Die Feuerwehr Bochum ist eine kommunale Behörde der Stadt Bochum. Sie besteht aus der im Jahr 1901 gegründeten Berufsfeuerwehr und vierzehn Freiwilligen Feuerwehren und untersteht als Amt 37 dem Dezernat III: Personal, Recht und Ordnung. Sie übernimmt Aufgaben im Bereich des Brandschutzes, der Technischen Hilfeleistung und des Rettungsdienstes. Der oberste Dienstherr der Feuerwehr Bochum ist der Oberbürgermeister der Stadt Bochum.

Täglich rücken die Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes über 150 Mal aus. Von den rund 60.000 Einsätzen im Jahr fällt der Großteil auf den Rettungsdienst.

Aufgaben Die Aufgaben der Feuerwehr Bochum ergeben sich hauptsächlich aus dem „Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG)“ und dem „Gesetz über den Rettungsdienst sowie die Notfallrettung und den Krankentransport durch Unternehmer“ des Landes Nordrhein-Westfalen. (PDF, 7,15 MB), abgerufen am 17. Juni 2019. Die Feuerwehr kümmert sich im Rahmen ihrer Aufgaben um die Abwehr und Beseitigung von Gefahren für Menschen, Tiere, Sachwerte und die Umwelt, welche durch Brände, Unfälle oder Umwelteinflüsse entstanden sind. Hinzu kommen Aufgaben im Bereich des Vorbeugenden Brandschutzes (brandschutztechnische Gutachten, Brandschauen etc.). Zu den weiteren Aufgaben zählen die Aus- und Fortbildung von Feuerwehr und Rettungsdienst.

Aufgaben im Rettungsdienst Im Bereich des Rettungsdienstes ist die Feuerwehr Bochum für den Krankentransport, die Notfallrettung und Notarzteinsätze zuständig. Diese Aufgaben werden zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter Unfallhilfe, dem Malteser Hilfsdienst, dem Arbeiter-Samariter-Bund sowie den privaten Rettungsdienstdienstleistern BOS112 Risc-Management GmbH und MedcareProfessionell GmbH wahrgenommen. (PDF, 6,51 MB), abgerufen am 17. Juni 2019.

Schutzziele Für feuerwehrtechnische Einsätze definiert die Hilfsfrist eine Eintreffzeit von zehn Feuerwehrleuten innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierungszeit in 80 % des Stadtgebietes. Dieses Ziel konnte 2016 in 82,62 % aller Einsätze eingehalten werden.

Im Bereich des Rettungsdienstes wird angestrebt, dass in 90 % aller Fälle nach maximal zehn Minuten nach Annahme des Notrufes ein Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug (falls dies initial als notwendig angesehen wurde) am Notfallort eingetroffen sein müssen.

Berufsfeuerwehr mini|Feuerwehr Bochum vor dem Deutschen Bergbau-Museum mini|Feuerwehr Bochum vor dem Deutschen Bergbau-Museum Organisation Die Feuerwehr Bochum (Stadtamt 37) wird durch einen Leitenden Branddirektor als Amtsleiter geführt. Ihm unterstehen zwei Stabsstellen und fünf Abteilungen:

37 S-AL – Stab der Amtsleitung 37 ÄLRD – Ärztliche Leitung Rettungsdienst Referat 37 1 – Verwaltung Referat 37 2 – Aus- und Fortbildung/Einsatzplanung Referat 37 3 – Operativer Dienst Referat 37 4 – Vorbeugender Brandschutz Referat 37 5 – Technik

Standorte Feuerwehr Die Feuerwehr Bochum unterhält insgesamt vier Feuer- und Rettungswachen im Stadtgebiet von Bochum. Hier sind neben den Löschzügen der Berufsfeuerwehr auch Rettungswagen stationiert.

An den einzelnen Feuer- und Rettungswachen (FRW) sind zudem verschiedene Werkstätten und Sondereinheiten untergebracht: An der FRW I ist die Werkstatt für Atemschutzgeräte untergebracht, es finden dort die Atemschutzausbildung und das Brandbekämpfungstraining statt. Außerdem ist hier die Sondereinsatzgruppe Höhenrettung stationiert. An der FRW II befindet sich die Werkstatt für Medizinprodukte. Die Rettungsdienstschule ist im Sommer 2020 in ein eigenes Gebäude an die Bessemerstraße gezogen. Die HFRW III ist die Hauptwache der Berufsfeuerwehr. Neben der Amtsleitung sind hier der Stab der Amtsleitung und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst untergebracht. Auch die Referate für Verwaltung, Aus- und Fortbildung/Einsatzplanung, Operativer Dienst, und Vorbeugender Brandschutz haben hier ihre Büros. Im Bereich der technischen Dienste wurden an der HFRW III die Kfz-, Funk-, Geräte- und Schlauchwerkstatt untergebracht.

Wache Art Standort Wachstärke FRW I Feuer- und Rettungswache Grünstraße 31–37, 44867 Bochum 89 Einsatzkräfte in drei Abteilungen FRW II Feuer- und Rettungswache Bessemerstraße 26, 44793 Bochum 96 Einsatzkräfte in drei Abteilungen HFRW III Feuer- und Rettungswache Brandwacht 1, 44894 Bochum 172 Einsatzkräfte in drei Abteilungen FRW IV Feuer- und Rettungswache Hattinger Straße 410, 44795 Bochum Einsatzkräfte in drei Abteilungen (Anzahl offen)

Standorte Rettungsdienst Um die Aufgaben im Rettungsdienst wahrnehmen zu können, existieren derzeit im Stadtgebiet von Bochum vier Rettungswachen mit NEF-Standorten, drei Rettungswachen und ein einzelner NEF-Standorte.Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH: „Neuorganisation der Notarzteinsatzfahrzeuge verbessert zeitnahe Versorgung der Patienten“, abgerufen am 17. Juni 2019 Diese werden entweder in 12-Stunden-Schichten oder rund um die Uhr besetzt.

Im Bochumer Stadtgebiet sind tagsüber 18 Rettungswagen und 5 Notarzteinsatzfahrzeuge im Dienst, nachts 16 Rettungswagen und 3 Notarzteinsatzfahrzeuge.

Wache Art Standort Besetzt durch RW I – West Rettungswache Grünstraße 31–37, 44867 Bochum (an der FRW I) Berufsfeuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz RW II – Mitte Rettungswache und NEF-Standort Bessemerstraße 26, 44793 Bochum (an der FRW II) Berufsfeuerwehr, BOS112, Johanniter RW III – Ost Rettungswache und NEF-Standort Brandwacht 1, 44894 Bochum (an der HFRW III) Berufsfeuerwehr, Malteser Hilfsdienst RW IV – Weitmar Rettungswache und NEF-Standort Hattinger Straße 410, 44795 Bochum (an der FRW IV) Berufsfeuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz RW V – Weitmar Rettungswache Wohlfahrtstraße 124, 44799 Bochum (am Standort Arbeiter-Samariter-Bund) Arbeiter-Samariter-BundRW VI - LindenRettungswacheLindener Straße 109, 44879 BochumMedCare Professional RW VII – Grumme Rettungswache Max-Greve-Straße 40, 44791 Bochum (am Standort Johanniter-Unfall-Hilfe) Johanniter-Unfall-Hilfe Rettungswache und NEF-Standort Gudrunstraße 56, 44791 Bochum (am St. Josef-Hospital Bochum) Berufsfeuerwehr RW VIII – Wattenscheid NEF-Standort Voedestraße 79, 44866 Bochum (am Martin-Luther-Krankenhaus) Johanniter-Unfall-Hilfe

Feuerwehrsport Bei den alle vier Jahre stattfindenden Internationalen Feuerwehr-Sportwettkämpfen des Weltfeuerwehrverbandes CTIF vom 9. bis 16. Juli 1973 in Brünn/Tschechien nahm die Berufsfeuerwehr Bochum teil und belegte den 7. Platz.50 Jahre Internationale Feuerwehrwettbewerbe des CTIF – Zahlen und Fakten (1961-2011), 2013, Dipl.-Ing. Wilhelm Bohlmann, Selbstverlag

Freiwillige Feuerwehr Insgesamt besteht die Freiwillige Feuerwehr Bochum aus 14 Löscheinheiten mit rund 420 Einsatzkräften. Diese verfügen im Stadtgebiet entweder über eigene Feuerwehrhäuser oder teilen sich ihren Standort mit der Berufsfeuerwehr. Zudem wurden zwei Sondereinheiten etabliert, die spezifische Aufgaben übernehmen und eigenständige Einheiten sind.

Die Freiwillige Feuerwehr in Bochum wird in der Regel unterstützend zur Berufsfeuerwehr alarmiert. Kleinere Einsätze werden aber auch selbstständig abgearbeitet. Zudem kommen die freiwilligen Kräfte zum Einsatz, wenn die Kräfte der jeweiligen Berufsfeuerwehrwache an einer Einsatzstelle längerfristig gebunden sind und keine weiteren Einsätze zeitgleich abarbeiten können.

Abschnitt I – Süd / West Löscheinheit Standort Kürzel Bemerkung Günnigfeld Osterfeldstr 35, 44866 Bochum LE11 Sondereinheit Verpflegung SE-V (41) Heide Bochumer Straße 69a, 44866 Bochum LE12 Wattenscheid-Mitte Grünstraße 31–37, 44867 Bochum LE13 An der FRW I Eppendorf-Höntrop Höntroper Straße 97, 44869 Bochum LE14

Abschnitt II – Mitte Löscheinheit Standort Kürzel Bemerkung Bochum-Mitte Bessemerstraße 26, 44793 Bochum LE22 An der FRW II Altenbochum Feldmark 7, 44803 Bochum LE23 Dahlhausen Am Sattelgut 11, 44879 Bochum LE24 Stiepel Kemnader Straße 199, 44797 Bochum LE25 Linden Lindener Straße 109, 44879 Bochum LE26

Abschnitt III – Nord / Ost Löscheinheit Standort Kürzel Bemerkung Brandwacht Brandwacht 1, 44894 Bochum LE31 An der HFRW III Sondereinheit Informationund Kommunikation SE-IuK (40) Nord Lothringer Allee 3, 44805 Bochum LE32 Langendreer Ambergweg 1, 44892 Bochum Ecke Stiftstraße/Dammstraße 25, 44892 Bochum LE33 Querenburg Overbergstraße 16, 44801 Bochum LE34

Jugend- und Kinderfeuerwehr Zur Nachwuchssicherung der Freiwilligen Feuerwehr Bochum wurde die Jugendfeuerwehr Bochum ins Leben gerufen. Diese besteht aus zehn einzelnen Jugendfeuerwehrgruppen, in denen insgesamt 185 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren Mitglied sind. Zuletzt wurde die zehnte Jugendfeuerwehrgruppe im Jahr 2019 in Bochum-Langendreer gegründet. Im Jahr 2018 wurde erstmals eine Kinderfeuerwehr in Querenburg und im Oktober 2020 eine zweite Gruppe in Stiepel gegründet. Ihnen gehören zehn Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren an.

Geschichte Im Jahr 1861 wurde vom Bochumer Turnverein eine Turnerfeuerwehr gegründet.Bochumer Jahresschau 1961 Der erste Leiter war Wilhelm Mummenhoff. 1863 wurde auf dem Moltkeplatz (heute Springerplatz) ein Steigerturm errichtet und eine Feuerspritze beschafft. Im Jahr 1871 erfolgte eine Trennung vom Turnverein und die Freiwillige Feuerwehr wurde gegründet.

Am 5. August 1901 wurde die Berufsfeuerwehr unter dem Namen „Städtische Brandwacht“ im Betriebshof an der Südstraße (heute Universitätsstraße) gegründet.Märkischer Sprecher, 8. August 1901 Die Mannschaftsstärke war bei der Gründung 16 Mann, im Jahr 1905 schon 28 Mann. Die Ausrüstung bestand aus Mannschafts-, Leiter- und Schlauchwagen, welche bis 1920 von Pferden gezogen wurden. Erst 1920, die Wacht hatte inzwischen 32 Mann, wurde die Bochumer Feuerwehr motorisiert. Während der Ruhrbesetzung durch französische Truppen übernahm die Berufsfeuerwehr die Aufgaben der Schutzpolizei, welche aus Bochum ausgewiesen wurde. Während kommunistischer Unruhen im Mai 1923 kam es zu einer Belagerung der Feuerwache. Im Jahr 1929 wurde im Stadtteil Grumme, an der Frida-Schanz-Straße, die zweite Wache eröffnet. Nicht nur die Stadt wuchs stark durch Eingemeindungen, auch die Feuerwehr zählte nun 48 Feuerwehrleute.

Mit dem Beginn der Diktatur der NS-Zeit wurde die Feuerwehr zuerst als Feuerlöschpolizei geführt, ab 1938 als Feuerschutzpolizei. Die Feuerwehr ging aus der kommunalen Selbstverwaltung in staatliche Oberhoheit über. Als in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 die Synagoge in Bochum von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt wird, erreichen die lodernden Flammen der brennenden Synagoge die nur wenige Meter von ihr entfernte jüdische Schule vorn an der Wilhelmstraße nicht, weil sich die Feuerwehr ganz auf den Schutz der umliegenden Gebäude konzentrierte. Die Neuordnung der Feuerwehr sollte aus dem Schutz gegen Brände eine schlagkräftige Polizeitruppe zur Verteidigung in den geplante Kriegsfall machen. Mit der Zerstörung Bochums im Luftkrieg wurde 1944 auch die Hauptwache zerstört.

Im Rahmen des Wiederaufbaus wurde die Feuerwehr 1947 als Städtische Berufsfeuerwehr wieder der Selbstverwaltung der Kommune unterstellt. 50 Mann taten damals Dienst, neben der Wache in Grumme gab es eine Behelfswache beim Verbandswasserwerk in Weitmar. 1951 kam die neue Wache in Langendreer dazu, 1954 eine neue Wache in Weitmar. Im Jahr 1975 kam durch die Zusammenlegung von Bochum und Wattenscheid die Wache an der Grünstraße und fünf Löschzüge zu der Feuerwehr Bochum. Im gleichen Jahr wurde die Feuerwache an der Hanielstraße eröffnet.Bochumer Themen 1975 Im Jahr 1996 wurde die neue Wache in Werne als neue Hauptfeuerwache eröffnet.Bochumer Themen 1996 Mit der Übergabe der Wache an der Bessemer Straße im Jahr 1999 existierte wieder eine Wache im Innenstadtbereich.Bochumer Themen 1999

Dokumentation – Feuer und Flamme