Die Liste der Stolpersteine in Güstrow enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Güstrow verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Güstrow lebten und wirkten. Insgesamt wurden bisher 19 Stolpersteine an fünf Adressen verlegt. (Stand 2018)
Die Schüler der Freien Schule Güstrow übernehmen seit dem Jahr 2012 die Patenschaft für die Stolpersteine und putzen sie zweimal im Jahr, im Frühjahr und im November. Bereits mehrfach kam es zu Vorfällen, in denen die Stolpersteine beschmutzt oder gestohlen wurden.Neun Stolpersteine in Güstrow beschmiert In: svz.de, 14. September 2010, abgerufen am 20. Februar 2019.POL-HRO: Diebstahl von Stolpersteinen in Güstrow. In: presseportal.de, abgerufen am 14. Dezember 2020 Nach dem Diebstahl von vier Stolpersteinen im Dezember 2020Anmut.Bar – Geschichte des Hauses. In: anmut.bar, abgerufen am 22. Dezember 2020. wurden diese ersetzt und um fünf weitere für Familie Wolf und Becker ergänzt.
Verlegte Stolpersteine Bild Person, Inschrift Adresse Verlegedatum Anmerkung 120px|Stolperstein Güstrow Baustraße 34 Grossmann Benjamin Hier wohnteBenjaminGrossmannJg. 1893tot 1936 Baustraße 34 Benjamin Grossmann starb 1936 und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Güstrow beerdigt. 120px|Stolperstein Güstrow Baustraße 34 Grossmann Jakob Hier wohnteJakob GrossmannJg. 1920Kindertransport 1939Englandüberlebt Jakob Grossmann wurde in Güstrow geboren und überlebte den Holocaust durch einen Kindertransport nach England. Er starb 1986 in Israel.Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich: Jacob GROSSMANN *1920 +1986 In: online-ofb.de, abgerufen am 20. Februar 2019. 120px|Stolperstein Güstrow Baustraße 34 Grossmann Bernhard Hier wohnteBernhardGrossmannJg. 1922Kindertransport 1939Englandüberlebt Bernhard Grossmann wurde in Güstrow geboren und überlebte den Holocaust durch einen Kindertransport nach England. Er starb 1988 in Israel.Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich: Bernhard GROSSMANN *1922 +1988 In: online-ofb.de, abgerufen am 20. Februar 2019. 120px|Stolperstein Güstrow Baustraße 34 Grossmann Adolf-Abraham Hier wohnteAdolf-Abraham’Ali’ GrossmannJg. 1925Kindertransport 1939Englandüberlebt Ali Grossmann wurde am 21. März 1925 in Güstrow geboren und überlebte den Holocaust durch einen Kindertransport nach England. Er lebt in der Nähe von Jerusalem. (Stand 2015)Schüler putzen wieder Stolpersteine In: prignitzer.de, 9. November 2015, abgerufen am 20. Februar 2019. Bei der Stolpersteinverlegung im Jahr 2009 war er persönlich anwesend und verlas die Grußworte. Er starb im Dezember 2020 im Alter von 95 Jahren.Jens Griesbach: Ali Grossmann aus Güstrow: Holocaust-Überlebender stirbt an Corona-Virus. In: svz.de, abgerufen am 22. Dezember 2020. 120px|Stolperstein Güstrow Baustraße 34 Grossmann Cilly Hier wohnteCilly GrossmannJg. 1929Flucht 1938 Belgieninterniert Mechelendeportiert 1942Auschwitzermordet Cilly Regina Grossmann wurde am 2. September 1929 in Güstrow geboren. Nach dem Tod ihres Vaters 1936 ging ihre Mutter nach Stralsund und heiratete dort 1937 ein zweites Mal. 1938 emigrierten sie nach Belgien und wurden am 26. September 1942 ab Mechelen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Für Cilly Fliesswasser wurde in Stralsund ebenfalls ein Stolperstein verlegt. 120px|Stolperstein Güstrow Baustraße 34 Grossmann Nycha Hier wohnteNycha Grossmanngeb. KramkimelJg. 1895Flucht 1938 Belgieninterniert Mechelendeportiert 1942Auschwitzermordet Nycha Kramkimel wurde am 30. November 1895 in Warschau geboren. Sie lebte in Güstrow, wo sie mit Benjamin Grossmann verheiratet war. Nach dem Tod ihres Mannes ging sie nach Stralsund und heiratete dort im Jahr 1937 Hermann Fliesswasser. 1938 emigrierten sie nach Belgien und wurden am 26. September 1942 ab Mechelen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich: Nycha KRAMKIMEL *1895 In: online-ofb.de, abgerufen am 20. Februar 2019. Für Nycha Fliesswasser wurde in Stralsund ebenfalls ein Stolperstein verlegt.Uebersichtsliste Stolpersteine in der Hansestadt Stralsund In: stralsund.de, abgerufen am 20. Februar 2019. (PDF; 188 kB) 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 5 Frank Bertha Hier wohnteBertha Frankgeb. MarcusJg. 1866deportiert 10.7.1942??? Domstraße 5/6 Bertha Marcus wurde am 12. Dezember 1866 in Gnoien geboren und war eine verheiratete Frank. Sie wurde am 10. Juli 1942 zusammen mit ihrer Tochter Mathilde in Ludwigslust inhaftiert und am Tag darauf in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer: Frank, Berta In: yadvashem.org, abgerufen am 20. Februar 2019. 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 5 Frank Mathilde Hier wohnteMathilde ’Tilli’FrankJg. 1888deportiert 10.7.1942??? Tilli Frank wurde am 30. September 1888 als Tochter von Bertha und Karl Frank in Güstrow geboren. Sie ging am Güstrower Lyzeum zur Schule und studierte danach im Lehrerinnenseminar, das sie als Lehrerin mit Staatsexamen in den Sprachen Englisch und Französisch abschloss. Darauf folgten Lehrtätigkeiten und als dies aus konfessionellen Gründen an der staatlichen Schule nicht mehr möglich war, Arbeiten als Dolmetscherin und Korrespondentin für Fremdsprachen. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 10. Juli 1942 in Ludwigslust inhaftiert und am Tag darauf in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Hier wohnteHermannHallingerJg. 1881'Schutzhaft' 1938Zuchthaus Strelitzdeportiert 1942ermordet inAuschwitz Hier wohnteRechaHallingergeb. GrünlaubJg. 1884deportiert 1942ermordet inAuschwitz Hier wohnteFeiga Sterngeb. WolfJg. 1893deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 6 Wittkowski Dora Hier wohnteDoraWittkowskigeb. RothenburgJg. 1882deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 6 Wittkowski Charlotte Hier wohnteCharlotteWittkowskiJg. 1920deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 6 Wittkowski Marianne Hier wohnteMarianneWittkowskiJg. 1921deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 14 Marcus Max Hier wohnteMax MarcusJg. 1876Flucht 1939Palästina Domstraße 14 Margarethe (1885–1970) und Max Marcus (1876–1945) lebten in Güstrow, konnten aber 1939 mit ihren drei Kindern nach Palästina fliehen und überlebten so den Holocaust.Neue Stolpersteine für Güstrow – Freie Schule & KITA Kleckerburg. 28. November 2018, abgerufen am 20. Februar 2019. 120px|Stolperstein Güstrow Domstraße 14 Marcus Margarete Hier wohnteMargarete Marcusgeb. LevetzowJg. 1885Flucht 1939Palästina 120px|Stolperstein Güstrow Hansenstraße 1 Jacobsohn Max Hier wohnteMax JacobsohnJg. 1884’Schutzhaft’ 10.11.1938Zuchthaus Neustrelitzdeportiert 1942ermordet 1943 inAuschwitz Hansenstraße 1 Max Jacobsohn wurde am 26. November 1884 in Graudenz geboren. Ca. 1910 kam er nach Güstrow und betrieb dort ein Ledergeschäft. Im März 1911 heiratete er Gertrud Marcus, aus der Ehe ging 1912 der erste Sohn Edmund hervor. Der zweite Sohn, Hans, wurde 1927 geboren. Nach der Pogromnacht wurde Max Jacobsohn am 10. November 1938 verhaftet und blieb bis zum 2. Dezember im Zuchthaus Alt-Strelitz inhaftiert. Er war der letzte Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Güstrows. 1941 heiratete er Herta Ehrlich; seine erste Frau war zuvor verstorben. Am 10. Juli 1942 wurde Max Jacobsohn nach Auschwitz deportiert und starb dort 1943. Sein erster Sohn Edmund war ausgewandert und überlebte den Holocaust. 120px|Stolperstein Güstrow Hansenstraße 1 Jacobsohn Hans Hier wohnteHans JacobsohnJg. 1927deportiert 1942ermordet 1943 inAuschwitz Hans Jacobsohn wurde am 21. August 1927 in Güstrow geboren und war der Sohn von Max Jacobsohn aus erster Ehe. Am 10. Juli 1942 wurde er in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und 1943 ermordet. 120px|Stolperstein Güstrow Hansenstraße 1 Ehrlich Lieschen Hier wohnteLieschen Ehrlichgeb. GoldschmidtJg. 1888deportiert 1942ermordet 1942 inAuschwitz Lieschen Goldschmidt wurde am 9. April 1888 in Meiningen geboren und war später verheiratete Ehrlich. Sie kam 1940 mit ihrer Tochter Herta Ehrlich von Cuxhaven nach Güstrow. Am 10. Juli 1942 wurde sie mit ihrer Tochter in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 120px|Stolperstein Güstrow Hansenstraße 1 Jacobsohn Herta Hier wohnteHerta Jacobsohngeb. EhrlichJg. 1913deportiert 1942ermordet 1942 inAuschwitz Herta Ehrlich wurde am 6. März 1913 in Cuxhaven geboren und kam 1940 mit ihrer Mutter Lieschen Ehrlich von Cuxhaven nach Güstrow. Dort heiratete sie 1941 Max Jacobsohn. Am 10. Juli 1942 wurde sie mit ihrer Mutter in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 120px|Stolperstein Hansenstraße 1 Wolff Abraham Hier wohnte/Abraham WolffJg. 1903'Schutzhaft' 1938SachsenhausenFlucht 1940England 120px|Stolperstein Hansenstraße 1 Wolff Margot Hier wohnteMargot Wolffgeb. BeckerJg. 1908deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Hansenstraße 1 Wolff Denny Hier wohnteDenny WolffJg. 1939deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Hansenstraße 1 Becker Benno Hier wohnteBenno BeckerJg. 1879'Schutzhaft' 1938Zuchthaus Strelitzentlassen 23.12.1938tot 20.01.1941 120px|Stolperstein Hansenstraße 1 Becker Lydia Hier wohnteLydia Beckergeb. DanzigerJg. 1879deportiert 1942ermordet inAuschwitz 120px|Stolperstein Güstrow Krönchenhagen 13 Schatz Kurt Hier wohnteund arbeiteteKurt SchatzJg. 1904’Schutzhaft’ 10.11.1938Zuchthaus Neustrelitzdeportiert 1942tot inTheresienstadt Krönchenhagen 13 Kurt Schatz wurde am 1. Dezember 1904 in Wien geboren und war 1938 letzter Kantor und Lehrer der Jüdischen Gemeinde Güstrow. Er wohnte mit seiner Frau Miriam sowie den Kindern Artur und Judith im Schul- und Gemeindehaus neben der Synagoge. Nach der Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht wurde er verhaftet und im Zuchthaus Alt-Strelitz inhaftiert. Frau und Kinder wurden ausgewiesen und gingen nach Berlin, Kurt Schatz folgte ihnen nach seiner Entlassung im Dezember 1938. Am 23. Juni 1942 wurde die ganze Familie ab Gleiwitz nach Auschwitz deportiert und starb später in Theresienstadt. 120px|Stolperstein Güstrow Krönchenhagen 13 Schatz Miriam Hier wohnteMiriam Schatzgeb. NatansonJg. 1905deportiert 1942tot inTheresienstadt Miriam Schatz wurde am 20. Juli 1905 als Miriam Natanson in Berlin geboren. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde sie mit ihren Kindern ausgewiesen, ihr Mann Kurt war währenddessen inhaftiert worden. Nachdem sie bei Verwandten in Berlin Unterschlupf fanden und der Mann im Dezember folgen konnte, wurde die Familie am 23. Juni 1942 ab Gleiwitz deportiert und starb im Holocaust. 120px|Stolperstein Güstrow Krönchenhagen 13 Schatz Artur Hier wohnteArtur SchatzJg. 1928deportiert 1942tot inTheresienstadt Artur Schatz wurde am 7. August 1928 in Berlin geboren und war der Sohn von Kurt und Miriam Schatz. Am 23. Juni 1942 wurde die Familie ab Gleiwitz deportiert. 120px|Stolperstein Güstrow Krönchenhagen 13 Schatz Judith Hier wohnteJudith SchatzJg. 1934deportiert 1942tot inTheresienstadt Judith Schatz wurde am 8. Dezember 1934 in Berlin geboren und war die Tochter von Kurt und Miriam Schatz. Am 23. Juni 1942 wurde die Familie ab Gleiwitz deportiert. Zu diesem Zeitpunkt war sie erst sieben Jahre alt. 120px|Stolperstein Güstrow Krönchenhagen 13 Seelig Vera Hier wohnteVera Seeliggeb. PionkowskiJg. 1872deportiert 1942Theresienstadttot 20.4.1943 Vera Seelig wurde am 12. Juni 1872 in Gnoien geboren. Am 11. November 1942 war sie im Gefängnis Alt-Strelitz inhaftiert und wurde am Tag darauf in die Sammelstelle Große Hamburger Straße in Berlin verlegt. Von dort erfolgte am 20. November 1942 ihre Deportation mit dem 75. Alterstransport I/79 in das Ghetto Theresienstadt, wo sie am 20. April 1943 starb.Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer: Seelig, Vera In: yadvashem.org, abgerufen am 20. Februar 2019.
Verlegungen Am 27. Juli 2009 wurden 15 Stolpersteine an vier Adressen verlegt.„Stolpersteine“ in Güstrow – Barlachstadt Güstrow In: guestrow.de, abgerufen am 20. Februar 2019.