Frickhofen ist der größte Ortsteil und der Verwaltungssitz der Gemeinde Dornburg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie Geographische Lage Frickhofen liegt im Nordwesten des Limburger Beckens und am Ostrand des Westerwalds. Die Frickhofener Gemarkung ist grob trapezförmig und verbreitet sich nach Norden, mit einer nach Nordwesten auskragenden Spitze. Die Gemarkung grenzt im Norden an das Gebiet von Wilsenroth und darauf folgend im Uhrzeigersinn an Langendernbach, im Osten an die Elbtaler Ortsteile Elbgrund, Dorchheim und Heuchelheim, im Süden und Westen an die Dornburger Nachbarorte Thalheim und Dorndorf sowie im Nordwesten mit einem kurzen Abschnitt an Berzhahn und damit an die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Das Gemarkungsgelände steigt nach Norden auf den Blasiusberg und die Dornburg zu an. Der Ort selbst erstreckt sich auf diesem Hang von 210 bis 270 Metern Höhe. Höchster Punkt ist der Blasiusberg nordwestlich des Orts mit rund 420 Metern. Nordöstlich liegt die Dornburg mit 396 Metern Höhe. Der niedrigste Punkt befindet sich südlich des Orts mit rund 190 Metern Höhe. Im Osten fließt der Elbbach auf dem Gebiet der Gemeinde Elbtal. Das Gelände fällt zu diesem Gewässer hin ab. Zahlreiche weitere Bäche durchfließen die Frickhofener Gemarkung in Nord-Süd-Richtung.

Die Frickhofener Gemarkung ist in den Höhenlagen im Norden und insbesondere im Nordwesten von dichtem Mischwald. Der Wald bedeckt 25,1 Prozent der Gemarkungsfläche, 42 Prozent sind weder land- noch forstwirtschaftlich genutzt, der Rest landwirtschaftlich, insbesondere als Dauergrünland (17,6 Prozent der Fläche, Stand 2008) und Getreideäcker (12,4 Prozent). Nordwestlich an die Wohnlage des Orts schließt sich ein Gewerbegebiet an. Frickhofen liegt an der Bahnstrecke Limburg–Altenkirchen und verfügt über einen Haltepunkt.

Ewiges Eis Am Fuß der Dornburg befindet sich das „Ewige Eis“, ein 1839 entdecktes Naturphänomen, bei dem geologische Besonderheiten dafür sorgen, dass sich in einer Höhle beständig eine Temperatur unter dem Gefrierpunkt hält.

Geschichte mini|Die Blasiuskapelle auf dem Blasiusberg nördlich des Orts

Ortsgeschichte Beim Oppidum Dornburg handelt es sich um Reste einer Ringwallanlage aus der La-Tène-Zeit (5. bis 1. Jahrhundert vor Christus). In ihr lag eine stadtähnliche keltische Siedlung. Auf dem Blasiusberg befand sich vermutlich eine heidnische Kultstätte. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Frickhofen erfolgte unter dem Namen Fridehuba im Codex Eberhardi und wird in die Zeit 802–820 datiert.

Politisch gehörte Frickhofen bis mindestens 966 dem Niederlahngau der Konradiner an, spätestens 1053 der Grafschaft Diez und ab 1337 erstmals an das Haus Nassau. Es folgten im Verbund der Herrschaft Ellar Zeiten des wechselnden oder geteilten Besitzes, in denen unter anderem die Grafschaft Katzenelnbogen, die Landgrafschaft Hessen und verschiedene Linien des verzweigten Hauses Nassau Landesherren waren. Ab 1717 bestand eine stabile nassauische Landesherrschaft, wenn auch in wechselnden Linien des Hauses, in der Frickhofen dem Amt Mengerskirchen, später dem Amt Hadamar und ab 1790 dem neuen Amt Ellar zugeordnet war. Nach der napoleonischen Zeit im Großherzogtum Berg und ab 1809 als Sitz einer Mairie ging Frickhofen 1813 an das Herzogtum Nassau und 1866 an Preußen über. Frickhofen gehörte zunächst einem Gerichtsbezirk an, der sein Zentrum auf dem Blasiusberg hatte, später waren in der Regel die jeweiligen Amts- auch Gerichtssitze.

Bis 1743 war die Blasiuskapelle Pfarrkirche für Frickhofen und zehn weitere Dörfer der Umgebung. Im Ort selbst ist für das 15. Jahrhundert eine Kapelle an der Stelle der heutigen Kirche nachgewiesen.

Im Jahr 1739 wurde ein Rathaus errichtet, das später auch als Schulhaus diente. Im Jahr 1968 wurde es für den Straßenbau abgebaut, im Weilburger Schloss zwischengelagert und acht Jahre später im Freilichtmuseum Hessenpark bei Neu-Anspach wieder aufgebaut.

Insbesondere im Pauperismus des frühen 19. Jahrhunderts bestritten viele Frickhofener, ähnlich wie andere Westerwälder, ihren Lebensunterhalt als Hausierer und Wanderarbeiter. Aus dieser Zeit stammt die scherzhafte Bezeichnung „Frickhöfer Kochlöffel“ für die Einwohner, die auf das Hauptprodukt des Ortes verweist. Nachgewiesen sind Frickhofener, die als Hausierer bis nach Frankreich, in die Schweiz und nach Russland kamen.

Als erst moderne Sozialeinrichtung des Orts wurde 1872 ein Krankenunterstützungsverein, 1895 die Freiwillige Feuerwehr und 1900 der Verein „Reisende nassauische Handelsleute“ gegründet, der sich als Interessenvertretung und soziale Einrichtung für reisenden Händler aus Frickhofen und der Umgebung verstand. 1886 hielt die erste Eisenbahn der Westerwaldstrecke im Ort. Auf den Verkehrsanschluss folgte, ähnlich wie in den Nachbardörfern, ein bescheidener Wirtschaftsaufschwung. Im Jahr 1906 erhielten zwei Steinbruchunternehmen die Abbaugenehmigung für Basalt in der Frickhofener Gemarkung. Kurz nach 1900 wurden eine erste Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen und die Trinkwasserversorgung installiert. Der ursprüngliche Dorfkern erstreckte sich entlang der heutigen Egenolfstraße sowie der Hauptstraße und weniger parallel verlaufender Straßen. Eine wesentliche Erweiterung erfolgte im 20. Jahrhundert zunächst mit der Verlängerung dieser Straßenzüge (unter anderem heutige Bahnhofstraße) und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Anlage der Friedenstraße, die den alten Ortskern nach Südwesten erweiterte. Die folgenden Neubaugebiete führten dann jedoch im Wesentlichen zu einer Ausweitung nach Norden, während Gewerbegebiete im Wesentlichen im Osten und nach Norden von der Wohnbebauung abgesetzt erschlossen wurden.

1905 entstand ein Schwesternhaus der Armen Dienstmägde Jesu Christi, das kurz darauf um einen Kindergarten erweitert wurde. 1910 wurde der neue Friedhof eingeweiht.

Während des „Dritten Reiches“ wurden alleine im Jahr 1942 zwölf jüdische Einwohner verschleppt und ermordet.

1969 nahm die Mittelpunktschule „St. Blasius“ in Frickhofen ihren Betrieb auf.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierte die bis dahin selbständigen Gemeinden Dorndorf, Frickhofen und Wilsenroth zum 1. Februar 1971 freiwillig zur neuen Gemeinde Dornburg. Frickhofen wurde Sitz der Gemeindeverwaltung. Für alle drei Gemeinden wurde ein je in Ortsbezirk eingerichtet. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Frickhofen.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Frickhofen angehört(e):

vor 1711: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Hadamar, Amt Mengerskirchen 1717–1743: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Mengerskirchen 1743–1806: Heiliges Römisches Reich, Grafen von Nassau-Diez als Teil des Fürstentums Nassau-Oranien, Amt Mengerskirchen 1806–1813: Großherzogtum Berg,Infolge der Napoleonische Kriege. Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Hadamar 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Mengerskirchen ab 1816: Herzogtum Nassau,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Hadamar ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Hadamar) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Hadamar) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Limburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg, Gemeinde Dornburgam 1. Februar 1971 wurde Frickhofen als Ortsbezirk der neu gebildeten Gemeinde Dornburg eingegliedert. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Dornburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Dornburg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Frickhofen 2802 Einwohner. Darunter waren 348 (12,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 537 Einwohner unter 18 Jahren, 1134 zwischen 18 und 49, 537 zwischen 50 und 64 und 561 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1137 Haushalten. Davon waren 306 Singlehaushalte, 351 Paare ohne Kinder und 372 Paare mit Kindern, sowie 96 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 246 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 765 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

1889 zählte Frickhofen 266 Haushalte und 1395 Einwohner. 1950 wurden 180 landwirtschaftliche Betriebe gezählt, 2008 nur noch zwei.

Religionszugehörigkeit • 1885: 8 evangelische (= 0,57 %), 1359 katholische (= 97,42 %) und 28 jüdische (= 2,01 %) Einwohner • 1961: 120 evangelische (= 4,93 %) und 2302 katholische (= 94,50 %) Einwohner

Politik Ortsbeirat Für Frickhofen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Frickhofen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sechs Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,80 %. Dabei wurden gewählt: vier Mitglieder der CDU und zwei Mitglieder der SPD. Der Ortsbeirat wählte Christopht Kunz (CDU) zum Ortsvorsteher.

Wappen Am 11. Oktober 1965 wurde der Gemeinde Frickhofen im damaligen Landkreis Limburg, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Schild durch eine geschweifte silberne Spitze gespalten, vorne in Gold ein herschauender, roter und blaubewehrter Löwe, hinten in Blau ein goldener, rotbewehrter Löwe. Diese Wappenbeschreibung entspricht dem derzeitigen Wappen von Dornburg.

Infrastruktur Die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1895), seit dem 15. April 1972 mit Jugendfeuerwehr sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Verkehr mini|Bahnhof Frickhofen Der Bahnhof Frickhofen liegt an der Westerwald-Sieg-Bahn, Hier verkehrt die Linie RB90 der Hessischen Landesbahnvon Limburg nach Siegen Hbf mit Zwischenhalten unter anderem in Diez Ost, Westerburg, Hachenburg, Altenkirchen und Kirchen an der Sieg. Zudem verkehrt eine Regionalbuslinie nach Limburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine mini|Bürgerhaus