Die 90. Internationale Sechstagefahrt war die Mannschaftsweltmeisterschaft im Endurosport und fand vom 7. bis 12. September 2015 im slowakischen Košice sowie der näheren Umgebung statt. Die Nationalmannschaften Australiens konnten zum ersten Mal die World Trophy, zum zweiten Mal die Junior Trophy sowie zum dritten Mal in Folge die Women's Trophy gewinnen.

mini|Košice, Start- und Zielort der einzelnen Etappen

Wettkampf Organisation Nach der 80. Internationalen Sechstagefahrt (2005) fand die Veranstaltung zum zweiten Mal in der Slowakei statt.

Am Wettkampf nahmen 23 Teams für die World Trophy, 13 für die Junior Trophy, sechs für die Women’s Trophy und 96 Clubteams aus insgesamt 31 Nationen teil.

Deutschland nahm an der World Trophy und Junior Trophy, Women’s Trophy sowie mit neun (davon drei gemischtnationale) Clubmannschaften teil. Die Schweiz nahm an der World Trophy und Junior Trophy teil. Österreich fuhr in der World Trophy, Junior Trophy sowie mit zwei Clubmannschaften.

1. Tag mini|Strecke des 1. und 2. Fahrtages Insgesamt 497 Fahrer nahmen den Wettkampf auf. Die erste Tagesetappe über 275,4 Kilometer führte von Košice in den Nordwesten. Es war ein zweimal zu absolvierender Rundkurs mit vier Zeitkontrollen pro Runde. Die Sonderprüfungen je Runde waren zwei Enduro- sowie ein Motocross-Test. Die Fahrer die zeitlich zuerst das Ziel erreicht hatten, blieben von starkem Regen verschont, der unmittelbar darauf einsetzte.

Nach dem ersten Fahrtag führte in der World-Trophy-Wertung das Team aus den USA vor Australien und Frankreich. Das deutsche Team lag auf dem 9., das österreichische auf dem 13. und das Schweizer auf dem 16. Platz. Im deutschen Team schied Nico Rambow aus der Wertung. Sein Motorrad hatte Zündungsprobleme, er erreichte die folgende Zeitkontrolle zu spät. Damit war das tägliche Streichresultat bereits aufgebraucht.

In der Junior-Trophy-Wertung führte das australische Team vor Schweden und Frankreich. Das deutsche Team lag auf dem 9., das österreichische auf dem 12. und das Schweizer auf dem 13. Platz.

In der Women’s Trophy führte das australische Team vor den Mannschaften aus Frankreich und Schweden.

Die Clubwertung führte der Moto Club Italia vor Team Ostra Elite und KBS UAMK TEAM UNHOST. Beste deutsche Clubmannschaft war das Team DMSB 1-ADAC Westfalen/Sachsen auf dem 27. Platz. Für Österreich der MSC Dalaas International auf dem 66. Platz.

2. Tag Die Strecke des zweiten Fahrtages war identisch des Vortags.

Die World-Trophy-Wertung führte das Team aus Australien vor den USA und Frankreich an. Das deutsche Team lag weiter auf dem 9., das österreichische und Schweizer Team rutsche jeweils einen Platz ab auf den 14. bzw. 17. Platz.

In der Junior-Trophy-Wertung führte unverändert das australische Team vor Schweden und Frankreich. Das deutsche Team rutsche auf den 10. Platz ab, Österreich und die Schweiz lagen unverändert auf dem 12. bzw. 13. Platz.

In der Women’s Trophy führte unverändert das australische Team vor den Mannschaften aus Frankreich und Schweden.

Die Clubwertung führte Team Ostra Elite vor VAMC Drie Musketiers und KBS UAMK TEAM UNHOST an. Das Team DMSB 1-ADAC Westfalen/Sachsen verbesserte sich auf den 23., der MSC Dalaas International auf den 55. Platz.

3. Tag mini|Strecke des 3. Fahrtages Die Etappe des dritten Tages führte wiederum in den Nordwesten und nutzte dabei größtenteils Streckenteile der Vortage in entgegengesetzter Richtung. Es waren zwei Runden zu insgesamt 283 Kilometern zu fahren. Je Runde waren vier Zeitkontrollen sowie drei Endurotests als Sonderprüfungen zu absolvieren.

Eine achtköpfige Gruppe übersah eine Streckenmarkierung und fuhr fälschlicherweise in entgegengesetzte Richtung. Betroffene waren die World-Trophy-Fahrer: Marc Bourgeois, Anthoni Boissiere und Jeremy Joly (alle drei Frankreich), Lorenzo Santolino und Cristobal Guerrero (beide Spanien), David Knight (Vereinigtes Königreich), Taylor Robert (USA) und Manuel Monni (Italien). Erst nach etwa vier Kilometern bemerkten sie ihren Fehler, suchten sich eigenmächtig einen Weg zurück zur korrekten Route und verpassten dadurch eine Durchfahrtskontrolle, was den Wertungsausschluss bedeutete. Die Jury unterstützte nach Anhörung aller Beteiligten die Fahrtleitung. Zur Begründung ihres Handels führten die Fahrer an, dass es für zu gefährlich gewesen wäre, die Strecke in entgegengesetzter Richtung wieder zurückzufahren, im Falle, es würden noch weitere fehlgeleitete Fahrer folgen. – Die betroffene Nationenverbände reichten einen Appeal, einen speziellen Protest, gegen diese Entscheidung ein, was bedeutete, dass die Fahrer weiter teilnehmen durften. Deren Ergebnisse tauchten vorerst nicht in den Ergebnislisten auf.

In der World-Trophy-Wertung führte damit das Team aus Australien vor den USA und Frankreich. Das deutsche Team verbesserte sich auf den 9., das österreichische auf den 13. und das Schweizer auf den 16. Platz.

Die Junior-Trophy-Wertung führte das australische Team vor Schweden und den USA an. Das österreichische Team verbesserte sich auf den 11. Platz, unmittelbar dahinter lagen das deutsche und Schweizer Team auf dem 12. bzw. 13. Platz. Im deutschen Team schied Bruno Wächtler mit Motorschaden aus, womit das tägliche Streichresultat aufgebraucht war.

In der Women’s Trophy führte weiter das australische Team vor den Mannschaften aus Frankreich und Schweden.

Die Clubwertung führte VAMC Drie Musketiers vor Team Ostra Elite und KBS UAMK TEAM UNHOST. Beste deutsche Clubmannschaft war das Team DMSB 5-ADAC Südbaden/Sachsen auf dem 35. Platz. Der MSC Dalaas International verbesserte sich auf den 49. Platz.

4. Tag mini|Strecke des 4. und 5. Fahrtages Am vierten Tag war wieder zweimal ein Rundkurs über insgesamt 267 Kilometer zu fahren. Je Runde waren vier Zeitkontrollen sowie zwei Enduro- sowie ein Motocross-Test als Sonderprüfungen eingerichtet. Wieder setzte nach Zieleinlauf der zuerst eingetroffenen Fahrer Regen ein.

Am Ende des vierten Fahrtags führte in der World-Trophy-Wertung das Team aus Australien vor Frankreich und Spanien. Das deutsche Team verbesserte sich auf den 7., das österreichische auf den 12. und das Schweizer auf den 14. Platz.

In der Junior-Trophy-Wertung führte wie am Vortag das australische Team vor Schweden und den USA. Ohne Veränderung zum Vortag lagen das österreichische Team auf dem 11., Deutschland auf dem 12. und die Schweiz auf dem 13. Platz.

In der Women’s Trophy führte nach wie vor das australische Team vor den Mannschaften aus Frankreich und Schweden.

Die Clubwertung führte unverändert VAMC Drie Musketiers vor Team Ostra Elite und KBS UAMK TEAM UNHOST an. Beste deutsche Clubmannschaft war das Team DMSB 1-ADAC Westfalen/Sachsen auf dem 39. Platz. Der MSC Dalaas International verbesserte sich auf den 43. Platz.

5. Tag Die Strecke des fünften Tages war identisch des Vortags.

Das Disziplinargericht der FIM, der CDI (International Disciplinary Court), hatte aufgrund der Intervention von Frankreich die Jury angewiesen, die Disqualifikation der Fahrer wieder zurückzunehmen und provisorisch wieder in den Ergebnissen zu führen. Womit aber die Entscheider vor Ort (u. a. Jury und Racedirector) „übergangen“ wurden. – Das war aber keine Entscheidung über die Rechtswirksamkeit der Disqualifikation. Darüber wurde erst in einem späteren Verfahren entschieden.

Die Zwischenstände nach dem fünften Fahrtag: In der World-Trophy-Wertung führte (nach o. g. Anweisung) das Team aus Frankreich vor Australien und Spanien. Das deutsche Team lag unverändert auf dem 7. Platz. Österreich rutschte auf den 13. Platz ab. Die Schweiz lag wie am Vortag auf dem 14. Platz.

In der Junior Trophy führte das australische Team vor Schweden und Italien. Das österreichische Team verbesserte sich auf den 10. Platz, unmittelbar dahinter lagen das deutsche und Schweizer Team auf dem 11. bzw. 12. Platz.

In der Women’s Trophy führte unverändert das australische Team vor den Mannschaften aus Frankreich und Schweden.

Die Clubwertung führte nach wie vor VAMC Drie Musketiers vor Team Ostra Elite und KBS UAMK TEAM UNHOST an. Das Team DMSB 1-ADAC Westfalen/Sachsen verbesserte sich auf de 39. Platz. Der MSC Dalaas International lag unverändert auf dem 43. Platz.

6. Tag mini|Strecke des 6. Fahrtages Die letzte Tagesetappe führte in das südliche gelegene Kechnec, wo als letzte Sonderprüfung das Abschluss-Motocross ausgetragen wurde. Das Wetter war spätsommerlich und niederschlagsfrei.

Bei der unmittelbar an den Wettkampf anschließenden Siegerehrung bestiegen die australischen Fahrer, die – bei Berücksichtigung der o. g. Disqualifikationen in Führung liegend – als Gesamtzweiter aufgerufen wurden, demonstrativ das Siegerpodest. Erst nach ausdrücklicher Anweisung eines Offiziellen verließen sie dies wieder. Als die Franzosen aufgerufen wurden und das Podest bestiegen, wurden sie von der Mehrheit des Publikums ausgepfiffen. Die Fahrer wurden zwar geehrt und die Trophäe überreicht, jedoch war deren Sieg noch nicht offiziell.

Endergebnisse World Trophy Am 2. November 2015 entschied der International Disciplinary Court der FIM über die Einsprüche der Fédération Française de Motocyclisme, der Real Federación Motoclista Española und der Auto-Cycle Union gegen die Entscheidung der internationalen Jury, die acht Fahrer disqualifiziert hatte, die eine Durchfahrtskontrolle verpasst hatten. – Die Disqualifikation war dem Regelwerk entsprechend und bleibt bestehen. Demzufolge wurde die australische Nationalmannschaft zum Sieger erklärt.enduro21.com: Australia Declared ISDE Winners, abgerufen am 1. Februar 2019.

Platz Team Zeit 1. 21:09:31,14 2. 21:27:52,21 3. 21:49:13,25 4. 22:01:46,71 5. 22:03:19,92 6. 22:23:17,01 7. 22:29:14,26 8. 22:31:33,59 9. 22:55:39,80 10. 22:55:49,13 11. 23:11:25,28 12. 23:15:33,57 13. 23:19:57,28 14. 23:50:00,74 15. 24:38:04,65 16. 25:55:12,93 17. 27:50:58,74 18. 28:02:50,93 19. 30:41:44,86 20. 30:48:29,61 21. 33:27:38,91 22. 37:31:42,11 23. 39:43:01,08

Junior World Trophy Platz Team Zeit 1. 12:56:33,09 2. 13:11:59,93 3. 13:23:17,17 4. 13:24:24,41 5. 13:26:33,72 6. 13:27:52,57 7. 13:44:14,55 8. 13:54:51,53 9. 14:01:18,07 10. 14:08:47,69 11. 14:11:09,52 12. 14:55:47,04 13. 18:09:31,30

Women's World Trophy Platz Team Zeit 1. 10:15:02,65 2. 11:10:56,38 3. 11:30:23,63 4. 11:39:14,13 5. 11:41:37,80 6. 36:00:00,00

Club Team Award Platz Team Zeit 1. VAMC Drie Musketiers 14:15:06,42 2. Team Ostra Elite 14:20:08,61 3. KBS UAMK TEAM UNHOST 14:25:37,60 4. GOFASTERS.COM 14:42:17,14 5. SACU TEAM SCOTLAND 14:47:10,11 6. BMT Gottbros Team-FIM Europe CZE/SVK 14:47:28,88 7. EnC Racing CZ I 14:48:17,31 8. Motosport Klub Hostalkovice 14:51:55,21 9. Team West Sweden 14:53:27,84 10. Team Ostra Junior 14:56:23,66 34. DMSB 1-ADAC Westfalen/Sachsen 17:44:41,81 40. MSC Dalaas International 18:54:01,89 45. DMSB 2-ADAC Sachsen 19:14:58,13 48. DMSB 6-ADAC Südbayern/Nordbaden 20:01:51,34 49. Knopper Racingteam 20:34:44,21 53. DMSB 5-ADAC Südbaden/Sachsen 24:17:03,07 66. DMSB 4-ADAC Niedersachsen/Berlin 28:39:40,69 83. Veteranen team-FIM Europe NLD/DEU 35:00:38,28 86. FIM Europe LUX/DEU 37:41:41,36 90. DMSB 3-ADAC Hansa 42:27:49,62 96. FIM Europe DEU/DNK 54:00:00,00

Manufacturer's Team Award Platz Team Zeit 1. Husqvarna 1 12:39:57,31 2. Yamaha Australia 12:39:58,82 3. KTM Australia 12:57:36,06 4. Husqvarna 3 12:58:01,33 5. KTM Italia 12:58:52,11 6. KTM Support 13:03:34,38 7. Husqvarna Osellini 13:06:23,36 8. KTM Germany 13:09:06,96 9. Husqvarna 4 13:22:07,11 10. Husqvarna 5 13:40:01,41 11. Husqvarna 10 13:49:23,74 12. Husqvarna 8 13:50:36,17 13. Husqvarna 11 14:20:40,29 14. Husqvarna 2 19:43:01,21 15. TM Racing SPA 22:20:10,56 16. Husqvarna 9 23:15:07,42 17. KTM Factory 31:14:30,16 18. Husqvarna 6 31:57:47,44 19. Husqvarna 7 36:18:53,55

Einzelwertung