Wappen Karte 140px|Wappen von Innlandet Basisdaten Land: Norwegen Verwaltungszentrum: Hamar/Lillehammer Fläche: km² Einwohner: () Bevölkerungsdichte: Kommunen: 46 ISO 3166-2 NO-34 Internet: Innlandet Politik Fylkesordfører: Thomas Breen Statsforvalter: Knut Storberget Innlandet (deutsch „das Binnenland“) ist eine norwegische Provinz (Fylke) mit Einwohnern (Stand: ). Mit einer Fläche von km² ist es das größte Fylke des Landes.
Das Fylke entstand zum 1. Januar 2020 aus dem Zusammenschluss der Fylker Hedmark und Oppland ohne die Kommunen Jevnaker und Lunner. Sitz der Fylkeskommune ist Hamar, Sitz des Statsforvalters und Teilen der Fylkeskommune ist Lillehammer.
Geografie Lage Innlandet bildet die nördliche Hälfte des Landesteils Østlandet und hat keinen Zugang zum Meer. Das Fylke grenzt im Osten an Schweden, im Süden an Akershus und Buskerud, im Westen an Vestland, im Nordwesten an Møre og Romsdal und im Norden an Trøndelag. Das frühere Fylke Oppland bildet den Westen von Innlandet, Hedmark den östlichen Teil.
mini|links|alt=Foto einer Gebirgslandschaft und dazwischen ein Tal, durch das ein Fluss fließt|Jotunheimen Das Terrain ist insbesondere im früheren Fylke Oppland, wo sich der Gebirgszug Jotunheimen erstreckt, von Gebirge und Tälern geprägt. Sechs der zehn höchsten Berge Norwegens liegen in Innlandet. Der höchste Berg ist der Galdhøpiggen in der Kommune Lom. Er erreicht eine Höhe von Insgesamt liegen nur rund 11 % der Fläche auf einer Höhe von unter 15 % des Areals liegen auf mindestens Der tiefste Punkt des Fylkes befindet sich auf der Grenze zu Schweden auf einer Höhe von rund
Das größte Tal ist das nordnordwestlich-südsüdöstlich verlaufende Gudbrandsdalen, durch das der Lågen fließt. Weiter östlich verläuft die Glomma, der längste Fluss Norwegens. Im Süden gehört der größte Teil des Sees Mjøsa, der flächenmäßig größte See des Landes, zur Provinz.
Klima mini|300px|Landschaften in Innlandet In Innlandet liegen vielerorts hohe Temperaturamplituden im Jahresverlauf vor. Während die Sommermonate meist warm sind, herrschen im Winter sehr niedrige Temperaturen vor. Die geringsten Temperaturen werden im Norden von Innlandet erreicht. Die tiefste je im Fylke gemessene Temperatur lag im Januar 1987 in der Kommune Engerdal mit −47 °C vor. Im Sommer werden Spitzen von rund 30 °C erreicht. In einigen Tälern kann es selbst in Sommernächten zu Frost kommen.
Die höchsten Niederschlagsmengen liegen im Sommer vor, wobei im Süden des Fylkes die niederschlagsreicheren Gebiete liegen. Im Norden der Gudbrandsdalen-Region befinden sich hingegen die trockensten Kommunen Norwegens. Mit einem durchschnittlichen Niederschlag von 278 mm ist die Kommune Skjåk die niederschlagsärmste. Grund für die geringen Niederschlagsmengen ist die Lage auf der Leeseite der umgebenden Berge.
Nationalparks Elf norwegische Nationalparks liegen ganz oder teilweise in Innlandet. Im Nordwesten von Innlandet befinden sich auf der Nordost-Seite des Gudbrandsdalen der Rondane-Nationalpark (Rondane nasjonalpark), der Dovre-Nationalpark (Dovre nasjonalpark) und der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark (Dovrefjell-Sunndalsfjella nasjonalpark). Auf der Südwest-Seite des Tals liegt der Reinheimen-Nationalpark (Reinheimen nasjonalpark). Südlich des Reinheimen-Nationalparks und dem Ottadalen liegen der Breheimen-Nationalpark (Breheimen nasjonalpark), der Jotunheimen-Nationalpark (Jotunheimen nasjonalpark) und der Langsua-Nationalpark (Langsua nasjonalpark).
Auf der Nordgrenze zu Trøndelag erstreckt sich der Forollhogna-Nationalpark (Forollhogna nasjonalpark). Im Osten des Fylkes liegen auf der Grenze zu Schweden der Femundsmarka-Nationalpark (Femundsmarka nasjonalpark), der Gutulia-Nationalpark (Gutulia nasjonalpark) und der Fulufjellet-Nationalpark (Fulufjellet nasjonalpark).
Gründung Gründung im Rahmen der Regionalreform Das Fylke Innlandet wurde im Rahmen der von der Regierung Solberg lancierten landesweiten Regionalreform am 1. Januar 2020 gegründet. Innlandet entstand durch die Zusammenlegung der beiden Fylker Oppland und Hedmark, die sich beide gegen die Zusammenlegung aussprachen. Die beiden vormals zu Oppland gehörigen Kommunen Lunner und Jevnaker gingen an das ebenfalls zum 1. Januar 2020 neu gebildete, südlich angrenzende Fylke Viken und nach dessen Auflösung nach Akershus über.
Grundlage für die Zusammenlegung von Oppland und Hedmark war ein Beschluss des Nationalparlaments, dem Storting, vom 8. Juni 2017. Der Beschluss sah eine Reduzierung von neunzehn auf elf Fylker vor. Das erste Parlament des Fylkes (Fylkesting) wurde bei den Fylkestingswahlen im September 2019 gewählt.
Fylke (bis 2019)Nr.Fläche in km²Einwohner(Stand: 2019) 25x25px Hedmark 04 27.398 197.406 25x25px Oppland 05 25.192 189.545 Summe – 52.590 386.951 Ausgegliederte KommuneNr.Fläche in km²Einwohner(Stand: 2019) 25x25px Jevnaker 0532 226 6.846 25x25px Lunner 0533 292 9.051 Summe – 518 15.897 Fylke (ab 2020) Nr. Fläche in km² Einwohner(Stand: 2020) 25x25px Innlandet 3452.072371.385
Abgelehnte Auflösung Den Fylkern, die sich im Vorfeld der Regionalreform nicht selbst für eine Zusammenlegung ausgesprochen hatten, räumte die im Oktober 2021 angetretene Regierung Støre die Möglichkeit ein, einen Antrag auf ihre Auflösung zu stellen. Davon waren neben dem Fylke Innlandet auch die Fylker Troms og Finnmark, Vestfold og Telemark und Viken betroffen.
Das Fylkesting von Innlandet entschied sich daraufhin, in der Bevölkerung eine rechtlich nicht bindende Befragung über die mögliche Aufspaltung abzuhalten. Bei der Abstimmung im Februar 2022 sprachen sich 50,75 % der Abstimmenden für die erneute Aufspaltung in Oppland und Hedmark und 48,19 % dagegen aus. In einer abschließenden Abstimmung votierte das Fylkesting von Innlandet – entgegen dem Befragungsergebnis – mit 34 zu 23 Stimmen gegen eine Auflösung. Die Fylkeskommune Innlandet verzichtete deshalb darauf, einen Antrag auf Auflösung des Fylkes zu stellen.
Bevölkerung Entwicklung Die Zahl der Einwohner auf dem Gebiet des heutigen Innlandet ist ansteigend. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Anzahl an Einwohnern für einige Zeit lang nur noch geringfügig an. Grund für den verlangsamten Anstieg war eine Auswanderungswelle nach Nordamerika. In den 1950er- und 1960er-Jahren wanderten viele Personen in den Raum Oslo ab. Der Anteil der Norweger, die im heutigen Fylke Innlandet leben, geht seit dem 19. Jahrhundert zurück. Während im Jahr 1801 noch 14,3 % der norwegischen Bevölkerung in Innlandet lebten, war der Anteil bis 1900 auf 10,8 % und bis 2000 auf 8,2 % gesunken.
Wachstum verzeichnen insbesondere die Städte am Mjøsa, Elverum und die im Umkreis von Oslo gelegenen Kommunen. In vielen anderen Kommunen sind die Einwohnerzahlen rückläufig.
Städte und Ballungsräume
Im Jahr 2024 lebten 60,5 % der Einwohner des Fylkes in einem Tettsted, also einer Siedlung, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet wird. Damit war Innlandet das Fylke mit dem mit Abstand am kleinsten Anteil an Einwohnern, die in einem Tettsted leben. Die größten Städte des Fylkes liegen am Mjøsa. Die drei größten Tettsteder sind Hamar mit , Gjøvik mit und Lillehammer mit Einwohnern (Stand: ). Hamar liegt am Ost-, Lillehammer am Nord- und Gjøvik am Westufer des Mjøsas.
Insgesamt zwölf Orte in Innlandet haben den Status als Stadt, wobei nicht alle der größten Tettsteder des Fylkes Stadtstatus haben. Der Stadtstatus kann heute von den Kommunalparlamenten vergeben werden und führt nicht mehr zu einer rechtlichen Sonderstellung. Stadtstatus haben Hamar, Lillehammer, Gjøvik, Elverum, Kongsvinger, Brumunddal, Raufoss, Moelv, Tynset, Vinstra, Fagernes und Otta.
Verwaltungsgliederung Innlandet ist in 46 Kommunen gegliedert. Während bei der Regional- und Kommunalreform in den übrigen Fylkern Gemeinden zusammengelegt wurden, blieben in Innlandet alle bestehenden erhalten.
Kommunen-nummer Karte Name Einwohner() Fläche(km²) Sprach-form Landschaft 3401 25px|zentriert|Kongsvinger Kongsvinger Bokmål Glåmdalen 3403 25px|zentriert|Hamar Hamar neutral Hedmarken 3405 25px|zentriert|Lillehammer Lillehammer Bokmål Sør-Gudbrandsdal 3407 25px|zentriert|Gjøvik Gjøvik Bokmål Vestoppland 3411 25px|zentriert|Ringsaker Ringsaker Bokmål Hedmarken 3412 25px|zentriert|Løten Løten Bokmål Hedmarken 3413 25px|zentriert|Stange Stange Bokmål Hedmarken 3414 25px|zentriert|Nord-Odal Nord-Odal Bokmål Glåmdalen 3415 25px|zentriert|Sør-Odal Sør-Odal Bokmål Glåmdalen 3416 25px|zentriert|Eidskog Eidskog Bokmål Glåmdalen 3417 25px|zentriert|Grue Grue Bokmål Glåmdalen 3418 25px|zentriert|Åsnes Åsnes Bokmål Glåmdalen 3419 25px|zentriert|Våler Våler Bokmål Glåmdalen 3420 25px|zentriert|Elverum Elverum neutral Sør-Østerdal 3421 25px|zentriert|Trysil Trysil Bokmål Sør-Østerdal 3422 25px|zentriert|Åmot Åmot Bokmål Sør-Østerdal 3423 25px|zentriert|Stor-Elvdal Stor-Elvdal Bokmål Sør-Østerdal 3424 25px|zentriert|Rendalen Rendalen Bokmål Nord-Østerdal 3425 25px|zentriert|Engerdal Engerdal Bokmål Nord-Østerdal 3426 25px|zentriert|Tolga Tolga neutral Nord-Østerdal 3427 25px|zentriert|Tynset Tynset neutral Nord-Østerdal 3428 25px|zentriert|Alvdal Alvdal neutral Nord-Østerdal 3429 25px|zentriert|Folldal Folldal neutral Nord-Østerdal 3430 25px|zentriert|Os Os neutral Nord-Østerdal 3431 25px|zentriert|Dovre Dovre neutral Nord-Gudbrandsdal 3432 25px|zentriert|Lesja Lesja neutral Nord-Gudbrandsdal 3433 25px|zentriert|Skjåk Skjåk Nynorsk Nord-Gudbrandsdal 3434 25px|zentriert|Lom Lom Nynorsk Nord-Gudbrandsdal 3435 25px|zentriert|Vågå Vågå Nynorsk Nord-Gudbrandsdal 3436 25px|zentriert|Nord-Fron Nord-Fron Nynorsk Midt-Gudbrandsdal 3437 25px|zentriert|Sel Sel neutral Nord-Gudbrandsdal 3438 25px|zentriert|Sør-Fron Sør-Fron neutral Midt-Gudbrandsdal 3439 25px|zentriert|Ringebu Ringebu neutral Midt-Gudbrandsdal 3440 25px|zentriert|Øyer Øyer neutral Sør-Gudbrandsdal 3441 25px|zentriert|Gausdal Gausdal neutral Sør-Gudbrandsdal 3442 25px|zentriert|Østre Toten Østre Toten Bokmål Vestoppland 3443 25px|zentriert|Vestre Toten Vestre Toten Bokmål Vestoppland 3446 25px|zentriert|Gran Gran Bokmål Vestoppland 3447 25px|zentriert|Søndre Land Søndre Land Bokmål Vestoppland 3448 25px|zentriert|Nordre Land Nordre Land Bokmål Vestoppland 3449 25px|zentriert|Sør-Aurdal Sør-Aurdal neutral Valdres 3450 25px|zentriert|Etnedal Etnedal neutral Valdres 3451 25px|zentriert|Nord-Aurdal Nord-Aurdal neutral Valdres 3452 25px|zentriert|Vestre Slidre Vestre Slidre Nynorsk Valdres 3453 25px|zentriert|Øystre Slidre Øystre Slidre Nynorsk Valdres 3454 25px|zentriert|Vang Vang Nynorsk Valdres 34 25px|zentriert|Innlandet Innlandet neutral Østlandet
Wirtschaft Land- und Forstwirtschaft mini|alt=Foto eines Getreidefelds in einer von Feldern geprägten Landschaft|Getreidefeld in Østre Toten Von den insgesamt km² des Fylkes Innlandet sind 25.852 km² Wald und 2213 km² werden landwirtschaftlich genutzt. Kein anderes Fylke hat eine größere Waldfläche oder mehr landwirtschaftlich genutztes Areal. Der Anteil der Einwohner, die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, ist im Landesvergleich überdurchschnittlich.
Bedeutend ist die Landwirtschaft vor allem in den Gebieten entlang der Glomma und in den Dörfern in den größeren Tälern des Fylkes. In den Kommunen am Mjøsa und an der Glomma ist vor allem der Anbau von Getreide und die Haltung von Schweinen und Geflügel typisch. Der Boden entlang der Glomma eignet sich zudem dafür, Kartoffeln anzubauen. Mit Grue und Åsnes liegen die beiden Kommunen mit dem meisten Kartoffelanbau des Landes im Fylke. Am Mjøsa wird zudem Gemüse angebaut. Die Kommune Østre Toten am Mjøsa-Westufer ist die Kommune, die in Norwegen die größte für den Gemüseanbau genutzte Fläche aufweist. In den Dörfern im Gudbrandsdalen und dessen Seitentälern ist hingegen vor allem die Haltung von Rindern und Schafen typisch.