Ziltendorf ist eine Gemeinde im Südosten von Brandenburg im Landkreis Oder-Spree. Sie gehört zum Amt Brieskow-Finkenheerd.
Geografie mini|links|Oder bei Aurith Die Gemeinde liegt am Rande der Ziltendorfer Niederung, die sich in der Oderaue zwischen dem Oder-Spree-Kanal und der Oder befindet. Beim Oderhochwasser 1997 wurden weite Teile des Gemeindegebietes überflutet, so dass erhebliche Schäden entstanden.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Aurith und Ernst-Thälmann-Siedlung.Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
Geschichte Die Gemeinde wurde erstmals im Jahr 1316 unter dem Namen Tzuluttendorph urkundlich erwähnt. Aus dem alten Ortsnamen kann auf einen hohen Anteil sorbischer Bauern und Zeidler bei der mittelalterlichen Besiedlung geschlossen werden.
Die Ziltendorfer Ortsgruppe der KPD erlangte während des Reichstagsbrandprozesses nationale Bekanntheit, weil ein Angehöriger der Zelle vor dem Reichsgericht in Leipzig aussagte.
Von 1406 bis 1817 (mit Ausnahme einer sechsjährigen Verpachtungszeit) war das Dorf im Stiftbesitz des Klosters Neuzelle, danach gehörte es zum Kreis Guben in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Fürstenberg (Oder) – später Kreis Eisenhüttenstadt-Land im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder).
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1197 1890 1361 1910 1376 1925 1431 1933 1503 1939 1414 Jahr Einwohner 1946 1699 1950 2026 1964 1772 1971 1849 1981 1648 1985 1566 Jahr Einwohner 1990 1493 1995 1499 2000 1658 2005 1692 2010 1613 2015 1570 Jahr Einwohner 2020 1483 2021 1479 2022 1451 2023 1445 2024 1428 2025 1413
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree (PDF) S. 30–33Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Ziltendorf besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde (Stand: 2024) aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 77,4 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählervereinigung Ziltendorfer Niederung 18,0 % 2 72,4 % 7 Einzelbewerber Danny Langhagel – – 11,8 % 1 SPD 9,0 % 1 8,5 % 1 Einzelbewerber Volkmar Kurth – – 5,4 % 1 Bündnis 90/Die Grünen – – 1,9 % – CDU 39,6 % 5 – – Einzelbewerber Stefan Lehmann 14,8 % 1 – – Einzelbewerber Axel Borchert 9,6 % 1 – – Einzelbewerber Marko Schäfer 9,2 % 1 – – Insgesamt 100 % 11 100 % 10
Bei der Wahl 2019 entfielen auf den Einzelbewerber Stefan Lehmann zwei Sitze, von denen einer unbesetzt blieb.
Bürgermeister 1990–1993: Günter LehmannWissenswerte Historie auf chronik.ziltendorf.com 1993–2011: Frank-Reiner Vierling (CDU)Eine Gemeinde sagt „Danke!“ Ortschronik der Gemeinde Ziltendorf, abgerufen am 8. Januar 2025. 2011–2021: Danny Langhagel (CDU) seit 2021: Heiko Hillebrand (Wählervereinigung Ziltendorfer Niederung)Amtsblatt für das Amt Brieskow-Finkenheerd. Nr. 9/2021, Brieskow-Finkenheerd 2021, S. 2.
Langhagel wurde bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 68,0 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Er trat am 8. September 2021 zurück.
Hillebrand wurde im September 2021 durch die Gemeindevertretung zu seinem Nachfolger gewählt. Am 9. Juni 2024 wurde er mit 78,1 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
Wappen Das Wappen wurde am 18. Mai 1998 genehmigt.
Blasonierung: „In Blau unter silbernem Wellenbalken eine goldene Korngarbe, begleitet rechts von einem goldenen Kleeblattkreuz und links von einem goldenen Doppelhaken.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Grundschule Ziltendorf (unter Denkmalschutz) In der Liste der Baudenkmale in Ziltendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes zählt die evangelische Dorfkirche mit ihren beiden Kirchenglocken aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Sie wurde nach der totalen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Ende der 1990er Jahre neu errichtet.
Im Bürgerhaus, Bahnhofstr. 2, befindet sich eine Ausstellung zum Oderhochwasser 1997.
Musik Blaskapelle Ziltendorf
Wirtschaft und Infrastruktur Ziltendorf ist durch die landwirtschaftliche Nutzung der Ziltendorfer Niederung geprägt. Sie verfügt über ein erschlossenes Gewerbegebiet.
Unternehmen FeroTherm Thermolux GmbH SET up Computersysteme GmbH
mini|Bahnhof Ziltendorf Verkehr Ziltendorf liegt an der Bundesstraße 112 zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt sowie an der Landesstraße L 371 zwischen Ziltendorf und dem Ortsteil Aurith.
Der Bahnhof Ziltendorf liegt an der Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Guben–Cottbus und wird abwechselnd von der Regional-Express-Linie RE 10 (Frankfurt (Oder)–Cottbus–Leipzig Hbf), sowie von der Regionalbahnlinie RB 43 (Frankfurt (Oder)–Cottbus–Falkenberg (Elster)) jeweils im Zweistundentakt bedient. Zudem befindet sich am Rande des Ortes der Werkbahnhof der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt mit 16 Gleisen, die im benachbarten Eisenhüttenstadt ein integriertes Hüttenwerk betreibt.
Bildung Grundschule Ziltendorf
Söhne und Töchter der Gemeinde Erich Krüger (1894–nach 1945), Politiker (NSDAP) Georg Stein (1897–1976), Zoologe Gerhard Lauke (* 1952), Radrennfahrer
Weblinks
Website der Gemeinde Gemeinde Ziltendorf beim Amt Brieskow-Finkenheerd Website für Ziltendorf (privat) Website für den Ortsteil Aurith
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Oder-Spree Kategorie:Ersterwähnung 1316