mini|Ein Backhaus in Unterschöllenbach, das mittlerweile abgebrochen wurde

Unterschöllenbach (fränkisch UndaschölmmbochD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 267. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ųndɐšölṃbōx“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Unterschöllenbach hat eine Fläche von 1,297 km². Sie ist in 394 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3290,80 m² haben.

Geografie Das Dorf liegt in einer Waldlichtung am Kübelsbach, dem linken Oberlauf des Geroldsbachs. Die Kreisstraße ERH 8/FO 29 führt über einen Kreisverkehr mit der Kreisstraße ERH 33 nach Kleinsendelbach zur Staatsstraße 2240 (1,7 km nördlich) bzw. nach Oberschöllenbach (1 km südlich). Die Kreisstraße ERH 6 führt nach Röckenhof (2 km südwestlich).

Geschichte Unterschöllenbach entstand als zum Reichsamt Heroldsberg gehörender Reichsbesitz, dies geschah in der Entstehungsphase der Burggrafschaft Nürnberg.F. Krug (Hrsg.): Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 102. 1278/79 wurden Ober- und Unterschöllenbach als „duas villas dictas Schellenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Namensgebend war der Bach, der heute Altbach genannt wird. Das Bestimmungswort des Hydronyms ist nicht eindeutig feststellbar. Eine Ableitung von wie auch vom Personennamen Schēllo ist gleichermaßen möglich.D. Fastnacht: Erlangen, S. 266f. 1278/79 kam der Ort an die Herren von Schlüsselberg. 1347 gehörten zum schlüsselbergischen Amt Neunhof eine Hube, zwei Lehen und ein Gut. Von den Burggrafen kam ein Teil des Ortes an die Nürnberg Patrizier Pfinzing und sechs Lehen an Peter Motter. Ein dritter Teil verblieb bei den Burggrafen und gelangte später in deren Rechtsnachfolgen an Brandenburg-Kulmbach. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte den Nürnberger Patrizier Oelhafen der Hauptteil des Ortes. Bis 1583 hatte das Reichsamt Heroldsberg die Hohe Gerichtsbarkeit, danach gelangte diese an das brandenburg-kulmbachische Oberamt Baiersdorf.

Von 1797 bis 1810 unterstand Unterschöllenbach dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Eschenau und der zugleich gebildeten Ruralgemeinde Eschenau zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Unterschöllenbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Unterschöllenbach zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt) und zum Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,292 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Unterschöllenbach am 1. Juli 1972 ein Bestandteil der neu gebildeten Gemeinde Eckental.

Baudenkmäler In Unterschöllenbach gibt es zwei Baudenkmäler: Unterschöllenbacher Hauptstraße 3: Ehemaliges Wohnstallhaus Unterschöllenbacher Hauptstraße 7: Scheune

ehemaliges Baudenkmal Unterschöllenbacher Hauptstraße 16: Backhaus

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2025Einwohner 81 133 122 121 124 122 115 119 128 123 111 97 92 88 87 91 91 93 75 178 165 153 126 103 111 150HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 15 18 22 20 20 19 19 22 24 35 Quelle

Religion Unterschöllenbach war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Neunkirchen am Sand) gepfarrt, ab 1520 nach St. Egidien (Beerbach), das 1524 infolge der Reformation evangelisch-lutherisch wurde, und seit 1858 zur Pfarrei St. Bartholomäus (Eschenau). Die Katholiken sind nach Mariä Verkündigung (Dormitz) gepfarrt.D. Fastnacht: Erlangen, S. 266.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Eckental) Kategorie:Ersterwähnung 1278 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt