Jörg Streli (* 26. März 1940 in Innsbruck; † 13. Februar 2019 ebenda) war ein österreichischer Architekt und Hochschullehrer. Er wirkte über Jahrzehnte mit zwei Kollegen im Architekturbüro Heinz & Mathoi & Streli.

Leben Streli wurde in Innsbruck geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien von 1958 bis 1964. Nach einigen Jahren Praxis wurde er 1969 Assistent am Institut für Hochbau der Universität Innsbruck, wo er bis 1976 war. Von 1992 bis 1997 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität.

mini|Grundriss des Landesjugendheims in Jagdberg, Schlins Ab 1973 schloss sich Streli mit zwei Kollegen zusammen, Karl Heinz und Dieter Mathoi. Sie gründeten das Architekturbüro Heinz & Mathoi & Streli. Die von ihnen gebaute Landesberufsschule für Vorarlberg in Feldkirch erhielt 1981 den Österreichischen Bauherrenpreis. Während sie viele Projekte gemeinsam durchführten, verfolgte jeder auch individuelle Aufgaben. Streli baute bevorzugt Einfamilienhäuser, wobei er die Wünsche des Bauherren und die Gegebenheiten des Bauplatzes berücksichtigte. Inspiriert von Vorbildern wie Clemens Holzmeister, Josef Lackner,KulturTon vom 10. Juni 2014: Jörg Streli über Diskussionen mit Josef Lackner. Abgerufen am 21. Februar 2019. Lois Welzenbacher und Frank Lloyd Wright, fand Streli zu einem persönlichen Stil, der auf seiner Liebe zur Natur und zu traditionellen ländlichen Bauformen geprägt war. Holz wurde ein bevorzugtes Material. Streli wirkte zunehmend auch in städtischer Umgebung. Zusammen bauten die drei Architekten zum Beispiel ein Gruppenwohnheim in Jagdberg, Schlins, Vorarlberg, das 1984 fertiggestellt wurde.

mini|Erweiterung des Universitätskrankenhauses Innsbruck, fertiggestellt 2008 Ein weiteres gemeinsames Werk war die Aufstockung der Frauen- und Kopfklinik in Innsbruck, bei dem sie ein bestehendes Gebäude um zwei Stockwerke erweiterten. Das Projekt wurde von 2006 bis 2008 gebaut und für den Preis der Fundació Mies van der Rohe 2009 nominiert. 2008 veröffentlichte Springer einen Überblick ihrer Werke, sowohl der gemeinschaftlichen als der individuellen, Heinz-Mathoi-Streli / Architekten / Bauten und Projekte / Buildings and Projects, mit Beiträgen der Architekturkritiker Friedrich Achleitner und Otto Kapfinger. Im selben Jahr lösten die Architekten ihr gemeinsames Büro auf. Streli baute in Innsbruck ein Haus für Drogenabhängige, genannt Mentlvilla, gegenüber Welzenbachers Adambräu, das inzwischen das Architekturzentrum Tirol beherbergt. Das Haus für Suchtkranke wird von der Caritas geführt und bietet Unterkunft und ärztliche Betreuung. Es wurde für den Architekturpreis Tirol 2016 nominiert.

Von 1983 bis 1994 war Streli auch Vorsitzender des Architekturbereichs an der Ingenieur- und Architektenkammer für Tirol und Vorarlberg. Von 1993 bis 1995 war er Mitglied des Beirates für Stadtgestaltung in Linz.

Bauten von Streli wurden in der internationalen Ausstellung Autochthone Architektur in Tirol gezeigt, unter anderem in München. Er war Mitglied in der Jury für Ausschreibungen, zum Beispiel für einen neuen Universitätsplatz in Brixen 2014.

Jörg Streli starb in Innsbruck am 13. Februar 2019. Er wurde am alten Höttinger Friedhof bestattet.

Bauten Unter seinen Werken für Heinz & Mathoi & Streli befinden sich Machbarkeitsstudien, Stadtplanung, Wohngebäude, Kindergärten, Schulen, Sporteinrichtungen, Geschäfte, Büros, Industrie- und Verkehrsbauten, zum Beispiel: mini|Kapelle Innerberg mini|Autohaus Vowa 1978: Hauptschule in Fulpmes 1978: Fremdenverkehrsfachschule in Zell am Ziller 1980: Landesberufsschule Feldkirch in Feldkirch 1981: Kapelle Innerberg in Finkenberg 1982: Modegeschäft Einwaller Anna in Innsbruck 1983: Doppelhaus Knofler/Mikuz, Innsbruck 1984: Landesjugendheim Jagdberg in Schlins 1987: Krankenpflegeschule in Feldkirch 1987: Stationen der Seilbahn Hochbrixen in Brixen im Thale 1989: Volksschule in Igls 1990: Porsche Interauto Verkaufscenter in Innsbruck 1993: MPreis Barwies in Mieming 1993: Bürohaus EBB in Innsbruck 1994: Eisenbahnumfahrung Innsbruck in Mils 1995: Autohaus Vowa in Innsbruck 1996: Mehrzweckgebäude mit Rasthaus an der Europabrücke 1996: Wohnanlage und Bürohaus in Innsbruck 1998: Totenkapelle an der Pfarrkirche Herz Jesu in Stans 1999: Hotelfachschule Villa Blanka in Innsbruck 2001: Landesfeuerwehrschule Tirol in Telfs 2004: HTBL und VA Mödling in Mödling 2005: MPreis Bramberg in Bramberg 2006: Naturparkhaus Ginzling, als Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude konzipiert und 2008 fertiggestellt 2008: Aufstockung der Frauen- und Kopfklinik in Innsbruck

Weblinks

Gespräche zur Baukultur / Jörg Streli: Architektur (Interview) Cultural Broadcasting Archive, 10. Juni 2014 Autochthone Architektur in Tirol : individuelle Figuren der Tiroler Baukunst im kollektiven Rahmen der Alpinen Landschaftsrezeption (Ausstellungskatalog) catalog.hathitrust.org Fußballakademie Innsbruck / Planung: Arch DI Jörg Streli steiner-holzbau.at

Heinz - Mathoi - Streli im Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck Bauherrenpreise zv-architekten.at Bürohaus Innsbruck architektur-heinz.at Pfarrsaal Hötting nextroom.at

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt der Moderne Kategorie:Architekt (Innsbruck) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann