Insingen ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt im Naturpark Frankenhöhe.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöden Bügelhof und Fallhaus sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Insingen und Lohr. Die Gemarkung Insingen hat eine Fläche von 13,999 km². Sie ist in 1869 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7490,05 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hammerschmiede, Kastenmühle, Leidenberg, Lohrbach, Sandhof und Wilhelmsmühle.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gebsattel Diebach Wettringen Rot am See (Baden-Württemberg) Rothenburg ob der Tauber

mini|hochkant=1.2|Insingen Friedhofsmauer und Kirche Geschichte Ortsname Der Ort wurde 1079 als „Ingesingen“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt der Personenname Ingis zugrunde, der durch das Zugehörigkeitssuffix -ingen abgeleitet wurde. Der Ortsname bedeutet Bei den Leuten des Ingis.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 110.

Im 12. Jahrhundert bestand am östlichen Ortsrand von Insingen („Am Schlosshof“) die Turmhügelburg Insingen (Motte), die von den Herren von Kesselberg erbaut wurde. Nach Abbruch und Wiederaufbau nach 1300 bestand die Anlage bis wenig nach 1800, als die Burggebäude abgebrochen wurden.

Frühe Neuzeit Insingen gehörte zum Reichsstift Rothenburg und ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis; Teile der Vogtei lagen im preußischen Fürstentum Ansbach.

Als Besonderheit ist Insingen einer der wenigen fränkischen Orte, für die eine frühneuzeitliche Dorfordnung erhalten ist. Sie wurde am 27. April 1620 im „rothenburgischen Wirtshause“ in Insingen den Einwohnern verkündet.Eduard Otto: Ein fränkisches Dorf zu Anfang des 17. Jahrhunderts. In: Zeitschrift für Social- und Wirthschaftsgeschichte, Jg. 7 (1899), S. 331–355, hier S. 332. Insingen zählte damals 56 Bauern und Köbler, die als „Gemeinrechte“ galten, das heißt, als Einwohner mit von der Dorfordnung festgelegten Rechten und Pflichten.Eduard Otto: Ein fränkisches Dorf zu Anfang des 17. Jahrhunderts. In: Zeitschrift für Social- und Wirthschaftsgeschichte, Jg. 7 (1899), S. 331–355, hier S. 333.

19. Jahrhundert Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort – wie weite Teile Frankens – zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens). (PDF-Datei; 179 kB)

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) der Steuerdistrikt Insingen gebildet. Zu diesem gehörten Fallhaus, Hammerschmiede, Kappenmühle, Kastenmühle und Wilhelmsmühle. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Insingen mit den Orten Fallhaus, Hammerschmiede, Kappenmühle, Kastenmühle, Leidenberg, Lohrbach, Sandhof und Wilhelmsmühle. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Ab 1862 übernahm das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und das Stadt- und Landgericht Rothenburg ob der Tauber die Gerichtsbarkeit (1879 in Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,024 km².

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Lohr eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 930 auf 1169 um 239 Einwohner bzw. um 25,7 %.

Gemeinde Insingen Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2015Einwohner 627 603 634 611 596 595 604 631 627 647 628 636 605 609 614 613 604 548 723 725 645 638 934 1142 1127 1184HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 120 102 106 113 117 121 118 127 128 245 322 326Quelle Für die Gemeinde Insingen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Fallhaus (S. 24), Hammerschmiede (S. 36), Kappenmühle (S. 46), Kastenmühle (S. 46), Leidenberg (S. 53), Lohrbach (S. 56), Sandhof (S. 80) und Wilhelmsmühle (S. 103). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 605 Einwohner.

Ort Insingen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 497 462 487 471 495 508 485 592 549 558 588Häuser 99 84 94 99 98 106 110 168Quelle

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg ob der Tauber.

Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:Liste20202014%Sitze%Sitze Wählergemeinschaft Insingen69,578 69,3 8 Wählergemeinschaft Insingen-Nord30,43430,7 4Wahlbeteiligung60,54 %60,89 %

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister.

Bürgermeister Amtierender Erster Bürgermeister ist Peter Köhnlechner (Wählergemeinschaft Insingen). Dieser wurde am 15. März 2020 mit 96,1 % der Stimmen gewählt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist weiß-rot-weiß.

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.

Verkehr Die Staatsstraße 2419 führt nach Lohr (2,8 km nördlich) bzw. an Untergailnau vorbei zur Anschlussstelle 109 der Bundesautobahn 7 bei Wörnitz (6,7 km südöstlich). Die Staatsstraße 2247 führt nach Diebach (1,7 km östlich). Die Kreisstraße AN 7/K 2514 führt nach Hausen am Bach zur L 1040 (3,9 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Buch zur L 1040 (2,9 km nordwestlich) und zur Hammerschmiede (0,9 km östlich).

Es gibt verschiedene Busverbindungen, die durch mehrere Bushaltestellen in der Gemeinde abgedeckt werden. Dadurch ist Insingen an das Bahnnetz angebunden (z. B. Bahnhof Rothenburg ob der Tauber, S-Bahnhof Dombühl).

Durch den Ort führt der Fernwanderweg Roter Flieger von Neustadt an der Aisch nach Feuchtwangen.

Medien Insingen ist seit 2006 Sitz des Degener Verlags, des bedeutendsten genealogischen Verlags in Deutschland. Beim Leuzhof befindet sich ein UKW-Sender zur Verbreitung des Programms von Radio 8 auf 104,7 MHz mit 50 W ERP.

Literatur

Eduard Otto: Ein fränkisches Dorf zu Anfang des 17. Jahrhunderts. In: Zeitschrift für Social- und Wirthschaftsgeschichte, Jg. 7 (1899), S. 331–355.

Weblinks

Gemeinde Insingen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1079 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach