Wötzelsdorf (bis 1875 offizielle Schreibweise Wetzelsdorf) ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Kronach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Im Dorf entspringt der Fischbach, ein linker Zufluss der Rodach. Im Osten steigt das Gelände ziemlich steil zur Anhöhe Lindig () an, während es im Westen eher flach bis zu dem 2,5 km entfernten Großen Roten Bühl () verläuft. Die Kreisstraße KC 12 führt an Tauschendorf vorbei nach Fischbach (1,5 km nordwestlich) bzw. zur Kreisstraße KC 6 bei Gössersdorf (1,8 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet eine weitere Gemeindeverbindungsstraße (1,9 km nordöstlich) zwischen Fischbach im Westen und Seibelsdorf im Nordosten. Ein Anliegerweg führt nach Vorderstöcken (0,9 km westlich).
Geschichte Die Erstnennung war im Jahr 1325 im Bamberger Urbar. Nach dem Lehensbuch des Bamberger Bischofs Albrecht erhielt im Jahr 1409 Johannes von Guttenberg elf Güter mit Zubehör in „Wazwesdorf“ zu Lehen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wötzelsdorf 22 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Stadtsteinach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Stadtsteinach. Grundherren waren die bambergische Verwaltung Untersteinach (1 Hof, 3 Gütlein, 1 halbes Gütlein), das bambergische Kastenamt Kronach (1 Sölde), das Domkapitel Bamberg (2 Güter), die Verwaltung Prügel des Aufseesischen Seminars (2 Höfe, 1 Söldengütlein), das Rittergut Fischbach (6 Güter, 1 halbes Gütlein) und das Seniorat von Guttenberg (3 Höfe, 1 Drittelgütlein).H. S. 520.Nach E. F. v. Guttenberg, H. H. Hofmann: Stadtsteinach, S. 101f. soll es 23 Anwesen gegeben haben. Auch wird die Art der Anwesen stark abweichend angegeben.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Wötzelsdorf, bis 1875 Wetzelsdorf genannt, dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Fischbach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Wötzelsdorf, zu der Grünlinden, Horlachen und Vorderstöcken gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand einige Anwesen dem Patrimonialgericht Fischbach (bis 1848) und dem Patrimonialgericht Untersteinach (bis 1848). Ab 1862 gehörte Wötzelsdorf zum Bezirksamt Stadtsteinach. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Stadtsteinach. Für Wötzelsdorf war ab 1880 das Amtsgericht Kronach, das Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt) und das Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt) zuständig.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 607f. Die Gemeinde hatte 1961 eine Fläche von 8,917 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Wötzelsdorf am 1. Januar 1972 nach Fischbach eingegliedert, das am 1. Mai 1978 nach Kronach eingemeindet wurde.
Ehemalige Kunstdenkmäler Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmäler auf. Sie sind in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 3: An einem Gebäude von 1913 befand sich eine Inschrifttafel des frühen 19. Jahrhunderts: „Dieses Haus ist mein und doch nicht mein der nach mir komt ist auch nicht sein“.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 285. Haus Nr. 7: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, verputzt mit Eckquadern, der Scheitelstein der Wohnungstür war mit „1845“ bezeichnet. Haus Nr. 17: Zweigeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, der Scheitelstein der Wohnungstür war mit „KW 1840“ bezeichnet. Haus Nr. 18: Eingeschossiger, verputzter Wohnstallbau mit zur Hälfte abgewalmtem Mansarddach, verputzt mit Eckpilastern und Rahmungen aus Sandstein, der Scheitelstein der Wohnungstür war mit „JCK 1837“ bezeichnet. Haus Nr. 19: Der Türsturz des Kellereinganges war mit „1744“ bezeichnet und, von späterer Wiederverwendung, mit „BK“.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Wötzelsdorf Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 190 1852 253 1855 265 1861 255 1867 271 1871 277 45 1875 282 1880 327 1885 330 46 1890 324 45 1895 288 1900 291 48 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 289 1910 291 1919 276 1925 285 47 1933 272 1939 248 1946 363 1950 340 47 1952 325 1961 265 53 1970 257
Dorf Wötzelsdorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 108 144 156 181 174 164 221 171 167 72Häuser 18 25 26 27 27 32 18Quelle
Religion Der Ort war bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwiegend evangelisch und ist nach St. Jakobus (Fischbach) gepfarrt. Die Katholiken waren ursprünglich nach St. Johannes der Täufer (Kronach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Karl Löhner: Fischbach und seine Kirchengemeinde. Kronach 1996, S. 47.
Anmerkungen Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.
Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Kronach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1325 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972