mini|Bevölkerungsstruktur von Mexiko (2017) Mexiko ist mit über 126 Millionen Einwohnern im Jahr 2020 das 11. bevölkerungsreichste Land der Welt. Es ist das bevölkerungsreichste spanischsprachige Land und nach den Vereinigten Staaten und Brasilien das dritt-bevölkerungsreichste Land in Amerika. Während des größten Teils des zwanzigsten Jahrhunderts war die mexikanische Bevölkerung durch ein rasches Wachstum gekennzeichnet. Obwohl diese Tendenz stark gebremst wurde und das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum in den letzten fünf Jahren auf weniger als 1 % absank, hat Mexiko immer noch einen großen Anteil an jungen Menschen. Die einwohnerreichste Stadt des Landes ist die Hauptstadt Mexiko-Stadt mit 9,2 Millionen Einwohnern (2020). Die Metropolregion hat 21,3 Millionen Einwohner (2020). Etwa 50 % der Bevölkerung lebt in einer der 55 großen Metropolregionen des Landes. Insgesamt leben rund 80 % der Bevölkerung in städtischen Gebieten und nur 20 % in ländlichen Gebieten, womit Mexiko einen hohen Urbanisierungsgrad aufweist.
2016 lag das Medianalter in Mexiko bei 28 Jahren. Auf 1000 Einwohner kamen 18,5 Geburten und 5,3 Todesfälle. Die Fertilität betrug 2019 noch 2,1 Kinder pro Frau (1970 waren es noch 6 Kinder). Die Lebenserwartung liegt bei knapp 76 Jahren. Die Bevölkerung wird in den nächsten Jahren zu altern beginnen, jedoch aufgrund des noch jungen Durchschnittsalters bis 2050 auf ca. 150 Millionen Personen anwachsen.
Wurde Mexiko im 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert noch stark von Migration aus Europa und anderen Gebieten der Welt geprägt, ist es inzwischen vorwiegend ein Auswanderungsland. Die Anzahl der Emigranten beläuft sich auf über 12,6 Millionen, von denen die meisten in den benachbarten Vereinigten Staaten leben. Die Anzahl der Personen im Ausland mit mexikanischer Abstammung wird sogar auf bis zu 30 Millionen Personen geschätzt. In Mexiko selbst waren knapp 0,9 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Die meisten Migranten in Mexiko kamen aus zentralamerikanischen Ländern, woher die Immigration nach Mexiko aufgrund der besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten in den letzten Jahren anstieg.
Überblick mini|Bevölkerungsdichte in Mexiko (2010) mini|Fertilität in Mexiko (2014) mini|Lebenserwartung in Mexiko (2007) Im Jahr 1900 hatte Mexiko 13,6 Millionen Einwohner. In den folgenden Jahrzehnten konnte die Regierung, dank starkem wirtschaftlichen Wachstum, gezielt in das Gesundheitssystem investieren, was die Kindersterblichkeit senkte und die Lebenserwartung erhöhte. Diese beiden Entwicklungen führten zu einem starken demografischen Anstieg zwischen 1930 und 1980. Die jährliche Zuwachsrate der Bevölkerung sank seitdem von einem Höchststand von 3,5 % im Jahr 1965 auf 0,99 % im Jahr 2005. 2009 waren 50 % der Bevölkerung 25 Jahre alt oder jünger. Die Fertilitätsrate sank ebenfalls von 5,7 Kindern pro Frau im Jahr 1976 auf 2,2 im Jahr 2006 und betrug noch 1,9 im Jahr 2017. Die UN geht in ihrer mittleren Bevölkerungsprognose von einer Steigerung der Bevölkerung auf ca. 160 Millionen Einwohner im Jahre 2060 aus, danach wird ein Rückgang der Bevölkerung erwartet.
Das schnellste Bevölkerungswachstum findet derzeit in den nördlichen Bundesstaaten statt aufgrund der wirtschaftlichen Chancen, die sich aus der Grenznähe zu den Vereinigten Staaten ergeben. Die höchsten Geburtenraten verzeichnen die südlichen Bundesstaaten des Landes, die jedoch ein hohes Ausmaß an Abwanderung verzeichnen.
+Bevölkerungsstruktur (Zensus 2020)AlterMännlichWeiblichGesamt% Gesamt 61 473 390 64 540 634 126 014 024 100 0–4 5 077 482 4 969 883 10 047 365 7,97 5–9 5 453 091 5 311 288 10 764 379 8,54 10–14 5 554 260 5 389 280 10 943 540 8,68 15–19 5 462 150 5 344 540 10 806 690 8,57 20–24 5 165 884 5 256 211 10 422 095 8,27 25–29 4 861 404 5 131 597 9 993 001 7,93 30–34 4 527 726 4 893 101 9 420 827 7,47 35–39 4 331 530 4 668 746 9 020 276 7,15 40–44 4 062 304 4 441 282 8 503 586 6,74 45–49 3 812 344 4 130 069 7 942 413 6,30 50–54 3 332 163 3 705 360 7 037 532 5,58 55–59 2 692 976 3 002 982 5 695 958 4,52 60–64 2 257 862 2 563 200 4 821 062 3,82 65–69 1 706 850 1 938 227 3 645 077 2,89 70–74 1 233 492 1 413 848 2 647 340 2,10 75–79 847 898 966 684 1 814 582 1,43 80–84 523 812 651 552 1 175 364 0,93 85+ 433 968 605 583 1 039 551 0,82 Unbekannt 136 194 137 192 273 386 0,21
Ethnische Gruppen mini|Im 18. Jahrhundert existierte ein auf ethnischer Abstammung basierendes Kastensystem (Bild von 1777) Mexiko ist ethnisch vielfältig. Der zweite Artikel der mexikanischen Verfassung definiert, dass das Land ein multikultureller Staat ist, der ursprünglich auf den indigenen Völkern basierte und mit dem europäischen Erbe durch den Prozess der Kolonialisierung kombiniert wurde. Seit dem Jahre 1921 stellt der Zensus keine Fragen mehr zur ethnischen Selbstidentifikation. Deswegen kann die heutige ethnische Zusammensetzung des Landes nur geschätzt werden.
Die große Mehrheit der Mexikaner wurde als „Mestizen“ klassifiziert, was im modernen mexikanischen Sprachgebrauch bedeutet, dass sie sich weder mit einer indigenen Kultur noch mit einem spanischen Kulturerbe vollständig identifizieren, sondern eher kulturelle Merkmale aufweisen, die Elemente sowohl der indigenen als auch der spanischen Tradition enthalten. Durch die bewussten Bemühungen postrevolutionärer Regierungen wurde die „Mestizo-Identität“ als Grundlage der modernen mexikanischen nationalen Identität durch einen als Mestizaje bezeichneten Prozess der kulturellen und ethnischen Verschmelzung geschaffen. Eine Kulturschätzung gibt an, dass der Anteil der Mestizen bis zu 90 % beträgt. Paradoxerweise ist das Wort Mestize seit langem aus dem populären mexikanischen Vokabular gefallen, wobei das Wort sogar abwertende Konnotationen haben kann.
Die Kategorie der „indigena“ (indigenen) in Mexiko wurde aufgrund verschiedener Kriterien in der Geschichte definiert. Dies bedeutet, dass der Prozentsatz der mexikanischen Bevölkerung, der als „indigene Bevölkerung“ gezählt wird, gemäß der verwendeten Definition variiert. Laut der jüngsten interzensalen Umfrage der mexikanischen Regierung von 2015 machen indigene Völker 21,5 % der mexikanischen Bevölkerung aus. Bei dieser Gelegenheit wurden Personen, die sich selbst als „Indigene“ identifizierten, und Personen, die sich als „teilweise Indigene“ identifizierten, in die Kategorie der „Indigenen Bevölkerung“ mit eingestuft. Laut dem Zensus von 1921 waren 29 % der Bevölkerung indigen. Beim Zensus von 1793 betrug der Anteil 66 %. Im modernen Mexiko gilt die indigene Bevölkerung als benachteiligt, auch wenn indigene Persönlichkeiten wie Benito Juárez eine wichtige Rolle in Mexikos Geschichte gespielt haben. Den höchsten Anteil an Sprechern von indigenen Sprachen haben die Staaten im Süden von Mexiko.
Europäische Mexikaner sind Bürger mit vollständiger oder mehrheitlicher europäischer Abstammung. Die Europäer kamen während der spanischen Eroberung des Aztekenreiches in Mexiko an und wanderten während des kolonialen und unabhängigen Mexikos weiter in das Land ein. Der größte Teil der europäischen Mexikaner kam zuerst aus Spanien, danach zunehmend auch aus Italien sowie West- und Osteuropa."Ser mestizo en la nueva España a fines del siglo XVIII. Acatzingo, 1792", Scielo, Jujuy, November 2000. Personen mit reiner bis vorwiegend europäischer Abstammung werden auf 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung geschätzt und stellen nach wie vor einen großen Teil der kulturellen, ökonomischen und politischen Elite des Landes. Den höchsten Anteil an hellhäutigen Personen haben die nördlichen Regionen des Landes, da diese zum Zeitpunkt der Kolonialisierung des Landes noch kaum besiedelt waren.
Mexiko hat kleinere Bevölkerungsgruppen mit arabischer, asiatischer (vorwiegend chinesischer) und afrikanischer Abstammung. Alle diese Gruppen haben einen Bevölkerungsanteil von ca. 1 % oder weniger und sind weitestgehend in die Mehrheitsgesellschaft assimiliert.
Demografische Statistik seit 1936 Quelle: Instituto Nacional de Estadística y Geografía (INEGI)
Anmerkung: Zu den registrierten Geburten zählen auch Geburten von nicht gebietsansässigen Müttern. Daher werden die Geburtenraten in den letzten zwei Jahrzehnten überschätzt