mini|Werner Krause (2019) Werner Krause (* 1. Mai 1938 in Riesa) ist ein deutscher Diplomingenieur, Naturwissenschaftler und Professor für Allgemeine Psychologie. Er ist als Klix-Schüler ausgewiesen.

Werdegang Werner Krause wurde in Riesa in Sachsen als Sohn des Angestellten Erich Krause und seiner Ehefrau, der Sekretärin Margarethe Krause, geb. Kautz, geboren. Nach dem Besuch einer Grundschule von 1944 bis 1952 sowie danach der Oberschule in Riesa legte er hier 1956 das Abitur ab.

Anschließend folgte ein Studium an der Technischen Universität Ilmenau (damals Hochschule für Elektrotechnik) in den Fachrichtungen „Medizinische Elektronik und Radiologische Technik“ (Hauptfach) sowie „Theoretische Physik“ (Nebenfach). 1962 beendete er sein Studium als Diplomingenieur (Dipl.-Ing.). Die Ilmenauer Ausbildung auf dem neuen Gebiet der Medizinischen Elektronik hatte bereits zu dieser Zeit einen guten Ruf erlangt, und sie wurde 1968 zu einer der profilbestimmenden Wurzeln bei der Gründung der Sektion „Technische und Biomedizinische Kybernetik“ (TBK-Gründungsdirektor: Karl Reinisch).

Seinen Berufseinstieg vollzog Werner Krause 1962 als Wissenschaftlicher Assistent am „Hirnforschungsinstitut“ der Karl-Marx-Universität Leipzig (KMU) und anschließend am „Psychologischen Institut“ der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) unter der Leitung von Friedhart Klix. An der HUB erfolgte 1969 auch seine Promotion zum Dr. rer. nat.W. Krause: Untersuchungen zur Komponentenanalyse in einfachen Problemlösungsprozessen. Der Einfluss von Hypothesen, Strategien und Gedächtniskomponenten auf die Lösungsfindung in nichtkomplexen Problemsituationen. Dissertation A, Humboldt-Universität zu Berlin (HUB), Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät. Berlin 1969.

Danach wechselte er 1969 an das neu gegründete Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse (ZKI) der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Hier war Werner Krause zunächst Themenleiter und später Abteilungsleiter der Abteilung „Problemlöseprozesse“ innerhalb der von Friedhart Klix gegründeten Bereiche „Grundlagen der Kybernetik“, „Künstliche Intelligenz“ und „Psychologie“ des ZKI. In dieser Zeit habilitierte sich Werner Krause im Jahr 1978 an der HUB zum Dr. sc. nat.W. Krause: Problemlösungsstrategien. Eine Darstellung der Fähigkeiten des Menschen beim Lösen von Problemen und Möglichkeiten der Modellierung durch Methoden der künstlichen Intelligenz. Habilitation (Dissertation B), Humboldt-Universität zu Berlin (HUB), vorgelegt dem Senat des Wissenschaftlichen Rates der Humboldt-Universität zu Berlin. Berlin 1978.

1987 erfolgte die Berufung zum Ordentlichen Professor auf den Lehrstuhl „Allgemeine Psychologie II“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Hier war er von 1990 bis 1992 als Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften wirksam. Mit Erreichen der Altersgrenze wurde Werner Krause im Jahre 2003 emeritiert.

Werner Krause ist seit 1962 mit der promovierten Medizinerin Ursula Krause verheiratet und lebt in Jena, das Ehepaar hat zwei erwachsene Töchter.

Lehrtätigkeit 1964 bis 1988: Vorlesungen an der Humboldt-Universität zu Berlin „Psychologische Systemanalyse“ 1987 bis 2003: Vorlesungen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena „Einführung in die Allgemeine Psychologie“ „Gedächtnis“ „Denken“ Spezialvorlesung „Diagnostik geistiger Prozesse und Leistungen“ Spezialvorlesung „Ausgewählte Kapitel einer Theoretischen Psychologie“ (basierend auf F. Klix: Die Natur des Verstandes) 1988 und 1991: Gastprofessur an der Universität Fribourg / Schweiz: Vorlesung „Denken“ 1992: Gastprofessur an der Universität Würzburg, Vorlesung „Denken“

Forschungstätigkeit Die Grundlagenarbeiten von Werner Krause waren langjährig auf einen speziellen Forschungsschwerpunkt fokussiert: Denken und Gedächtnis aus naturwissenschaftlicher Sicht.W. Krause: Denken und Gedächtnis aus naturwissenschaftlicher Sicht. Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen / Bern / Toronto / Seattle 2000, ISBN 978-3-8017-1377-5.

Denken als OrdnungsbildungW. Krause: Ordnungsbildung im Denken und kognitiver Aufwand. In: Zeitschrift für Psychologie. (Suppl.), 1991, 11, S. 404–421.Krause, W., Seidel, G. & Schack, B. (2001): Ordnungsbildung. Z. Psychol. 209, 376–401. im Rahmen der Elementaranalyse menschlicher Informationsverarbeitung: (zusammen mit Erdmute Sommerfeld, Gundula Seidel, Bärbel Schack, Frank Heinrich, Uwe Kotkamp, Mauricio Parra und Li Zhang) Quantifizierung von Denkleistungen mittels EntropiereduktionKrause, W., Seidel, G. & Heinrich, F. (2003b): Entropy reduction in mathematical giftedness. In: Lindemann, U. (Ed.): Human Behaviour in Design. Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 63–71.Krause, W. & Seidel, G. (2004): Biologische Grundlagen des Verstandes. Höhere Ordnung – kürzere Zeiten: allgemeinpsychologische und differentielle Untersuchungen zur Entropiereduktion. In: Krause, B. & Krause, W. (Hrsg.): Psychologie im Kontext der Naturwissenschaften. Festschrift für Friedhart Klix zum 75. Geburtstag. Abhandlungen der Leibniz-Sozietät, Bd. 12. Berlin: trafo Verlag, 189–214.Sommerfeld, E. & Krause, W. (2013): „Objektiv, aber speziell“: Psychologie als Naturwissenschaft. Internetzeitschrift LEIBNIZ ONLINE Nr. 15, 2013. 1 – 23. http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2013/11/sommerfeld_krause-3.pdf Krause, W. (2017): Entropiereduktion im Denken. LEIBNIZ ONLINE Nr. 25, 2017, 1 – 16. https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2017/01/WKrause-1.pdf in Deutschland und in ChinaKrause, W.& Zhang, Li.,(2018): Entropiereduktion im Denken in China. Wissenschaftliche Mitteilung. Klassensitzung der Klasse Naturwissenschaften der Leibnizsozietät der Wissenschaften zu Berlin, am 14. Februar 2018. https://leibnizsozietaet.de/februar-sitzung-der-klasse-naturwissenschaften-und-technikwissenschaften-der-leibniz-sozietaet/#more-14643 Verifikation von Basiskomponenten im Denken wie EinfachheitKrause, W. (2010): Einfachheit und menschliche Informationsverarbeitung. Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 108, 37–55. http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/03_krause.pdf , InvarianzKrause, W. (2014): Invarianzeigenschaften in der menschlichen Informationsverarbeitung. Internetzeitschrift LEIBNIZ ONLINE Nr. 16, 2014, 1–12. http://www.leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2014/04/wkrause.pdf und DoppelrepräsentationKrause, W., Seidel, G. & Heinrich, F. (2003a): Über das Wechselspiel zwischen Rechnen und bildhafter Vorstellung beim Lösen mathematischer Probleme. Der Mathematikunterricht, 6, 50–62.Krause, W., Seidel, G. & Heinrich, F. (2004): Multimodalität im Denken am Beispiel mathematischer Anforderungen. Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät 64 (2004), 135–152. http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/11_krause.pdf. Entwicklung von Messverfahren zur Messung kognitiver Strukturen im DenkenKrause, W.: Denken und Gedächtnis aus naturwissenschaftlicher Sicht. Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen/Bern/Toronto/Seattle 2000, 302–316 und 331–334, ISBN 978-3-8017-1377-5.

Diagnostik geistiger Prozesse und Leistungen auf der Grundlage der Elementaranalyse menschlicher InformationsverarbeitungKrause, W. (1992): Zur Messung geistiger Leistungen: Eine alte Idee und ein neuer Ansatz. Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie, 34, 114–128. und rechnergestützte Diagnosefindung bei neurologisch-psychiatrischen ErkrankungenKrause, W., & Mirtschink, P. (1986): Schizophrene Denkstörungen – Identifikation von Parametern aus Schlussprozessen für eine rechnergestützte Diagnosefindung in der psychiatrischen Diagnostik. Teil I. Zeitschrift für Psychologie, 194, 411–441.Krause, W., & Mirtschink, P. (1987): Schizophrene Denkstörungen – Identifikation von Parametern aus Schlussprozessen für eine rechnergestützte Diagnosefindung in der psychiatrischen Diagnostik. Teil II. Zeitschrift für Psychologie, 195, 29–38. (zusammen mit Philippus Mirtschink, Martin Grunwald, Steffen Theilemann und Lothar Sprung).

Mitgliedschaften (Auswahl) 1965 bis 1990: Gesellschaft für Psychologie der DDR 1986 bis 1990: Sprecher der Sektion Allgemeine Psychologie der Gesellschaft für Psychologie der DDR 1991 bis 2003: Deutschen Gesellschaft für Psychologie seit 1999: Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Publikationen (Auswahl) Von Werner Krause stammen mehr als 100 wissenschaftliche Veröffentlichungen, die überwiegend aus seinen speziellen Forschungen hervorgegangen sind.

Monographie Denken und Gedächtnis aus naturwissenschaftlicher Sicht. Hogrefe, Verlag für Psychologie, Göttingen / Bern / Toronto / Seattle 2000, ISBN 978-3-8017-1377-5.

Herausgeberschaften mit Klix, F., Sydow, H. (1972): Analyse und Synthese von Problemlösungsprozessen I. Kybernetikforschung, Bd. 2. Deutscher Verlag der Wissenschaften (DVW) Berlin. mit Krause, B. (2004). Psychologie im Kontext der Naturwissenschaften. Festschrift für Friedhart Klix zum 75. Geburtstag. Abhandlungen der Leibniz-Sozietät, Bd. 12. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag. mit Sommerfeld, E., Hörz, H. (2010): Einfachheit als Wirk-, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip (I). Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, Bd. 108. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag. mit Sommerfeld, E. (2018): Friedhart Klix – Naturwissenschaftler, Psychologe, Vordenker – 1927–2004. Plenarveranstaltung der Leibniz-Sozietät: Menschliche Informationsverarbeitung – interdisziplinäre Analyse und Anwendung – im Dezember 2017 anlässlich seines 90. Geburtstages. Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, Bd. 135. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag. mit Karl-Friedrich Wessel (2018): Zur Methodologie und Geschichte der Psychologie. Lothar Sprung zum Gedenken. Berliner Studien zur Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenese. Bd. 37. Berlin: Logos Verlag.

Sammelbände, Proceedings und Forschungspublikationen 1970: Untersuchungen zur Komponentenanalyse in einfachen Problemlöseprozessen. Zeitschrift für Psychologie 177, 199–249. mit Sommerfeld, E. (1975): Experimentalpsychologische Untersuchungen zur Lösung eines Zerlegungsproblems. In: Klix, F., Krause, W. & Sydow. H. (Hrsg.): Analyse und Synthese von Problemlösungsprozessen II. Kybernetik-Forschung 5. Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften (DVW), 353–386. 1978: Determination of internal representation of a decision structure in human problem solving by means of eye movements measurements. Zeitschrift für Psychologie 186, 75–81. 1979: Zur Analyse von Problemlösungsprozessen. Probleme und Ergebnisse der Psychologie 69, 63–80. 1981: Internal representation and eye fixation. Zeitschrift für Psychologie 189, 1–13. 1982: Problemlösen – Stand und Perspektiven. Teil II. Zeitschrift für Psychologie 190, 141–169. 1982: Eye Fixation and Three-Term Series Problems, Or: Is There Evidence For Task-Independent Information Units? In: R. Groner, P. Fraisse (Hg.): Cognition and Eye Movements. (S. 122–138). Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften. mit Wysotzki, F. (1984): Computermodelle und psychologische Befunde der Wissensrepräsentation. In: F. Klix (Ed.), Gedächtnis, Wissen, Wissensnutzung. (S. 108–136). Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften. 1985: Komponentenanalyse des Symbol-Distanz-Effektes mit Hilfe von Augenbewegungsmessungen. Zeitschrift für Psychologie, 3, S. 259–272. mit Seifert, R., Sommerfeld, E. (1986): Effective cognitive structures in simple problemsolving. In: Klix, F. & Hagendorf, H. (Eds.) Human Memory and Cognitive Capabilities. Mechanisms and Performances. Amsterdam: North Holland, S. 1001–1016. mit Müller, J., & Sommerfeld, E. (1991): Umstrukturierung von Wissen beim Konstruieren. In: V. Hubka (Ed.), ICED 91. (S. 306–313). Zürich: Heurista.