mini|150px|Petre Nicolae Francisc Bejan, um 1936 Petre N. Bejan, auch Petru N. F. Bejannur gelegentlich auch Petru N. F. Bejan, wobei "N" für Nicolae und "F" für Francisc stehen, die zumeist nicht ausgeschriebenen Vornamen seines Vaters bzw. Großvaters (* 2. Januar 1896 in Ploiești, Rumänien; † 6. September 1978 in Bukarest, RumänienMisiunea 2/2015: Revista Centrului de Cercetare a Conlucrării Bisericii Ortodoxe cu Armata României „General Paul Teodorescu”. S. 84 (arhiepiscopiaramnicului.ro PDF).), war ein liberaler rumänischer Politiker und bis 1948 letzter Vorsitzender der National-Liberalen Partei (Partidul Național Liberal).
Der Sohn des aus Monor (Kreis Bistrița-Năsăud) stammenden Professors Nicolae Francisc Bejan (1862–1901) studierte IngenieurwesenARHIVA SOMEȘANĂ: Revistă Istorică Culturală. Nr. 21, Năsăud 1937, S. 334–345 (documente.bcucluj.ro PDF) und widmete sich zunächst dem Straßen- und Brückenbau.Narcis Dorin Ion: Gheorghe Tătărescu și Partidul Național Liberal (1944–1948). Editura Tritonic, Bukarest 2003, S. 94. Seit 1927 war er Mitglied der von Ionel Brătianu bzw. Vintilă Brătianu geführten National-Liberalen ParteiCsaba Bekes, Laszlo Borhi, Peter Ruggenthaler, Ottmar Trasca: Soviet Occupation of Romania, Hungary, and Austria 1944/45–1948/49. Central European University Press, Budapest 2015, S. 88., schloss sich nach dessen Tod jedoch der von Ion Duca bzw. Generalsekretär Gheorghe Tătărescu geführten Fraktion innerhalb der Partei an und saß ab 1933 als deren Abgeordneter im Parlament. In Tătărescus Regierung war er von Mai 1935 bis Februar 1937 Staatssekretär des Verteidigungsministers Paul Angelescu und von Februar bis November 1937 Staatssekretär des Ministerpräsidenten. Im Streit zwischen Dinu Brătianu und Tătărescu unterstützte er ab Dezember 1944 letzteren bei der Gründung seiner eigenen National-Liberalen Partei (Partidul Național Liberal – Tătărescu) und war von März 1945 bis November 1946 Minister für Industrie und Handel in Petru Grozas Nachkriegsregierung, in der Tătărescu Außenminister und Vizepremier war. Nach den Wahlen vom November 1946, bei denen die zum kommunistisch geführten Wahlblock (Nationale Front) gehörende Tătărescu-Partei die Brătianu-Partei schlagen konnte, saß er wieder als Abgeordneter im Parlament. Als Tătărescu jedoch gegen den zunehmenden Einfluss der von Gheorghe Gheorghiu-Dej geführten Rumänischen Kommunistischen Partei in Grozas Koalitionsregierung und die von ihr betriebene sozialistische Umgestaltung Rumäniens opponierte, wurde er im November 1947 zum Rücktritt gezwungen.Christoph Kruspe, Jutta Arndt: Taschenlexikon Rumänien. Bibliographisches Institut Leipzig 1984, S. 151.
Welche Rolle Bejan, der offenbar zum prokommunistischen Parteiflügel gehörte, bei Tătărescus Sturz spielte, ist unklar bzw. unterschiedlich überliefert worden. Tătărescu hatte zuvor in einem Schreiben den politischen Schauprozess gegen Iuliu Maniu kritisiert, was Bejan als einen Fehler bezeichnete.Stefan Creuzberger, Manfred Görtemaker: Gleichschaltung unter Stalin? Die Entwicklung der Parteien im östlichen Europa 1944–1949. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2002, S. 161 f. Tătărescu hatte damit selbst Kritik auf sich gezogen, und mit Tătărescu stürzten auch die anderen nationalliberalen Minister. Eine Gruppe von prokommunistischen Dissidenten bzw. Funktionären innerhalb der Nationalliberalen Partei und ihres ZentralkomiteesKarel Kaplan: Die politischen Prozesse in der Tschechoslowakei 1948-1954. Verlag Oldenbourg, München 1986, S. 29., angeblich vor allem solche, die um ihre eigenen einflussreichen Posten in der Verwaltung fürchteten, wählte nach Tătărescus Sturz Ende November bzw. Anfang Dezember 1947 Bejan zum neuen Parteivorsitzenden.Centrul de Istorie și Civilizație Europeană (Academia Română): Romanian Civilization. Band 7. Romanian Cultural Foundation (Fundația Culturală Română), Bukarest 1998, S. 42 ff.
Von den Kommunisten geduldet, durfte Bejan, nachdem er sich von Tătărescu hatte distanzieren müssen, die Partei im Dezember 1947 bzw. Januar 1948 als Partidul Național Liberal – Bejan reorganisieren, in die Regierung wurde er jedoch nicht mehr aufgenommen. Er unterlag bei den Parlamentswahlen im März 1948 der Nationalen Front und musste unter dem Druck der Kommunisten die Partei Ende 1948 doch noch auflösen. Im Mai 1950 wurde er schließlich verhaftet und ins Sighet-Gefängnis verbrachtUniversitatea "Al. I. Cuza" din Iași: Analele științifice ale Universității "Al. I. Cuza" din Iași - Istorie, Bände 51–53, Universitatea, Iași 2005, S. 339. wo auch Brătianu, Tătărescu und Maniu gefangengehalten wurden. Im Juli 1955 wurde Bejan zwar aus Sighet entlassen, blieb aber bis 1959 unter Hausarrest in der Ortschaft Măzăreni (Traian) bei Brăila in der Bărăgan-Steppe. Danach arbeitete er als Ingenieur in einem staatlichen Landwirtschaftsbetrieb.Famous Why: Petre N. Bejan
Bejan hatte zwei Söhne namens Marius und Romulus. Sein Schwager war der General Virgil I. Bădulescu (1882–1944).
Anmerkung
Einzelnachweise
Kategorie:Minister (Rumänien) Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Großrumänien) Kategorie:Mitglied des Partidul Național Liberal Kategorie:Rumäne Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann