mini|hochkant=1.3|Ansicht vom Trafalgar Square Die Nationalgalerie () ist ein Kunstmuseum in London. Sie befindet sich an der Nordseite des Trafalgar Square und gilt als eine der größten und bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Ihre Gemäldesammlung umfasst rund 2300 Werke vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Der Eintritt zur Dauerausstellung ist frei.Besucherinformationen auf der Website der National Gallery 2025 wurde die National Gallery von rund 4,15 Millionen Menschen besucht.
Geschichte mini|Die Hauptkuppel von unten (Foto: 2014) mini|Velazquez: Venus vor dem Spiegel mini|Hans Holbein d. J.: Die Gesandten
Die National Gallery wurde ins Leben gerufen, nachdem die britische Regierung im April 1824 die Sammlung des russischen Bankiers John Julius Angerstein gekauft hatte. Eröffnet wurde die Galerie am 10. Mai 1824 in Angersteins Haus in 100 Pall Mall, wo die Sammlung die ersten 14 Jahre lang untergebracht war.Colin Trodd: Culture, Class, City: The National Gallery, London and the Spaces of Education, 1822-57. In: Marcia Pointon (Hrsg.): Art apart. Art Institutions and Ideology Across England and North America. Manchester University Press, Manchester 1994. ISBN 0-7190-3917-7, S. 34. Später folgten weitere Schenkungen von Sir George Beaumont und William Holwell Carr, mit der Bedingung, ein passenderes Gebäude für die Sammlung zu errichten, was 1838 auch geschah. Italienische Malerei aus dem 15. und 16. Jahrhundert war nun das Herzstück der noch jungen Sammlung und in den nächsten 30 Jahren sollten vor allem Werke von Meistern der Spät-Renaissance folgen.
Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Sammlung, da der erste Direktor Charles Eastlake seine absolute Autorität dazu verwendete, Werke früher, aus nördlicheren Ländern stammenden sowie italienischer Meister anzuschaffen. Der dritte Direktor Frederic Burton bevorzugte die Kunst des 18. Jahrhunderts und machte einige bedeutende Erwerbungen aus englischen Privatsammlungen, wie Die Gesandten von Hans Holbein dem Jüngeren. Nachdem die National Gallery weiter wuchs, wurden 1897 viele britische Werke in die Tate Gallery überführt.
1906 wurde die Venus vor dem Spiegel von Diego Velázquez als erstes wirklich bedeutendes Werk vom National Art Collections Fund erworben, wie später viele andere auch. Die Leinwand dieses Bildes wurde 1914 von Mary Richardson eingeschlagen, um gegen die Misshandlung von Frauen zu protestieren. Im 19. Jahrhundert besaß die National Gallery keine Werke von zeitgenössischen Künstlern, doch dies änderte sich, nachdem Hugh Lane 1917 einige impressionistische Bilder an die Sammlung vererbte. Ein Fonds für den Erwerb von moderner Malerei wurde 1924 von Samuel Courtauld eingeführt, über den Bilder wie die Badende bei Asnieres von Georges Seurat gekauft wurden. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde die Sammlung in ein sicheres Bergwerk nahe der Stadt Blaenau Ffestiniog in Nord-Wales gebracht, während das Gebäude in London als Konzerthalle diente.
In den letzten Jahren waren Persönlichkeiten wie Lord Sainsbury, nach dem der Sainsbury-Flügel benannt ist, Lord Rothschild oder Sir Paul Getty wichtige Förderer der National Gallery. mini|Innensicht (Foto: 2014) mini|Innensicht (Barry Rooms) (Foto: 2014)
Das Gebäude am Trafalgar Square wurde 1837 von William Wilkins errichtet. Er hatte dabei die Säulen des Portikus des zerstörten Carlton House in die Fassade integriert. Während ursprünglich geplant war, auch die Kunstakademie (Royal Academy of Arts) mit unterzubringen, erwies sich das Gebäude als zu klein, sodass die Royal Academy 1868 in das Burlington House umziehen musste, welches heute noch immer ihr Zuhause ist. Obwohl nun mehr Platz geschaffen wurde, reichte er nicht lange für die schnell wachsende Sammlung, und so wurde zwischen 1872 und 1876 ein Ostflügel hinzu gebaut. Vom klassischen Architekten Edward Middleton Barry errichtet, ist er mit seiner achteckigen Vorhalle wohl der großartigste Teil des viktorianischen Gebäudes. Obwohl in den folgenden Jahren bis heute Stück für Stück Teile an- oder umgebaut wurden, blieb der symmetrische Plan von Edward Barry intakt.
Der wichtigste Zubau in den letzten Jahren ist der Sainsbury-Flügel, gebaut 1991 und entworfen von Robert Venturi, einem führenden, postmodernen Architekten. In ihm wird Malerei der Renaissance ausgestellt. Zum 200. Jubiläum des Museums (Projekt NG200) wurde der Flügel nach Plänen von Annabelle Selldorf umgebaut. Damit wurde die Besucherkapazität um 30 Prozent erhöht und eine bessere Eingangssituation geschaffen. In der Konsequenz wurden 2025 fast eine Million Besucher mehr empfangen als 2024.Selldorf Architects: the National Gallery, abgerufen am 27. Dezember 2024
In der Planung befindet sich zudem ein vollständig neuer Gebäudeflügel mit der vergleichbaren Dimension des Sainsbury-Flügels. Dieser soll in den frühen 2030er-Jahren dort eröffnen, wo derzeit das St. Vincent House steht. Der größte Teil der Kosten von rund 400 Millionen Pfund wurden bereits von privaten Spendern eingeworben. Dazu zählen mit jeweils 150 Millionen Pfund die Michael Moritz’s Crankstart Foundation sowie der Julia Rausing Trust.
Gleichzeitig prognostizierte die National Gallery für das Geschäftsjahr 2026/27 ein Defizit von 6,2 Millionen Pfund, baute Personal ab und prüft Einsparungen im Ausstellungsbereich wie weniger kostenlose Angebote, weniger Leihgaben aus anderen Museen sowie höhere Ticketpreise.
Sammlung Auszüge aus der Sammlung:
Direktoren
Direktoren der National Gallery Charles Lock Eastlake 1855–1865 William Boxall 1866–1874 Frederick William Burton 1874–1894Edward Poynter 1894–1905 Charles Holroyd 1906–1916 Charles Holmes 1916–1928 Augustus Daniel 1929–1933 Kenneth Clark 1934–1945 Philip Hendy 1946–1967 Martin Davies 1968–1973 Michael Levey 1973–1986 Neil MacGregor 1987–2002 Charles Saumarez Smith 2002–2007 Nicholas Penny 2008–2015 Gabriele Finaldi 2015– QuelleNational Gallery: Directors. Abgerufen am 20. März 2015 (englisch).
Literatur Michael Levey: A room-to-room guide to the National Gallery. F. Mildner & Sons, London 1964 (2nd rev. 1966) Eugen Külborn (Red.): Galeria Mundi. Eine Reise durch die Museen. Hoechst, Frankfurt am Main 1981, o. ISBN, S. 178–195. Annetta Berry, Christine Riding, Anh Nguyen, Rebecca Marks: The National Gallery. Paintings, People, Portraits, TASCHEN, Köln 2024, ISBN 978-3-8365-9713-5
Filme Frederick Wiseman: „National Gallery“ (2014, 173 min.)
Weblinks
Offizielle Website der National Gallery, London (Engl.) Die National Gallery (London) im Google Art Project Kanal der National Gallery auf Youtube Martin Herzog: 10.05.1824 – Eröffnung der National Gallery in London. WDR ZeitZeichen vom 10. Mai 2014 (Podcast).
Einzelnachweise
Kategorie:Kunstmuseum in London Kategorie:Grade-I-Bauwerk in Greater London Kategorie:Bauwerk in der City of Westminster
London, National Gallery Kategorie:Museumsgründung 1824 Kategorie:Organisation (City of Westminster)