Vogelsang ist eine Gemeinde im Südosten von Brandenburg im Landkreis Oder-Spree. Sie wird vom Amt Brieskow-Finkenheerd verwaltet.

Geografie Die Gemeinde liegt etwa 15 Kilometer südlich von Frankfurt (Oder) am Rande der Ziltendorfer Niederung.

Gemeindegliederung Vogelsang hat keine amtlich ausgewiesenen Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile oder Wohnplätze.Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Vogelsang

Geschichte Die Siedlungsgeschichte beginnt in der frühen Weichseleiszeit, wie ein Fund eines Faustkeils der mittleren Altsteinzeit in der Kiesgrube von Vogelsang beweist. Nördlich von Vogelsang fand sich eine ausgedehnte germanische Siedlung mit Eisenverhüttung, wie zahlreiche Rennofenschlacken belegen. Historisch wertvolle Funde, u. a. von Urnen und Gräbern, sind Zeugen einer frühen dichten Besiedelung des heutigen Gemeindegebiets. Die spätmittelalterliche Bevölkerung muss dagegen einen hohen Anteil an Sorben gehabt haben, da Vogelsang den höchsten Anteil sorbischer Gewannflurnamen der Region aufweist.Museum für Ur- und Frühgeschichte Potsdam: Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam, Band 22. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, S. 135ff.

Am 25. Juni 1327 erwarb das Kloster Neuzelle fünf Hufen „zume Vogelsange“. Der Ortsname variiert stark, 1345 „der Vogilsang“, 1416/26 „Vogilsangk“, 1547 „Dorff Fogelsangk“, 1562 „Fogelgesangk“ und ab 1654 in der heutigen Schreibweise „Vogelsang“. Der Ortsname lässt auf eine waldreiche Umgebung der Ortschaft mit vielen Singvögeln schließen, zumal es keinen niedersorbischen Ortsnamen gibt.Klaus-Dieter Gansleweit: Untersuchungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte der nordöstlichen Niederlausitz. Die Flur- und Ortsnamen im Bereich des früheren Stiftes Neuzelle (= Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte, Band 34). Akademie-Verlag, 1982, S. 247.

Im Zweiten Weltkrieg wurde nahe Vogelsang ein Einheitskraftwerk errichtet, um die in der Umgebung angesiedelte Rüstungsindustrie mit Elektroenergie zu versorgen. Im Februar 1945 hat die Rote Armee im Kraftwerk einen Brückenkopf errichtet, der bis zum April bestand. Infolge der Kämpfe um den Brückenkopf wurde Vogelsang fast völlig zerstört.

Vogelsang gehörte seit 1817 zum Kreis Guben in der Provinz Brandenburg. Zwischen 1950 und 1957 war Vogelsang Ortsteil von Fürstenberg (Oder)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 37 und gehörte ab 1952 zum Kreis Eisenhüttenstadt-Land im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 653 1890 798 1910 963 1925 958 1933 930 1939 896 Jahr Einwohner 1946 532 1950 754 1964 772 1971 719 1981 647 1985 620 Jahr Einwohner 1990 557 1995 649 2000 811 2005 837 2010 773 2015 735 Jahr Einwohner 2020 719 2021 725 2022 740 2023 735 2024 738 2025 736

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Vogelsang besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Freie Wählergemeinschaft Vogelsang 89,7 % 9 81,2 % 8 Einzelbewerber Markus Benkenstein 4,4 % – 15,2 % 1 SPD 5,9 % 1 3,7 % – Insgesamt 100 % 10 100 % 9

Bei der Wahl 2024 entsprach der Stimmenanteil des Einzelbewerbers Markus Benkenstein zwei Sitzen, daher bleibt ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister 1998–2008: Dieter Schulze 2008–2024: Nils-Hagen Giesa (Freie Wählergemeinschaft Vogelsang)Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 10 seit 2024: Frank-Michael Schulze (Freie Wählergemeinschaft Vogelsang)

Schulze wurde am 9. Juni 2024 mit 72,2 % der gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Wappen Das Wappen wurde am 13. Februar 2006 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot aus einem goldenen Schildfuß, belegt mit einem blauen Wellenbalken, wachsend ein dreiblättriger goldener Eichenzweig auf dem zwei einander zugewandte und singende silberne Vögel sitzen.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

mini|Gefallenendenkmal

Sehenswürdigkeiten Gefallenendenkmal Kraftwerksruine des Wernerwerk (Kraftwerk Vogelsang).

Verkehr Vogelsang liegt eingeklemmt zwischen der Oder und dem Industriegebiet von ArcelorMittal. Der Bahnhof der Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn lag ca. 1500 m vom Ort entfernt, wird aber nicht mehr bedient. Über die Landesstraße L 372 Ist Vogelsang nur von Norden über Ziltendorf oder von Süden über Eisenhüttenstadt zu erreichen.

Der Plan für eine Oderbrücke in der Nähe von Vogelsang wird nicht mehr verfolgt.

Persönlichkeiten Wolfgang Cajar (* 1935), Heimatforscher

Quellenangaben

Weblinks

Gemeinde Vogelsang beim Amt Brieskow-Finkenheerd Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 17. Januar 2010 Private Website

Kategorie:Ort im Landkreis Oder-Spree Kategorie:Gemeindegründung 1957