Kurkławki () ist ein kleiner Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Barciany (Landgemeinde Barten) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg).

Geographische Lage Kurkławki liegt nur wenige hundert Meter südlich der polnischen Staatsgrenze zur russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, fünf Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Gerdauen (heute ) bzw. 27 Kilometer nördlich der heutigen Kreismetropole Kętrzyn ().

Geschichte Das einstige Korklauken – nach 1438 Korcklack, nach 1785 bis 1945 Korklack genannt – wurde vor 1382 gegründet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Korklack Am 9. April 1874 wurde der kleine Gutsort ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk im Kreis Gerdauen im Regierungsbezirk Königsberg innerhalb der preußischen Provinz Ostpreußen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Korklack/Assaunen Im Jahre 1910 zählte der Gutsbezirk Korklack 268 Einwohner.

Am 30. September 1928 wurde die Exklave Henriettenfeld () des Gutsbezirks Korklack nach Assaunen (polnisch Asuny) umgemeindet. Am gleichen Tag schloss sich der Gutsbezirk Korklack mit der Landgemeinde Doyen (1938 bis 1945 Dugen, polnisch Duje) und den beiden Gutsbezirken Kanoten (polnisch Kanoty, nicht mehr existent) und Posegnick (russisch Sori, nicht mehr existent) zur neuen Landgemeinde Posegnick zusammen. Am 6. März 1932 wurde dementsprechend der Amtsbezirk Korklack in „Amtsbezirk Assaunen“ umbenannt.

In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt. Das traf auch das wenige hundert Meter vom nördlichen und nach Russland überstellten Teil Ostpreußens entfernt liegende Korklack, das die polnische Namensform „Kurkławki“ erhielt. Heute gehört die Siedlung () zur Landgemeinde Barciany (Barten) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Kurkławki scheint heute als unbewohnt zu gelten und den Orten zugeordnet zu werden, die in der Nachkriegszeit verschwunden sind.Jerzy Sikorski, Historia miejscowości na obszarze gminy Barciany (), 2011 (polnisch/deutsch u. a.)

Amtsbezirk Korklack (1874–1932) Der Amtsbezirk Korklack bestand bei seiner Gründung aus drei Orten: Deutscher Name Polnischer Name Bemerkungen Assaunen Asuny Heiligenstein Święty Kamień 1928 nach Assaunen eingemeindet Korklack Kurkławki 1928 in die Gemeinde Posegnick eingegliedert

Im Jahre 1932 wurde der Amtsbezirk Assaunen errichtet, der bis 1945 bestand und lediglich aus der Gemeinde Assaunen bestand.

Kirche Evangelisch Bis 1945 war Korklack in die evangelische Kirche GerdauenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 457 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt. Heute geören die evangelischen Einwohner Kurkławkis zur Kirchengemeinde Barciany, einer Filialgemeinde der Johanneskirche Kętrzyn (Rastenburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Katholisch Die vor 1945 zahlenmäßig wenigen Katholiken in Korklack gehörten zur Pfarrei St. Bruno Insterburg () im damaligen Bistum Ermland. Heute ist Kurkławki in die Pfarrei Mołtajny (Molthainen, 1938 bis 1945 Molteinen) im jetzigen Erzbistum Ermland einbezogen.

Verkehr Straßen Kurkławki ist aufgrund seiner Grenzlage lediglich über Landwege zu erreichen, die von Duje (Doyen, 1938 bis 1945 Dugen) oder von der nicht mehr bewohnten Ortsstelle Kanoten (polnisch Kanoty) aus in den Ort führen.

Schienen Bis 1945 war Korklack eine Bahnstation an der Bahnstrecke Barten–Gerdauen, die von den Rastenburger Kleinbahnen betrieben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke im polnisch-russischen Grenzgebiet nicht mehr reaktiviert, so dass für Kurkławki keine Bahnanbindung mehr besteht.

Persönlichkeiten Aus dem Ort gebürtig Clemens von Klinckowstroem (1846–1902), deutscher Rittergutsbesitzer, Landrat, Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Deutschen Reichstages († 1902) Arthur von Klinckowström (1848–1910), deutscher General der Kavallerie des Heeres

Mit dem Ort verbunden Karl Friedrich von Klinckowström (1738–1816), preußischer General und Gutsbesitzer, starb am 21. September 1816 in Korklack

Weblinks Historisches Foto des Gutshauses zu Korklack

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Barciany