mini|hochkant|Radeberger Stadtwappen
Die Liste der Bürgermeister von Radeberg führt alle bekannten Bürgermeister der Stadt Radeberg auf. Die ehemaligen Gemeindevorsteher bzw. Bürgermeister der am 1. Januar 1920 nach Radeberg eingegliederten Gemeinde LotzdorfOrtsgesetz über die Vereinigung der Landgemeinde Lotzdorf mit der Stadt Radeberg. Akte 2.3.000.085 Stadtarchiv Radeberg. sowie der eingemeindeten Orte Liegau-Augustusbad (1. April 1995), Großerkmannsdorf und Ullersdorf (beide am 1. Januar 1999)StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999 sind in der folgenden Liste nicht berücksichtigt.
Entwicklung der Bürgermeister-Amtes nach 1412 Am 16. März 1412 wurde dem Marktflecken Radeberg das Stadt- und Weichbildrecht verliehen. Aus der frühen Geschichte Radebergs als Stadt bis etwa 1550 liegen nur wenige und unvollständige Angaben vor. Ursachen dafür sind der Stadtbrand von 1521, als die Stadt fast vollständig niederbrannte, und der große Stadtbrand von 1714, bei dem auch die Kirche und das Rathaus mit dem größten Teil des Archivgutes vernichtet wurden.Radeberger Chronik 1550–1839. Handschriftliches Manuskript. Archiv-Nr. 00003476. Museum Schloss Klippenstein Radeberg.
Seit der Erhebung Radebergs zur Großen Kreisstadt am 1. Januar 2009 trägt das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister.
Gemäß § 51 der Sächsischen Gemeindeordnung vom 21. April 1993 beträgt eine Amtszeit des Oberbürgermeisters sieben Jahre. Bei einer Wiederwahl kann sie sich entsprechend verlängern. Er wird in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Der Oberbürgermeister hat die Stellung eines hauptamtlichen Beamten auf Zeit und ist Vorsitzender des Stadtrats sowie Leiter der Stadtverwaltung.
Spätmittelalter Bis 1692 gab es drei Bürgermeister, ab 1692 nur noch zwei, die jährlich miteinander wechselten. In der Regel wird in der Literatur jeweils nur der Name des „amtierenden“ Bürgermeisters aufgeführt, der des „ruhenden“ (Vice-Bürgermeister) erscheint nur selten.Heinrich von Martius: Radeberg und seine Umgebungen: Eine historische Skizze. C. F. A. Weller, Bautzen 1828. Online-Ressource Das Geschäftsjahr reichte jeweils vom 1. Mai bis zum 30. April.
+ Amtszeit Name Vice-BM; Beisitzer Anmerkung Bild 1429 Peter Arnold Gründung der Schneider-Innung 1449 1513 Gregor ButterschneyderErstmals werden in einer Urkunde des Meißner Hochstifts vom 23. März 1513 die Namen der Stadträte in Form einer vollständigen Ratsliste genannt.Otto Mörtzsch: Die älteste bekannte Radeberger Ratsliste. In: Adressbuch für die Stadt Radeberg Stand vom 1. März 1910. Verlag Buchdruckerei der „Radeberger Zeitung“ Max Mauersberger. 1552 Georg Wilhelm 1568 George Pflug auch: Pflugk, † 1574 1569 George Wilhelm 1570, 1591 Martin Wegner 1572 George Pflug 1573, 1584, 1587, 1603 Christoph Brückner † 1603 1574, 1576, 1582 Martin Wegner 1575 George Wilhelm 1581, 1586, 1593, 1596, 1602 Caspar Richter † 1605 1585, 1601 Martin Wegner Christoph Brückner 1600 Johann Christoph Gräfe war Gastwirt, † 1603 1603, 1610, 1613 Nickel Wilhelm 1605 Nickel Wilhelm Balthasar Beinrodt auch: Beinradt 1605, 1609, 1612, 1621, 1624, 1627 Balthasar Beinrodt 1607 Nickel Wilhelm Christoph Gerstecker auch: Christoff Gerstäcker 1608, 1611, 1614 Christoph Gerstecker 1615, 1622, 1625 Jacob Wiedemann 1617, 1626, 1629, 1632 Christoff Gebauer 1620 Andreas Zschiedrich Jacob Wiedemann, Johann Böhme 1628, 1649, 1651 Heinrich Kauderbach vorher Amtsschreiber, † 1653 1630 Johann Lorenz Jacob Wiedemann, Martin Hofmann, Balthasar Beinrodt 1631 Jacob Wiedemann Christoh Gebauer 1633 Jacob Wiedemann 1633, 1637, 1643 Christoph Gräfe 1636, 1642, 1645, 1661 Andreas Zschiedrich 1638 Johann Lorenz 1639 Andreas Zschiedrich Heinrich Kauderbach 1640, 1646, 1650, 1656 Jacob Büttner 1644 Christoph Gräfe Jacob Büttner 1648 Christoph Gräfe Jacob Büttner, Heinrich Kauderbach 1654, 1657, 1663 Johann Hoffmann 1664 George Klette Johann Hoffmann, Johann Büttner auch: Clette. Familie Klette war noch 1760 Besitzer des Kletten-Vorwerckes 1665 Johann Büttner Johann Böhme 1666 Christian (Benjamin) Jäger Johann Hoffmann, Johann Böhme 1667, 1669 Johann Hoffmann Johann Böhme 1668 Adam Schöne Christoph Klotzsche, Johann Hoffmann, Johann Böhme 1670 Georg Klette Adam Schöne, Johann Hoffmann, Johann Böhme 1671 Johann Böhme Johann Hoffmann, Georg Klette 1673 Michael Koch Christian Zschiedrich, Johann Hoffmann, Johann Böhme 1675, 1681 Georg Klette 1677 Christian Zschiedrich Johann Hoffmann, Johann Heinrich Kauderbach Ch. Zschiedrich war zugleich Geleitsmann. J. H. Kauderbach war zugleich General-Accise-Inspector, † 2. Januar 1720 1677 Christoph Kretschmar Christian Zschiedrich 1678 Georg Müller 1680 Christian Zschiedrich Christoph Kretschmar 1682 Christian Zschiedrich 1683 Georg Klette Andreas Schöne, Christoph Kretschmar 1684 Andreas Schöne 1685 Gottfried Teichmann Andreas Hoffmann, Ehrenfried Kretschmar Teichmann † 1686 1686 Christoph Kretschmar Andreas Hoffmann, Ehrenfried Kretschmar 1687 Andreas Hoffmann Christoph Kretschmar 1687, 1689, 1690, 1692, 1694, 1696, 1698 Jacob Berthold Vice-BM 1692: Georg Klette, Christoph Kleppisch. Berthold war Weißgerber, lebte noch 1709 als Emeritus 1689, 1691, 1693, 1695, 1697, 1701, 1703 Christoph Kleppisch Ab 1692 gab es nur noch zwei Bürgermeister, die i. d. R. jährlich wechselten. Das Geschäftsjahr ging vom 1. Mai bis zum 30. April. 1700 Balthasar Thomas Georg Klette, Jacob Berthold Thomas war Fleischhauer, † 1703 1702 Balthasar Thomas 1704 J. Christoph 1705 Johann Heinrich Kauderbach 1707 Christoph Seydel Johann Heinrich Kauderbach, Johann Christoph Kleppisch, Adam Gruntzsch Seydel war ursprünglich Tischler, entdeckte 1717 das Augustusbad. J. H. Kauderbach war zugleich General-Accise-Inspector, † 2. Januar 1720 mini|zentriert|hochkant=0.4|Epitaph Seydels an der Stadtkirche Radeberg 1709 Christoph Seydel Adam Gottfried Böhme 1714 Adam Gottfried Böhme Christoph Seydel Böhme war Fleischhauer, † 4. November 1724 1715 Christoph Seydel N. N. Thieme 1717 Adam Gottfried Böhme Christoph Seydel 1721–1743 Gottfried Tritzschler Christoph Seydel Bis 1743 wechselten Seydel und Tritzschler gemäß der damaligen Regel jährlich. 1744 Christoph Seydel Ab 1744 gab es nur noch einen Bürgermeister. 1745 Christian Teichmann 1746–1754 Christian Teichmann Gottfried Tritzschler Teichmann und Tritzschler im jährlichen Wechsel 1754 Johann George Heymann 1754 George Heinrich Müller 1755–1759 Christian Teichmann Johann George Heymann Teichmann und Heymann im jährlichen Wechsel 1759–1765 Heinrich Daniel Kluge Johann George Heymann Kluge und Heymann im jährlichen Wechsel 1765–1784 George Heinrich Müller Johann George Heymann Müller und Heinrich im jährlichen Wechsel. Zum 1. Male sind 2 Senatoren gewählt. 1784–1796 Gottlieb Leberecht Scheller Johann Georg König Scheller und König im jährlichen Wechsel. Senatoren: J. Ch. Tretzsch bis 1787, Joh. Gottfr. Sonntag ab 1787, C. F. NaumannAkte 192 Stadtarchiv Radeberg. 1797 Gottlieb Leberecht Scheller Traugott Leberecht Rumpelt Senatoren: T. L. Rumpelt, Carl Friedrich Thier, Johann Friedrich Balthasar Thieme. Rumpelt war Posamentier-Fabrikant, † 29. August 1807 1798 Traugott Leberecht Rumpelt Gottlieb Leberecht Scheller Senatoren: Carl Friedrich Thier, Johann Friedrich Balthasar Thieme 1799–1806 Johann Friedrich Balthasar Thieme Traugott Leberecht Rumpeltmini|zentriert|hochkant=0.4|J. F. B. Thieme, 1751–1841, Bürgermeister von Radeberg 1799 bis 1806 1806 Carl Friedrich Thier 1807–1813 Carl Gottlob Liebscher Carl Friedrich Thier Liebscher und Thier im jährlichen Wechsel.Akte 96 Stadtarchiv Radeberg. 1814 Gotthelf Ernst Reinicke Carl Gottlob Liebscher Reinicke war Weißbäcker. Er wurde am 31. März 1814 zum „1. Allgemeinen Bürgermeister“ gewählt und amtierte im jährlichen Wechsel bis 1836.Akte 57 Stadtarchiv Radeberg. 1827 Karl Gottlob Hofmann Gotthelf Ernst Reinicke Hofmann wurde 1830 pensioniert. † April 1843 im Alter von 76 Jahren 1828 Gotthelf Ernst Reinicke Georg Heinrich Schmidt 1829–1830 Karl Gottlob Hofmann Gotthelf Ernst Reinicke Hofmann und Reinicke im jährlichen Wechsel.
Ab 1830 Mit der Einführung der neuen Städteordnung für das Königreich Sachsen 1832Repertorium zu der allgemeinen Städte-Ordnung für das Königreich Sachsen ... vom 2. Februar 1832. Leipzig 1834. gab es nur noch einen Bürgermeister. + Amtszeit Name Stellvertreter Anmerkung Bild 1830–1837 Gotthelf Ernst Reinicke Alleiniger Bürgermeister bis zu seinem Tod am 1. Januar 1837. 1837–1873 Carl Gottfried KuntzschAkte 60, 272, 661 Stadtarchiv Radeberg.Aus gesundheitlichen Gründen hat Kuntzsch sein Amt am 16. April 1873 niedergelegt. 18.11.1873–30.9.1895 August Max Rumpelt 1895 zum Ehrenbürger ernannt. mini|zentriert|hochkant=0.4|August Max Rumpelt um 1875 3.10.1895–23.10.1916 Otto Bauer Wurde 1900 auf Lebenszeit gewählt.Akten 879 und 1451A Stadtarchiv Radeberg. † 23. Oktober 1916 mini|zentriert|hochkant=0.4|Otto Bauer um 1910 1916–1920 Richard Ewald Bose Bose wurde 1920 zum Ministerialrat im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ernannt.Akte 346 Stadtarchiv Radeberg.mini|zentriert|hochkant=0.4|Dr. Ewald Bose, Bürgermeister von Radeberg 1916 bis 1920 1920–9.3.1933 Otto Uhlig Dr. jur. Erich Weise (ab 1923)Akten 251, 388, 404 Stadtarchiv Radeberg. Am 9. März 1933 Amtsenthebung von Otto Uhlig und Erich Weise.Helfried Wehner und Autorengruppe: Radeberger Land unter dem Hakenkreuz. Herausgeber: Bund der Antifaschisten, Region Dresden e.V. Selbstverlag 1999. Online-Ressource PDF, 7,4 MB. Abgerufen am 1. Februar 2026 Uhlig ist 1948 zum Ehrenbürger von Radeberg ernannt worden. mini|zentriert|hochkant=0.4|Karl Otto Uhlig, Erster Bürgermeister Radeberg 1920 bis 1933 mini|zentriert|hochkant=0.4|Dr. jur. Erich Weise, Zweiter Bürgermeister Radeberg von 1923 bis 1933, gleichzeitig Polizeidezernent 9.3.1933–2.8.1933 Erich MöckelSiehe war BerufsschullehrerAkte 62b Stadtarchiv Radeberg. und NSDAP-Ortsgruppenführer 3.8.1933–1935Radeberger Zeitung und Tageblatt vom 4. August 1933 Otto Rasch Erich Möckel, von Sept. 1933 bis Mai 1934. Paul Gubitz von 1934 bis 1936. Rasch war im Einsatzgruppen-Prozess (Fall IX) als KriegsverbrecherEidesstattliche Erklärung des Paul Blobel mit Nennung von Otto Rasch angeklagt worden, schied wegen Krankheit aus dem Prozess aus, verstarb am 1. November 1948 in Nürnberg. mini|zentriert|hochkant=0.4|Otto Rasch als Angeklagter im Einsatzgruppen-Prozess 1936–7.5.1945 Paul Hermann Gubitz Während des Zweiten Weltkrieges: Dr. Müller, Dr. Hilpert
Ab 1945