Life in a Tin Can ist das neunte internationale Musikalbum der Bee Gees.

Produktion »Life in a Tin Can« stellt in vielerlei Hinsicht einen Neuanfang für die Bee Gees dar. Es war das erste Album, das die Band auf RSO Records veröffentlichte. Zum ersten Mal waren die Brüder Gibb – formell – alleine für die Produktion verantwortlich. Es war das erste Album, das komplett in den USA produziert wurde. Und es war das erste ohne ihren langen Weggefährten, Arrangeur Bill Shepherd.

Und auch musikalisch suchten die Bee Gees nach neuen Wegen. Für die Aufnahmen, die in der zweiten Jahreshälfte 1972 stattfanden, konnten sie Arrangeur Johnny Pate gewinnen, der die Musiker Jane Getz und Jerome Richardson mit ins Studio brachte. Obwohl diese drei Musiker eher dem Jazz zugewandt waren, hört man auf dem Album eher Einflüsse aus der Countrymusik. Gleich drei eher akustische klingende Songs, South Dakota Morning, While I Play und Come Home Johnny Bride, alles Barry-Gibb-Kompositionen, machen diesen Eindruck deutlich.

Dagegen steht mit Saw A New Morning ein Titel, der mit seinem fulminanten Orchesterarrangement das Album eröffnet und folgerichtig auch im Januar 1973 als Single veröffentlicht wurde. In den USA erschien das Album ebenfalls im Januar, keine vier Monate nach ihrem letzten Studioalbum – in Europa im März.

Alle Kompositionen stammen aus dem Jahr 1972.

Mitwirkende Arrangeur, Dirigent: Johnny Pate Toningenieur: Chuck Leary, Mike Stone Gitarre: Alan Kendall Bass, Violine: Rick Grech Schlagzeug: Jim Keltner Steel-Gitarre: Sneaky Pete Kleinow Piano: Jane Getz Querflöte: Jerome Richardson Mundharmonika: Tommy Morgan

Trackliste A1. Saw a New Morning (Barry, Robin & Maurice Gibb) A2. I Don’t Wanna Be the One (Barry Gibb) A3. South Dakota Morning (Barry Gibb) A4. Living in Chicago (Barry, Robin & Maurice Gibb) B1. While I Play (Barry Gibb) B2. My Life Has Been a Song (Barry, Robin & Maurice Gibb) B3. Come Home Johnny Bridie (Barry Gibb) B4. Method to My Madness (Barry, Robin & Maurice Gibb)

Ausgaben Das Album erschien 1973 bei RSO, in Deutschland vertrieben von Polydor, in den USA von Atlantic Records. 1987 erschien das Album erstmals auf Compact Disc. Seit 2008 ist es in Europa nur noch digital verfügbar.

1973: RSO 2394 102 (LP) 1987: Polydor 833 788-2 (CD)

Rezeption Obwohl das Album durchaus gute Kritiken bekam, blieb der kommerzielle Erfolg aus (weltweit wurden davon nur etwa 500.000 Stück verkauft). Der Musikexpress schrieb damals:

A Kick in the Head is Worth Eight in the Pants Die schlechten Verkaufszahlen von »Life in a Tin Can« veranlasste die Plattenfirma, das für Herbst geplante Folgealbum, das den Arbeitstitel »The Bee Gees Album« trug, später aber als »A Kick in the Head is Worth Eight in the Pants« bekannt wurde, nicht zu veröffentlichen.

Das Album sollte Titel enthalten, die ebenfalls bereits 1972 in Los Angeles eingespielt wurden. Arrangeur für diese Titel war allerdings Jimmie Haskell. Die einzigen Kompositionen, die damals veröffentlicht wurden, waren Wouldn’t I Be Someone, in einer editierten Version im Juni 1973 als Single, King and Country, in einer stark gekürzten Version in Deutschland als B-Seite der Single, und Elisa, das als B-Seite in England und USA veröffentlicht wurde. It Doesn’t Matter Much to Me, ein Jahr später von den Bee Gees neu eingespielt, erschien 1974 in England auf einem Kompilationsalbum mit anderen raren Bee Gees-Titeln. Alle anderen Titel blieben bis heute unveröffentlicht.

Trackliste Alle Kompositionen von Barry, Robin und Maurice Gibb

A1. Elisa A2. Wouldn’t I Be Someone A3. A Lonely Violin A4. Losers and Lovers A5. Home Again Rivers B1. Harry’s Gate B2. Rocky L.A. B3. Castles in the Air B4. Where is Your Sister B5. It Doesn’t Matter Much to Me

Bootlegs des Albums, die seit den 1990er-Jahren im Umlauf waren, listen meist vier zusätzliche Titel, die jedoch erst 1973 in London eingespielt wurden.

Siehe auch RSO Records Diskografie

Literatur Die ultimative Biografie der Bee Gees: Geschichten der Brüder Gibb von Melinda Bilyeu, Hector Cook, Andrew Môn Hughes, mit Joseph Brennan und Mark Crohan. Starcluster Verlag, Balve 2007, ISBN 978-3-925005-66-4. Martin C. Strong: The Essential Rock Discography. Canongate Books, 2006, ISBN 1-84195-985-5. Norbert Lippe: Alles über die Bee Gees. In: Oldie-Markt, Nürnberg, März 1983.

Weblinks

A Kick in the Head is Worth Eight in the Pants. Discogs. Das Album. In: Spicks & Specks Archiv. Gibb Songs 1973. columbia.edu

Einzelnachweise

Kategorie:Bee-Gees-Album Kategorie:Album (Pop) Kategorie:Album 1973