mini|hochkant|Streicher Bildstock, erbaut durch Michael Kurath mini|hochkant|Pfarrkirche St. Filippenmini|Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkriegs mini|Gasthof Kurath St. Filippen (slow: Šentlipš; ehemals St. Filippen ob Reinegg) ist eine Ortschaft der Marktgemeinde Brückl im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten. Die Bevölkerungsanzahl betrug am Personen.
Name Der Ort wird als sanctus Philippus erstmals 1096 erwähnt.Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Klagenfurt 1956, S. 187. Der Beiname St. Filippen ob Reinegg verweist auf die ehemalige Burg Reinegg, eine Höhlenburg, die gut vier Kilometer nordöstlich der Ortschaft, heute im Bereich der Gemeinde Völkermarkt, lag.
Lage Die Ortschaft liegt am südöstlichen Rand des Bezirks St. Veit an der Glan, im Südwesten der Gemeinde Brückl, auf dem Gebiet der Katastralgemeinde St. Filippen. Der Ort liegt im Nordosten des Klagenfurter Felds, rechtsseitig der Gurk am Fuße des Christofbergs. Durch die Ortschaft führt die Görtschitztal Straße B92.
Im Dorf werden nur mehr wenige Hausnamen geführt: Mauthner (Kirchenweg 1), Lamprecht (Kirchenweg 2), Rader (Kirchenweg 8), Toff (Christofbergstraße 2), Steyrer (Christofbergstraße 3), Schmied (Bachveidlweg 2), Veidl (Bachveidlweg 5), Perhoutz (Weingasse 1), Kofenig (Salzweg 1), Augustin (Salzweg 2) und Koder (Waldweg 3).KAGIS, Adressensuche auf https://gis.ktn.gv.at/
Geschichte Auf dem Gebiet der Steuergemeinde St. Filippen liegend, gehörte der Ort in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Osterwitz. Bei Gründung der Ortsgemeinden 1850 wurde St. Filippen Hauptort der Gemeinde St. Filippen. Seit Auflösung dieser Gemeinde 1865 gehört der Ort zur Gemeinde Brückl.
Ein Unwetter im Sommer 2017 führte zu Überschwemmungen des Salzbaches im Ortsgebiet von St. Filippen. Ab 2019 wurde ein Hochwasserschutzprojekt um 2,1 Millionen Euro umgesetzt.
Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1869: 26 Häuser, 214 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872, S. 61. 1880: 26 Häuser, 209 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882, S. 49. 1890: 27 Häuser, 195 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894, S. 49. 1900: 29 Häuser, 217 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 66. 1910: 30 Häuser, 200 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 31. 1923: 29 Häuser, 201 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 11. 1934: 211 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 11. 1961: 40 Häuser, 190 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 253. 2001: 108 Gebäude (davon 99 mit Hauptwohnsitz) mit 119 Wohnungen; 326 Einwohner und 15 Nebenwohnsitzfälle; 120 Haushalte; 8 Arbeitsstätten, 21 land- und forstwirtschaftliche BetriebeStatistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004, S. 94. 2011: 116 Gebäude, 319 Einwohner, 138 Haushalte, 13 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt 2014. 2021: 119 Gebäude, 295 Einwohner, 135 Haushalte, 22 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 32.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler Die katholische Pfarrkirche Hll. Philippus und Jakobus ist eine spätgotische, 1528 geweihte Kirche. Ein Vorgängerbau wurde erstmals zwischen 1096 und 1105 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1862 wurde neben anderen baulichen Veränderungen die Errichtung des Westturms vorgenommen. Friedhof mit Friedhofskapelle Kriegerdenkmal der Gefallenen des Kärntner Abwehrkampfes, des 1. Weltkrieges sowie des 2. WeltkriegesKriegerdenkmal St. Filippen kleindenkmaeler.at, abgerufen am 14. April 2019 Vereine Freiwillige Feuerwehr St. Filippen MGV St. Filippen ob Reinegg Jagdverein Landschaden Kärntner See-Bergteifl MC Horny and the Bees Pfarrgemeinderat St. Filippen ob Reinegg Infrastruktur Die Ortschaft hat zwei Gasthäuser, das Gasthaus Valente vulgo Toff und den Gasthof Kurath. Der Gasthof Kurath bestand ursprünglich aus zwei Gaststätten, dem Gasthof Streicher und dem Gasthof Kramer, die später von Michael Kurath senior fusioniert wurden. Die ehemalige Volksschule dient bei Wahlen als Wahllokal. Durch die Ortschaft führt die Görtschitztal Bundesstraße, von der mitten im Ort eine Gemeindestraße nach Westen auf den Christofberg abzweigt. Der Nahversorger der Ortschaft mit Namen „Pflegerle“ wurde Ende des 20. Jahrhunderts aufgelöst. Dorfleben Das dörfliche Kulturleben wird durch den Pfarrgemeinderat belebt, sodass mit einer Marterl-Restaurierungsaktion im Jahre 2017 neun Bildstöcke und Kreuze präsentiert wurden. Er veranstaltet zwei Feste jährlich, das Pfarrfest und eine frühweihnachtliche Veranstaltung.
Eine weitere Traditionsveranstaltung des Ortes bildet der Fasching, bei dem ein Umzug durch die Ortschaft stattfindet, welche beim Gasthof Kurath ihr Ende findet. In diesem Rahmen wird jährlich der Maskenball der Feuerwehr St. Filippen veranstaltet. Die Feuerwehr, die sich 2011 zur „Superwehr 2011“ küren lassen konnte, veranstaltet jährlich auch das Maibaumaufstellen und einen Tag der offenen Tür.
Alle 3 Jahre veranstaltet der Jagdverein Landschaden den Jägerball in St. Filippen.
Im Rahmen der 900-Jahr-Feier wurde ein Buch zur Geschichte St. Filippens erstellt.
Persönlichkeiten
Wilhelm Korak (* 1974), Politiker Wilhelm Krek (1962–2018), Wissenschaftler auf dem Gebiet der Tumorforschung, 2001 Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis Karl Kurath (* 1967) Unternehmer und Forstwirt, Träger des großen Ehrenzeichens des Landes Kärnten Leo Murer (1940–1996), Musiker und Komponist Sonja Wogrin (* 1985), Wissenschaftlerin auf dem Gebiet Elektrizitätssysteme und Elektrotechnik, 2023 Starting Grant des europäischen Forschungsrats
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan SanktFilippen