mini|300px|Blick auf Hunding mini|hochkant|Die Kirche Hl. Herz Jesu mini|Das Rathaus von Hunding
Hunding ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf und staatlich anerkannter Erholungsort.
Geografie Lage Hunding liegt in der Region Donau-Wald im südwestlichen Bayerischen Wald, genauer im Lallinger Winkel. Durch seine geschützte Lage im Lallinger Tal ist Hunding von drei Seiten durch die Gebirgszüge des Bayerwalds abgeschirmt und nach Süden zur Donauebene hin geöffnet.
Gemeindegliederung Es gibt neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung Hunding.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die erste Ortsgründung war der Gemeindeteil Rohrstetten, welcher am Anfang des 11. Jahrhunderts angelegten „Gunthersteig“, einem Handelsweg von Niederalteich nach Rinchnach lag. Jedenfalls ist Rohrstetten die erste urkundlich nachweisbare Ortschaft in der Gemeinde. Sie wird in einem von Papst Eugen III. am 30. März 1148 für das Kloster Niederaltaich ausgestellten Schutzbrief erwähnt. Die erstmalige urkundliche Erwähnung der Ortschaft Hunding erfolgte im Jahr 1251.
Im Jahr 1304 schenkten die Herzöge Otto und Stephan von Bayern die Ortschaft Huntorn mit acht Gütern dem Kloster Niederaltaich. Hunding gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Hengersberg des Kurfürstentums Bayern. Größter Grundherr war bis zur Säkularisation 1803 das Kloster Niederaltaich. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im 18. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert wurde mit Unterbrechungen ein Bleibergwerk bei Hunding betrieben.
Tradition des Obstanbaus Durch das im Lallinger Winkel vorherrschende milde Klima entwickelte sich Hunding bereits ab dem 8. Jahrhundert zu einem Zentrum der Obstbaumzucht. Bis heute wird hier individuell von kleinen Obstbauern eine Vielzahl seltener historischer Apfel- und Birnensorten unbehandelt auf Streuobstwiesen kultiviert, aber auch zu Saft und Most verarbeitet. Der Verkauf geschieht meist über Direktvermarktung oder auf dem Hundinger Apfelmarkt. Das mittlerweile überregional bekannte Ereignis findet jährlich am ersten Sonntag im Oktober unter Anwesenheit von Politprominenz statt.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 1101 auf 1171 um 70 Einwohner bzw. um 6,4 %. +BevölkerungsentwicklungJahr197019871991199520002005201020152020Einwohner93511171141116511981243118311761145
Kirche Die im Jahr 1922 gebildete Filialkirchengemeinde in Hunding wurde 1940 zur selbstständigen Expositur der Pfarrei Lalling erhoben. Seit 1978 bildet sie einen Pfarrverband mit Lalling. Die Kirche Hl. Herz Jesu wurde 1913 erbaut und 1958 erweitert.
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lalling.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Thomas Straßer (Freie Wähler). Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 wurde er im ersten Wahlgang ohne Gegenkandidat mit 82,47 Prozent gewählt.
Sein Vorgänger war Ferdinand Brandl (CSU/Überparteiliche Wählergem.), der das Amt 30 Jahre lang vom 1. Mai 1990 bis 30. April 2020 führte.
Gemeinderat Die Kommunalwahlen von 2020 und frühere ergaben folgende Sitzverteilungen:
CSU FWG PWG Gesamt 2020 6 6 – 12 2014 5 5 2 12 2008 5 4 3 12
Wappen
Baudenkmäler
Regelmäßige Veranstaltungen Alle zwei Jahre findet das „Goldgräberfest“ statt
Wirtschaft und Infrastruktur Es gab im Jahr 2022 nach der amtlichen Statistik insgesamt 107 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 484. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 22 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 370 ha, davon waren 59 ha Ackerfläche.
Persönlichkeiten Joseph Schaffner (1887–1966), Schlosser und Politiker (SPD), Mitglied des Reichstags Ludwig Fröhler (1920–1995), Rechtswissenschaftler und Gründungsrektor der Universität Linz
Weblinks
Gemeinde Hunding
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Deggendorf Kategorie:Ersterwähnung 1251 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)