Gallin-Kuppentin ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Eldenburg Lübz mit Sitz in der Stadt Lübz verwaltet.

Geografie und Verkehr Die Gemeinde liegt etwa neun Kilometer südlich von Goldberg, zirka neun Kilometer nordöstlich von Lübz und etwa zwölf Kilometer westlich von Plau am See. Mehrere kleine Seen (Daschower, Penzliner und Zahrener See) befinden sich im Gemeindegebiet. Innerhalb der Gemarkung liegen das Naturschutzgebiet Alte Elde bei Kuppentin und das Feucht- und Naturschutzgebiet Daschower Moor (Birksmoor). Höchste Erhebungen sind der Siebeneichenberg mit nördlich von Penzlin und die Erhebungen an der Gemeindegrenze zu Neu Poserin.

Südlich der Gemeinde verlaufen die Bundesstraße 191 und die Müritz-Elde-Wasserstraße. In Gallin befindet sich ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Parchim–Neubrandenburg.

Ortsteile Die Gemeinde entstand durch Fusion der zuvor eigenständigen Gemeinden Gallin und Kuppentin am 13. Juni 1999 und besteht aus den folgenden Ortsteilen: Daschow Gallin Kuppentin Penzlin Zahren

Geschichte Daschow Dorf Daschow wurde urkundlich am 3. August 1235 als Darsekow ersterwähnt. Im Ort entwickelte sich ein Lehngut, zuletzt in der Hand der briefadeligen Familie von Hartwig, 1751 nobilitiert.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / B (Briefadel nach 1400 nobilitiert) 1958, Band III, Band 17 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1958, , S. 199–202.

Gallin Gallin wurde schon 1192 als Glyna urkundlich genannt. Der Name stammt vom altslawischen glina für Lehm oder Ton ab und bedeutet so der lehmige Ort.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Mecklenburg. MJB 46 (1881), , S. 3–168, hier S. 47. Gallin hatte einst 16 Erbpächter, zwei Büdner, einen Dorfschulzen, einen Schmied, einen Krug und eine Windmühle.

Kuppentin Kuppentin wurde 1235 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname änderte sich von Kobandin im Jahr 1271, 1283 Cobbandin, 1285 Cubbandin, 1287 Cobendin, 1291 Kobendin, 1296 Cobbendin, 1298 Cobbendyn bis zu Cobbentyn im Jahr 1558. Der Ortsname stammt vom altslawischen kob für Weissagung ab oder vom Lokator Ort des Kob-bąd, oder Ort des Kubęta.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Mecklenburg. MJB, 46, Schwerin 1881, (f. d. Neueren Ausgaben), S. 3–168, hier S. 78. Engelbert war als Pfarrer von Kuppentin vom 3. August 1235 bis zum 27. Mai 1244 nachweisbar.MUB, I. Band 786–1250. Stiller, Schwerin 1863, S. 434, Nr. 436. 1235. Aug. 3. Warin. Brunward, Bischof von Schwerin, bestätigt der Kirche zu Kuppentin das Pfarrgut und den Pfarrsprengel. Von 1249 bis 1256 war er Domherr zu Schwerin.

Am 1. Januar 1951 wurden die bisher eigenständigen Gemeinden Dassow, Kreschin, Penzlin und Zahren eingegliedert.Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.

Penzlin Penzlin wurde wie Kuppentin erstmals urkundlich am 3. August 1235 als Pentzarin erwähnt. Penzlin hatte 625 Hektar Fläche, einen Gutshof mit Gutshaus, eine Schmiede und eine Ziegelei. Der Landeskundler Gustav Hempel nannte 1843 einen Versicherungswert des Hofes von 30.000 Reichsthaler und erwähnte trefflichen Acker.Gustav Hempel: Geopgraphisch-statistisches-historisches Handbuch des Meklenburger Landes. Zweiter Theil. Hinstorff, Parchim/Ludwigslust 1843, S. 250.

Besitzfolge 1799 Joachim D. E. Souhr 1819 Heinrich Seeler 1837 Carl Wilh. Heinr. SeelerGrosherzoglich-Me(c)klenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. 1837. Hofbuchdruckerei, Schwerin 1837, S. 162. 1843 Familie Seeler 1850 Carl BahlmannGroßherzoglich Me(c)klenburg-Schwerinscher Staats-Kalender 1850. Hofbuchdruckerei, Schwerin 1850, S. 178. 1858 Georg Friedrich Carl Bahlmann 1873 Familie Josephi aus ParchimMario Niemann: Ländliches Leben in Mecklenburg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neuer Hochschulschriften-Verlag Koch, Rostock 2004, ISBN 3-937179-17-8, S. 355.Vgl. Verlegung eines Stolpersteines für Gustav Josephi (06. 02. 2016), Hrsg. Heimatbund Parchim e. V. 1911 bis 1936 Martin Josephi,Ableistung von Lehn-und Homagialeide: Gutspächter Martin Josephi zu Gutow wegen des von ihm erworbenen Allodialgutes Penzlin, A. Lübz, 10. August 1911., In: Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1911, №. 1–47, Bärensprung, Schwerin 1911, S. XVIII. bis 1918 M.d.L. MecklenburgVgl. Irmgard Lintzer: Das Gut Penzlin. In: Mario Niemann (Hrsg.): Mecklenburgische Gutsherren im 20. Jahrhundert. Erinnerungen und Biographien. Neuer Hochschulschriften-Verlag Koch, Rostock 2000, ISBN 3-935319-08-8, S. 331 ff. 1937 nach Enteignung der Familie Josephi Nutzung als Remontezuchtstation für die Wehrmacht

Zahren Zahren wurde wie Kuppentin erstmals urkundlich am 3. August 1235 als Syarnitze erwähnt. Der Name stammt vom altslawischen črŭnŭ für schwarz ab.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Mecklenburg. MJB, 46 (1881), , S. 3–168, hier S. 163. 1271 belehnt Nicolaus, Fürst von Werl, Gottschalk von Preen mit seinen Güten zu Weisin, Kuppentin, Lalchow und Zarnestorp (Zahren).MUB, I. (1863), Nr. 1225. Der Schweriner Bischof Hermann verkauft 1285 mit Zustimmung seines Domkapitels drei Hufen in Zahrensdorp. 1295 hatte Nicolaus, Fürst von Werle, dem Kloster Dobbertin sechs Hufen zu Sarnestorp (Zahren) verliehen.MUB, Band III. Schwerin 1865, Nr. 2327. 1298 hatte Nicolaus von Werle das Dorf Sarnestorp an das Kloster Dobbertin verlehnt. 1347 hatte sich Pastor Engelbert von Kuppentin mit dem Propst Thidericus Frei und der Priorin Adelheid von Plessen vom Kloster Dobbertin dahin gehend verglichen, dass es sechsmal im Jahr in der Kapelle zu Zahren Messe hält.MUB, Band X. Schwerin 1877, Nr. 6712.

Gutsanlage Das Gutshaus steht am Ende der Dorfstraße und lässt mit den wenigen noch erhaltenen Wirtschaftsgebäuden und Katen die alte Gutsanlage erkennen. Das Gutshaus mit dem mächtigen Krüppelwalmdach und vormals Fledermausgauben ist ein eingeschossiger Ziegelbau von elf Achsen und steht auf einem Kellergeschoss aus Feldsteinen. Die Hof- und beiden Giebelseiten sind jetzt verputzt. An der Hofseite betont eine dreiteilige Fenstergruppe mit dem Eingangsvorbau und der breiten Treppe die Mitte. An der Rückseite dominiert ein mächtiger vierachsiger Zwerchgiebel mit einem Davidstern im Rundfenster des Giebeldreiecks. Beeindruckend die großen Kellerräume mit den Tonnengewölben. Das ehemalige Fachwerkgebäude wurde um 1876 mit einer Backsteinfassade aufgewertet.

Besitzfolge 1848 Heinrich Eggers 1908 Karl Steinkopff 1824 C. Steinkopff und Erben 1875 Familie SteinkopffRegierungs-Blatt für das Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin, Jahrgang 1875, №. 30, Beilage, Eigenverlag, Aufgegeben Schwerin, Freitag 24. Dezember 1875, S. 46. 1913 Karl SteinkopffGroßherzoglich Statistisches Amt (Hrsg.): Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender. 138. Jahrgang, Bärensprung, Schwerin 1913, S. 50. 1932 Familie SteinkopffAmtliche Beilage zum Regierungsblatt Mecklenburg-Schwerin. 1932, Nr. 13, Schwerin, Mittwoch, den 23. März 1932, S. 128. 1998 privat

Politik Der Gemeinderat besteht (inkl. Bürgermeisterin) aus 6 Mitgliedern. Die Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai 2019 hatte folgende ErgebnisseZweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO):

Partei/Bewerber Prozent Sitze Wählergruppe Wir leben Demokratie85,135 Einzelbewerber Rann14,871

Zum Bürgermeister der Gemeinde wurde Nicky Menning mit 71,54 % der Stimmen gewählt.Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg(ZKO) Im Juli 2020 trat er aus persönlichen Gründen zurück.Meldung der SVZ Am 6. Dezember 2020 wurde Viola Dreschler mit 75,52 % der Stimmen gewählt.Wahlergebnis auf www.amt-eldenburg-luebz.de

Die Gemeinde verfügt über kein amtlich genehmigtes Hoheitszeichen, weder Wappen noch Flagge. Als Dienstsiegel wird das kleine Landessiegel mit dem Wappenbild des Landesteils Mecklenburg geführt. Es zeigt einen hersehenden Stierkopf mit abgerissenem Halsfell und Krone und der Umschrift „GEMEINDE GALLIN-KUPPENTIN“.Hauptsatzung § 1

mini|Dorfkirche Kuppentin mini|300px|Schloss Daschow (2003)

Sehenswürdigkeiten

Naturschutzgebiet Alte Elde bei Kuppentin Dorfkirche Kuppentin aus Feldstein aus dem 13. Jahrhundert in Kuppentin Schloss Daschow Zahrener See mit Angel- und Badestellen in Gallin, Zahren und Kressin Im sanierten Pfarrhaus zu Kuppentin wurde am 25. April 2014 das Museum für mecklenburgische Dorfgeschichte eröffnet.Marion Wulf-Nixdorf: Hort evangelischen Glaubens. Ein Gang durch das Pfarrhausmuseum. Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung 27. April 2014 Nr. 17 S. 1, 9.

Literatur Wolf Lüdeke von Weltzien: Familien aus Mecklenburg und Vorpommern. Band 1, Buch- und Bildverlag, Nagold 1989. ISBN 3-926341-04-1. Hannelore Weiland: 10 Jahre Förderverein Kirche Kuppentin e. V. 1995–2005. Kuppentin 2005. Lebrecht v. Blücher: Kuppentin in Mecklenburg. Eigenverlag, Merzhausen 2010, ISBN 978-3-934249-13-4. Thomas Reilinger, Marion Zech: Festschrift zur 775 Jahrfeier in Daschow, Kuppentin, Penzlin und Zahren im Jahr 2010. Kuppentin 2010.

Quellen Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB)

Weblinks

Gallin-Kuppentin auf den Seiten des Amtes Eldenburg-Lübz

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1192 Kategorie:Ersterwähnung 1235 Kategorie:Gemeindegründung 1999