Emtmannsberg ist ein Dorf und eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bayreuth und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg. mini|Emtmannsberg

Geografie Lage Die Gemeinde liegt am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz. An der westlichen Gemeindegrenze zu Bayreuth fließt der Rote Main. Im östlichen Gemeindegebiet fließt die Ölschnitz, ein linker Zufluss des Roten Mains. Im Südwesten liegt ein Teil des Forstes Thiergarten.

Gemeindegliederung Es gibt 21 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Auf dem Gemeindegebiet liegen die Gemarkungen Birk, Emtmannsberg, Forst Thiergarten (Gemarkungsteil 2), Hauendorf und Schamelsberg. Die Gemarkung Emtmannsberg hat eine Fläche von 1,871 km² und ist in 539 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Pirschling.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Weidenberg, Seybothenreuth, Speichersdorf, Creußen und Bayreuth.

Geschichte mini|hochkant=1.3| Emtmannsberg wurde 1320 als „ze dem Perge“ erstmals urkundlich erwähnt, 1324 mit dem Zusatz „Nentbsperg“, 1411 „Nentwigsperg“ und 1436 „Emtmansperg“. Das Bestimmungswort ist wahrscheinlich ein Personenname.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 64. Der Gemeindeteil Birk wurde 1357 erstmals als „Pirk“ urkundlich erwähnt. Die Herren von Künsberg waren seit Beginn des 13. Jahrhunderts bis 1487 im Besitz des Ritterguts Emtmannsberg. Im Jahr 1660 erwarb der markgräfliche Hofkanzler Carl von Stein das Rittergut. 1663 wurde er auch mit der Hochgerichtsbarkeit belehnt. Als die Familie von Stein 1739 ausstarb, fiel das Rittergut an das Markgraftum Bayreuth.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Emtmannsberg 40 Anwesen (Ehemals ritterschaftliches Schloss, 12 Sölden, 2 Gütlein, 2 Viertelsölden, 1 Achtelsölde, 1 Wirtshaus, 16 Tropfhäuser, 1 Wohnhaus, 1 Haus mit Branntweinbrenngerechtigkeit, 3 Häuser). Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Creußen zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte die bayreuthische Amtsverwaltung Emtmannsberg.Richard Winkler: Bayreuth, S. 353.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Emtmannsberg bayerisch. 1812 wurde infolge des Ersten Gemeindeediktss der Steuerdistrikt Emtmannsberg gebildet. Außer dem Hauptort gehörten dazu Bühl, Gampelmühle, Gottelhof, Hauendorf, Hühl, Pirschling, Schamelsberg, Schlehenberg, Troschenreuth und Wiedent.Richard Winkler: Bayreuth, S. 490. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Emtmannsberg, zu der Pirschling gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Ab 1862 gehörte Emtmannsberg zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).Richard Winkler: Bayreuth, S. 469. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 8,436 km².

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Emtmannsberg am 14. April 1945 von US-amerikanischen Panzertruppen besetzt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Birk und Hauendorf sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Wolfsbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Emtmannsberg Jahr 1822 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2015 2020Einwohner 367 413 430 441 457 445 416 409 389 344 330 328 331 336 297 285 302 303 450 446 355 338 944 1110 1054 1053HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2020 wurden diese als „Wohngebäude“ bezeichnet. 54 72 62 68 69 67 69 77 288 361 373Quelle

Ort Emtmannsberg Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 330 362 430 441 385 323 275 446 355 338 368Häuser 53 61 68 66 69 77 120Quelle

mini|Bartholomäuskirche in Emtmannsberg mini|Schloss Emtmannsberg mini|Kirchplatz in Birk

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg. Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2002 führten zu folgenden Stimmenanteilen und Sitzverteilungen:

Partei/Liste Sitze 2002 Sitze 2008 Sitze 20142020%SitzeBürgerbündnis Emtmannsberg – – 4 26,89 3 CSU 3 3 3 20,47 2 Unabhängige Bürgerliste 2 3 220,693Schamelsberger Bürgerliste 1 1 113,212 Hauendorfer Bürgerliste 2 2 218,742 SPD 4 3 –––Gesamt 12 12 1210012

Bürgermeister Der Erste, der Zweite und der Dritte Bürgermeister sind per Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts vom 7. Mai 2020 Ehrenbeamte. Erster Bürgermeister ist Gerhard Herrmannsdörfer (CSU/Unabhängige Bürgerliste).

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist blau-weiß-schwarz.

Bau- und Bodendenkmäler

St. Bartholomäus (Emtmannsberg) St. Veronika (Birk) Burg Bühl (Emtmannsberg) Schloss Emtmannsberg

Verkehr Durch Emtmannsberg verläuft eine Gemeindeverbindungsstraße an Pirschling und Schamelsberg vorbei nach Wolfsbach zur Bundesstraße 2 (3,1 km nordwestlich) bzw. zur Kreisstraße BT 17 (0,8 km nördlich). Diese führt nördlich zur Bundesstraße 22 bei Lehen bzw. südlich an Emtmannsberg vorbei nach Unterölschnitz.

Literatur

Weblinks

Gemeinde Emtmannsberg Schloss Emtmannsberg mit Bildergalerie

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ersterwähnung 1320 Kategorie:Gemeindegründung 1812

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth