Isar Aerospace ist ein deutsches Weltraum-Start-up-Unternehmen mit Sitz in Ottobrunn bei München. Geplant ist eine neue Zentrale in Vaterstetten, die ab 2025 errichtet werden sollte. Gegründet wurde das Unternehmen im Februar 2018 von den Raumfahrtingenieuren Daniel Metzler, Josef Peter Fleischmann und Markus Brandl. Am 5. September 2026 startete Isar Aerospace als erstes privates Unternehmen von Kontinentaleuropa aus eine Rakete in den Erdorbit.

Geschichte Die Gründungsmitglieder von Isar Aerospace waren zuvor in der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) aktiv, einer Studentengruppe an der Technischen Universität München, die bereits eigene Antriebe und eine Suborbitalrakete entwickelt hatte. An einer ersten Finanzierungsrunde im Sommer 2018 beteiligten sich der Heizungshersteller Viessmann (über die Tochterfirma Vito Ventures), der Wagniskapitalgeber UVC Partners und mit Bulent Altan ein frühes Führungsmitglied von SpaceX. Ende 2019 erhielt Isar Aerospace 17 Millionen US-Dollar, unter anderem von Airbus. Ende 2020 konnten weitere 75 Millionen Euro eingeworben werden und im Juli 2021 nochmals 65 Millionen Euro.

Im April 2019 hatte das Unternehmen etwa 20 Mitarbeiter, im Oktober 2021 waren es 180 und Ende Dezember desselben Jahres 220 Mitarbeiter. Im März 2023 gab das Unternehmen bekannt, dass weitere 165 Millionen US-Dollar an Wagniskapital in der Serie-C-Finanzierungrunde ingeworben werden konnten; später auf 220 Millionen Euro erweitert, unter anderem durch Gelder eines NATO Innovation Fund. Da bis Juni 2024 eingeworbene Kapitals belief sich auf über 400 Millionen Euro. Das US-amerikanische Raumfahrtnachrichtenmagazin SpaceNews zeichnete Isar Aerospace im Dezember 2023 als „Startup of the Year“ aus. Beeindruckend sei vor allem die Fähigkeit des Unternehmens, große Mengen an Kapital einzuwerben.

Im Mai 2024 gab das Unternehmen bekannt, eine neue Firmenzentrale in Vaterstetten bauen zu wollen. Auf einer Fläche von 40.000 m² sollen jährlich maximal 40 Raketen des Typs Spectrum produziert werden können. Im November 2024 bekam Isar Aerospace weitere 15 Millionen Euro Fördergelder durch das Boost!-Programm der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Zuvor hatte Isar Aerospace im Mai 2020 500.000 Euro Fördergeld von Boost! im Rahmen eines Mikrolauncher-Wettbewerbes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt erhalten. Da Isar Aerospace die erste Runde des Wettbewerbs gewonnen hatte, vergab die ESA weitere 11 Millionen Euro.

Im Juni 2026 wurde eine Serie-D-Finanzierung mit 270 Millionen Euro abgeschlossen.

Im September 2026 wurde bekannt, dass Josef Fleischmann seine Tätigkeit als Technikchef (CTO) beendet, um im von ihm neu gegründeten Unternehmen Bavaria Instruments andere Weltraumtechnologien zu entwickeln. Seine Beteiligung an Isar Aerospace behält er. Als neuer CTO wurde Can Araz benannt.

Produkte

Spectrum

Isar Aerospace entwickelt eine zweistufige Trägerrakete Spectrum. Sie soll bis zu 1 t Nutzlast in niedrige Erdumlaufbahnen befördern können. Am 14. März 2025 erteilte die norwegische Zivilluftfahrtbehörde Luftfartstilsynet eine Lizenz für den Start vom Andøya Spaceport aus. Der erste Start der Mission „Going Full Spectrum“ erfolgte am 30. März 2025, circa 30 Sekunden nach dem Start stürzte sie unkontrolliert ins Meer und explodierte beim Aufprall ins Wasser. Beim zweiten Start der ESA-geförderten Mission „Onward and Upward“ am 5. September 2026 erreichte die Rakete den angestrebten Erdorbit und setzte Satelliten aus. Das Forschungszentrum Space der Universität der Bundeswehr würdigte den Orbitalflug. Isar Aerospace habe mit dem erfolgreichen zweiten Testflug "mehr strategische Handlungsfreiheit für Europa erzielt".

Weblinks

isaraerospace.com

Einzelnachweise

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