mini|Die Pfarrkirche St. Ägidius Grattersdorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie Die Gemeinde liegt in der Region Sonnenwald im Bayerischen Wald. Hausberg der Gemeinde ist der 827 m hohen Büchelstein.

Es gibt 36 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing.

Geschichte Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden Die erste urkundliche Erwähnung von Grattersdorf erfolgte 1209, als die Brüder Ulrich und Poppo de Gradinsdorf als Zeugen genannt wurden. Der Ort Grattersdorf gehörte damals den Grafen von Hals. Seit 1451 bildete er eine geschlossene Hofmark im Kurfürstentum Bayern, deren Sitz Grattersdorf war.

Besitzer der Hofmark waren nach dem Aussterben der Gradinsdorfer die Herren von Winzer, denen 1506 die Puchberger folgten. In der Landkarte des Philipp Apian von 1568 ist der Ort als Grederstorff eingetragen. Veit von Puchberg ließ hier 1536 bis 1539 die Kirche St. Ägidius erbauen. Das 17. und 18. Jahrhundert brachte mehrere Besitzerwechsel in Grattersdorf, zuletzt gehörte es den Freiherren von Vequel. Die anderen Ortschaften der heutigen Gemeinde gehörten größtenteils zum Kloster Niederalteich, teilweise zum Kloster Osterhofen und Stift Obermünster. Um das Jahr 1728 erhielt Grattersdorf eine Schule.

Gemeindezusammenschluss Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wurden die Gemeinden Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing gebildet. Die Gemeinden Grattersdorf und Oberaign wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen Besatzungsmacht zusammengeschlossen, Ende 1947 aber wieder getrennt. Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing wurden am 1. Januar 1971 zur Gemeinde Grattersdorf zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1393 auf 1279 um 114 Einwohner bzw. um 8,2 % – der deutlichste prozentuale Einwohnerrückgang im Landkreis im genannten Zeitraum. Jahr1961197019871991199520002005201020152020Gesamt1286130513651422139914111408134612621299Winsing649663Nabin274288Grattersdorf222222Oberaign141142

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lalling.

Gemeinderat Die Kommunalwahlen von 2020 ergaben folgende Sitzverteilung:

CSU FWGGrattersdorf FWGRoggersing Gesamt 2020 6 4 2 12

Bürgermeister Erster Bürgermeister seit Mai 2020 ist Robert Schwankl (CSU). Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 wurde dieser im ersten Wahlgang mit 66,0 Prozent als 1. Bürgermeister gewählt.

Bürgermeister war seit 2002 bis zu seinem Tod Ende Oktober 2017 Norbert Bayerl (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Josef Reitberger (CSU). Bis zu den Neuwahlen am 28. Januar 2018 führte der zweite Bürgermeister Alfons Gramalla die Amtsgeschäfte und wurde mit 79 Prozent zum ersten Bürgermeister gewählt.

Wappen

Baudenkmäler

Katholische Pfarrkirche St. Ägidius in Grattersdorf, von Veit von Puchberg 1536–39 erbaut, Turmoberbau 19. Jahrhundert Kapelle in Gottsmannsdorf Kapelle in Konrading Ehemaliger Pfarrhof Grattersdorf Katholische Filialkirche St. Johannes und St. Paulus in Roggersing, im Kern mittelalterlich, 1745 umgebaut Weilerkapelle in Weiking

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 33 und in sonstigen Bereichen 23 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 579. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 41 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 741 ha, davon waren 210 ha Ackerfläche und 531 ha Dauergrünfläche.

Bildung Im Jahr 2022 existierten folgende Einrichtungen: 1 Kindertageseinrichtung: 49 genehmigte Plätze, 48 betreute Kinder

Persönlichkeiten

Augusta Winkler (1824–1871), Köchin Emil Janik (1906–1981), römisch-katholischer Priester Susanne Braunsteffer (* 1979), Opernsängerin

Weblinks

Gemeinde Grattersdorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Deggendorf Kategorie:Ersterwähnung 1209 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)