mini|hochkant=1.3|Gesamtansicht vom Dach des Rockefeller Center in Süd-Nord-Richtung mini|hochkant=1.1|Lage des Parks
Der Central Park ist ein Stadtpark im Zentrum Manhattans in New York City. Er wurde 1859 als Landschaftspark eingerichtet und 1873 fertiggestellt. Gebaut wurde er zunächst vor allem als Promenade der reichen Anwohner. 1963 wurde dem Central Park der Status eines National Historic Landmark der Vereinigten Staaten verliehen und der Park somit vom US-Innenministerium als eine Stätte von besonderer historischer Bedeutung eingestuft.
Der Central Park erstreckt sich heute auf einer Länge von 4,07 km von der 59th bis zur 110th Street und 860 m Breite zwischen der Fifth Avenue und der Eighth Avenue und wird auch die Grüne Lunge New Yorks genannt. Mit 341 Hektar (= 3,41 km²) nimmt er etwa 6 % der Bodenfläche Manhattans ein und zählt zu den größten Parkanlagen weltweit. Jährlich besuchen rund 25 Millionen Menschen die innerstädtische Parkanlage.
Geschichte Vor dem Bau Grundidee
Die ursprüngliche Idee stammte von dem damals bedeutendsten Landschaftsgestalter der USA, Andrew Jackson Downing. Er reagierte damit auf den Wunsch der Bevölkerung nach einem Erholungsgebiet, da es im damaligen New York kaum Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten gab. In einem Artikel der Zeitschrift Horticulturist brachte er 1848 den Anstoß zu Überlegungen in Richtung eines großen öffentlichen Parks, in dem man spazieren gehen, reiten, rudern, Baseball, Golf oder Cricket spielen könne, außerdem sollte es Spielplätze geben.
Erste Planungen und Entscheidungen
Downing bereiste Europa, um sich von den dortigen Parkanlagen für seinen Vorschlag inspirieren zu lassen. Durch einen Brief des Bürgermeisters Ambrose C. Kingsland 1851 an die Ratsversammlung wurde die Idee erstmals öffentlich diskutiert.
Schließlich waren es der vermögende Kaufmann Robert B. Minturn und seine Frau Anna M. Wendell, die ein Komitee gleichgesinnter Bürger gründeten, um einen Park ähnlich den europäischen Vorbildern zu verwirklichen. Hauptaufgabe des Komitees war es, ein geeignetes Gebiet zu finden. Es mussten aber auch die Behörden und die New Yorker selbst vom Nutzen eines Parks überzeugt werden. Die Voraussetzungen waren daher: es ließe sich Geld verdienen es würden neue Arbeitsplätze geschaffen die kulturelle Bedeutung der Stadt würde steigen die Gesundheit der Bürger würde gefördert werden politischer Nutzen
Die Entscheidung fiel zunächst auf ein Gebiet am East River, das Jones’s Wood genannt wurde. Dieses war ein sumpfiges, hügeliges Waldstück, das von ca. 1600 Menschen besiedelt wurde. Zumeist lebten dort arme Einwanderer und Afroamerikaner. Am 11. Juli 1851 wurde die Verfügung erlassen, die es der Stadt erlaubte, das Areal zu kaufen.
Nachdem die Entscheidung für das ursprünglich vorgesehene Gelände revidiert worden war, bestimmte die New Yorker Stadtverwaltung 1853 ein 280 ha großes Gebiet zwischen 59. und 106. Straße zur Verwirklichung des Parks, zu Kosten von mehr als 5 Mio. US-Dollar allein für den Landkauf. Vor Ort befand sich unter anderem das Seneca Village, eine primär afroamerikanische Siedlung von einigem Wohlstand, wie neueste Ausgrabungen belegen. So befand sich dort unter anderem eine Schule, mehrere Kirchen, und man hat bei Ausgrabungen wertvolles Porzellan gefunden.
Vor dem Beginn der Bauarbeiten musste festgelegt werden, wie die Anlage gestaltet werden sollte und wie hoch die Ausgaben sein durften. Daher gründete die Stadt 1857 eine Parkkommission, den Board of Commissioners. Dieser rief im selben Jahr einen Wettbewerb ins Leben, um Vorschläge für die Anlage zu sammeln.
Projektwettbewerb
Der erste Entwurf stammte von Egbert L. Viele. In seinem Plan gab es Straßen, die durch den Park führten, einen Paradeplatz, Sportanlagen und einen botanischen Garten. Die Kommission legte ein Budget von 1,5 Millionen Dollar fest, um das Unternehmen zu verwirklichen. Nach vielen Entwürfen wurden Richtlinien für die Gestaltung festgelegt. In ihnen sah man vor, dass es Straßen geben musste, um die 5. und 8. Avenue zu verbinden. Ferner wollte man Spielplätze, einen Blumengarten, einen See und Platz für Ausstellungs- und Konzerthallen. 33 Vorschläge wurden daraufhin eingereicht, die meisten von den New Yorkern selbst.
Es gewann der Vorschlag Nr. 33 von Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux. Dieser Entwurf wurde als Greensward Plan bekannt. Er sah vor, die unterschiedlichen Gegenden der USA in Ausschnitten als Naturpark nachzubilden, darin aber auch zahlreiche Plätze, Spielplätze und Orte, die dem Wohlbefinden und der Zerstreuung dienen (z. B. Restaurants, Aussichtsturm), zu integrieren. Denn es sollte auch ein Park für alle Bürger und eine Oase der Erholung werden. Man sah vor, die Verbindungsstraßen abzusenken, um den Gesamteindruck nicht zu stören. Zudem wollte man weitgehend auf architektonische Strukturen verzichten. Eine Promenade sollte an einem See entlangführen. Die Fußwege sollten abseits der Fahrwege liegen, damit man ungestört spazieren könne. Ein Cricketplatz sollte, im Norden liegend, einfach zu erreichen sein. Die Parkkommission nahm nur wenige Veränderungen vor.
Gründerväter und Tüftler hinter den Kulissen
Frederick Law Olmsted war ein bekannter Farmer und gilt als der „Vater der amerikanischen Landschaftsarchitektur“. Calvert Vaux stammte aus England und war Partner des Landschaftsarchitekten Andrew Jackson Downing, der 1853 verstarb. Vaux setzte Downings Arbeit fort; er war als Architekt und Autor architektonischer Bücher bekannt. Andrew H. Green war Leiter und Finanzverwalter des Board of Commissioners. Er war somit zuständig für die zeitgerechte und effiziente Organisation dieses Bauvorhabens. Seine Aufgabe war es auch, alle nötigen Fachleute für die Durchführung sämtlicher geplanter Bau- und Gestaltungsvorhaben einzustellen. Ignaz Pilat wurde als oberster Landschaftsgärtner angestellt. Er war für die Auswahl der Pflanzen und deren Gruppierung, Detailgestaltung des Geländes und die bewunderten, Raum gebenden Durchblicke verantwortlich. Jacob Wrey Mould, „Oberster Zeichner“ und ebenfalls Landschaftsarchitekt. Die Ornamente und die Verzierung der rund sechzig Brücken im Park sind sein Beitrag. George E. Waring Jr., Ingenieur, der das komplexe Kanal- und Flusssystem des Parks entwickelte.
Die „Olmsted, Vaux and Company“ – Partnerschaft bestand bis zur Vollendung und offiziellen Einweihung des Central Parks 1873. Währenddessen arbeiteten beide auch an weiteren Parkprojekten, unter anderem für Brooklyn, Chicago, Riverside und Illinois, danach trennten sich die zwei.
Bauarbeiten und Geschichte bis 1900 mini|The Terrace, Central Park, New York (1862).Victor Prevost mini|Anteil am Central Park Fund von 1868 - der Central Park Fund diente zur Finanzierung des Central Park Baues mini|Central Park, New York (1901).Maurice Prendergast mini|Eine unauffällige Steinbrücke im Central Park, entworfen von Calvert Vaux, trennt die Fußgänger von der Fahrbahn. Jede Brücke im Park ist ein Unikat. mini|Gusseisenbrücke Gothic Bridge mini|Bach im Central ParkDie Bauarbeiten begannen 1858, der Central Park wurde 1873 eingeweiht. Der Park wurde immer wieder neuen Bedürfnissen angepasst.
In den ersten fünf Jahren hatten die Arbeiter fast 2,5 Millionen yd³ (1,9 Millionen m³) Steine und Erde bewegt – genug, um ein Fußballfeld um acht Stockwerke zu erhöhen. Mit Spitzhacken, Hämmern und Schaufeln und 166 t Schießpulver sprengten sie 300.000 yd³ Felsgestein aus Gneis, durchzogen von Granit. Steinbrecher zerkleinerten das Geröll zu Splitt und Schotter für das Straßenpflaster. Bauunternehmer lieferten 6 Millionen Ziegelsteine, 35.000 Fässer Zement, 65.000 yd³ = 50.000 m³ Kies, und 19.000 yd³ = 15.000 m³ Sand. Gärtner verteilten mehr als 40000 yd³ = 30.000 m³ Mutterboden und pflanzten 270.000 Bäume und Sträucher. Vielen Arbeitslosen gaben die Bauarbeiten im Park Beschäftigung. Auf dem Höhepunkt der Bautätigkeit 1859 und 1860 war der Board of Commissioners des Central Parks einer der größten Arbeitgeber der Stadt, der jedes Jahr 4000 Arbeiter beschäftigte, und im September 1859 arbeiteten 3600 Männer an einem einzigen Tag. Als 1859 ein Teil der Arbeiter streikte, um höhere Löhne zu fordern, wurden sie entlassen, denn es gab genug Arbeitssuchende, die die Bedingungen akzeptierten. Trotz der niedrigen Löhne waren viele bereit, auch nachts und sonntags zu arbeiten. Aus diesem immensen Aufwand an Arbeit und Material – bis zu 20.000 Männer und 5 Millionen Dollar allein im Jahre 1866 – entstanden Park- und Spazierwege, Brücken, Hügel, Teiche, Wiesen und Ausblicke.
Nachdem für Friedrich Schiller ein Denkmal eingerichtet worden war, stellte man am 14. September 1869 das nunmehr zweitälteste zu Ehren von Alexander von Humboldt an der 59. Straße und Fifth Avenue auf.
Während der Arbeit an der Anlage wurden Veränderungen am ursprünglichen Plan vorgenommen. Zum einen wurde aus Kostengründen auf billigere Materialien beim Bau der zahlreichen Brücken zurückgegriffen. Zum anderen wurde die Idee eines privaten Zoos integriert, der 1870 im Süden der Anlage sein Zuhause fand. Dieser Zoo wurde mit allerlei Tieren beschenkt, darunter Hirsche, Gänse, Stachelschweine und Präriewölfe. Außerdem wurde eine Beleuchtung der Wege eingerichtet, um den Park nachts sicherer zu machen. Nach und nach wurden weitere Eingänge geschaffen und Wege verbreitert.
Noch während der Arbeiten wurde der Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Da die Kommission fürchtete, das Niveau der Anlage könne sinken, wurden Nutzungsrichtlinien erarbeitet. Darin wurde festgelegt, wer wann den Park betreten dürfe. Die wohlhabenden Bürger (und Geldgeber) fühlten sich durch die Ärmeren belästigt. Es wurde verboten, Bäume und Sträucher zu beschädigen oder sein Vieh zum Grasen in den Park zu treiben. Ferner durften keine der üblichen Massenpicknicks oder Militärparaden stattfinden, um die Attraktivität nicht zu stören.
Der 18 Morgen große See war einst ein Sumpfgelände. Nach den Bauarbeiten 1857 wurde der See für das Eislaufen im Winter 1858 erstmals freigegeben. Bis 1950 wurde der See zum Eislaufen in den Wintermonaten und zum Bootfahren im Sommer genutzt. 1950 wurde die Wollman-Eislaufbahn eröffnet, die in den Wintermonaten über 4.000 Eisläufer pro Tag anzieht.Bilder von Venezianischen Gondeln am See des Central Parks, um 1900 pinterest.de, abgerufen am 22. Januar 2018.
1870 ging die Verwaltung in die Hände des Bürgermeisters, A. Oakey Hall, über, der eine neue Parkkommission gründete. Olmsted und Vaux wurden als Landschaftsarchitekten entlassen, da sie die Arbeit der Stadt zu sehr kritisierten. Tatsächlich aber stellte die neue Kommission Projekte fertig, die vorher nur oberflächlich erledigt werden konnten. Vaux wurde später nochmals als Landschaftsarchitekt eingestellt, sein Wirkungskreis war aber geringer.
Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise bauten sich obdachlos gewordene Arme Hütten im Park.
Belvedere Castle Benannt nach dem italienischen Wort für „schöne Aussicht“, bietet Belvedere Castle dem Spaziergänger das, was der Name schon sagt. Die Burg liegt auf einer Anhöhe namens Vista Rock und ist somit die höchste Erhebung des Parks. Mit ihren zwei Balkonen liefert sie einen Panoramablick auf einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Parks: auf das Delacorte Theater, wo im Sommer kostenfrei zugänglich Shakespeare-Stücke aufgeführt werden, sowie auf den direkt unterhalb gelegenen Turtle Pond (Schildkrötenteich), auf die Great Lawn (Große Wiese) und auf den Ramble (Ur-Wald).
Ursprünglich 1865 von Calvert Vaux gestaltet, ist Schloss Belvedere ein viktorianischer Phantasiebau. Mit seiner starken Steinfassade, dem großen Turm mit Fahne, war es eine beliebte Attraktion im Central Park.https://lovetoeatandtravel.com/central-park-nyc