mini|350px|Rockingham Beach, ein typischer Sandstrand in Western Australia beim Ort Rockingham Die Küste von Western Australia ist eine bedeutende Landmarke dieses australischen Bundesstaates. Dies gilt in vielfältiger Hinsicht. Von der Küste aus wurde Western Australia durch europäische Siedler erschlossen. An und vor der Küste liegen große Erdöl- und Erdgasvorkommen. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in den Küstenstädten, wo sich auch die Industrie und die Hafenanlagen befinden. Die Hafenanlagen werden nicht nur zur Versorgung der Bevölkerung genutzt, sondern auch zum Export der Rohstoffe.
Die meisten Inseln vor der Küste außerhalb der Kimberleyregion stehen unter Naturschutz und es gibt zahlreiche Meeresschutzgebiete, in denen die vulnerable Fauna und Flora geschützt werden soll, die vom Abbau der küstennahen Rohstoffe bedroht wird. Wirtschaftlich bedeutend ist des Weiteren die Fischerei. Auch der Tourismus findet entlang der Küstenlinie statt.
Die gesamte Küstenlinie Western Australias grenzt an den Indischen Ozean. Mit einer Länge von 12.889 Kilometern, bzw. 20.781 Kilometern mit Inseln, hat Western Australia die längste Küstenlinie aller Bundesstaaten und Territorien Australiens. Sie macht etwa 36 % der kompletten Küste Australiens (35 % mit Inseln) aus.Castline Lengths Geoscience Australia. Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2019. Archivierte Version vom 22. Januar 2011.
Entdeckungsgeschichte mini|Auswahl von Expeditionen rund um Australien
mini|Karte der lokalen Verwaltung aus einem Buch über Western Australia von 1894 Aborigines lebten in der Region schon seit 40.000 Jahren.
Von Europäern wurde die Westküste erstmals 1616 vom Niederländer Dirk Hartog bei Shark Bay erreicht. 1619 stieß Frederick de Houtman von Westen kommend südlich von Perth an die noch unbekannte Küste und folgte ihr dem ganzen westlichen Küstenverlauf entlang nach Norden bis zur Shark Bay. Pieter Nuyts kartographierte in den Jahren 1626/27 die australische Südküste von Albany bis zur Eyre-Halbinsel. In den 1640er Jahren erkundigte Abel Tasman im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie die Gewässer südlich von Indonesien. Im Jahr 1644 segelte er auf der Suche nach der Torres-Straße und zur Erforschung Neu-Hollands, wie Australien damals genannt wurde, der ganzen Nordküste des Kontinents entlang. Ende 1696 erreichten die Schiffe von Willem de Vlamingh das Gebiet von Perth, 1791 segelte George Vancouver entlang der Südküste, 1792 Joseph Bruny d’Entrecasteaux. Im Jahr 1801 erreicht die Baudin-Expedition Australien bei Kap Leeuwin, erkundigte den Südwesten und segelte der Südküste von Western Australia entlang nach Osten. Die Küste wurde 1803 durch den Expeditionsteilnehmer Louis de Freycinet vollständig kartografiert.Chart of Western Australian coastline National Library of Australia. Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2019 Ein halbes Jahr nach den Franzosen landete Matthew Flinders in Western Australia und segelte ebenfalls der Südküste entlang nach Osten. Bei seiner Umrundung Australiens in den beiden Folgejahren hielt Flinders zur Küste von Western Australia im Norden und Westen große Distanz. Phillip Parker King erkundigte in den Jahren 1817–1822 auf mehreren Expeditionen die Küsten von Australien.
Der erste Besiedlung der Küste erfolgte 1826 durch die Briten in der Gegend des heutigen Albany. 1827 kehrte Captain James Stirling von einer Expedition zurück und berichtete dem britischen König positiv von der Gegend um den Swan River. Nicht zuletzt um Besiedlungsversuchen anderer Nationen zuvorzukommen, erhielt er den Auftrag zur Gründung einer neuen Kolonie. Im April 1829 landete zunächst Captain Charles Fremantle mit seinem Schiff Challenger, im Mai dann auch Captain James Stirling mit seinem Schiff Parmelia an der Flussmündung. Sie gründeten dort die Swan River Kolonie, benannt nach den hier zahlreich vorkommenden schwarzen Schwänen. Später wurde daraus dann Western Australia. Dabei verdrängten sie die Ureinwohner, die Aborigines.
Geologie mini|Die Shark Bay gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe Ein Großteil der Küste besteht aus Felsen und Kliffs. Felsige Küsten unterscheiden sich je nach Breitengrad. Die Felsen hauptsächlich aus Granit oder Kalkstein, manchmal aber auch Sandstein. Beispiele für Felsküsten in Westaustralien sind Baxter Cliffs, Kliffs an der Great Australian Bight aus Kalkstein, die Kimberley Küste aus Sandstein und die Granitkliffs bei Albany und Cape Naturaliste.
Die Küstenlandschaften Western Australias sind geprägt durch riesige Sedimentationsbecken und Kratone, die weit in den Ozean hineinreichen. Diese geologischen Gegebenheiten schlagen sich an den Küsten vor allem erkennbar in Sandstränden, Klippen und weiteren typischen Landschaftsformen von Küsten nieder. Es sind dies (im Uhrzeigersinn) das Euclabecken bei Eucla, Yilgarnkraton bei Point Malcolm, Bremerbecken beim Point D’Entrecasteaux, Perthbecken bei Augusta, Carnarvonbecken bei Cape Preston, Pilbarakraton bei Cape Preston, Canningbecken bei Port Hedland, Kimberleybecken vor der Kimberley Coast und Bonapartebecken am Cambridge Gulf.
Küstenlandschaften
Durch den fluktuierenden Meeresspiegel entstehen langfristig Gebilde wie etwa Tombolos oder Parabeldünen. Sedimente werden ins Landesinnere gedrückt. In manchen Fällen an der Südküste des Bundesstaates hat dieser Vorgang Buchten oder Flussdeltas eingeschlossen, wobei Ästuare wie das Hardy Inlet bei Augusta, Lagunen wie das Wilson Inlet (siehe Nullaki-Halbinsel) oder Seen wie Lake Clifton entstanden sind. Die Akkumulation von Sedimenten an der Gascoyne Coast führte zur Bildung großer Höftländer.
Sandstrände machen einen Großteil der Küste Westaustraliens aus. Ein Teil der Strände sind reflektive Strände, steile Strände am offenen Wasser, an welchen anbrandende Wellen reflektiert werden, wie beispielsweise Goode Beach bei Albany. Dissipative sind flacher und entstehen bei einer Wellenhöhe von über zwei Metern. Das Wasser ist dort seichter. Ein Beispiel für einen dissipativen Strand ist Yokinup Beach bei Perth. Department of Planning, Lands and Heritage (.pdf), (englisch). Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2019.
Mit mehr als 200 Kilometern ist der Eighty Mile Beach im Nordwesten des Bundesstaates der längste Sandstrand Western Australias. Department of Environment and Conservation (.pdf), (englisch). Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2019. Beim Dorf Derby im King Sound wird mit 11,6 Metern der größte Tidenhub Western Australias und auch Australiens erreicht.King of all tides ABC Science. Veröffentlicht am 1. Mai 2002. Zuletzt abgerufen am 22. Februar 2019.
Golfe In Australien wird ein großer Einschnitt des Meeres ins Festland als Gulf (deutsch: Golf) bezeichnet. In Western Australia sind dies der Admiralty Gulf, der im Nordwesten von Western Australia liegt Cambridge Gulf, der sich in der Kimberleyregion befindet Exmouth Gulf, der im Nordwesten von Western Australia liegt. Joseph Bonaparte Gulf, der eine 320 km breite und 60 km tief ins Land eingeschnittene Meeresbucht der Timorsee bildet.
Sounds Als Sounds werden in Australien Meeresarme, Meerengen oder Meeresstraßen bezeichnet, die weit ins Land hineinreichen. In Western Australia sind dies der Camden Sound, der in der Kimberleyregion liegt Cockburn Sound, der sich von Fremantle vom Cape Peron bis Rockingham erstreckt King George Sound, der in der Nähe der Stadt Albany liegt King Sound, der sich bei der Stadt Derby befindet Warnbro Sound, der sich südlich vom Cape Peron erstreckt Yampi Sound, der im Nordwesten von Western Australia liegt York Sound, der in der Kimberleyregion liegt
Offshore-Riffe Die Offshore-Riffs Western Australias bestehen hauptsächlich aus Kalkstein. Sie hängen als Kette zusammen und erstrecken sich über fast die komplette Küste Western Australias. Sie markieren die früheren Küsten und sind selten weiter als zehn Kilometer von der heutigen Küste entfernt. Diese Reefs sind manchmal mit Tombolos mit dem Festland verbunden, wie etwa Point Peron bei Rockingham oder Robert Point bei Mandurah.
Sie sind ein wichtiger Teil der marinen Landschaft Westaustraliens, da sie eine hohe biologische Produktivität haben, und da sie durch Erosion und biologische Prozesse Sedimente zur Küste tragen. Außerdem schützen sie Teile der Küste vor Wellen.
Inseln Vor der Küste von Western Australia gibt es etwa 2700 Inseln, von denen nur 30 % benannt sind. Western Australia hat somit 45 % aller Inseln Australiens. Die Mehrheit der Inseln befindet sich in der Kimberley Region im Norden. Die größte Insel ist Dirk Hartog Island mit 68 000 Hektar. Die Inseln sind mehrheitlich in Archipeln zu finden. Die größten sind der Buccaneer-Archipel und der Bonaparte-Archipel mit jeweils etwa 800 und 200 Inseln im Norden und der Recherche-Archipel mit 235 Inseln im Süden des Bundesstaates. Keine der Inseln steht unter Privatbesitz, einige wurden aber schon zum Grasen von Herden genutzt. Auf den Montebello-Inseln wurden vom Vereinigten Königreich Atomtests durchgeführt. Dadurch können diese jahrhundertelang nicht besiedelt werden. Die meisten Inseln außerhalb der Kimberley Region stehen unter Naturschutz.Western Australia - The State of Islands Department of Environment and Conservation, (englisch). Zuletzt abgerufen am 23. Februar 2019.
Korallenriffe Die Korallenriffe Western Australias sind hauptsächlich Saumriffe, wie zum Beispiel das Ningaloo Reef an der Gascoyne Coast. Im Norden des Staates sind die Riffs hauptsächlich auf Inseln weit weg von der Küste, wie die Rowley Shoals oder Seringapatam Reef. Sie sind meistens ellipsenförmig.
Ningaloo Reef ist Westaustraliens einziges Korallenriff in der Nähe der Küste. Es ist mit 260 Kilometer Australiens längstes Saumriff. Die Gründe für die Nähe sind der schmale Schelf, die Trockenheit der anliegenden Küste und des Leeuwin-Stroms, welcher warmes klares Wasser bringt.
Meeresschutzgebiete
Es gibt zahlreiche Meeresschutzgebiete an der Küste Western Australias, in denen die Flora und Fauna besonders geschützt ist. Die beiden bedeutendsten sind die Schutzgebiete mit dem Rang eines UNESCO-Welterbes. Es sind dies der Ningaloo Marine Park und Shark-Bay-Marine-Nationalpark. Darüber hinaus gibt es beispielsweise den Barrow Island Marine Park, Jurien Bay Marine Park, Mermaid Reef Marine National Nature Reserve, Marmion Marine Park, Montebello Islands Marine Park, Ngari Capes Marine Park, Scott Reef, Rowley Shoals Marine Park, Shoalwater Islands Marine Park Die Gewässer vor der Küste sind verglichen mit denen an der Ostküste Australiens relativ flach. Die Südküste hat so gut wie kein Schelf. Die Südküste ist vor allem durch eine Kette von Schluchten geprägt, welche sich an der Margaret River Halbinsel vorbei bis zur Shark Bay zieht. Ab der Halbinsel Vlaming Head gibt es deutlich mehr Schelf, viele Täler und Becken, aber auch Plateaus.Geomorphic Features Australian Marine Parks (.pdf), (englisch). Zuletzt abgerufen am 23. Februar 2019.
Meeresflora und -fauna Entlang der Küste und an den Inseln findet sich eine reichhaltige Meeresfauna. Darunter sind Delfine und Wale, Dugongs, Riffhaie, Rochen und der größte Fisch der Erde, der Walhai. Die größte Artenvielfalt der Meeresbewohner befindet sich am Ningaloo Reef, in der Shark Bay und vor Rottnest Island.
Bedeutsam ist das weltgrößte Vorkommen von Seegräsern in der Shark Bay.
Wirtschaftliche Nutzung Es gibt vier wichtige Wirtschaftsnutzen der Küste Western Australias. Häfen, Abbau von Bodenschätzen wie Erdgas-, Erdöl- und Eisenvorkommen, Fischerei (vor der Küste bei Broome liegt ein Zentrum der australischen Perlenzucht) und Tourismus.
mini|Verteilung der Bevölkerung Western Australias, 2006
Die Bevölkerungszentren Western Australias beschränken sich aufgrund des unwirtlichen Klimas und wirtschaftlichen Nutzens fast ausschließlich auf dessen Küste. Neun der zehn größten Städte Western Australias haben direkten Meerzugang. Deshalb spielt die Küste auch in der Wirtschaft des Landes eine wichtige Rolle.