Ludwig Helmut Heinrich von Jasmund (getauft 3. September 1748 in CamminTaufeintrag, 1749, S. 18, ev. Kirchengemeinde Cammin bei Burg Stargard. Überliefert nur das Datum seiner Taufe am 3. September 1748 sowie Angaben zu seinen drei Taufpaten, darunter als "der Durchl. Herzog zu Mirow" der s. Zt. Erbprinz von Mecklenburg-Strelitz, Herzog Karl, sowie eine nachträgliche Notiz zu seinem Tod. Sein Taufdatum erscheint in der Literatur seit langem (irrig) als sein Geburtsdatum, das kirchenamtlich nicht überliefert ist. Rödlin, das nahelegene Gut seiner Familie, als Geburtsort ist unbelegt, aber durchaus möglich. Rödlin war damals nach Cammin eingepfarrt. Mitunter wird auch Neustrelitz als sein Geburtsort genannt.; † 16. März 1825 in StuttgartFriedrich August Schmidt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen. 3,2. 1825, Voigt, Weimar (1827), S. 1620.) war ein mecklenburgischer Edelmann in hessen-kasselischen und württembergischen Diensten.

Leben Herkunft und Familie Ludwig Helmuth Heinrich war Angehöriger des ursprünglich rügischen, später in Mecklenburg und darüber hinaus verbreiteten Adelsgeschlechts von Jasmund. Seine Eltern waren der mecklenburg-strelitzische Rittergutsbesitzer und Kammerjunker sowie schleswig-holsteinische Hofrat Karl Friedrich von Jasmund (1709–1778) und Charlotte, geborene von Plessen (1708–1783).

Er vermählte sich in erster Ehe in Kassel mit Henriette Wilhelmine von Schlotheim (* 1758; † 28. März 1809 in Neustadt bei DresdenKirchenbuch Neustadt (bei Dresden): Sterbeeintrag. Das Kirchenbuch bezeichnet die an Auszehrung Verstorbene als "Gemahlin" des württembergischen Staatsministers. Von einer vorausgegangenen Scheidung der Ehe steht im Kirchenbuch nichts.), Tochter des Generals Karl Wilhelm von Schlotheim, und heiratete in Kassel zur linken Hand am 30. Oktober 1806 (zur rechten Hand am 17. März 1817) Johanna (Christine Veronika) Jung (1783–1856).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 4. Jg., Gotha 1903, S. 402–403. Der Ehemann war also 1806 als Bigamist eine Nebenehe „zur linken Hand“ eingegangen, da seine erste Ehefrau noch lebte und die erste Ehe auch nicht geschieden war, die erst 1817 als vollwertig legitimiert wurde, als Ehe „zur rechten Hand“.Karoline Freifrau von Waechter geb. von Jasmund: Rede am Grabe meiner geliebten Mutter der Wittwe des Staatsministers von Jasmund: gestorben den 30. April 1856, begraben den 3. Mai 1856, Stuttgart 1856 (Gedruckte Leichenpredigt für Johanna Christine Veronika von Jasmund, geb. Jung). [Aus 1. Ehe:] Charlotte (1780–1818); ⚭ August von Oertzen (1777–1837), mecklenburg-strelitzischer Staatsminister Carl (1782–1847), preußischer Landrat; ⚭I Emma Blumenbach (1783–1819); ⚭II Natalie von Schlieben (1800–1850) [Aus 2. Ehe:] Ludwig (1805–1850, vorehelich), württembergischer Oberjustizrat Karoline (1807–1875); ⚭ Adolf Freiherr von Waechter († 1858), württembergischer Kammerherr und Ober-Tribunalsrat

Werdegang Jasmund war Erbherr auf den mecklenburgischen Landgütern Cammin (bei Stargard) und Riepke.

Er trat in hessen-kasselische Dienste und war ab 1774/1775 als Hofjunker, später Kammerjunker und ab dem Jahr 1784 Kammerherr. Als „Directeur des Plaisirs“ war er neben weiteren Aufgaben für Theateraufführungen in Kassel zuständig. Schließlich avancierte er 1793 zum Hofmarschall in Hessen-Kassel und war danach bis zum Jahre 1806/1807, der napoleonischen Okkupation und Eingliederung von Hessen-Kassel in das Königreich Westphalen, Präsident am Oberappellationsgericht Kassel.

Danach wechselte er in württembergische Dienste und war im Kabinett des württembergischen Staatsministerium von 1807 bis 1808 Chef des Finanz-Departements sowie von 1808 bis 1816 des geistlichen Departements. Jasmund war in Württemberg Legationsrat, Oberpolizeirat, Staats- und Kultusminister und Oberkurator der Universität TübingenUwe Jens Wandel: Verdacht von Democratismus?: Studien zur Geschichte von Stadt und Universität Tübingen im Zeitalter der Französischen Revolution. Tübingen 1981, 195–199. und wurde häufig als Freiherr tituliert. Er war zudem Träger des Großkreuzes des königlichen Civil-Verdienst-Ordens und seit dem 16. Mai 1803 Ritter des kurfürstlich-hessischen Hausordens vom Goldenen Löwen. Im November 1812 wurde er durch königliches Reskript zum Ritter des Ordens des Goldenen Adlers ernannt.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 4. Jg., Justus Perthes, Gotha 1903, S. 402 Königlich-Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch auf die Jahre 1809 und 1810 (Digitalisat) auf Google Books

Weblinks Ludwig Helmuth Heinrich von Jasmund auf Archivportal-D Ludwig Helmuth Heinrich von Jasmund auf Kalliope-Verbund

Einzelnachweise und Anmerkungen

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