Lebach () ist eine Stadt im saarländischen Landkreis Saarlouis.

Geographie

Geographische Lage Lebach liegt mitten im Saarland im flachwelligen Saar-Nahe-Bergland, auf 6° 55′ 0″ Länge und 49° 23′ 60″ Breite. Der geografische Mittelpunkt des Saarlandes befindet sich im Ortsteil Falscheid. Der Mittelpunkt, zu dem ein Wanderweg führt, ist mit einem Findling und einer darin eingelassenen Hinweistafel markiert.

Berge Bolzenberg 294 m Hangenberg 300 m Hetschberg 304 m Hoxberg 415 m Wünschberg 294 m Donnerhübel (Steinbach) 452,1 m Höll (Steinbach) 453,5 m Auf dem Lindenberg (Steinbach) 460,6 m

Gewässer mini|Theelhochwasser im Januar 1897 Die Theel entspringt einem Quellgebiet auf der Gemarkung Theley am Nordhang des Schaumberges und durchfließt die Ortschaften Bergweiler und Sotzweiler der Gemeinde Tholey sowie in der Stadt Lebach durch die Stadtteile Thalexweiler, Aschbach und Lebach, wo sie mehrere Zuflüsse hat, bis sie in der Nähe von Nalbach-Körprich auf der Gemarkung von Knorscheid in die Prims mündet.

Die Mertenfloß entspringt in der Nähe des Weierbergs. Nach mehreren hundert Metern mündet sie bei der Tholeyer Straße in die Theel.

Der Mandelbach entspringt in Landsweiler, fließt entlang der Saarbrücker Straße und mündet in die Theel.

Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn beginnend im Norden: Tholey, Eppelborn, Heusweiler, Saarwellingen, Nalbach, Schmelz.

Geschichte Keltische Siedlungsspuren sind aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Zwei römische Villen mit Friedhöfen sowie ein sog. Opferteich zeugen von römischer Besiedlung. Ab dem 4. Jahrhundert siedelten sich in Lebach Germanen an. mini|Wallfahrtsregister des Erzbischofs Theoderich von Trier, 1222 Die erste urkundliche Erwähnung Lebachs (als Leibach) stammt aus einer Aufzählung von Pfarreien im Wallfahrtsregister des Klosters Mettlach aus dem Jahr 950.Wegekreuze und Bildstöcke in Lebach, Heimatverein Lebach (PDF; 5,9 MB).

Mittelalter und Frühe Neuzeit Im Laufe des Mittelalters gelangte Lebach unter die Herrschaft der Trierer Erzbischöfe, die im Spätmittelalter die Herren von Hagen mit dem Ort belehnten. Nach einer Urkunde vom 8. September 1614 bildete Lebach zusammen mit Landsweiler und Niedersaubach eine sogenannte Vierherrschaft: Je zwei Siebtel der Anteile an Marktrecht und Gerichtsbarkeit hielten Kurtrier, die Herren von Hagen zur Motten und das Herzogtum Lothringen; ein Siebtel hielt die Äbtissin von Fraulautern. 1787 übernahm das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken die lothringischen Anteile an der Vierherrschaft Lebach.

Aufgrund reichhaltiger Eisenerzvorkommen in Form von Lebacher Eiern erlebte Lebach im 17. und 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung und infolge der geographischen Lage entwickelte sich Lebach zunehmend zum Verkehrsknotenpunkt.

Die französische Besetzung aller linksrheinischen Gebiete nach Beginn der Französischen Revolution beendete 1794 auch die Vierherrschaft. 1798 wurde Lebach dem Saar-Département zugeschlagen und dort zum Kantonsort erhoben, dem die Bürgermeistereien Hüttersdorf, Lebach, Nalbach, Saarwellingen, Schwalbach, Sellerbach (heute Riegelsberg), Heusweiler, Quierschied und Dirmingen zugeteilt waren.Geschichtliche Informationen auf der Seite der Stadt Lebach.

19. und 20. Jahrhundert mini|Beim Kaisermanöver 1897 wurde Hindenburgs 50. Geburtstag gefeiert. Nach dem Pariser Frieden von 1814 fiel der größere Teil des Kantons Lebach an Preußen; der Ort Lebach gehörte zunächst zum Landkreis Ottweiler, ab Juli 1816 zum Landkreis Saarlouis der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufging.

Im Winter 1902/03 grassierte im Raum Lebach Typhus, der sich hauptsächlich durch unzureichende Wasser- und Abwasserhygiene ausbreiten konnte.Hans-Henning Krämer: Vom Dorfbrunnen zum Wasserwerk. Geschichte der Trinkwasserversorgung an der Saar. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999, ISBN 3-933389-07-0, S. 128 ff.

Während des Zweiten Weltkriegs war Lebach ein wichtiger Etappenort. Viele Flüchtlinge aus dem Saartal kamen während des Krieges nach Lebach. Außerdem war Lebach ein wichtiger Durchgangspunkt für Truppen, die am Westwall oder im vordersten Frontbereich Stellung bezogen. So griffen Bomber am 9. Januar 1944 Lebach als wichtigen Verkehrsknotenpunkt und Nachschubplatz an, verfehlten jedoch ihre Ziele – die Hauptstraßen und Bahnanlagen – wegen einer geschlossenen Wolkendecke.

Als die alliierten Truppen die deutsche Grenze erreichten und die US-Truppen um saarländische Brücken kämpften, wurden die Lebacher Bürger aufgefordert, die Stadt zu verlassen und in sicherere Orte abseits der Kämpfe auszuweichen. Letztlich blieben von 2.900 Einwohnern 600 in der Stadt. Im Herbst 1944 wurden immer mehr verwundete Soldaten in die Lebacher Kaserne gebracht. Im Dezember 1944 folgten schwere Bombardierungen der Stadt durch die Alliierten. Am 18. März 1945 rückten die Amerikaner in Lebach ein. Am 10. Juli 1945 wurden die US-Besatzungstruppen von französischen Soldaten abgelöst.

In der Nachkriegszeit entstanden in der leerstehenden Lebacher Kaserne ein Gymnasium und ein Lehrerseminar. Geschichte des JKG Lebach (Schulchronik). Später folgten das zentrale Flüchtlingslager und die Kaserne des Fallschirmjägerbataillons.

Am 1. Juni 1977 erhielt die Gemeinde Lebach die Stadtrechte.

Eingemeindungen Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurden die bis dahin eigenständigen elf Gemeinden Aschbach, Dörsdorf, Eidenborn, Falscheid, Gresaubach, Knorscheid, Landsweiler bei Lebach, Lebach, Niedersaubach (mit dem im September 1964 eingemeindeten Rümmelbach), Steinbach über Lebach und Thalexweiler am 1. Januar 1974 zu einer neuen Gemeinde unter dem Namen Lebach zusammengeschlossen. Das Stadtrecht erhielt Lebach im Jahr 1977.

Ortsname Der Name Lebach geht möglicherweise auf einen häufigen (gallo-)römischen Namenstypus für Gutshöfe zurück. Die Endung -ach in Siedlungsnamen geht oft auf das im gallorömischen Siedlungsbereich übliche besitzeranzeigende Suffix -(i)acum/-(i)acus (ergänze: fundus oder praedium, d. h. Landgut) zurück, was einen frühen Namen ähnlich Leviacum (vgl. Léojac in Frankreich) nahelegt. Hans Bahlow (Deutschlands geographische Namenwelt) geht dagegen von einem Gewässernamen aus und erwähnt Laubach (bei Wittlich) und Leberbach (bei Heppenheim) sowie einen Fluss Leber in den Vogesen.

Einwohner

Politik Stadtrat Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Lebach. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 9. Juni 2024 statt, siehe dazu die Kommunalwahlen im Saarland 2024. Die 33 Sitze verteilen sich wie folgt:Gemeinderatswahl 2024Gemeinderatswahl 2019 SPD: 9 Sitze (±0) CDU: 16 Sitze (+1) GRÜNE: 2 Sitze (−1) FDP: 6 Sitze (+2) GUD Lebach k. A. (−2)

Parteien CDU-Stadtverband Lebach; ihm gehören zehn Ortsverbände im Stadtgebiet Lebach an. SPD-Stadtverband Lebach; ihm gehören acht Ortsverbände an. FDP-Stadtverband Lebach; ihm gehören vier Ortsverbände an. Bündnis 90/Die Grünen Saarland, Ortsverband Lebach JU-Stadtverband Lebach; ihm gehören fünf Ortsverbände an.

Bürgermeister 1974–1978: Peter Schmitt (zuvor Amtsvorsteher 1956–1973; † 3. Dezember 1990) 1978–2006: Nikolaus Jung, CDU († 27. August 2013) 2006–2012: Arno Schmidt, CDU († 20. Dezember 2012) seit 2013: Klauspeter Brill, parteilos

Am 22. Januar 2006 setzte sich Arno Schmidt (CDU) in der Bürgermeisterwahl gegen Jürgen Barke (SPD) mit etwa 55 % der Stimmen durch. Er war seit Oktober 2006 Nachfolger von Nikolaus Jung. Am 20. Dezember 2012 verstarb Arno Schmidt im Alter von 60 Jahren. Klauspeter Brill gewann am 26. Mai 2013 als parteiloser Kandidat mit knapp 74 % der Stimmen im zweiten Wahlgang die Wahl zum Bürgermeister.

Wappen rechts|100px

Blasonierung: „Geviert, in 1 in Gold ein roter Zickzackbalken, überragt von einem durchgehenden, vierlätzigen, blauen Turnierkragen, in 2 in Silber ein wachsender linksgewandter roter Krummstab, in 3 in Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz und in 4 in Gold ein roter Balken, begleitet oben von neun (5:4) und unten (3:2:1) von sechs roten Schindeln.“

Wappenerklärung: Bis zur Französischen Revolution war Lebach eine sogenannte Vierherrschaft, und so ist auch das Wappen mit denen der Anteilsherrscher geviert (in vier Felder aufgeteilt):

Feld: Ein Anteil (2/7) war lange Zeit im Besitz der Herren von Siersberg und Dillingen, fiel 1548 durch Erbschaft an die Familie Braubach, kam 1613 an das Herzogtum Lothringen und mit diesem 1768 an das Königreich Frankreich, bis es dann 1786 im Tausch an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken abgetreten wurde. Da die erstgenannte Familie am längsten im Besitz dieses Anteils war, wurde ihr Wappen im ersten Feld dargestellt. Feld: Die Abtei Fraulautern besaß bis zur Französischen Revolution 1/7 der Herrschaft. Da sie kein eigenes Wappen führte, wurde in das zweite Feld ein Äbtissinnen-Krummstab aufgenommen. Feld: Weitere 2/7 besaß das Erzstift Trier. Feld: Die übrigen 2/7 gehörten den Freiherren von Hagen zur Motten.

Städtepartnerschaft Seit dem 20. Mai 1979 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Bitche im Département Moselle.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Lebach, Fußgängerzone

Verkehr Straßenverkehr Lebach ist über die Bundesstraßen 10 (nach Augsburg), 268 und 269 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind für die A 8 Heusweiler (7 km) und Nalbach (10 km) sowie für die A 1 Eppelborn (5 km) und Tholey (8 km).

mini|Die letzte Postkutsche in Lebach (1897)

Öffentlicher Personenverkehr Lebach stellt einen bedeutenden Knotenpunkt im regionalen Busnetz dar. Es verkehren zudem viertelstündlich Saarbahnen auf der Linie S1 und auf der Primstalbahn Regionalbahnen der Linie RB 72 nach Saarbrücken. Vier Regionalbuslinien fahren im Stundentakt in alle Himmelsrichtungen mit Anschluss an die in den Bahnhöfen von Dillingen/Saar, Saarlouis, St. Wendel, Völklingen und Saarbrücken verkehrenden Züge und sind so miteinander verzahnt, dass an einem Kombibahnsteig umgestiegen werden kann. Diese Linien verkehren von morgens früh bis spät in die Nacht auch an Wochenenden und Feiertagen. Dann alle zwei Stunden (die Saarbahn jedoch wie über die Woche halbstündlich, Sonntags stündlich). Durch die Lage Lebachs und das umfangreiche Fahrtenangebot sind alle größeren saarländischen Städte im Verkehrsverbund SaarVV in längstens 45 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Luftverkehr Das Ultraleichtfluggelände Lebach-La Motte liegt etwa 1,5 km westlich des Zentrums.

Behörden In Lebach befindet sich ein Standort des Landesverwaltungsamtes (LaVA), an dem dessen Abteilung 2 Zentrale Ausländerbehörde (bis 2008 eigenständig als Landesamt für Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten) die Landesaufnahmestelle (im Volksmund „Landeswohnsiedlung“/„Lager“ genannt) welche AnkER-Einrichtung ist, die Ausländerbehörde Lebach und das Sachgebiet Rechtsangelegenheiten, Clearingstelle, Widerspruchsstelle angesiedelt sind. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat in Lebach eine Außenstelle in der AnkER-Einrichtung. Weiterhin ist in Lebach die Abteilung Landentwicklung des Landesamtes für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung ansässig, die landesweit für die Flurbereinigung zuständig ist. Außerdem beherbergte Lebach als „grüner Mittelpunkt“ bis zu deren Umzug nach Bexbach die Landwirtschaftskammer des Saarlandes.

Gerichte Lebach verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Saarbrücken gehört. Neben dem Dienstgebäude des Amtsgerichtes befindet sich die einzige Jugendarrestanstalt im Saarland, in der (mit 30 Arrestplätzen ausgestattet) Strafen zwischen zwei Tagen und vier Wochen verbüßt werden können.

Militär