Der Eurovision Song Contest 2020 (ESC) hätte als 65. Austragung der Veranstaltung vom 12. bis 16. Mai 2020 in der Ahoy-Arena in der niederländischen Stadt Rotterdam stattfinden sollen. Die EBU sagte den Wettbewerb am 18. März wegen der COVID-19-Pandemie ab.Spiegel: Wegen Coronavirus – Eurovision Song Contest abgesagt, abgerufen am 18. März 2020. Als Ersatzsendung, und um die 41 bereits ausgewählten Beiträge zu honorieren, fand am 16. Mai 2020 die Sendung Eurovision: Europe Shine a Light in Hilversum statt. Ebenfalls hatten sich einige Länder dazu entschieden, eigene Abstimmungen und Sendungen zu veranstalten. Während der Ersatzsendung aus Hilversum wurde angekündigt, dass der ESC 2021 ebenfalls in Rotterdam stattfinden sollte.
Duncan Laurence hatte 2019 in Tel Aviv gewonnen. Die Niederlande hätten somit zum fünften Mal – nach 1958, 1970, 1976 und 1980 – Gastgeber des Wettbewerbs sein sollen.
Austragungsort Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaften NPO, AVROTROS und die NOS waren mit der Austragung und somit der Suche nach einem Veranstaltungsort beauftragt.
Am 29. Mai 2019 eröffneten die drei Rundfunkgesellschaften den offiziellen Bewerbungsprozess für mögliche Austragungsorte, der in drei Phasen unterteilt war: In der ersten Junihälfte erhielten alle interessierten Städte und Regionen ein Dokument der drei Rundfunksender mit den Austragungskriterien. Die Interessenten hatten dann vier Wochen Zeit, um ihre Bewerbungen einzureichen. Am 10. Juli 2019 war der offizielle Einsendeschluss für die Bewerber. Mitte Juli hatten die Organisatoren alle Städte besucht und die Bewerbungen ausgewertet. Danach wurde dann der Austragungsort zusammen mit der EBU beschlossen. Eine offizielle Verkündung des Austragungsortes erfolgte am 30. August 2019.
Entgegen ursprünglicher Ankündigungen reichte die Stadt Zwolle aufgrund von Mängeln am vorgeschlagenen Austragungsort keine Bewerbung ein. In Groningen scheiterte eine Bewerbung an finanziellen Engpässen in der Gemeinde. Die Stadt Tilburg fand keinen passenden Austragungsort. Eine von einem privaten Investor initiierte Bewerbung von Enschede kam ebenfalls nicht zustande.
Neun Städte hatten sich zuerst offiziell beworben. Die Stadt Leeuwarden zog ihre Bewerbung zurück, da WTC Expo nicht die Mindesthöhe erreicht, die im Anforderungskatalog der niederländischen Fernsehanstalten verlangt wird. Die Stadt Den Haag zog ihre Bewerbung zurück, da sie keinen geeigneten Austragungsort besitzt, der die Anforderungen der EBU erfüllen kann. Die Stadt unterstützt fortan die Bewerbung der nahegelegenen Stadt Rotterdam. Auch die Stadt Breda zog ihre Bewerbung zurück, da der finanzielle Aufwand für die Stadt zu hoch wäre. Fortan unterstützt die Stadt die Bewerbung von ’s-Hertogenbosch. Am 4. Juli 2019 erklärte auch Amsterdam, dass die Stadt sich nicht weiter um eine Austragung bewerben wird. Als Grund wurde angegeben, dass alle drei vorgeschlagenen Veranstaltungsorte in der Stadt bereits im Mai 2020 ausgebucht sind. Es gab ebenfalls den Vorschlag für ein großes Zelt, dieser wurde allerdings wieder verworfen, da eine solche Konstruktion als zu komplex angesehen wurde. Am 16. Juli 2019 präsentierte NPO die verbliebenen Bewerber um die Ausrichtung. So besitzen Maastricht und Rotterdam genug Hotelzimmer und die nötigen finanziellen Mittel für eine Ausrichtung. Am folgenden Tag besuchte NPO die Stadt Maastricht, um sich ein genaueres Bild von der dortigen Infrastruktur und dem beabsichtigten Austragungsort zu machen. Am 18. Juli 2019 erfolgte dann ein Besuch in Rotterdam. Ende Juli 2019 wurden beide Städte ein zweites Mal besucht, um die vorhandene Produktionslogistik zu beurteilen. Im Anschluss an die Besuche mussten die Städte eine überarbeitete Version ihrer Bewerbungsunterlagen einreichen, um Einzelheiten über den Austragungsort, Lizenzen und das Rahmenprogramm der Städte hinzuzufügen.
Am 30. August 2019 wurde um 11:58 Uhr im Rahmen einer Sondersendung von NPO 1 das Ahoy in Rotterdam als Austragungsort präsentiert. Darüber hinaus wurde das Datum der drei Shows festgelegt.
Stadt Austragungsort Maximale Kapazität(bei Konzerten) Bemerkungen Offizielle Bewerbungen Maastricht Maastrichts Expositie en Congres Centrum 12.800 Bewerbung wird unterstützt durch die Provinz Limburg. Rotterdam Ahoy Rotterdam 12.000 (Ahoy Arena) Bewerbung wird unterstützt durch die Provinz Zuid-Holland. Austragungsort des Junior Eurovision Song Contest 2007. Ausgeschiedene Bewerbungen Arnhem GelreDome 41.000 Gemeinsame Bewerbung der Stadt Arnhem und der Region Veluwe. Utrecht Zeltkonstruktion 10.000 Geplant war zuerst, dass der Wettbewerb in den Messehallen Jaarbeurs stattfindet. Zuletzt gab die Stadt allerdings bekannt, dass eine Zeltkonstruktion auf dem Parkplatz vor Jaarbeurs geplant war. ’s-Hertogenbosch Brabanthallen 11.000 Zurückgezogene Bewerbungen Amsterdam Amsterdam RAI 13.000 Austragungsort des Eurovision Song Contest 1970. Bewerbung am 4. Juli 2019 zurückgezogen. Johan-Cruyff-Arena 54.990 Bewerbung am 4. Juli 2019 zurückgezogen. Ziggo Dome 17.000 BredaBreepark 13.000 Bewerbung am 1. Juli 2019 zurückgezogen. Den Haag Cars Jeans Stadion/Malieveld 15.000 Bewerbung wurde unterstützt durch die Provinz Zuid-Holland. Das Cars Jeans Stadion hätte bei einem Zuschlag mit einem temporären Dach versehen werden. Auf dem Gelände des Malievelds war eine temporäre Zeltkonstruktion geplant. Bewerbung am 27. Juni 2019 zurückgezogen. Leeuwarden WTC Expo <6.000 Bewerbung wurde durch die Provinz Friesland unterstützt. Veranstaltungsort des Domino Day. Bewerbung am 18. Juni 2019 zurückgezogen.
Format Motto und Logo Am 24. Oktober 2019 stellte NPO das Motto des Eurovision Song Contest vor. Er sollte unter dem Motto Open Up (deutsch Öffne dich) stehen. Der Produzent des Wettbewerbs, Sietse Bakker, betonte die Individualität des Slogans, indem er darauf verwies, dass jeder selbst entscheiden könne, wofür er sich öffnet. Man habe außerdem einen Slogan ausgewählt, mit dem sich die Niederländer identifizieren können und der Werte wie Respekt und Meinungsfreiheit betone.
Das Logo wurde am 28. November 2019 veröffentlicht. Es stellte die Flaggen der 41 Nationen dar, die am diesjährigen Eurovision Song Contest teilnehmen wollten, in einer Reihenfolge, die nach Debütjahr und Farbigkeit sortiert war.
Bühnendesign Am 2. Dezember 2019 veröffentlichte die EBU das Bühnendesign. Florian Wieder war der verantwortliche Designer der Bühne. In der Vergangenheit entwarf er bereits sechs Mal das Bühnendesign für den Eurovision Song Contest. Das Design sollte „die Verbindung zwischen dem Himmel, dem Meer und dem Land“ herstellen. Nachdem sich der Greenroom 2019 in einer separaten Halle befunden hatte, sollte der Greenroom wieder in den Zuschauerraum zurückkehren.
Moderation Am 25. Oktober 2019 sprach sich der Executive Producer 2020 Sietse Bakker gegenüber RTL Boulevard dafür aus, dass drei Moderatoren den Song Contest 2020 moderieren sollen. Am 4. Dezember wurden die drei Moderatoren vorgestellt, die den Contest moderieren sollten. Die Moderation sollte von Edsilia Rombley, Chantal Janzen und Jan Smit übernommen werden. Es wäre damit das erste Mal seit 2017 gewesen, dass drei Moderatoren zum Einsatz kommen sollten. In den vergangenen Jahren griffen die Ausrichter häufig auf vier Moderatoren zurück. Ebenfalls wäre es das erste Mal seit 2012 gewesen, dass zwei Moderatorinnen und ein Moderator zum Einsatz kommen sollten. Mit Edsilia Rombley wäre eine ehemalige Song-Contest-Teilnehmerin als Moderatorin zum Einsatz gekommen. Sie repräsentierte die Niederlande beim Eurovision Song Contest 1998 und beim Eurovision Song Contest 2007.
Eröffnungsact/Pausenfüller Während der drei Live-Shows sollten Einspieler von Edsilia Rombley gezeigt werden, wie sie mit den ehemaligen Gewinnern Ruslana (2004), Anne-Marie David (1973), Izhar Cohen (1978) und Niam Kavanagh (1993) im Taxi durch Rotterdam fährt und mit ihnen über ihre Erfahrungen beim Eurovision Song Contest spricht.
Für das Finale war als Pausenfüller ein Medley von Gigliola Cinquetti: Non ho l'età, Lenny Kuhr: De Troubadour, Getty Kaspers: Ding-A-Dong, Sandra Kim: J'aime La Vie, Paul Harrington & Charlie McGettigan: Rock 'n' Roll Kids, Alexander Rybak: Fairytale, Duncan Laurence: Arcade geplant gewesen. Darüber hinaus sollten Glennis Grace und Afrojack beim Grand Final auftreten.
Das 2. Halbfinale sollte durch eine Performance des Breakers Redo eröffnet werden.
Teilnehmer Länder mini|250x250px|
Bis zum 16. September 2019 hatten die Länder, die teilnehmen wollten, Zeit, die benötigten Papiere bei der EBU einzureichen. Bis zum 10. Oktober 2019 hätte dann die jeweilige Fernsehanstalt, die das Teilnehmerland repräsentiert, noch Zeit gehabt, ihre Teilnahme ohne Strafe zurückzuziehen.
Am 13. November 2019 gab die EBU bekannt, dass 41 Länder am Eurovision Song Contest 2020 teilnehmen wollten. Zuletzt nahmen im Vorjahr ebenfalls 41 Länder teil, womit die Anzahl an teilnehmenden Ländern gleich geblieben wäre. Allerdings wurden im Vorjahr zuerst 42 Länder angekündigt, ehe sich die Ukraine Ende Februar 2019 vom Wettbewerb zurückzog. Somit war es das erste Mal, dass die EBU 41 Länder ankündigte.
Bulgarien und die Ukraine wollten nach einjähriger Pause zum Wettbewerb zurückkehren. Während Bulgarien aus finanziellen Gründen 2019 auf eine Teilnahme verzichtete, zog sich die Ukraine nach Streitigkeiten mit der Siegerin des Widbir 2019 erst Ende Februar 2019 vom Wettbewerb zurück. 2020 wollten Montenegro und Ungarn nicht teilnehmen. Montenegro fehlte bei diesem Wettbewerb zuletzt 2011. Sie zogen sich aus finanziellen Gründen sowie aufgrund von Erfolglosigkeit vom Wettbewerb zurück. Das Land qualifizierte sich schließlich zuletzt 2015 für das Finale und schied seither stets in der Qualifikation aus.
Ungarn setzte zuletzt beim Eurovision Song Contest 2010 aus. Das ungarische Fernsehen gab ebenfalls finanzielle Gründe an. Kommentatoren im In- und Ausland sahen jedoch einen Zusammenhang mit der seit dem Amtsantritt von Viktor Orbán zunehmenden Homophobie.Shaun Walker und Flora Garamvolgyi, Hungary pulls out of Eurovision amid rise in anti-LGBTQ+ rhetoric, theguardian.com, 27. November 2019Keno Verseck, Die fünf Buchstaben des Weltuntergangs, Spiegel Online, 9. Dezember 2019
Wiederkehrende Interpreten
The Mamas und Vasil hätten 2020 zum zweiten Mal in Folge am Song Contest teilgenommen. Im Vorjahr waren The Mamas noch als Begleitsängerinnen für John Lundvik tätig, während Vasil für die Begleitung von Tamara Todevska zuständig war. Vincent Bueno hätte auch zum zweiten Mal teilgenommen, so war er bereits 2017 Begleitsänger von Nathan Trent. Natalia Gordienko und Senhit hätten ebenfalls 2020 zum zweiten Mal teilgenommen, vertraten ihr Land aber jeweils schon zuvor als Interpret. So trat Gordienko bereits 2006 mit Connect-R und Arsenium für die Republik Moldau an, während Senhit San Marino bereits 2011 vertrat. Auch Sanja Vučić wäre 2020 zum zweiten Mal angetreten, dieses Mal aber als Teil der Gruppe Hurricane. Vučić war 2016 bereits als Solistin für Serbien angetreten. Ksenija Knežević, ein weiteres Mitglied von Hurricane, wäre ebenfalls zum Song Contest zurückgekehrt. Zuvor war sie als Begleitsängerin für Montenegro und ihrem Vater Knez im Jahre 2015 tätigt. Ebenfalls hätte Destiny Chukunyere 2020 zum bereits zweiten Mal teilgenommen, so war sie 2019 noch Begleitsängerin von Michela Pace. Außerdem wäre sie die erste Junior Eurovision Song Contest Siegerin, seit den Tolmatschowa-Schwestern im Jahre 2014, die am Song Contest teilgenommen hätte. Chukunyere gewann schließlich den Wettbewerb 2015. Mit der griechischen Interpretin Stefania wäre eine weitere Interpretin beim Song Contest dabei gewesen, die zuvor am Junior Eurovision Song Contest teilnahm. 2016 belegte sie dort als Teil des Trios Kisses für die Niederlande Platz 8.