Gesellschaft: JR East

Als Chūō-Schnellbahnlinie (jap. , Chūō-sen kaisoku; engl. Chūō Line (Rapid)) wird jener Teil der Chūō-Hauptlinie bezeichnet, der auf dem Gebiet der Präfektur Tokio liegt. Sie wird von der Bahngesellschaft JR East betrieben und gehört zu den am intensivsten genutzten Bahnstrecken Japans. Vom Bahnhof Tokio aus führt sie über Shinjuku und Tachikawa nach Takao. Dabei wird sie auf dem viergleisig ausgebauten Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Ochanomizu und Mitaka von der parallel verlaufenden Chūō-Sōbu-Linie ergänzt, die ein Teil des Nahverkehrs in diesem Bereich aufnimmt. Aufgrund der großen Bevölkerungsdichte im Westen Tokios braucht es trotz 2–3-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit beide Linien, um genügend Fahrgäste befördern zu können. Auf der eigentlichen Chūō-Hauptlinie verkehren im Großraum Tokio Schnell-, Eil- und Nahverkehrszüge zwischen Mitaka und Takao, von denen die meisten westlich von Nakano an allen Bahnhöfen halten. Die Bezeichnung „Schnellbahnlinie“ bezieht sich auf die Tatsache, dass alle Züge in der Innenstadt zwischen Tokio und Nakano als Schnell- oder Eilzug geführt werden.

Die allgemeinen Merkmale und die Geschichte der Gesamtstrecke Tokio–Nagoya werden im Hauptartikel behandelt.

Streckenbeschreibung Die 53,1 km lange Strecke ist in Kapspur (1067 mm) verlegt und auf ihrer gesamten Länge mit 1500 V Gleichspannung elektrifiziert. Östlicher Ausgangspunkt ist der Bahnhof Tokio. Von dort aus führt die Strecke zunächst parallel zur Yamanote-Linie nordwärts zum Bahnhof Kanda. Sie biegt dort nach Westen ab und fährt durch den ehemaligen Bahnhof Manseibashi, der bis 1919 Endstation war. Im Bahnhof Ochanomizu, wo der viergleisige Abschnitt beginnt, vereinigt sie sich mit der Chūō-Sōbu-Linie. Entlang dem Fluss Kanda und dem Sotobori (ehemaliger äußerer Stadtgraben von Edo) wird das Tokioter Stadtzentrum quer durchfahren. Nachdem die Strecke den Palast Akasaka und das Nationalstadion passiert hat, trifft sie westlich des Shinjuku Gyoen wieder auf die Yamanote-Linie.

In Süd-Nord-Richtung durchquert die Chūō-Schnellbahnlinie den Bahnhof Shinjuku, einen der bedeutendsten Bahnhöfe der Welt. Anschließend wendet sie sich wieder nach Westen und durchfährt dicht besiedelte Vororte. Der viergleisige Abschnitt (und somit auch die Chūō-Sōbu-Linie) endet im Bahnhof Mitaka. Unmittelbar nach dem Bahnhof Tachikawa biegt die Strecke nach Süden ab. Sie überquert die Flüsse Tama und Asakawa, woraufhin sie sie erneut eine westliche Richtung einschlägt. Endpunkt und zugleich Übergang zur eigentlichen Chūō-Hauptlinie ist der Bahnhof Takao, kurz vor der Grenze zur Präfektur Yamanashi.

Züge mini|links|hochkant=2.5|Übersicht des Zugangebots auf der Chūō-Schnellbahnlinie Der Nahverkehr auf der Chūō-Schnellbahnlinie gehört zum dichtesten des gesamten Landes und besteht aus einem komplexen System von Eil- und Nahverkehrszügen. Obwohl die Bezeichnung offiziell nur den Abschnitt zwischen Tokio und Takao umfasst, verkehren einige Züge weiter bis Ōtsuki, während andere in Tachikawa auf die Ōme-Linie weitergeleitet werden. Die Züge der Chūō-Schnellbahnlinie bedienen die kleineren Bahnhöfe zwischen Ochanomizu und Nakano nicht, ihre Erschließung übernimmt stattdessen die Chūō-Sōbu-Linie. Außerdem werden U-Bahn-Züge der Tōzai-Linie über Nakano hinaus über die Chuo-Sobu-Linie nach Mitaka durchgebunden. Zu den Randzeiten werden auch einzelne Zugteile auf die Fujikyūkō-Linie nach Kawaguchiko weiter geleitet. Überregionale Schnellzüge halten nur in den Bahnhöfen Shinjuku, Tachikawa und Hachiōji.JR時刻表 2026年3月号 (JR-Fahrplan März 2026). Kōtsū shinbunsha, Tokio 2026.

Nachfolgend eine Übersicht der angebotenen Zugtypen:

■ Kaisoku (, engl. Rapid) Diese Eilzüge sind die häufigsten. Nach dem Bahnhof Tokio halten sie zunächst nur in Kanda, Ochanomizu, Yotsuya und Shinjuku, dann ab Nakano an allen Bahnhöfen. An Wochenenden und Feiertagen werden drei weitere Bahnhöfe übersprungen. Die westliche Endstation ist in den meisten Fällen entweder Takao oder Ōtsuki. Die Verstärkungszüge in der Hauptverkehrszeit wenden oft vorher. Mehrere Züge pro Stunde werden auf die Ōme-Linie nach Ōme weitergeleitet. Bis zur Einführung der Green Cars 2025 fuhren auch einzelne Züge bis nach Oku-Tama, auf die Itsukaichi-Linie nach Musashi-Itsukaichi und die Hachikō-Linie nach Komagawa.

■ Chūō tokkai (, engl. Chūō Special Rapid) Verkehren während der Nebenverkehrszeit und am Wochenende, zwischen Tokio und Nakano mit Halt an denselben Bahnhöfen wie die Kaisoku. Halten nach Nakano nur in Mitaka, Kokubunji und Tachikawa, westlich davon an allen Bahnhöfen bis zum Endbahnhof.

■ Ōme tokkai (, engl. Ōme Special Rapid) Bis Tachikawa wie die Chūō tokkai, danach mit Halt an allen Bahnhöfen an der Ōme-Linie bis nach Ōme.

■ Tsūkin kaisoku (, engl. Commuter Rapid) Die „Pendler-Schnellzüge“ verkehren abends an Werktagen und halten an denselben Bahnhöfen wie die Chūō tokkai und Ōme tokkai sowie zusätzlich in Ogikubo und Kichijōji. Die westliche Endstation ist üblicherweise Takao, einzelne Züge verkehren jedoch weiter nach Ōtsuki, Kawaguchiko oder Ōme (ab Tachikawa mit Halt an allen Bahnhöfen).

■ Tsūkin tokkai (, engl. Commuter Special Rapid) Die „Pendler-Sonderschnellzüge“ verkehren nur an Werktagen in Richtung Tokio. Einer fährt ab Takao, je zwei fahren ab Ōtsuki und Ōme. Nach Takao halten sie nur in Hachiōji, Tachikawa, Kokubunji, Shinjuku, Yotsuya, Ochanomizu und Kanda.

■■ Die Horidē kaisoku (, engl. Holiday Express) sind Ausflugszüge an Wochenenden und Feiertagen. Sie verkehren von Tokio aus bis Tachikawa wie die Chūō tokkai, danach mit wenigen Halten auf der Ōme-Linie bis nach Ōme. Ab da fährt ein beschleunigter Anschlusszug mit nur einem Halt bis nach Oku-Tama.

Der Musashino () ist ein Nahverkehrszug mit Halt an allen Bahnhöfen; er verkehrt zunächst von Hachiōji nach Kunitachi, erreicht über eine Güterzweigstrecke die Musashino-Linie und befährt diese bis Ōmiya.

Chronologie wichtiger Ereignisse (allgemeine Geschichte siehe Hauptartikel)

11. April 1889: Eröffnung der Strecke Shinjuku – Tachikawa durch die private Bahngesellschaft Kōbu Tetsudō 11. August 1889: Eröffnung der Strecke Tachikawa – Hachiōji (Kōbu Tetsudō) 9. Oktober 1894: Eröffnung der Strecke Shinjuku – Iidabashi (Kōbu Tetsudō) 3. April 1895: Eröffnung der Strecke Iidabashi – Iidamachi (Kōbu Tetsudō) 30. Dezember 1895: zweites Gleis zwischen Iidamachi und Shinjuku 1. August 1901: Eröffnung der Strecke Hachiōji – Takao – Uenohara durch die staatliche Eisenbahnverwaltung 21. August 1904: Elektrifizierung der Strecke zwischen Iidamachi und Nakano 31. Dezember 1904: Eröffnung der elektrifizierten Strecke Iidamachi – Ochanomizu (Kōbu Tetsudō) April 1906: zweites Gleis zwischen Shinjuku und Ōkubo September 1906: zweites Gleis zwischen Ōkubo und Nakano 1. Oktober 1906: Verstaatlichung der Kōbu Tetsudō 19. April 1908: Eröffnung der elektrifizierten Strecke Ochanomizu – Shōheibashi 16. März 1910: zweites Gleis zwischen Nakano und Kichijōji 1. April 1912: Eröffnung der elektrifizierten Strecke Shōheibashi – Manseibashi 13. September 1912: Inbetriebnahme der temporären Zweigstrecke Sendagaya – Aoyama anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für Kaiser Meiji, am 15. September stillgelegt 3. März 1916: Eröffnung der 3,7 km langen Zweigstrecke zwischen der Signalstation Tamagawara und dem Güterbahnhof Tamagawara 25. Januar 1919: Elektrifizierung der Strecke zwischen Nakano und Kichijōji 1. März 1919: Eröffnung der elektrifizierten Strecke Manseibashi – Tokio 20. November 1922: Elektrifizierung der Strecke zwischen Kichijōji und Kokubunji 2. April 1925: viergleisiger Ausbau der Strecke Yoyogi – Shinjuku 7. Februar 1927: Inbetriebnahme der temporären Zweigstrecke Shinjuku – Shinjuku-Gyoen anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für Kaiser Taishō, am 9. Februar stillgelegt 1. Mai 1927: viergleisiger Ausbau der Strecke Shinanomachi – Yoyogi 1. Mai 1928: viergleisiger Ausbau der Strecke Shinjuku – Nakano 15. Oktober 1928: zweites Gleis zwischen Nakano und Kunitachi 1. März 1929: zweites Gleis zwischen Kunitachi und Tachikawa 10. März 1929: Elektrifizierung der Strecke zwischen Kokubunji und Kunitachi 15. April 1929: viergleisiger Ausbau der Strecke Iidamachi – Shinanomachi 16. Juni 1929: Elektrifizierung der Strecke zwischen Kunitachi und Tachikawa 20. Dezember 1930: Elektrifizierung der Strecke zwischen Tachikawa und Takao 1. Juli 1932: Einführung der Chūō-Sōbu-Linie August 1933: viergleisiger Ausbau der Strecke Ochanomizu – Iidamachi 15. September 1933: betriebliche Entflechtung des Lokal- und Schnellverkehrs zwischen Ochanomizu und Nakano 1. Juni 1937: zweites Gleis zwischen Tachikawa und Toyoda 31. März 1939: zweites Gleis zwischen Toyoda und Takao 1. Juli 1946: Stilllegung der Zweigstrecke zwischen der Signalstation Tamagawara und dem Güterbahnhof Tamagawara 14. April 1951: Eröffnung der 3,2 km langen Zweigstrecke von Mitaka nach Musashino-Kyōgijō-mae (Erschließung des temporären Baseballstadions) 1. November 1959: Stilllegung der Zweigstrecke von Mitaka nach Musashino-Kyōgijō-mae 28. April 1966: viergleisiger Ausbau der Strecke Nakano – Ogikubo 6. April 1969: viergleisiger Ausbau der Strecke Ogikubo – Mitaka 1. April 1987: Privatisierung der Staatsbahn und Übernahme durch JR East 14. Dezember 1996: Einführung des automatisierten Bahnbetriebssystems ATOS (Autonomous decentralized Transport Operation control System)

Einführung Green Car Während mehreren Jahren wurde die Chūō-Schnellbahnlinie für Züge mit Erstklasswagen (in Japan Green Class genannt) ausgebaut. Dazu wurden die bisherigen Züge der Baureihe E233-0 von zehn auf zwölf Wagen verlängert. Alle Bahnsteige zwischen Tokio und Ōtsuki mussten ebenfalls verlängert werden. Auch die Ōme-Linie bis und mit Ōme wurde entsprechend ausgebaut. Insgesamt wurden 44 Bahnhöfe angepasst. Parallel dazu wurden für 57 Züge je zwei neue Erstklasswagen produziert. Von den bisher auf anderen Linien eingesetzten Wagen unterscheiden sie sich durch breitere Einstiegstüren, um den Fahrgastfluss zu beschleunigen. Parallel dazu wurden in den Zügen behindertengerechte Toiletten in Wagen 4 eingebaut. Die Einführung der erweiterten Züge wurde mehrfach verschoben und schließlich im März 2025 vollzogen. Seither können die Green Cars mit einem zusätzlichen Green Ticket benutzt werden. Bereits eingebaute Toiletten können seit dem Fahrplanwechsel im März 2020 benutzt werden.

Liste der Bahnhöfe mini|Überwerfungsbauwerk beim Bahnhof Ochanomizu mini|Am Sotobori; die rechte Doppelspur gehört zur Chūō-Schnellbahnlinie, die linke zur Chūō-Sōbu-Linie mini|Viadukt bei Shinjuku Ka = Kaisoku (Rapid); Tk = Tsūkin-kaisoku (Commuter Rapid); Ct = Chūō-tokkai (Chūō Special Rapid); Ōme-tokkai (Ōme Special Rapid); Tsūkin-tokkai (Commuter Special Rapid); Mu = Musashino ● = alle Züge halten an diesem Bahnhof; ○ = Züge halten nur an Werktagen ↑M = Überleitung zur Musashino-Linie; ↓O = Überleitung zur Ōme-Linie