Lyonien (Lyonia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die Gattung besitzt ein disjunktes Areal, das ihre 36 bis 38 Arten zum einen von den USA über Mexiko bis auf Karibischen Inseln und zum anderen in Asien verbreitet sind. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt auf Karibischen Inseln. Viele Arten sind Endemiten auf Karibischen Inseln.
Beschreibung mini|links|Illustration aus Addisonia – colored illustrations and popular descriptions of plants von Lyonia lucida mini|Zweig mit Laubblättern und Blüten von Lyonia fruticosa mini|Zweig mit Laubblättern und Kapselfrüchten von Lyonia fruticosa mini|Illustration von Lyonia mariana aus The native flowers and ferns of the United States in their botanical, horticultural and popular aspects, 1879
Vegetative Merkmale Lyonia-Arten sind laubabwerfende oder immergrüne Sträucher und Bäume, die Wuchshöhen von bis zu 18 Metern erreichen. Oft ist eine verholzte unterirdische Verdickung vorhanden oder einige bilden unterirdische, horizontale, verdickte Rhizome. Die Äste sind aufrecht bis überwölbend. Die graue bis rötlich-braune Rinde der Zweige ist behaart und manchmal verkahlend, manchmal auch mit Schuppen bedeckt. Die Zweige sind stielrund oder kantig. Die abgeflachten, kegel- oder eiförmigen Knospen besitzen meist zwei äußere große sich dachziegelartig überdeckende, kahle bis dicht flaumig behaarte Knospenschuppen (Unterscheidung zu verwandten Gattungen).
Die wechselständig und spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die häutigen bis ledrigen Blattspreiten sind elliptisch, eiförmig oder verkehrt-eiförmig. Der Blattflächen sind mit mehrzelligen, schildförmig-schuppigen oder kurzgestielten Drüsenhaaren bedeckt und oft sind einzellige Trichome an den Hauptadern oder auf der Blattunterseite vorhanden (Indument). Der ebene oder zurückgekrümmte Blattrand ist glatt, gewellt oder gezähnt. Die Blattnervatur ist schlingläufig oder netzartig.
Generative Merkmale Die seitenständigen, bündeligen, rispigen oder traubigen Blütenstände enthalten meist fünf bis acht (zwei bis zwölf) Blüten; nur manchmal stehen die Blüten einzeln. Es sind kleine bis große Tragblätter vorhanden. An der oder in der Nähe der Basis befinden sich am Blütenstiel zwei Deckblätter.
Die Blüten duften meist. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig (vier- bis achtzählig) mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf (vier bis acht) haltbaren Kelchblätter sind nur kurz verwachsen und eiförmig-dreieckig bis lanzettlich. Die manchmal behaarten Kronblätter sind typischerweise weiß, gelegentlich rot. Die meist fünf (vier bis acht) Kronblätter sind auf fast ihrer gesamten Länge röhrig, zylindrisch oder krugförmig verwachsen und die Kronlappen sind nur kurz. Es sind zwei Kreise mit je meist fünf (vier bis acht) Staubblättern vorhanden; sie überragen die Blütenkrone nicht. Die rauen oder behaarten Staubfäden sind abgeflacht und S-förmig, knieförmig abgebogen; es können ein Paar von Spornen an der Verbindungsstelle von Staubfaden mit Staubbeutel vorhanden sein. Die Staubbeutel öffnen sich im oberen Bereich mit nach innen gebogen elliptischen Poren; es sind keine Anhängsel vorhanden. Es ist eine gut ausgebildeter Nektardiskus vorhanden. Meist fünf (vier bis acht) Fruchtblätter sind zu einem oberständigen (vier- bis acht-) meist fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen in zentralwinkelständiger Plazentation. Die Griffel ist etwas länger als die Staubblätter. Die Narbe ist kopfig gestutzt.
Die trockenen Kapselfrüchte sind kugelig bis eiförmig oder ellipsoid. Die Kapselfrüchte öffnen sich lokulizid = fachspaltig mit meist fünf (vier bis acht) hellen oder weißen, mehr oder weniger verdickten Nähten, die sich manchmal von den Fruchtklappen lösen beim Öffnen; sie enthalten 100 bis 300 Samen. Die winzigen, braunen, ungeflügelten Samen sind länglich-eiförmig oder spindelförmig bis kurz-linealisch, ellipsoidal, schmal-länglich, verkehrt-eiförmig bis kantig-verkehrt-eiförmig oder schmal-kegelförmig oft mit gestutzten Enden. Die dünnwandigen Zellen der Samenschale (Testa) sind verlängert.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12.
mini|Lyonia ferruginea mini|Lyonia ligustrina mini|Lyonia lucida mini|Lyonia mariana
Ökologie Aus den unterirdischen Pflanzenteilen erfolgt ein Neuaustreiben des Pflanzenexemplares nach Busch- und Waldbränden.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Lyonia wurde 1818 durch Thomas Nuttall in The Genera of North American Plants, 1, Seite 266–267 aufgestellt. Der Gattungsname Lyonia ehrt den schottisch-amerikanischen Gärtner und Pflanzensammler John Lyon (ca. 1765–1814/18), der während einer Sammelexpedition starb. Als Lectotypus-Art wurde Lyonia ferruginea durch I.C.B.N. 261, 1956 und Rickett, Stafleu: Taxon 9, 1960, S. 75 festgelegt. Synonyme für Lyonia nom. cons. non non sind: Arsenococcus , Desmothamnus , Neopieris , Xolisma Homonyme sind Lyonia nom. rej., dies ist ein Synonym von Polygonella und Lyonia , dies ist ein Synonym von Macbridea
Die Gattung Lyonia gehört zur Tribus Lyonieae in der Unterfamilie Vaccinioideae innerhalb der Familie der Ericaceae. Die Gattung Lyonia ist mit den Gattungen Pieris, Agarista sowie Craibiodendron am nächsten verwandt. Es kam oft zu Verwechslungen mit Pieris. Die Arten der Gattung Lyonia s. l. wurden von einigen Autoren in mehrere Gattungen aufgeteilt. Es hat sich aber die breitere Auffassung der Gattung Lyonia s. l. durchgesetzt. Die Gattung Lyonia s. l. wurde in mehrere Untergattungen gegliedert.
Die Gattung Lyonia weist ein disjunktes Areal auf; die Arten sind von den östlichen und zentralen bis zu den südlichen USA über Mexiko bis auf Karibischen Inseln und in Ostasien verbreitet. Einige Arten mit sehr kleinen Arealen gelten als gefährdet.
Es gibt 36 bis 38 Lyonia-Arten mit insgesamt etwa 54 Taxa: Lyonia affinis (Syn.: Lyonia acutata , Lyonia bayamoensis , Lyonia brittonii , Lyonia jamaicensis var. myrsinifolia , Lyonia myrsinifolia , Lyonia papayoensis ): Dieser Endemit kommt nur im südöstlichen Kuba vor. Lyonia alainii : Dieser Endemit kommt nur in der Dominikanischen Republik vor. Lyonia alpina (Syn.: Lyonia orbiculata ): Dieser Endemit kommt nur in der Chaîne de la Selle in Haiti vor. Lyonia buchii : Dieser Endemit kommt nur auf Hispaniola vor. Lyonia chapaensis : Sie kommt in Vietnam vor. Lyonia compta : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1000 bis 2500 Metern in den chinesischen Provinzen Yunnan sowie Guizhou. Lyonia doyonensis (Syn.: Lyonia ovalifolia var. doyonensis ): Dieser Endemit gedeiht in immergrünen Wäldern und in Schluchten in Höhenlagen von 2000 bis 3000 Metern nur im nordwestlichen Yunnan vor. Lyonia ekmanii : Dieser Endemit kommt nur im westlichen Kuba vor. Lyonia elliptica : Dieser Endemit kommt nur im östlichen Kuba vor. Sie gedeiht im Regenwald nur in der Nähe von Monte Verde im Nipe-Baracoa Gebirge in der Provinz Guantánamo. Sie gilt in der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN 1998 als EN = „Endangered“ = „stark gefährdet“. Lyonia ferruginea (Syn.: Lyonia rhomboidalis , Lyonia rigida , Lyonia ferruginea var. arborescens , Lyonia ferruginea var. fruticosa ): Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 100 Metern nur in den südöstlichen US-Bundesstaaten Florida, Georgia sowie South Carolina. Lyonia fruticosa : Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 100 Metern in den südwestlichen US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina sowie Florida. Lyonia glandulosa (Syn.: Lyonia glandulosa subsp. revolutifolia , Lyonia glandulosa var. revolutifolia , Lyonia glandulosa var. toaensis , Lyonia toaensis ): Dieser Endemit kommt nur im östlichen Kuba vor. Lyonia heptamera (Syn.: Lyonia dictyoneura ): Dieser Endemit kommt nur in der Dominikanischen Republik vor. Lyonia jamaicensis (Syn.: Lyonia fasciculata ): Dieser Endemit kommt nur in Jamaika vor. Sie gedeiht nur in den Blue Mountains. Sie gilt in der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN 1998 als NT = „Near Threatened“ = „potenziell gefährdet“. Lyonia latifolia (Syn.: Lyonia calycosa , Lyonia clementis , Lyonia densiflora , Lyonia elata , Lyonia leonis , Lyonia turquini , Lyonia latifolia var. calycosa , Lyonia latifolia subsp. calycosa ): Dieser Endemit kommt nur im südöstlichen Kuba vor. Lyonia ligustrina : Es gibt etwa zwei Varietäten: Lyonia ligustrina var. foliosiflora (Syn.: Lyonia capreifolia , Lyonia salicifolia , Lyonia ligustrina var. capreifolia , Lyonia ligustrina var. salicifolia ): Sie kommt in den zentralen bis südöstlichen Vereinigten Staaten: Alabama, Arkansas, Georgia, Kentucky, Louisiana, Mississippi, North Carolina, South Carolina, Oklahoma, Tennessee, Texas, Virginia sowie Florida vor. Lyonia ligustrina var. ligustrina (Syn.: Lyonia frondosa ,Lyonia multiflora , Lyonia paniculata , Lyonia parabolica , Lyonia ligustrina var. pubescens , Lyonia ligustrina var. typica ): Sie kommt in den östlichen Vereinigten Staaten: Alabama, Connecticut, Delaware, District of Columbia, Georgia, Kentucky, Maine, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, South Carolina, Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Tennessee, Vermont, Virginia sowie West Virginia vor. Lyonia lippoldii : Sie wurde 1987 erstbeschrieben. Dieser Endemit kommt nur im östlichen Kuba vor. Lyonia longipes : Dieser Endemit kommt nur östlichen Kuba vor. Lyonia lucida (Syn.: Lyonia marginata , Lyonia nitida ): Sie kommt in den südöstlichen US-Bundesstaaten Alabama, Georgia, North Carolina, South Carolina, Virginia, Mississippi sowie Florida und im westlichen Kuba sowie auf der Isla de la Juventud vor. Lyonia macrocalyx : Sie kommt in Arunachal Pradesh, im südöstlichen Tibet, nordwestliches Yunnan und nördlichen Myanmar vor. Lyonia macrophylla (Syn.: Lyonia brachytricha ): Dieser Endemit kommt nur östlichen Kuba vor. Lyonia maestrensis : Dieser Endemit kommt nur im südöstlichen Kuba vor. Sie gedeiht nur im Nebelwald in den großen Höhenlagen in der westlichen Sierra Maestra. Sie gilt in der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN 1998 als EN = „Endangered“ = „stark gefährdet“. Lyonia mariana : Sie kommt in den zentralen bis östlichen US-Bundesstaaten New Jersey, New York, Pennsylvania, Connecticut, Missouri, Oklahoma, Arkansas, Delaware, Florida, Georgia, Louisiana, Maryland, North Carolina, South Carolina, Virginia sowie Texas vor. Lyonia microcarpa (Syn.: Lyonia apiculata ): Dieser Endemit kommt nur auf Hispaniola vor. Lyonia myrtilloides (Syn.: Lyonia myrtilloides var. ovalifolia , Lyonia myrtilloides var. parvifolia , Lyonia vaccinioides ): Dieser Endemit kommt nur im westlichen Kuba vor. Lyonia nipensis : Es gibt etwa zwei Unterarten: Lyonia nipensis subsp. depressinerva : Dieser Endemit kommt nur im östlichen Kuba vor. Lyonia nipensis subsp. nipensis (Syn.: Lyonia libanensis ): Dieser Endemit kommt nur im östlichen Kuba vor. Lyonia obtusa (Syn.: Lyonia oblongata ): Dieser Endemit kommt nur im östlichen Kuba vor. Lyonia octandra : Dieser Endemit kommt nur in Jamaika vor. Sie gedeiht nur in den Blue Mountains. Sie gilt in der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN 1998 als NT = „Near Threatened“ = „potenziell gefährdet“. Lyonia ovalifolia : Die etwa sieben Varietäten sind in Indien, Pakistan, Bangladesch, Sikkim, Bhutan, Nepal, Tibet, China, Taiwan, Japan, Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und Malaysia verbreitet. Lyonia rubiginosa : Dieser Endemit kommt nur auf Saint Thomas vor. Sie wurde seit 1887 nicht mehr gesammelt und ist vermutlich ausgestorben. Lyonia squamulosa : Sie kommt in den Bergen des östlichen bis südlichen Mexikos vor. Lyonia stahlii : Sie kommt von Puerto Rico bis Saint Thomas vor. Lyonia tinensis (Syn.: Lyonia pseudotinensis ): Dieser Endemit kommt nur in der Dominikanischen Republik vor. Lyonia trinidadensis : Dieser Endemit kommt nur im südlich-zentralen Kuba vor. Lyonia truncata : Es gibt etwa drei Varietäten: