Eine Rektoratsschule war im 19. und im frühen 20. Jahrhundert eine aus der Bürgerschule hervorgegangene schulische Bildungseinrichtung. Ihr Rektor, der in der Regel Theologe war, bereitete in Latein befähigte Schüler durch zusätzlichen Privatunterricht auf den Besuch der höheren Schule vor. Wenn die Rektoratsschule auch als mittlere Schule galt, ersetzte sie aber sowohl im Unterrichtsniveau als auch vom Lehrplan die ersten Klassen des Gymnasiums und galt daher als Zubringer für die höheren Schulen. Sie ist dem gymnasialen Schulwesen zuzurechnen.
Liste von „Rektoratsschulen“ als aktueller Bezeichnung historischer Schulen bzw. ehemaliger Bezeichnung bestimmter heutiger Schulen: Rektoratsschule Hilden Rektorat (Hundisburg) Rektoratsschule Oelde, ab 1951 Realschule Rektoratsschule Ronsdorf, Wuppertal
Heinrich-Middendorf-Oberschule Aschendorf Städtisches Gymnasium Eschweiler König-Heinrich-Schule, Fritzlar Städtisches Gymnasium Herten Gymnasium Hohenlimburg Zeppelin-Gymnasium (Lüdenscheid) Franz-Stock-Gymnasium, Neheim Ratsgymnasium Rheda-Wiedenbrück Amplonius-Gymnasium Rheinberg Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium, Siegen Carl-Humann-Gymnasium, Steele Städtisches Stiftsgymnasium Xanten
Literatur Günter Höffken: Zur Institutionalisierung und Entwicklung der Mittelschule in Preußen 1872 bis 1945. Diss. Potsdam 2006, S. 26.
Kategorie:Historischer Schultyp