Die Präsidentschaftswahl in der Slowakei 2019 war die fünfte direkte Präsidentschaftswahl in der Slowakei. Der bisherige Amtsinhaber Andrej Kiska stand nicht zur erneuten Wahl, somit wurde ein neuer Präsident gewählt.

Im ersten Wahlgang am 16. März 2019 standen 15 Kandidaten auf dem Stimmzettel. Die Stichwahl wurde am 30. März 2019 zwischen den zwei Bestplatzierten der ersten Runde, Zuzana Čaputová und Maroš Šefčovič, ausgetragen. Zuzana Čaputová siegte in der Stichwahl (bei einer Wahlbeteiligung von knapp 42 %) mit 58,41 % der Stimmen, sie ist ab 15. Juni 2019 die erste (weibliche) Präsidentin der Slowakei.

Kandidaten Bis zur Anmeldefrist am 31. Januar 2019 meldeten sich 15 Kandidaten an, die entweder Unterstützung von mindestens 15 Abgeordneten vorgelegt oder mindestens 15.000 Unterstützungsunterschriften gesammelt hatten. Nachfolgend eine Übersicht aller Kandidaten:

NameUnterstützende Partei(en)BerufAnkündigungGesammelte Unterschriften 75px Milan Krajniak Sme Rodina Nationalratsabgeordneter 31. Mai 2018 25.135 75px Juraj Zábojník parteilos Sicherheitsanalytiker 19. Februar 2018 28.505 75px Béla Bugár Most–Híd Nationalratsabgeordneter 9. Juni 2018 34.656 75px Bohumila Tauchmannová parteilos Geschäftsfrau 1. März 2018 mehr als 16.000 75px Zuzana Čaputová PSSaSSpoluOĽaNO Juristin 29. Mai 2018 18.481 75px Štefan Harabin parteilosKDŽP Richter des Obersten Gerichts 18. April 2018 31.993 75px Maroš Šefčovič parteilosSMER-SD Vizepräsident der Europäischen Kommission für Energieunion 14. Januar 2019 47 Nationalratsabgeordnete 75px Róbert Švec parteilos Politologe 27. Mai 2018 18.261 75px Martin Daňo parteilos Journalist 24. Januar 2019 16 Nationalratsabgeordnete 75px František Mikloško parteilosKDHOKSOĽaNO Publizist 6. Juni 2018 19.104 75px Eduard Chmelár parteilos Universitätsprofessor 23. April 2018 17.953 75px Marian Kotleba ĽSNS Nationalratsabgeordneter 31. Mai 2018 mehr als 27.000 75px Ivan Zuzula SKS Universitätsprofessor 31. Januar 2019 16.542

Zwei Kandidaten, József Menyhárt und Róbert Mistrík, gaben vor dem 1. Wahlgang ihre Kandidatur auf, standen aber noch auf dem Stimmzettel zur Wahl. Drei Kandidaten (Radovan Znášik, Ján Molnár und Martin Konečný) wurden vom Parlamentspräsidenten Andrej Danko nicht zur Wahl zugelassen.

Neben dem Amtsinhaber Andrej Kiska lehnten weitere potenzielle Kandidaten die Kandidatur ab. Neben dem damaligen Premierminister Robert Fico, der im Dezember 2017 erklärte, er werde nicht zur Wahl stehen,Fico ohlásil, že nebude kandidovať na prezidenta, SME vom 8. Dezember 2017, abgerufen am 17. März 2019. gaben dies auch der Europaabgeordneter Pál Csáky, die ehemalige Premierministerin Iveta Radičová, OĽaNO-Abgeordnete Veronika Remišová und der Vorsitzende der Slowakischen Nationalpartei Andrej Danko bekannt.

Die stärkste Regierungspartei Smer – sociálna demokracia wollte den Außenminister Miroslav Lajčák als Kandidaten anmelden, er lehnte die Kandidatur jedoch mehrfach ab.

Wahlergebnis Erster Wahlgang am 16. März 2019 mini|300px|Erster Wahlgang:Relative Mehrheiten in den einzelnen Obce In der ersten Runde gewann Zuzana Čaputová (40,57 %) mit einem deutlichen Abstand von fast 22 Prozentpunkten vor Maroš Šefčovič (18,66 %) bei einer Wahlbeteiligung von 48,74 %. Sie gingen damit in die Stichwahl am 30. März; eine größere Unterstützung fanden noch Štefan Harabin (14,34 %) und Marian Kotleba (10,39 %).

Nach politischer Gliederung gewann Čaputová in allen acht Landschaftsverbänden (kraj), jeweils vor Šefčovič und Harabin, mit Ausnahme des Banskobystrický kraj, wo Kotleba Dritter wurde.

Am höchsten war die Wahlbeteiligung im Bratislavský kraj (58,88 %), am niedrigsten im Košický kraj (42,00 %).

Zweiter Wahlgang am 30. März 2019 Die Stichwahl zwischen den zwei Bestplatzierten der ersten Runde, Zuzana Čaputová und Maroš Šefčovič, wurde am 30. März 2019 ausgetragen. Die Wahlbeteiligung betrug lediglich 41,79 %.Angaben des Statistischen Amtes der Slowakischen Republik, online auf:

In der Stichwahl siegte Zuzana Čaputová (58,41 %) mit einem Vorsprung von fast 18 Prozentpunkten vor Maroš Šefčovič (41,59 %) und wurde zur Präsidentin der Slowakei gewählt. Sie gewann in sieben von acht Landschaftsverbänden (kraj), nur im Prešovský kraj konnte Šefčovič mehr Stimmen erhalten.

Wie im ersten Wahlgang war die Wahlbeteiligung am höchsten im Bratislavský kraj (54,66 %), am niedrigsten im Košický kraj (35,53 %). Weil die Stimmabgabe nur im Inland möglich ist, fuhren Slowaken, die in grenznahen Gebieten in Österreich und Ungarn oder in Tschechien leben, zur Wahl über die Grenze.Liberale Anwältin wird erste Präsidentin. In: sueddeutsche.de, 31. März 2019.

Gesamtergebnis mini|Stimmzettel im 1. Wahlgang

Einzelnachweise

Weblinks

#2019 Slowakei Kategorie:Slowakische Geschichte (21. Jahrhundert)