mini|Orson Scott Card (2008) Orson Scott Card (* 24. August 1951 in Richland, Washington, USA) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller.
Leben Cards frühe Werke stammen aus den Genres der Science Fiction (z. B. Hot Sleep und Capitol) und Fantasy (Songmaster). Bekanntheit erlangte er mit dem Science-Fiction-Roman Das Große Spiel (engl. Originalausgabe Ender’s Game), der 1985 mit dem Nebula Award und 1986 dem Hugo Award ausgezeichnet wurde. Beide Auszeichnungen erreichte auch der Nachfolger Sprecher für die Toten (engl. Originalausgabe Speaker for the Dead) im Jahre 1986 (Nebula) und 1987 (Hugo), was Card zum einzigen Autor machte, der die beiden bedeutendsten Auszeichnungen der Science Fiction in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewann. Des Weiteren erhielt er für Sprecher für die Toten den Locus AwardThe LOCUS Index to SF Awards: , den er bislang insgesamt achtmal gewinnen sollte.The LOCUS Index to SF Awards: Ebenfalls 1987 wurde sein Kurzroman Hatrack River mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Daneben hat er in den Bereichen Horror (Lost Boys) und Thriller (Treasure Box) veröffentlicht.
Einige seiner Romane (so etwa Stone Tables, ein Roman über das Leben des alttestamentlichen Moses) sind religiös gefärbt; andere Romane zeigen seine mormonische Tradition nur indirekt oder gar nicht.
Card engagiert sich auch politisch, wobei seine Haltung – trotz seiner Selbsteinschätzung als Demokrat – eher als rechts-konservativ einzuschätzen ist. Card befürwortet unter anderem mehrere Aspekte des sogenannten Krieg gegen den Terror und der damit verbundenen amerikanischen Außenpolitik. Ebenso geriet er mehrmals unter Kritik wegen seiner Äußerungen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.Artikel von Card gegen und zur Kritik von Demokraten an der Außenpolitik von G. W. Bush. Seine Empire-Romane (Empire sowie Hidden Empire) wurden dafür kritisiert, dass Card darin seine politischen Ansichten sehr explizit zum Ausdruck brachte und teils recht scharf gegen liberale Positionen polemisierte.Vgl. neben anderen Rezensionen etwa SF-Reviews.net
Seit 2008 schreibt er wöchentlich einen Kommentar für die Sonntagsausgabe der mormonischen Deseret News (früher: "the Mormon Times").
Werk Das Ender-Universum Die Geschichten des Ender-Universums drehen sich um die Person des Ender Wiggin. Ender wurde geboren als „genetische Auftragsarbeit“ in einer Phase, in der die Menschen der Erde in einem Dauerkonflikt mit der außerirdischen Rasse der Buggers (deutsch: Krabbler) liegen. Die Menschheit benötigte ein militärisches Genie, das Personen wie Alexander den Großen, Dschingis Khan und Napoleon in den Schatten stellt. Seine Kindheit verbrachte Ender auf einer Raumstation in einem Zustand der sozialen Isolation und der ständigen Herausforderung durch seine Mitschüler und Lehrer. Im Alter von elf Jahren wurde er, auf dem Höhepunkt seiner geistigen Leistungsfähigkeit, vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen. Die Prüfungsaufgabe war eine höchst anspruchsvolle, wenn nicht gar unfaire simulierte Schlacht. Er löste sie, indem er seinerseits eine als ungewöhnlich zu betrachtende Vorgehensweise wählte und unter Anwendung einer Selbstmordmission den Planeten und damit die gesamte Spezies des Gegners vernichtete.
Zu seinem Erstaunen hatten die Prüfer dagegen keine Einwände: Es handelte sich gar nicht um eine Simulation, sondern um die Entscheidungsschlacht des realen Krieges. Die realen Soldaten hatten seine Befehle ausgeführt und die Schlacht durch die vollständige Vernichtung der Fremdrasse gewonnen. Erschüttert von der plötzlichen Erkenntnis, eine ganze Rasse ausgelöscht zu haben, beschließt Ender im Zuge der jetzt einsetzenden Besiedlung des Weltraums durch die Menschen, ins Exil der Anonymität zu gehen. In einem Buch von durchdringender Wahrheit, das im Laufe der Zeit in die Geschichte der Menschheit eingeht, geißelt er unter einem Pseudonym seine eigene Tat und macht der Menschheit ihren furchtbaren Fehler klar. Anschließend begibt er sich auf eine kosmische Büßerreise, indem er vormals von den Krabblern und jetzt von den Menschen besiedelte Planeten besucht. Durch die Folgen des relativistischen Raumfluges überspringt er dabei, begleitet von seiner Schwester Valentine, die Jahrtausende. Er wird zur Stimme der Wahrheit für die Toten, indem er aus deren Werken deren innere Gedankenwelt erkennt (eine Fähigkeit, die unter anderem seine militärische Genialität ausmacht) und sie den Hinterbliebenen erläutert. Seiner Vernichtung der Krabbler setzt er im zweiten Buch die Neuansiedelung der Krabbler-Königin auf einem Planeten entgegen. Durch verschiedene Umstände bilden die örtlichen Außerirdischen zusammen mit den Menschen und den bald entstehenden Krabblern eine neue Gemeinschaft.
2008 erhielt Card den Margaret A. Edwards Award der American Library Association für seine großen Verdienste in der Jugendliteratur. Zitierte: Ender’s Game und Ender’s Shadow.2008 Margaret A. Edwards Award Winner (englisch). American Library Association.
Mit dem geplanten Buch Shadows Alive sollen die Enderserie und die Shadowserie wieder zusammenfinden.http://www.hatrack.com/cgi-bin/ubbmain/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=1;t=005427;p=0
Der erste Band wurde 2013 mit Harrison Ford verfilmt und kam am 24. Oktober 2013 in die deutschen Kinos.
Empire-Reihe In den USA droht ein neuer Bürgerkrieg auszubrechen. Nachdem der Historiker und neue Nationale Sicherheitsberater Averell Torrent mit überwältigender Mehrheit als neuer Präsident vereidigt wird, scheint das Land wieder zur Ruhe zu kommen. Doch Torrent plant, in Anlehnung an die Politik des ersten römischen Kaisers Augustus, ein amerikanisches Imperium zu begründen.
Sonstiges Card hat in den 90er Jahren die Beleidigungen für das Fechten in Monkey Island (Computerspiel) geschrieben.
Auszeichnungen 1978 John W. Campbell Award for Best New Writer in Science Fiction 1979 Analog Award für Lifeloop als beste Kurzgeschichte 1980 Analog Award für Songhouse als bester Kurzroman 1986 Hugo Award für Ender’s Game als bester Roman 1986 Nebula Award für Ender’s Game als bester Roman 1986 Science Fiction Chronicle Readers Poll für Ender’s Game als bester Roman 1987 Hugo Award für Speaker for the Dead als bester Roman 1987 Locus Award für Speaker for the Dead als bester Science-Fiction-Roman 1987 Nebula Award für Speaker for the Dead als bester Roman 1987 Phoenix Award 1987 Science Fiction Chronicle Readers Poll für Speaker for the Dead als bester Roman 1987 World Fantasy Award für Hatrack River als beste Erzählung 1988 Hugo Award für Eye for Eye als beste Erzählung 1988 Locus Award für Seventh Son in der Kategorie „Fantasy Novel“ 1988 Mythopoeic Award für Seventh Son in der Kategorie „Fantasy“ 1989 Asimov’s Science Fiction Magazine Readers’ Award für Dowser als bester Kurzroman 1989 Ditmar Award für Seventh Son in der Kategorie „International Long Fiction“ 1989 Interzone Readers Poll in der Kategorie „All-Time Best Sf Author“ 1989 Kurd-Laßwitz-Preis für Speaker for the Dead als bester fremdsprachiger Roman 1989 Locus Award für Red Prophet als bester Fantasy-Roman 1989 Seiun Award für Eye for Eye in der Kategorie „Foreign Short Fiction“ 1990 Locus Award für Prentice Alvin in der Kategorie „Fantasy Novel“ 1990 Locus Award für Dogwalker als bester Kurzroman 1990 Locus Award für Lost Boys als beste Kurzgeschichte 1991 Hugo Award für How to Write Science Fiction and Fantasy als bestes Sachbuch 1991 Locus Award für Maps in a Mirror: The Short Fiction of Orson Scott Card als beste Sammlung 1992 Edward E. Smith Memorial Award for Imaginative Fiction 1994 Premio Ignotus für El juego de Ender (Ender’s Game) als bester fremdsprachiger Roman 1996 Locus Award für Alvin Journeyman in der Kategorie „Fantasy Novel“ 1999 Geffen Award für Pastwatch: The Redemption of Christopher Columbus in der Kategorie „SF Book“ 2000 Grand Prix de l’Imaginaire für Les chroniques d’Alvin le faiseur (The Chronicles of Alvin Maker) als bester fremdsprachiger Roman 2001 Geffen Award für Ender’s Shadow in der Kategorie „SF Book“ 2017 Geffen Award für Earth Afire & Earth Awakens in der Kategorie „SF Book“
Bibliografie Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Teils geordnet.
Wird bei Übersetzungen von Kurzgeschichten als Quelle nur Titel und Jahr angegeben, so findet sich die vollständige Angabe bei der entsprechenden Sammelausgabe.
Ender-Serien
Ender Wiggin Romane: 1 Ender’s Game (1985) Deutsch: Das große Spiel. Ins Deutsche übertragen von Karl-Ulrich Burgdorf. Bastei Lübbe Science Fiction Special #24089, 1986, ISBN 3-404-24089-8. Auch als: Enders Spiel. Übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf. Heyne fliegt, 2012, ISBN 978-3-453-31420-7. 2 Speaker for the Dead (1986; auch: Speaker For the Dead) Deutsch: Sprecher für die Toten. Übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf. Bastei Lübbe Science Fiction Special #24103, 1988, ISBN 3-404-24103-7. 3 Xenocide (1991) Deutsch: Xenozid. Übersetzt von Uwe Anton. Bastei Lübbe Science Fiction Special #24153, 1992, ISBN 3-404-24153-3. 4 Children of the Mind (1996) Deutsch: Enders Kinder. Übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf. Bastei Lübbe Science Fiction #24240, 1998, ISBN 3-404-24240-8. Ender in Exile (2008) Formic Wars: Burning Earth (2011)
Sammelausgaben: Ender’s Game (Sammelausgabe von 1 und 2 und Roman; 1985) Ender’s War (Sammelausgabe von 1 und 2; 1986; auch: Ender’s Game and Speaker for the Dead, 2013) Deutsch: Ender. Bastei Lübbe Science Fiction Special #24155, 1992, ISBN 3-404-24155-X. Beyond Ender’s Game (Sammelausgabe von 2–4; 2002) First Meetings: In the Enderverse (2002; auch: First Meetings in Ender’s Universe, 2004) Ender’s Saga (Sammelausgabe von 1–3; 2003; auch: Ender’s Game / Ender’s Shadow / Shadow of the Hegemon, 2013) The Ender Quartet (Sammelausgabe von 1–4 in Kassette; 2008) Ender’s Game Ultimate Collection (2012)
Kurzgeschichten: Ender’s Game (Kurzgeschichte, die später zum Roman ausgebaut wurde; in: Analog Science Fiction/Science Fact, August 1977) Deutsch: Enders Spiel. Übersetzt von Rolf W. Liersch. In: Orson Scott Card: Play Kosmos. 1982. Investment Counselor (1999, in: Robert Silverberg (Hrsg.): Far Horizons: All New Tales from the Greatest Worlds of Science Fiction) The War of Gifts (An Ender Story) (2016, in: Bryan Thomas Schmidt (Hrsg.): Decision Points)
Sachbuch: The Authorized Ender Companion (2009; mit Jake Black) Ender’s World: Fresh Perspectives on the SF Classic Ender’s Game (2013)
Kurzgeschichten aus dem Ender-Universum Gloriously Bright (in: Analog Science Fiction and Fact, January 1991) The Polish Boy (2002, in: Orson Scott Card: First Meetings: In the Enderverse) Teacher’s Pest (2003, in: Orson Scott Card: First Meetings: In the Enderverse) Mazer in Prison (in: Orson Scott Card’s Intergalactic Medicine Show, #1, October 2005) Cheater (in: Orson Scott Card’s Intergalactic Medicine Show, #3, October 2006) Pretty Boy (in: Orson Scott Card’s Intergalactic Medicine Show, #2, March 2006) A War of Gifts: An Ender Story (2007, Kurzroman; auch: A War of Gifts) A Young Man with Prospects (in: Orson Scott Card’s Intergalactic Medicine Show, #4, February 2007) Renegat (2017, in: Bryan Thomas Schmidt (Hrsg.): Infinite Stars) Messenger (2019, in: Bryan Thomas Schmidt (Hrsg.): Infinite Stars)
Ender’s Shadow / Enders Schatten 1 Ender’s Shadow (1999) Deutsch: Enders Schatten. Übersetzt von Regina Winter. Festa SF #1802, 2005, ISBN 3-86552-005-7. 2 Shadow of the Hegemon (2000) 3 Shadow Puppets (2002) 4 Shadow of the Giant (2001) 5 Shadows in Flight (2012) Sammelausgaben: Orson Scott Card’s Ender’s Shadow: Three-Book Set (Sammelausgabe von 1–3; 2003) The Ender’s Shadow Series Box Set (2008) The Shadow Saga (Sammelausgabe von 1–4; 2012)
First Formic War (mit Aaron Johnston) 1 Earth Unaware (2012) 2 Earth Afire (2013) 3 Earth Awakens (2014) The First Formic War (Sammelausgabe von 1–3; 2016, Sammelausgabe)
Second Formic War (mit Aaron Johnston) 1 The Swarm (2016)