Hounds of Love (Verweistitel The Nightmare of A Teenage Girl – Hounds of Love) ist ein australischer Spielfilm von Ben Young aus dem Jahr 2016, der nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb. Es handelt sich um Youngs Regiedebüt. Der Film thematisiert die Entführung der von Ashleigh Cummings gespielten jungen Vicki Maloney durch das Ehepaar White (Emma Booth, Stephen Curry). In westaustralischen Medien wurde publiziert, dass das Drehbuch zum Film Ähnlichkeiten mit einem realen Fall aufweise, dem des australischen Serienmörders David Birnie, der 1986 unter Mithilfe seiner Frau Catherine in einem Vorort von Perth vier junge Frauen tötete und sich auch auf die Taten des Serienmörders Eric Edgar Cooke stütze.David Rooney: „Hounds of Love“: Venice Review In: The Hollywood Reporter, 2. September 2016 (englisch). Abgerufen am 3. März 2020.

Hounds of Love wurde auf diversen Festivals „von Kritikern und Publikum mit Lob überhäuft“.Hounds of Love auf kinofilmwelt.de Allerdings war die Premiere des Films in Venedig begleitet von einer nicht unerheblichen Anzahl von Menschen, die sich von dem Thema so abgeschreckt und abgestoßen fühlten, dass sie sich dem Film verweigerten.

Handlung Vicki Maloney ist eine intelligente junge Frau von 17 Jahren mit Ausstrahlung. Die Trennung ihrer Eltern macht ihr zu schaffen, ebenso die Mitteilung ihrer Mutter, die gerade zu Hause ausgezogen ist, dass sie die Scheidung möchte. Vicki kreidet ihrer Mutter an, dass sie sie und ihren Vater Trevor, einen Chirurgen, einfach verlassen hat. Denn auch ihr Dad kommt damit nicht gut zurecht.

An diesem Wochenende im Dezember 1987 besucht sie ihre Mutter, die nun in einem Vorort von Perth wohnt. Nach einem heftigen Streit zwischen Mutter und Tochter, schleicht Vicki aus dem Haus, um eine Party zu besuchen, obwohl ihre Mutter ihr das ausdrücklich untersagt hat. Da es schon spät ist und Vicki einen weiten Fußmarsch scheut, nimmt sie nach einigem Zögern das Angebot eines Ehepaares an, das sehr verliebt zu sein scheint, sie ein Stück mitzunehmen. Arglos steigt Vicki ein und ist auch ohne Argwohn, als man sie bittet, mit ins Haus zu kommen, von wo aus sie sich problemlos ein Taxi rufen könne.

Bei dem Paar handelt es sich um John und Evelyn White. John legt den Song Nights in White Satin von The Moody Blues auf, dreht die Musik sehr laut und tanzt mit seiner Frau. Vicki genießt währenddessen den ihr angebotenen Drink und schlägt auch den Joint nicht aus. Dass sie urplötzlich sehr schläfrig wird, bekommt die junge Frau nur noch schemenhaft mit und auch ihr Versuch, zur Tür zu gelangen, misslingt, da ihr die Beine versagen. Als Vicki wieder zu sich kommt, findet sie sich auf einem Bett wieder, an das man sie angekettet hat. Dass in dieser Nacht ihr Alptraum begonnen hat, wird Vicki schnell klar. Zu diesem Zeitpunkt weiß sie allerdings noch nicht, dass John White ein Serienkiller und seine Partnerin Evelyn ihm hörig ist. Auch dass sie nicht das erste Mädchen ist, das das Ehepaar so in seine Fänge bekommen hat, weiß sie nicht. Zum Glück ahnt Vicki zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Whites ihr jeweiliges Opfer eine gewisse Zeit im Haus behalten, vergewaltigten, misshandeln und erniedrigen, um es dann umzubringen und in einem Waldstück nahe ihrem Haus zu verscharren.

Das Paar sorgt dafür, dass Vicki keine Möglichkeit hat, ihrer Gefangenschaft zu entkommen. Klug wie sie ist, wird ihr aber schnell bewusst, dass am Ende ihres Martyriums ihr Tod stehen soll. Gleichzeitig erkennt sie aber auch, dass es nur eine Möglichkeit gibt, vielleicht doch zu überleben. Sie muss einen Keil zwischen die Eheleute treiben. Bei ihrem Plan kommt ihr zugute, dass Evelyn Sehnsucht nach ihren Kindern hat, die nicht mehr bei ihr leben. So versucht sie, an deren Mutterliebe zu appellieren und führt ihr vor Augen, dass ihr ihre Kinder wahrscheinlich wegen Johns Gewaltbereitschaft weggenommen worden sind. Zwar zeigen ihre Worte Wirkung, doch als Vicki einen Fluchtversuch wagt, geht dieser schief, da Evelyns Hund anschlägt.

Als John – entgegen seiner sonstigen Gewohnheit – immer mehr Zeit mit Vicki verbringt, hat Evelyn Angst, dass er ihrer überdrüssig werden könnte. Wie unberechenbar er ist und wie hilflos und abhängig Evelyn, zeigt sich in einem grausamen Akt, als er Evelyns Hund so lange tritt, bis das geschundene Tier tot ist, nur weil es in die Wohnung gekotet hat. Evelyn greift nicht ein und lässt das treue Tier im Stich. Es scheint, als füge Vicki sich nach diesem grausamen Erlebnis in ihr Schicksal. Gequält und zerschunden wie auch sie ist, beginnt sie zu akzeptieren, dass ihr Leben bald zu Ende sein wird.

Für Vickis Eltern indes treten die Probleme, die sie miteinander haben, in den Hintergrund, einzig die Suche nach ihrer Tochter steht noch im Mittelpunkt ihres Denkens. Allerdings lässt Maggie ihren Mann auch jetzt nicht im Unklaren darüber, dass sie nicht zu ihm zurückkommen werde. Tatsächlich stoßen sie auf eine Spur, die Polizei will ihren Hinweisen jedoch nicht nachgehen. Vicki musste einen Brief an ihre Eltern verfassen, in dem sie ihnen erklärte, dass sie wegen der Trennung nach Adelaide gegangen sei. Vicki hat beim Schreiben des Briefes allerdings eine Art Geheimcode verwendet, den die Eltern mit Hilfe von Vickis Freund Jason entschlüsseln konnten. So erfuhren sie die Adresse des Hauses, in dem Vicki dachte gefangen zu sein. So läuft Vickis Mutter Maggie rufend die Umgebung ab und gelangt so auch in die Nähe des Hauses, in der die Whites tatsächlich wohnen. Und hier hört auch Vicki die Stimme ihrer Mutter, und auch wenn sie sich dennoch nicht losreißen kann, so verweigert sie mit wiedergefundenem Trotz nun den von ihr eingeforderten freiwilligen Suizid und in der finalen Eskalation wendet sich schließlich auch die selbst unterdrückte Evelyn gegen ihren mörderischen Ehemann, was der geschundenen Vicki die schon nicht mehr erhoffte Gelegenheit gibt, die Flucht zu ergreifen und ihren sich beinahe schon wieder resignierend entfernenden Eltern und Freund hinterherzulaufen.

Produktion Produktionsnotizen Produziert wurde Hounds of Love von Factor 30 Films, die Verleihfirma ist Indeed Film. Die im Westen Australiens stattfindenden Dreharbeiten dauerten circa 20 Tage. Der Filmtitel Hounds of Love (deutsch „Bluthunde der Liebe“) weist auf die hündische Liebe hin, die Evelyn an John bindet. Die Variety schrieb, dass sich das Drehbuch nicht nur auf den als „The Moorhouse murders“ bekannten David Birnie, sondern auch auf den als „The Night Caller“ berüchtigten Eric Edgar Cooke gestützt habe.

Hintergrund Meagan Navarro von Modern Horrors führte anlässlich der Veröffentlichung des Films ein Gespräch mit Ashleigh Cummings, die die Vicki Maloney spielt. Auf die Frage, wie sie zu dem Projekt gekommen sei, entgegnete sie, dass sie sich eigentlich gerade in einer Schauspielpause befunden habe, als das Skript sie erreicht habe. Sobald sie es gelesen habe, habe sie mit dem Regisseur sprechen wollen und sei zum Vorsprechen gegangen, da sie davon fasziniert gewesen sei, wie er Geschichten erzähle, nämlich aus der Perspektive von Frauen. Dies sei nicht ein üblicher Psychothriller vor allem im Hinblick auf die Serienmörderin. Ihr Vertrauen zu Young sei von Anfang an da gewesen. Er habe dann mit ihr telefoniert und ihr die Rolle angeboten. Auch zu Stephen (Curry) und zu Emma (Booth) habe sie schnell das für einen solchen Film nötige Vertrauen aufbauen können. Beide seien einfach so unglaubliche Menschen, dass es erstaunlich sei, sie als Serienmörderpaar auf der Leinwand zu sehen. Denn beide gehörten zu ihren Lieblingsmenschen und zu den weichsten, gutherzigsten Menschen aller Zeiten. Die Filmcrew sei sowieso außergewöhnlich gewesen. Jeder einzelne habe immer wieder bei ihr nachgefragt, ob es ihr gut gehe, ob sie eine Pause brauche, was dem gemeinsamen kreativen Projekt zugutegekommen sei. Da sei viel Herz im Spiel gewesen.Meagan Navarro: Q&A: Actress Ashleigh Cummings talks „Hounds of Love“ modernhorrors.com (englisch). Abgerufen am 3. März 2020.

Auf die Frage, ob es Momente gegeben habe, in denen sie eine Pause gebraucht habe, erwiderte Cummings, nein, am Set nicht. Allerdings erinnere sie sich an eine Szene, nach der sie einfach nicht habe aufhören können zu zittern und zu weinen. Die Situation in dieser Szene sei ihr so realistisch vorgekommen und die Vorstellung, dass es Menschen gebe, die so etwas in echt durchmachen müssten, habe sie in diesem Moment nicht ignorieren können, obwohl dies eigentlich meist im Zentrum ihres Denkens gestanden habe. Sie habe in dieser Zeit meditiert, sei zum Strand gegangen und habe viel mit ihrer Familie und ihrem Freund kommuniziert.

Auf Navarros Frage, wie die Reaktion ihrer Familie und ihrer Freunde gewesen sei, sie in diesem Film zu sehen, meinte Cummings, bisher habe den Film noch keiner von ihnen gesehen. Selbst unter ihren Anhängern gebe es einige, die sich diesen Film nicht ansehen wollten. Ihre Familie werde den Film aber sehen, weil sie wüsste, wie stolz sie selbst auf ihn und auf Emma und Stephen und alle daran beteiligten Personen sei. Es sei so ein unglaubliches Projekt. Was hier geschaffen worden sei, sei außergewöhnlich und von künstlerischem Wert.

Auf die Frage, wie sie es geschafft habe, ein perfektes Gleichgewicht zwischen Stärke und Verletzlichkeit zu zeigen, antwortete Cummings, im Grunde genommen habe sie die Phasen der Trauer durchlaufen und festgestellt, dass sie sich in die Geschichte eingefügt hätten. Sie habe versucht, die verschiedenen Stadien der Trauer im Hinblick auf Verleugnung, Akzeptanz und weitere Dinge zu färben. Sie habe sich in jeder Szene emotional bewusst sein müssen, was ihr physisch passiert sei, um zu wissen, wo Vicki gerade steht. Sie habe ja anders laufen müssen, wenn der Film es vorgesehen habe, dass sie Drogen genommen habe oder aus anderen Gründen. Sie liebe an Vicki, dass sie sowohl stark als auch schwach sei und irgendwann einfach aufgebe. Denn niemand würde in Wirklichkeit in einer solchen Situation immer nur stark sein, das hätte nicht der Realität entsprochen.

Youngs Drehbuch sei inspiriert von schätzungsweise neun Geschichten, über die Ben gelesen habe. Die Personen in der Geschichte seien fiktiv wie die Geschichte selbst – allerdings inspiriert von wahren Ereignissen. Auf die Frage, was für sie die größte Überraschung aus den gemachten Erfahrungen sei, erwiderte Cummings, sie habe gewusst, dass Ben (Young) phänomenal sei, sie habe es einfach gewusst – bereits in dem Moment, in dem sie ihn beim Vorsprechen getroffen habe. Als sie den Film dann zum ersten Mal gesehen habe mit seinen coolen Aufnahmen, von denen sie nicht einmal gewusst habe, dass es sie gibt, sei sie wirklich überrascht gewesen. Young habe einfach eine weitere Ebene für die Geschichte geschaffen. Seine Originalität und seine Visionen seien wirklich einzigartig. Zum ersten Mal die Szenen von Emma und Stephen zu sehen, an denen sie nicht beteiligt gewesen sei, das wäre phänomenal gewesen.

Filmmusik Am Ende der Filmhandlung erklingt der Song Atmosphere von Joy Division, was stark im Widerspruch zum Thema des Films steht. Neben Division und The Moody Blues ist auch Musik von Cat Stevens (Lady D’Arbanville), Air Supply (Just As I Am) und Nick Cave (The Boys Next Door) zu hören sowie der Song Strong Independent Woman. Der Hit von Kate Bush von 1985 Hounds of Love, der dem Film seinen Titel gab, ist nicht zu hören, da die Rechte dafür zu teuer waren. Hounds of Love wird von Dan Luscombe von der australischen Rockband The Drones vertont. Auf der Seite zum Film heißt es dazu: „Eine eindringliche Partitur starker elektronischer Umgebungsgeräusche, die die Ästhetik des Films perfekt begleitet.“ houndsoflovemovie.com (englisch)

Synchronisation Die Synchronisation fand durch die Metz-Neun Synchron Studio- und Verlags GmbH statt. Das Dialogbuch stammt von Verena Ludwig, die Dialogregie übernahm Johannes Ott. Sabina Godec, Stimme von Emma Booth (Rolle: Evelyn White)