannten Tragflächen für die Československá letecka společnost (ČLS), der Partnerfluggesellschaft der ČSA, entworfen. Drei Exemplare wurden 1933 gebaut und auf der gemeinsam mit der deutschen Luft Hansa und der österreichischen ÖLAG betriebenen Fluglinie Berlin–Prag–Wien eingesetzt. Eines wurde 1934 auf dem 14. Pariser Aérosalon ausgestellt.Oskar Ursinus (Hrsg.): 14. Pariser Salon 1934. In: Flugsport, Nr. 24 (28. November 1934). Verlag für Flugsport, Frankfurt am Main, S. 534. Aufgrund der geringen Kapazität von nur sechs Passagieren erwies sich der Betrieb des Musters jedoch als unrentabel, so dass sämtliche Avia 51 im Jahr 1937 ausgemustert wurden. Im Anschluss wurden die bis dahin genutzten Siebenzylinder-Sternmotoren Avia Rk-12 mit 280 PS durch leistungsschwächere Walter-Regulus-Triebwerke mit fünf Zylindern und 230 PS ersetzt und verkauft. Als offizieller Abnehmer trat die estnische Regierung auf, der eigentliche Käufer war jedoch, das sich im Bürgerkrieg befindliche Spanien, wo die Flugzeuge auf Seiten der Republikaner zum Einsatz kommen sollten. Den Bestimmungshafen Bilbao erreichte allerdings nur eine einzige Avia 51, die beiden anderen gingen bei der Versenkung des Frachters, auf dem sie transportiert wurden, verloren.
Aufbau Die Avia 51 war ein freitragender Schulterdecker in Ganzmetallbauweise. Der Rumpf mit ovalem Querschnitt war in Duraluminium-Schalenbauweise mit Spanten, Längsträgern und Glattblechverkleidung ausgeführt. In ihm war die Fluggastkabine mit den Maßen 3 × 1,50 × 1,55 m untergebracht. Unter der Führerkabine befand sich ein Stauraum für Gepäck und Post. Die einteilige Tragfläche bestand aus einem stoffbespannten Duraluminium-Metallgerippe mit zwei vernieteten Kastenholmen und Fachwerkrippen sowie Frise-Querrudern. In seinem Inneren waren zwei Flächentanks mit zusammen 530 Litern Inhalt untergebracht. Die Flügelvorderkante war mit Blech beplankt, der Rest mit Stoff bespannt. Das Flugzeug besaß ein freitragendes Leitwerk aus stoffbespanntem Duraluminium mit verstellbarer Höhenflosse und ein starres Dreipunktfahrgestell mit geteilten Achsen, dessen Haupträder aerodynamisch verkleidet und mit zum vorderen Flächenholm führenden Ölstoßdämpfern versehen waren.
Technische Daten mini|Dreiseitenansicht Kenngröße Daten Besatzung 2 Passagiere 6 Spannweite 15,10 m Länge 10,75 m Höhe 3, 50 m Flügelfläche 38,0 m² Flügelstreckung 6,0 Flächenbelastung 99,8 kg/m² Leistungsbelastung 6,3 kg/PS Flächenleistung 15,8 PS/m² Leermasse 2520 kg Startmasse 3790 kg Antrieb drei luftgekühlte Siebenzylinder-SternmotorenAvia Rk-12 StartleistungNennleistung bei 2220/min bei 2040/min Kraftstoffvorrat 530 l Höchstgeschwindigkeit 273 km/h Reisegeschwindigkeit 225 km/h Steigleistung 4 m/s Gipfelhöhe 5000 m Reichweite 780 km
Literatur Peter Alles-Fernandez (Hrsg.): Flugzeuge von A bis Z. Band 1: Aamsa Quail–Consolidated P2Y. Bernard & Graefe, Koblenz 1987, ISBN 3-7637-5904-2, S. 130. Václav Němeček: Československá letadla. Naše Vojsko, Prag 1968, S. 106/107 und 290/291. Richard Schulz, G. W. Feuchter, Werner von Langsdorff: Handbuch der Luftfahrt. Jahrgang 1936. J. F. Lehmann, München 1936, S. 344/355. Oskar Ursinus (Hrsg.): Avia 51/1 Verkehrsflugzeug. In: Flugsport, Nr. 6 (21. März 1934). Verlag für Flugsport, Frankfurt am Main, S. 117–120.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Erstflug 1933 Kategorie:Ziviler Flugzeugtyp