Der Landkreis Mayen war ein Landkreis im Regierungsbezirk Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sein Gebiet gehört heute überwiegend zum Landkreis Mayen-Koblenz. Die Kreisverwaltung war in der Stadt Mayen.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte Anfang 1969 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Ahrweiler, Neuwied, Koblenz, Sankt Goar, Cochem und Daun.

Geschichte Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam das Gebiet des späteren Kreises Mayen 1815 als Teil des sogenannten Linken Rheinufers zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung wurde 1816 der Kreis Mayen in der Provinz Großherzogtum Niederrhein neu gebildet. Er wurde gegliedert in die Bürgermeistereien Andernach (mit 9 zugehörenden Gemeinden), Burgbrohl (9 Gemeinden), Mayen (17 Gemeinden), Münstermaifeld (16 Gemeinden), Polch (14 Gemeinden) und Sankt Johann (9 Gemeinden).Der Regierungs-Bezirk Coblenz, Coblenz: Pauli, 1817, S. 11 (Online-Ausgabe bei dilibri) Von 1822 an gehörte der Kreis Mayen zur Rheinprovinz. 1932 wurde ein großer Teil des aufgelösten Kreises Adenau eingegliedert, bestehend aus Gebietsteilen der heutigen Verbandsgemeinden Brohltal, Kelberg und Vordereifel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung Kreis in Landkreis geändert.

Seit 1946 war der Landkreis Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen der ersten Stufe der rheinland-pfälzischen Kreisgebietsreform wurden am 7. Juni 1969 die Gemeinden Gondorf, Hatzenport, Kattenes, Lehmen und Löf aus dem Landkreis Mayen in den damaligen Landkreis Koblenz umgegliedert.

Am 7. November 1970 wurde der Landkreis Mayen aufgelöst: Die Gemeinden Brenk, Burgbrohl, Engeln, Galenberg, Glees, Hohenleimbach, Kempenich, Niederlützingen, Spessart, Wassenach, Wehr und Weibern kamen zum Landkreis Ahrweiler. Die Gemeinden Arbach, Bereborn, Berenbach, Bodenbach, Bongard, Borler, Brück, Drees, Gelenberg, Gunderath, Höchstberg, Horperath, Kaperich, Kelberg, Kirsbach, Kolverath, Kötterichen, Lirstal, Mannebach, Mosbruch, Nitz, Oberelz, Reimerath, Retterath, Sassen, Uersfeld, Ueß und Welcherath kamen zum Landkreis Daun. Alle übrigen Gemeinden bildeten zusammen mit dem größten Teil des aufgelösten Landkreises Koblenz den neuen Landkreis Mayen-Koblenz.

Einwohnerentwicklung Einwohner 1816 1871 1885 1900 1910 1925 1939 1950 1960 1969Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 29.594 53.288 60.687 70.884 80.765 82.680 99.121 108.459 118.900 124.900

Politik Landräte 1816–1842Franz Peter Hartung 1842–1852Ludwig Delius 1852Clemens Lenné (auftragsweise) 1852–1857Eduard von Keller 1857–1858Berthold von Nasse (auftragsweise) 1858Joseph von Brewer 1858–1859Heinrich Graeber (auftragsweise) 1859–1886Ludwig Delius 1886–1900Wilhelm Linz 1900–1909Otto Kesselkaul 1909–1918Peter Peters 1918–1919Walter The Losen (kommissarisch) 1919–1927Karl Wegeler 1927–1932Hanns Röttgen 1932–1933Franz Röhm 1933Karl Müller (kommissarisch) 1933–1945Edgar Heiliger 1945–1948Hermann Josef Doetsch 1948–1951Josef Jansen 1951–1963Josef Kohns 1964–1970Constantin BodenConstantin Boden in der Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank RPPD (abgerufen am 16. August 2020)

Wappen

Städte und Gemeinden Zum Zeitpunkt seiner Auflösung am 7. November 1970 umfasste der Landkreis Mayen die folgenden Städte und Gemeinden: Acht Alzheim Andernach, Stadt Anschau Arbach Arft Baar Bell Bereborn Berenbach Bermel Bodenbach Bongard Boos Borler Brenk Brück Burgbrohl Ditscheid Dreckenach Drees Eich Einig Engeln Ettringen Galenberg Gappenach GelenbergGering Gierschnach Glees Gunderath Hausen b. Mayen Hausten Herresbach Hirten Höchstberg Hohenleimbach Horperath Kalt Kaperich Kehrig Kelberg Keldung Kell Kempenich Kerben Kirchwald Kirsbach Kollig Kolverath Kottenheim Kötterichen Kretz Kruft KürrenbergKüttig Langenfeld Langscheid Lasserg Lind Lirstal Lonnig Luxem Mannebach Mayen, Stadt Mendig, Stadt Mertloch Metternich Miesenheim Monreal Mörz Mosbruch Moselsürsch Münk Münstermaifeld Nachtsheim Naunheim Nickenich Niederlützingen Nitz Nitztal Oberelz OchtendungPillig Plaidt Polch Reimerath Retterath Reudelsterz Rieden Rüber Saffig Sankt Johann Sassen Spessart Thür Trimbs Uersfeld Ueß Virneburg Volkesfeld Wassenach Wehr Weibern Weiler Welcherath Welling Welschenbach Wierschem Vor dem 7. November 1970 waren die folgenden Gemeinden eingemeindet worden oder aus dem Landkreis ausgeschieden: Allenz und Berresheim, am 7. Juni 1969 zur Gemeinde Alzheim zusammengeschlossen Gondorf, am 7. Juni 1969 zum Landkreis Koblenz Hatzenport, am 7. Juni 1969 zum Landkreis Koblenz Hünerbach, am 1. Januar 1970 nach Kelberg eingemeindet Kattenes, am 7. Juni 1969 zum Landkreis Koblenz Kirchesch und Waldesch, am 7. Juni 1969 zur Gemeinde Kirchwald zusammengeschlossen Köttelbach, am 1. Januar 1970 nach Kelberg eingemeindet Lehmen, am 7. Juni 1969 zum Landkreis Koblenz Löf, am 7. Juni 1969 zum Landkreis Koblenz Namedy, am 7. Juni 1969 nach Andernach eingemeindet Niedermendig und Obermendig, am 7. Juni 1969 zur Stadt Mendig zusammengeschlossen Niederoberweiler, am 7. Juni 1969 nach Burgbrohl eingemeindet Oberlützingen, am 7. Juni 1969 nach Burgbrohl eingemeindet Rothenbach, am 1. Januar 1970 nach Kelberg eingemeindet Zermüllen, am 1. Januar 1970 nach Kelberg eingemeindet

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MY zugewiesen. Es wurde bis zum 16. August 1974 im Teilkreis Mayen des Landkreises Mayen-Koblenz ausgegeben. Seit dem 6. Mai 2013 ist es nun im gesamten Landkreis Mayen-Koblenz wieder erhältlich.

Einzelnachweise

Mayen Mayen Kategorie:Geschichte (Landkreis Mayen-Koblenz) Mayen Kategorie:Aufgelöst 1970