mini|Von links Siegfried Kalischer, Edward Flatau, Louis Jacobsohn-Lask, Bernhard Pollack. Berlin um 1900 mini|Grab von Bernhard Pollack auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee

Bernhard Pollack (* 14. August 1865 in Berlin; † 3. März 1928 ebendortStandesamt Berlin 3, Sterbeurkunde Nr. 213 vom 3. März 1928) war ein deutscher Augenarzt und Neuroanatom, Professor für Augenheilkunde an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und anerkannter Pianist.

Leben Sein Vater Jakob Pollack war Kaufmann in Berlin, seine Mutter Marianne, geb. Ledermann, stammte aus Schlesien. Er hatte zwei ältere Brüder, Joseph und Paul. Seine Schwester Clara (* 1857 Breslau; † 1896 Berlin) war die Mutter von Richard Lichtheim. Seine zweite Schwester Betty, verw. Friedmann (* 1862 Breslau), starb 1942 im Ghetto Theresienstadt.Arolsen Archives

Er war der erste Ehemann der Schauspielerin und Sängerin Fritzi Massary (1882–1969). Die Ehe dauerte nur kurz und wurde spätestens 1911 geschieden.Hamburgischer Correspondent vom 21. September 1911, Beilage S. 3 1912 heiratete Pollack zum zweiten Mal, die Baronin Marie Elisabeth (Miky) Popper von Podhrágy (1887–1922), die Tochter von Berthold Freiherr Popper von Podhrágy (1857–1929) und Katharina Löwenstein. Sie hatten einen Sohn, Hanns.Lazaros C. Triarhou: The Berlin ophthalmologist Bernhard Pollack: Neurohistology scholar and devout musician. Corpus Callosum, 2011, ISBN 978-960-93-2639-1

Er starb 1928 im Franziskus-Krankenhaus Berlin und wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee bestattet (Feld H Abteilung II).

Wissenschaftliche Laufbahn Pollack studierte an der Universität Heidelberg und an der Universität Leipzig. 1893 promovierte er bei Carl Weigert über metastatischen Lungenkrebs.Pollack B. Ueber metastatische Lungentumoren. Inauguraldissertation. Leipzig, 1893 Nach Abschluss seines Studiums ließ er sich in Berlin nieder. Dort arbeitete er von 1898 bis 1904 als Assistent in der Poliklinik von Emanuel Mendel, im Anatomischen Institut bei Heinrich Wilhelm Waldeyer, am Institut für Infektionskrankheiten von Robert Koch und in der Augenklinik von Paul Silex. In Mendels Praxis arbeitete er mit dem polnischen Neurologen Edward Flatau zusammen und freundete sich mit ihm an. Er veröffentlichte Werke mit ihm und Max Bielschowsky. Anfang 1897 veröffentlichte er ein Handbuch für Die Färbetechnik für das Nervensystem, das sich mit der Frage der mikroskopischen Färbetechniken für neuroanatomische Präparate befasst und ins Englische und Französische übersetzt wurde. 1905 erschien die dritte Ausgabe des Buches auf Deutsch.Bernhard Pollack: Die Färbetechnik für das Nervensystem. S. Karger, Berlin 1905

1919 wurde er Professor für Augenheilkunde an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.

Der Musiker Pollack Neben seiner Tätigkeit als Arzt war Pollack ein anerkannter Pianist.József Szigeti: With Strings Attached – Reminiscences and Reflections. Neuauflage 2015 Andesite Press ISBN 978-1-298-03020-7 Er war Schüler von Moritz Moszkowski in Berlin. Er trat mit Fritz Kreisler und dem Geiger József Szigeti auf. Zu seinen Freunden gehörten Emil von Sauer, Moriz Rosenthal, Teresa Carreño, Józef Hofmann, Leopold Godowski und Fannie Bloomfield-Zeisler. Im Jahr 1911 war er einer der Gründer und der erste Dirigent des Berliner Ärzte-Orchesters.

Werke (Auswahl) Ueber metastatische Lungentumoren. Inauguraldissertation. Heidelberg, 1893

Kempner W., Pollack B. Die Wirkung des Botulismustoxins (Fleischgiftes) und seines specifischen Antitoxins auf die Nervenzellen. Deutsche Medizinische Wochenschrift 23, S. 505–507, 1897

Methods of Staining the Nervous System; Translated from the second German edition by William R. Jack. Glasgow: F. Bauermeister; London: Whittaker & Co., 1899 Les méthodes de préparation et de coloration du système nerveux; traduit de l'allemand par Jean Nicolaidi. Paris: Carré & Naud, 1900 Verhalten der Sclera bei Panophthalmie. Zeitschrift für Augenheilkunde 9, S. 218–223, 1903 Bielschowsky M., Pollack B. Zur Kenntnis der Innervation des Siugethierauges. Neurologisches Centralblatt 23, 387, 1904 Kurzezunge, Pollack B. Ein Fall von primärer Neubildung auf der Papille des Optikus. Zeitschrift für Augenheilkunde 10 (4), 1904 Die Färbetechnik für das Nervensystem. S. Karger, Berlin, 1905 Kostenlose Augenuntersuchung: eine Warnung. Der praktische Arzt 10, 215–221, 248–250, 1916 Geheimrat Professor Dr. Silex. Berliner Tageblatt 47, S. 3 (18. März 1918) Gliom des Optikus. Berliner klinische Wochenschrift 58, S. 210–211, 1921 Demonstration einer Filaria Loa. Klinische Wochenschrift 2, 1621, 1923 Erinnerungen an Moritz Moszkowski. Berliner Tageblatt Handels-Zeitung 54, S. 2–3 (14. März 1925) „Gliom des Nervus opticus“. W: Bornsztajn M. (red.) Księga jubileuszowa Edwarda Flataua. Warszawa: Gebethner-Wolff, 1929 S. 595–600

Einzelnachweise

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