mini|Hainsfarth von Süden
Hainsfarth ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen in Bayern.
Geologie Nördlich von Hainsfarth befindet sich der Steinbruch Aumühle. Der als Geotop ausgewiesene Steinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt am nördlichen Rand des Nördlinger Rieses und in der Planungsregion Augsburg, der Ort Hainsfarth befindet sich etwa 1,5 km nordöstlich der Stadt Oettingen. Zwischen den beiden Orten fließt die Wörnitz. Die Staatsstraße 2216 durchquert das Gemeindegebiet und den Hauptort in West-Ost-Richtung und verbindet ihn mit der Bundesstraße 466. Weiter südlich verläuft die Staatsstraße 2214 von Oettingen nach Megesheim.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl Stand 30. Juni 2016 angegeben): Aumühle (Einöde, 6 E.) Fürfällmühle (Einöde, 3 E.) Hainsfarth (Pfarrdorf, 1198 E.) Hasenmühle (Einöde, 4 E.) Steinhart (Kirchdorf, 187 E.) Wornfeld (Weiler, 20 E.) Ziegelhütte (Einöde, 6 E.)
Die Wohnplätze Bahnposten (2 E.), Hefehof (3 E.) und Kreuzhof (1967 erbauter Aussiedlerhof, 8 E.) gehören zum Gemeindeteil Hainsfarth. Auch das direkt am Rand von Oettingen stehende Leprosenhaus (Kapelle St. Anna) ist kein Gemeindeteil.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Hainsfarth und Steinhart. Die Gemarkung Hainsfarth hat eine Fläche von 12,351 km². Sie ist in 1702 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7256,91 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Aumühle, Fürfällmühle, Hainsfarth und Wornfeld.
Geschichte mini|Die Synagoge
Bis zur Gemeindegründung Hainsfarth wird in den Schenkungsverzeichnissen des Klosters Fulda genannt. Diese beziehen sich auf die Zeit um das Jahr 800. Zur Zeit des Alten Reiches war das Dorf zwischen folgenden Landesherrschaften aufgeteilt: Domkapitel Eichstätt, Deutscher Orden, Markgrafschaft Brandenburg, Fürstentum Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg. Während der Oettinger Teil im Schwäbischen Reichskreis lag, gehörten die anderen Institutionen zum Fränkischen Reichskreis. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Hainsfarth lag im sogenannten Sicherungsdistrikt zwischen Oettingen und dem preußischen Fürstentum Ansbach. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde.
Jüdische Gemeinde Hainsfarth beherbergte im 19. Jahrhundert die größte jüdische Gemeinde in Schwaben. 1942, während des Holocaust, wurden die letzten jüdischen Einwohner von Hainsfarth deportiert und ermordet. Die restaurierte Synagoge und der jüdische Friedhof sind bis heute erhalten.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1976 die Gemeinde Steinhart mit ihren Gemeindeteilen Hasenmühle und Ziegelhütte eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1414 auf 1417 Einwohner bzw. um 0,2 %. 1961: 1318 Einwohner 1970: 1466 Einwohner 1987: 1443 Einwohner 1991: 1468 Einwohner 1995: 1524 Einwohner 2000: 1517 Einwohner 2005: 1485 Einwohner 2010: 1441 Einwohner 2015: 1419 Einwohner 2020: 1437 Einwohner
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Klaus Engelhardt; er wurde am 10. März 2019 als einziger Kandidat mit 93,4 % gewählt und am 8. März 2026, ebenfalls ohne Mitbewerber, mit 95,5 % der Stimmen wiedergewählt.Bürgermeisterwahl 2026, abgerufen am 6. Mai 2026 Die neue Amtszeit läuft bis 30. April 2032. Sein Vorgänger seit Mai 2008 war Franz Bodenmüller, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.
Gemeinderat Dem Gemeinderat gehören neben dem Ersten Bürgermeister zwölf Mitglieder an; in der Amtszeit 2026–2032 ist die Sitzverteilung unverändert wie in der vorherige Periode von 2020 bis 2026: Bürgerliste Hainsfarth (BH) 10 Sitze Freie Wählergemeinschaft Steinhart (FWS) 2 Sitze
Wappen
Gemeindeflagge Die vorherige Gemeindeflagge und das Gemeindewappen mussten durch eine neue Fahne und Wappen mit anderer Farbgebung ersetzt werden. Während der Vorbereitungen zur 1200-Jahr-Feier im Jahr 2005 wurde festgestellt, dass der ehemalige Bürgermeister, der 1993 die Fahnen erwarb, versäumt hatte, das Wappen und die Fahne genehmigen zu lassen. Weiß-Blau ist als Fahne in Bayern dem Freistaat vorbehalten, das Wappen verletzt die heraldischen Farbregeln. 2011 wurde entschieden, dass die neue Flagge drei Streifen (Blau-Weiß-Blau) haben soll, belegt mit dem neuen Wappen (in Weiß-Schwarz-Gelb).
Partnerschaften Es gibt eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Arzano (Bretagne).
Bau- und Bodendenkmäler
mini|Die Aumühle Burgruine Steinhart
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2022 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.278.000 € (2017: 1.085.000 €), davon waren 259.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen (2017: 217.000 €) und 796.000 € Anteil an der Einkommensteuer (2017: 670.000 €).
Im gleichen Jahr gab es in der Gemeinde 160 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (2017: 133 Beschäftigte). Von der Wohnbevölkerung standen 628 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis (2017: 621 Personen). Damit war die Zahl der Auspendler um 468 Personen größer als die der Einpendler (2017: 488 Personen). 14 Einwohner waren 2022 arbeitslos (2017: 11 Einwohner). 2020 gab es 33 landwirtschaftliche Betriebe (2016: 32 Betriebe), die eine Fläche von 1126 ha (2016: 1087 ha) bewirtschafteten.
Bildung In der Gemeinde gibt es folgende Einrichtungen: 2 Kindertagesstätten mit 106 Plätzen und 92 Kindern, davon 22 unter drei Jahren (Stand 1. März 2018) Grundschule Hainsfarth mit zwei Lehrkräften und 47 Schülern (Schuljahr 2024/2025)
Söhne / Töchter des Ortes Konrad von Heimesfurt, geistlicher Dichter (wirkte Anfang des 13. Jahrhunderts) Anton Braun (* in Hainsfarth; † 1540), römisch-katholischer Bischof in Eichstätt
Literatur 20 Jahre Wiederinstandsetzung der Synagoge Hainsfarth, Gemeinde Hainsfarth 2016 Gerhard Beck: 1200 Jahre Hainsfarth. Ortschronik von Hainsfarth 2005, Hainsfarth 2005 Gerhard Beck: Ortschronik Steinhart (Geschichte des Dorfes, Häuserchronik, Ortsfamilienbuch), Förderverein zum Erhalt der Burgruine Steinhart, Hainsfarth 2019.Kurzbeschreibung der Ortschronik, abgerufen am 15. Juni 2025. Gerhard Beck: Ortsfamilienbuch Hainsfarth (1597–1670, Ehen 1597–1910), Hainsfarth 2005
Yehuda Shenef: The Jews of Hainsfarth, Augsburg 2019 (englisch)
Weblinks
Gemeinde Hainsfarth
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Ersterwähnung 800 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries