mini|hochkant|Whitney Houston (1991) rahmenlos|klasse=notpageimage|150px|zentriert|Signatur von Whitney Houston Whitney Elizabeth Houston (* 9. August 1963 in Newark, New Jersey; † 11. Februar 2012 in Beverly Hills, Kalifornien) war eine US-amerikanische R&B-, Soul- und Pop-Sängerin und Schauspielerin.

Mit mehr als 220 Millionen verkauften Tonträgern und über 200 Gold-, Platin-, Silber- und Diamantschallplatten sowie sechs Grammys gehört sie zu den weltweit erfolgreichsten Sängerinnen. oder 1992 erreichte sie durch ihr Schauspieldebüt in der Hauptrolle des Films Bodyguard sowie durch den zum großen Teil von ihr gesungenen Soundtrack The Bodyguard den Höhepunkt ihrer Popularität. Ihre Version von I Will Always Love You wurde ihr erfolgreichster Song.

Privatleben Whitney Houston wurde 1963 in New Jersey als zweites Kind der Sängerin Cissy Houston (1933–2024) und von John Russell Houston jr. (1920–2003) geboren. Ihre Mutter war 1969 Mitglied der Sweet Inspirations, der Begleitgruppe von Elvis Presley, sowie unter anderem bei Jimi Hendrix engagiert. Houston hat vier Geschwister: Der Halbbruder Gary Garland stammt aus der ersten Ehe ihrer Mutter mit Freddie Garland; ihr Bruder Michael ist das erste gemeinsame Kind ihrer Eltern. Houstons jüngere Halbgeschwister Alana und John Russell stammen aus späteren Ehen ihres Vaters. Die Sängerinnen Dee Dee Warwick und Dionne Warwick sind ihre Cousinen, die Sängerin Darlene Love ihre Patentante. Sie lebte von Mitte der 1980er bis Mitte der 1990er in Livingston (New Jersey), etwa 1995 übersiedelte sie nach Los Angeles.

Im 2018 veröffentlichten Dokumentarfilm Whitney des Regisseurs Kevin Macdonald berichten mehrere Personen, darunter ihre Schwägerin und Managerin Pat Houston und ihre letzte Assistentin Mary Jones, Houston habe ihnen gegenüber angegeben, dass sie in ihrer Kindheit von ihrer älteren Cousine Dee Dee Warwick sexuell missbraucht worden sei; auch Houstons Bruder Gary gab an, als Kind Missbrauchsopfer derselben Person geworden zu sein. Von Houstons Jugendfreundin und langjährigen rechten Hand, Robyn Crawford (* 1960), wurde diese These später für eher unwahrscheinlich befunden: Houston habe ihr gegenüber nie einen Missbrauch thematisiert.

Crawford unterstützte Houston als Assistentin bis zu ihrer Entlassung 2000 und lebte in deren Haushalt. Von 1980 bis 1983 hatten die beiden Frauen laut Crawford eine Liebesbeziehung. Anlässlich der Unterzeichnung ihres ersten Plattenvertrages schenkte Houston demnach Crawford eine Bibel, schwor ihr bedingungslose Liebe und beschloss, den sexuellen Aspekt der Beziehung zu beenden und geheimzuhalten. Beide fürchteten, dass ein Bekanntwerden der Karriere Houstons als Popstar im Wege stehen könnte. Die weiterhin enge Freundschaft und Nähe zu Crawford wurde von der Familie nicht gerne gesehen und führte zudem über die Jahre immer wieder zu Spekulationen, es handle sich um eine Liebesbeziehung, was Houston ihr Leben lang dementierte. Crawford äußerte sich erst ab 2019 öffentlich über die intimen Aspekte der Beziehung, auch um das von Drogensucht überschattete Ende der Sängerin in ein anderes Licht zu setzen. Robyn Crawford, A Song for You, My Life With Whitney Houston, Dulton 2019, ISBN 978-1-5247-4284-3

1992 heiratete Houston den R&B-Sänger Bobby Brown. Aus dieser Ehe stammte die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina (1993–2015). Die Ehe war geprägt von häuslicher Gewalt und Drogenmissbrauch. 2007 wurde das Paar geschieden. Für ihre Tochter hatte Houston fortan das alleinige Sorgerecht. Ab Mitte der 1990er Jahre litt Houston unter verschiedenen Formen von Drogenabhängigkeit, weshalb sie in den 2000er Jahren mehrere erfolglose Entziehungskuren machte. Im Mai 2011, wenige Monate vor ihrem Tod, begab sie sich zum letzten Mal in eine Entzugsklinik.

Lebenswerk Houstons Alben und Singles verkauften sich mehr als 200 Millionen Mal. Die US-Amerikanerin war eine der wenigen Musikerinnen, die in drei aufeinanderfolgenden Jahrzehnten ein Nummer-eins-Album in den internationalen Charts platzieren konnten – unter anderem in den USA, Deutschland, der Schweiz, Österreich und Kanada. Anfang der 1990er Jahre betätigte sich Houston auch mit großem Erfolg als Schauspielerin, ihre fünf Kinofilme spielten zusammen mehrere hundert Millionen US-Dollar ein. Mit 411 AuszeichnungenMusik: Whitney Houston kommt nach Deutschland. In: Focus. 13. Oktober 2009 für ihr musikalisches und filmisches Schaffen ist Whitney Houston laut Guinness Buch der Rekorde die am häufigsten ausgezeichnete Künstlerin aller Zeiten. Als Preise für ihr Lebenswerk erhielt sie unter anderem 2001 den BET Lifetime Achievement Award und 2004 den Women’s World Award.

Der Grundstein ihrer Karriere war ihre unverwechselbare Stimme, die drei Oktaven umfasste.Deutschlandradio Kultur, Kulturnachrichten vom 12. Februar 2012. Sie galt als die bedeutendste zeitgenössische Interpretin moderner Pop-Soul-Musik: 1998 schrieb die New York Times, Houston sei die „definitive Pop-Soul-Sängerin ihrer Generation“,Whatever Love May Be, At Heart It’s Ever Powerful. New York Times, 17. November 1998 und die amerikanische Musikzeitschrift Rolling Stone nahm sie wenige Jahre später als „beste weibliche Stimme ihrer Zeit“ in ihre Liste Die 100 größten Sänger aller Zeiten auf. In den Medien wurde sie auch mit dem Übernamen „The Voice“ („Die Stimme“) bezeichnet. Ihr Gesang – eine vom traditionellen Gospel beeinflusste Mischung aus Pop und Soul – galt als stilprägend für die Generation nachfolgender Sängerinnen. Künstlerinnen wie Mariah Carey, Christina Aguilera, Jennifer Hudson und Mary J. Blige geben an, von ihr maßgeblich beeinflusst worden zu sein.

Houston setzte sich von Beginn ihrer Karriere an wiederholt für wohltätige Zwecke ein. 1989 gründete sie The Whitney Houston Foundation for Children, für die sie der US-amerikanische Fernsehsender VH1 1995 mit seinem Honors Award auszeichnete. 1988 trat sie zu Ehren des damals inhaftierten Nelson Mandela beim Freedom Fest in London auf. Teile der Einnahmen aus verschiedenen Konzert-Specials, so Welcome Home Heroes oder Classic Whitney, gingen an wohltätige Zwecke.

Karriere Anfänge und Modelkarriere Erste Schallplattenaufnahmen machte Houston mit 14 Jahren, als sie 1977 für den Song Life’s a Party der Michael-Zager-Band die Solostimme einsang. 1979 war sie im Background von Chaka Khans Lied I’m Every Woman zu hören, ein Stück, das sie 1992 selbst nochmals zu einem Hit machte. 1982 arbeitete Houston mit Bill Laswell für dessen Projekt Material. Ihre Ballade Memories, mit Archie Shepp am Saxophon, war im selben Jahr ein Highlight des Albums One Down.

Erste Erfahrungen als Live-Entertainerin sammelte sie als Teenager während einer Reihe von Nachtclubauftritten mit ihrer Mutter. Sie selbst gab zwei Schlüsselmomente für den Beginn ihrer Karriere an: einen Solo-Auftritt in ihrer Heimatkirche in Newark sowie einen Auftritt im New Yorker Town Hall Theater während eines Konzerts ihrer Mutter.

Parallel zu ihren Aktivitäten als Sängerin verfolgte sie anfänglich eine erfolgreiche Modelkarriere: Sie wurde in Zeitschriften wie Vogue und als eines der ersten schwarzen Models auf der Titelseite der Teenagerzeitschrift Seventeen abgebildet. Auch nach Beginn ihrer Gesangskarriere arbeitete sie kontinuierlich mit den bedeutendsten Fotografen der Branche, unter anderem mit Patrick Demarchelier, Sante D’Orazio und David LaChapelle. Schon bald war sie auf den Titelseiten weltweit führender Mode- und Musikzeitschriften zu sehen, darunter Rolling Stone, Vibe und Harper’s Bazaar.

1980er Jahre 1983 unterzeichnete Houston ihren ersten Plattenvertrag mit Arista Records, der Firma ihres Entdeckers Clive Davis. 1984 erschien die Single Hold me, ein Duett mit Teddy Pendergrass. Nach fast dreijähriger Produktionszeit erschien 1985 das Debütalbum Whitney Houston. Es war mit 13 Millionen allein in den USA verkauften ExemplarenGold & Platinum. RIAA – Recording Industry Association of America eines der erfolgreichsten Debüts, das je einer Künstlerin gelang. Drei der ausgekoppelten Singles erreichten die Spitze der US-amerikanischen Charts. Außerdem erhielt Houston für das Lied Saving All My Love for You ihren ersten Grammy als beste Popsängerin.

Auch international erreichte Houstons Album Spitzenplätze und wurde unter anderem in Deutschland, Österreich und im Vereinigten Königreich mit Platin und Mehrfach-Platin ausgezeichnet. Die CD enthält einige Coverversionen, deren Originale zuvor nur begrenzten Erfolg gehabt hatten: Greatest Love of All (George Benson), Saving All My Love for You (Marilyn McCoo & Billy Davis, Jr.), Nobody Loves Me Like You Do (Anne Murray & Dave Loggins) und Take Good Care of My Heart (Anne Murray). Dem Album schloss sich 1986 die Greatest Love Tour an. Whitney Houston wird vom Rolling Stone als eines der 500 besten Alben aller Zeiten geführt.

Mit ihrem zweiten Album Whitney etablierte sie sich als eine der herausragenden neuen Künstlerinnen der 1980er Jahre. Mit dem Werk gelang es ihr 1987 als erste Sängerin, direkt auf Platz eins der US-Billboard-Charts einzusteigen. Vier Singles aus diesem Album erklommen die Spitzenposition der US-amerikanischen Charts, darunter das mit einem Grammy ausgezeichnete I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me). Ebenfalls sehr erfolgreich wurde der 1987 veröffentlichte Song Where Do Broken Hearts Go. Diese sieben aufeinander folgenden Nummer-eins-Single-Hits bescherten Houston einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde und das Attribut der bis dahin „erfolgreichsten Sängerin aller Zeiten“.

Das Album Whitney wiederholte den Erfolg des Vorgängeralbums in fast allen Ländern, in denen es veröffentlicht wurde. Es erreichte die Spitzenposition in verschiedenen europäischen Ländern und wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet. 1988 sang sie das Titellied der NBC-Übertragungen der Olympischen Spiele in Seoul, One Moment in Time, der sie an die Spitze der deutschen und britischen Single-Charts brachte. SWR 3 Täglich Pop

1990er Jahre mini|hochkant|Whitney Houston (1991) Im November 1990 folgte das deutlich vom zeitgenössischen R&B beeinflusste Album I’m Your Baby Tonight. Das gleichnamige Titellied und die Auskopplung All The Man That I Need erreichten die Spitze der amerikanischen Singlecharts, während das Album auf den dritten Platz der Albumcharts kam und mit Vierfach-Platin ausgezeichnet wurde. Während sich die Vereinigten Staaten im Zweiten Golfkrieg befanden, sang Houston im Januar 1991 während des Super Bowl XXV die Nationalhymne. Der Auftritt galt später als ein Schlüsselmoment in der Karriere der US-Sängerin. Zeit Online schrieb im Jahr 2009: „Ihre Stimme wurde zum Nationalheiligtum der Reagan/Bush-Ära. Höhepunkt der Vereinnahmung war ihr Auftritt beim Superbowl 1991, als sie im Sportanzug die Nationalhymne sang.“Vom Tropf auf die Füße gestellt. Zeit Online; abgerufen am 20. September 2009

Ihr Leinwanddebüt gab Houston im Herbst 1992 an der Seite von Kevin Costner mit dem Film Bodyguard. Zum dazugehörigen Soundtrack steuerte sie sechs Lieder bei; die Singleauskopplung I Will Always Love You – eine Coverversion des Liedes von Dolly Parton aus dem Jahr 1974 – hielt sich 14 Wochen an der Spitze der US-amerikanischen Charts und war Weihnachts-Nummer-eins-Hit in Großbritannien. Das Album The Bodyguard ist mit über 17 Millionen verkauften Einheiten der mit Abstand erfolgreichste Soundtrack in den USA und auch eines der erfolgreichsten Alben einer Sängerin. Im Film spielt sie einen Popstar, der von einem verrückten Fan bedroht wird. 1995 folgte ein weiterer Film, Waiting to Exhale, zu dem sie mit unter anderem Mary J. Blige und Toni Braxton den Soundtrack aufnahm. Die Single Exhale (Shoop, Shoop) brachte Houston abermals einen Nummer-eins-Hit in den Billboard Charts ein, der ihr elfter und auch letzter war.